Wolfpassing

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der niederösterreichischen Gemeinde Wolfpassing im Bezirk Scheibbs.

Für die niederösterreichische Katastralgemeinde Wolfpassing der Gemeinde Hochleithen siehe Wolfpassing an der Hochleithen.
Für die niederösterreichische Katastralgemeinde Wolfpassing im Bezirk Tulln siehe Zeiselmauer-Wolfpassing.
Für den ehemaligen Ort Wolfpassing in der Katastralgemeinde Seitzersdorf-Wolfpassing der Marktgemeinde Hausleiten siehe Seitzersdorf-Wolfpassing

Wolfpassing
Wappen Österreichkarte
Wappen von Wolfpassing
Wolfpassing (Österreich)
Wolfpassing
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Scheibbs
Kfz-Kennzeichen: SB
Fläche: 20,29 km²
Koordinaten: 48° 5′ N, 15° 4′ OKoordinaten: 48° 4′ 40″ N, 15° 3′ 50″ O
Höhe: 296 m ü. A.
Einwohner: 1.588 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 78 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3261
Vorwahl: 07488
Gemeindekennziffer: 3 20 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossstraße 9
3261 Wolfpassing
Website: www.wolfpassing.gv.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Salzer (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
14
3
2
14 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Wolfpassing im Bezirk Scheibbs
Gaming Göstling an der Ybbs Gresten Gresten-Land Lunz am See Oberndorf an der Melk Puchenstuben Purgstall an der Erlauf Randegg Reinsberg (Niederösterreich) Scheibbs St. Anton an der Jeßnitz St. Georgen an der Leys Steinakirchen am Forst Wang Wieselburg Wieselburg-Land Wolfpassing NiederösterreichLage der Gemeinde Wolfpassing im Bezirk Scheibbs (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Schloss Wolfpassing
Schloss Wolfpassing
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wolfpassing ist eine Gemeinde mit 1588 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfpassing ist ein Gassengruppendorf in der Niederung der Kleinen Erlauf und gehört zum Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 20,31 Quadratkilometer. 16,68 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 16 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Buch (63)
  • Dörfl (20)
  • Etzerstetten (114)
  • Figelsberg (24)
  • Fischerberg (34)
  • Hofa (26)
  • Keppelberg (16)
  • Klein-Erlauf (93)
  • Krottenthal (42)
  • Linden (15)
  • Loising (75)
  • Stetten (98)
  • Thorwarting (32)
  • Thurhofglasen (21)
  • Wolfpassing (418)
  • Zarnsdorf (385)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Buch, Etzerstetten, Wolfpassing und Zarnsdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum.

Wolfpassing wurde im 10. oder 11. Jahrhundert gegründet und war im Besitz der gleichnamigen Herrschaft.

1848 kam es zur Auflösung der Grundherrschaft, die Gemeinde Wolfpassing entstand.

Während des Zweiten Weltkrieges sind 63 Männer aus den Katastralgemeinden von Wolfpassing im Krieg gefallen.[2]

1970 wurden die Gemeinden Buch, Etzerstetten und Zarnsdorf eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1301 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1321 Einwohner, 1981 1268 und im Jahr 1971 1208 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
73,04 %
(+6,04 %p)
16,96 %
(-1,09 %p)
10,00 %
(-4,96 %p)
2010

2015


Der Gemeinderat hat 19 Sitze, Bürgermeister der Gemeinde ist Friedrich Salzer.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 14, die SPÖ und die Überparteiliche Liste Wolfpassing (LW) je zwei und die FPÖ 1 Mandat. Bei der Gemeinderatswahl 2010 verlor die ÖVP einen Sitz, die SPÖ gewann einen und die FPÖ zwei Sitze. LW trat nicht mehr an.[3] 2015 gewann die ÖVP ein Mandat, die SPÖ verlor ein Mandat, der Mandatsstand der FPÖ blieb unverändert.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wolfpassing

Schloss Wolfpassing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss befindet sich am östlichen Ortsrand des Dorfes und ist eine barocke Vierflügelanlage mit einem Arkadenhof und vorgestellten Ecktürmen. 1635 kam Wolfpassing an Sigmund Graf von Abensperg und Traun. Durch Erbschaft gelangte es an die Freiherren von Geymann, die es bis 1723 besaßen, um 1690 wurde die bereits im 16. Jh. modernisierte Burg zum Schloss umgebaut. Sodann erwarb es Leopold Karl Graf Zinzendorf, seine Söhne verkauften es 1747 dem mit ihnen verwandte Ernst Ferdinand Graf Auersperg. Kurz danach erhielt der Bau seine heutige Gestalt. Als Glück erwies sich die Heirat einer Auersperg-Tochter mit dem französischen General Karl Freiherr von Jaquinot, da das Gebäude und seine Besitzer während der Franzosenkriege keine Schäden erlitten. Als Kaiser Franz I. 1834 einige Auersperg-Schlösser für den k. k. Patrimonalfonds ankaufte, war auch Wolfpassing darunter. 1910 gab der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand das Gut an das Verteidigungsministerium im Tauschweg gegen das Gut Blühnbach ab, ließ aber den Großteil des gepflegten Mobiliars in sein böhmisches Schloss Konopischt bringen.

Von 1928 bis 1930 erfolgte eine Adaptierung für die Unterbringung der neu gegründeten Molkereifachschule.[5] Im Zuge der Privatisierung der Bundesanstalt für Milchwirtschaft und Gründung des Lebensmitteltechnologischen Zentrums Wolfpassing (LMTZ) 2002 wurde 2004 LMTZ Wolfpassing geschlossen.[6] Von Mitte 2009 bis Mitte 2013 war im Schloss die Lernwelt Wolfpassing, eine katholische Bildungseinrichtung, untergebracht.[7][8]

"Führerglocke"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des Verkaufs des Schlosses durch die Bundesimmobiliengesellschaft an einen Linzer Unternehmer wurde 2013 im Glockenturm eine Glocke entdeckt. Der Widmungstext unter dem Hakenkreuz lautet:

Am 11.3.1938 befreite der Einiger und Führer aller Deutschen Adolf Hitler die Ostmark vom Joche volksfremder Bedrückung und führte sie heim ins Großdeutsche Reich.[9]

Diese Glocke wurde 1939 aus dem Metall einer 1935 für den ermordeten Diktator Engelbert Dollfuß gestifteten Glocke gegossen. Laut Bundesdenkmalamt unterliegt diese Glocke als Zubehör dem Denkmalschutz und bot an, eine mahnende Tafel anzubringen.[10] Gegen die BIG wurde Anzeige "wegen Verdachts der Verbreitung von nationalsozialistischen Gedankengut" eingebracht.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 30, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 111. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 634. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 49,73 Prozent.

2010 wurde, in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband des IKB (Interkommunales Betriebsgebiet Kleines Erlauftal, eine Kooperation der 6 Gemeinden Wolfpassing, Steinakirchen, Gresten, Gresten-Land, Reinsberg, Wang) und der Raiffeisenbank Region Eisenwurzen der Ecoplus Wirtschaftspark Wolfpassing gegründet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolfpassing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Kriegerdenkmal Steinakirchen. In: Kriegerdenkmäler unserer Heimat in NIEDERÖSTERREICH. Abgerufen am 10. April 2017.
  3. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  4. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2015
  5. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar. Niederösterreich südlich der Donau, Teil 2, M bis Z. Verlag Berger, Horn/Wien 2003. ISBN 3-85028-365-8. Seiten 2722.
  6. LMTZ: Privatisierung und Gründung des Lebensmitteltechnologischen Zentrums Wolfpassing (LMTZ); abgerufen am 17. Sep. 2012
  7. Lernwelt Wolfpassing; abgerufen am 17. Sep. 2012
  8. Kein Happy End vor Schulstart: Private Reformschule findet kein Ersatzquartier; abgerufen am 13. März 2014
  9. a b derstandard.at 28. Juni 2013: Niederösterreichische "Führerglocke" wird ein Fall für Juristen mit Foto, abgerufen am 9. Juli 2013
  10. http://noe.orf.at/news/stories/2591463/ „Führerglocke“ im Schloss muss bleiben, ORF.at vom 3. Juli 2013