Wolfgang Grupp

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Wolfgang Grupp (2. v. r.) bei einer Podiumsdiskussion in Karlsruhe (2014)

Wolfgang Grupp (* 4. April 1942 in Burladingen) ist ein deutscher Unternehmer. Er ist Eigentümer und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema Inh. W. Grupp e.K.

Herkunft und Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Grupp wuchs in einer konservativ-katholisch geprägten Unternehmerfamilie in Burladingen auf. Grupps Großvater Josef Mayer gründete mit seinem Bruder Eugen 1919 das Burladinger Unternehmen Mechanische Trikotwarenfabrik Gebr. Mayer KG, das Vorläuferunternehmen von Trigema. Franz Grupp, der Schwiegersohn von Josef Mayer und Vater von Wolfgang Grupp, wurde dort 1956 geschäftsführender Gesellschafter. Seine Schulzeit absolvierte Wolfgang Grupp im Jesuitenkolleg St. Blasien, das er 1961 mit dem Abitur abschloss. Nach einem Wirtschaftsstudium an der Universität zu Köln, das er als Diplom-Kaufmann beendete, übernahm er 1969 das Textilunternehmen seines Vaters, das damals mit zehn Millionen Deutsche Mark hoch verschuldet war.

Textilunternehmer seit 1969[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trigema-Unternehmenszentrale in Burladingen

Anfang der 1970er-Jahre gelang es Wolfgang Grupp, das Textilunternehmen Trigema zu entschulden und neu zu strukturieren. Die Textilien (hauptsächlich Freizeitbekleidung) werden alle in Burladingen entworfen und in Deutschland produziert. Seit 1969 gab es bei Trigema weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Kündigungen. Trigema-Mode wird im Einzelhandel, über den eigenen Onlineshop oder im Direktverkauf über 46 eigene „Test-Filialen“, wie Grupp sie bezeichnet, in ganz Deutschland vertrieben. Jährlich bildet das Unternehmen in den Bereichen Produktion, Verwaltung und Vertrieb vierzig bis fünfzig junge Menschen aus.[1] Das Unternehmen hat einen Betriebsrat, ist jedoch nicht tarifgebunden. Alle Mitarbeiter von Wolfgang Grupp werden über Mindestlohnniveau bezahlt.

Grupp wurde vor allem durch eine Fernsehwerbung mit einem Schimpansen (Trigema-Affe)[2] deutschlandweit bekannt. Darüber hinaus setzt er sich in Talkrunden für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein und kritisiert gleichzeitig vehement die Verantwortungslosigkeit angestellter Manager. In diesem Zusammenhang propagiert er, dass Manager persönlich für ihre Entscheidungen haften sollten. Über seine Öffentlichkeitsarbeit sagt Grupp: „Der Bekanntheitsgrad von Trigema ist nicht nur Werbung, sondern auch unbezahlte PR, egal ob das der Butler war, der Hubschrauber oder der Swimmingpool, der 45 Meter lang ist. Wenn man schreibt, der hat ein viereckiges Schwimmbad, das liest doch keiner. Ich bringe das in den Zusammenhang mit: garantiert Arbeitsplätze, hat noch nie jemanden entlassen - den Werten, die dahinterstehen.[3]

Im Jahr 2005 erhielt Grupp den Cicero-Rednerpreis in der Kategorie Wirtschaft für sein rhetorisches Engagement für Deutschland.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Grupp ist seit 1988 mit der aus Österreich stammenden Elisabeth Grupp (geb. Elisabeth Baronesse von Holleuffer)[4] verheiratet. Gemeinsam wohnen sie in einer Villa auf einem parkartig angelegten Anwesen, direkt gegenüber dem Trigema-Werk in Burladingen.[5]

Das Ehepaar Grupp hat eine Tochter, Bonita Grupp (* 1989) und einen Sohn, Wolfgang Grupp junior (* 1991).[6][7] Beide Kinder gaben Wolfgang Grupp 2012 anlässlich seines 70. Geburtstags das Versprechen, das Unternehmen Trigema in seinem Sinne weiterführen zu wollen.[8] In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus vom 1. August 2011 äußerte sich Grupp über das Thema Unternehmensnachfolge: „Ich führe Trigema in der dritten Generation. Ich hätte sicher das falsche Vorbild abgegeben, wenn meine Kinder den Betrieb nicht weiterführen wollten. Ich übergebe ihn selbstverständlich meinen Kindern. Sofern meine Kinder das Erbe nicht antreten wollten, hätten wir sicher versagt, denn die Eltern sind das erste Vorbild für die Kinder.[9]

Millionenvermögen und gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grupp ist ein Vermögensmillionär und sozial engagiert. Die von ihm gegründete gemeinnützige Wolfgang und Elisabeth Grupp Stiftung leistet finanzielle Unterstützung für verschiedene Einrichtungen und Projekte in Burladingen und Umgebung. Im Kulturbereich engagiert sich die Stiftung, so wurde z.B. das Internationale Jugendmusikfestival, welches in Burladingen ausgetragen wurde, unterstützt. Die Stiftung übernahm auch die Anschaffungskosten eines neuen Flügels für die Jugendmusikschule. Zudem garantiert Wolfgang Grupp allen Kindern seiner über 1200 Angestellten einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz im Unternehmen Trigema.[10]

Kurioses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Grupp sorgte schon frühzeitig für den Todesfall vor und kaufte sich bereits 2009 ein ca. 600 m² großes Familiengrab auf dem Friedhof in Burladingen. Laut Erzbistum Freiburg handelt es sich um die größte private Familiengrabstätte auf einem katholischen Friedhof im ganzen Zollernalbkreis.[11] Sie ist nur wenige Meter vom alten Burladinger Friedhof entfernt, in Sichtweite der katholischen Kirche St. Fidelis. In Burladingen wird sie spöttisch die Nekropole von Burladingen genannt und hat sich zur Touristenattraktion entwickelt. Wolfgang Grupp musste schon in zahlreichen Interviews erklären, dass er den Trigema-Affen aus der Fernsehwerbung nicht als Haustier auf seinem Anwesen in einem Privat-Zoo hält. Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife fordert von Trigema, die Werbung mit dem Schimpansen einzustellen.[12]

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 wählte Wolfgang Grupp zum ersten Mal in seinem Leben die Partei Bündnis 90/Die Grünen und stellte dazu fest: „Meine Stimme schulde ich Winfried Kretschmann von den Grünen. Er hat seine Aufgaben als Ministerpräsident unseres Landes sehr gut gemacht“.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehdokumentationen über Wolfgang Grupp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sie können auch anders – Unternehmer mit Ideen. Diskussion, Deutschland, 2008, 45 Min., mit Götz Werner, Wolfgang Grupp, Norbert Kunz und Ditmar Staffelt, Produktion: Phoenix, Erstausstrahlung: 30. April 2008, online-Video, Ankündigung (Memento vom 1. Mai 2008 im Internet Archive)
  • Der König von Burladingen. Wolfgang Grupp – Ein deutscher Unternehmer. Dokumentarfilm, 45 Min., Buch und Regie: Susanne Müller und Andreas Coerper, Produktion: SWR Fernsehen, Erstausstrahlung: 26. März 2008.
  • Neues vom König aus Burladingen. Vierteilige Dokuserie, Buch und Regie: Susanne Müller und Andreas Coerper, Produktion: SWR Fernsehen, Erstausstrahlung: 15. September bis 6. Oktober 2010.
  • Deutschland, deine Erben – Geschenktes Geld: Lust oder Last?, Die Samstags-Dokumentation Süddeutsche Zeitung TV, Deutschland, 2011, 120 Min., mit Wolfgang Grupp, Stephanie von Pfuel, Karl Ludwig Schweisfurth und Albrecht von Weech, Produktion: VOX, Erstausstrahlung: 20. August 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.trigema.de/Unternehmen/UEber-uns/
  2. http://www.horizont.net/agenturen/nachrichten/Bubbles-Film-Trigema-wirbt-erstmals-ohne-den-Affen-136554
  3. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/trigema-chef-ich-bin-doch-nicht-besoffen-ich-bin-doch-normal/7176448-2.html
  4. http://www.swp.de/hechingen/lokales/burladingen/Wolfgang-Grupps-Welt-von-A-bis-Z;art5604,1406885
  5. http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/trigema-chef-wolfgang-grupp-kapitalist-der-alten-schule_aid_732652.html
  6. www.wiwo.de
  7. www.spiegel.de
  8. Wolfgang Grupp sieht seine Kinder in der Trigema-Nachfolge. In: Südkurier vom 30. Juni 2012
  9. http://www.focus.de/panorama/boulevard/und-auf-ewig-nur-der-kleine-wenn-ein-sohn-die-firma-nicht-will-hat-der-vater-versagt_aid_651212.html
  10. [1]
  11. Mega-Grabstätte für Trigema-Chef (Memento vom 10. Februar 2010 im Internet Archive) – Stuttgarter Nachrichten, 10. Februar 2010
  12. https://www.prowildlife.de/PM11/06/08
  13. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/das-erste-mal-trigema-chef-wolfgang-grupp-waehlt-gruen-bei-der-landtagswahl-in-baden-wuerttemberg-14101617.html