Wieselburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt Wieselburg in Niederösterreich, zum gleichnamigen ungarischen Ort siehe Moson
Wieselburg
Wappen von Wieselburg
Wieselburg (Österreich)
Wieselburg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Scheibbs
Kfz-Kennzeichen: SB
Fläche: 5,42 km²
Koordinaten: 48° 8′ N, 15° 8′ OKoordinaten: 48° 8′ 0″ N, 15° 8′ 20″ O
Höhe: 269 m ü. A.
Einwohner: 3.860 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 712 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3250
Vorwahl: 07416
Gemeindekennziffer: 3 20 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 26
3250 Wieselburg
Website: www.wieselburg.at
Politik
Bürgermeister: Günther Leichtfried (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
15
6
2
15 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Wieselburg im Bezirk Scheibbs
Gaming Göstling an der Ybbs Gresten Gresten-Land Lunz am See Oberndorf an der Melk Puchenstuben Purgstall an der Erlauf Randegg Reinsberg (Niederösterreich) Scheibbs St. Anton an der Jeßnitz St. Georgen an der Leys Steinakirchen am Forst Wang Wieselburg Wieselburg-Land Wolfpassing NiederösterreichLage der Gemeinde Wieselburg im Bezirk Scheibbs (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Wieselburg ist eine Stadtgemeinde mit 3860 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wieselburg liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde Wieselburg umfasst 5,43 Quadratkilometer. 7,25 % der Fläche sind bewaldet. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Kleinen und der Großen Erlauf.

Die Stadtgemeinde Wieselburg hat keine weiteren Katastralgemeinden. Neben der Stadtgemeinde gibt es noch die Dorfgemeinde Wieselburg-Land.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergland (Bez. Melk) Petzenkirchen (Bez. Melk)
Nachbargemeinden Bergland (Bez. Melk)
Wieselburg-Land
Wieselburg und Petzenkirchen sind zwischen Wieselburg-Land und Bergland eingebettet, sodass letztere beiderseits angrenzt

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum war das Gebiet Wieselburg ein Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Der Name Wieselburg stammt von der Lage, denn „zwisila“ im Althochdeutschen und „zwisel“ im Mittelhochdeutschen, bedeuten „Zusammenfluss“. Am „Zwisel“ der beiden Flüsse, der großen und der kleinen Erlauf, wurde 976 eine Burg errichtet, in der sich auch eine Wehrkirche (Wieselburger Oktogon) befand. 1848 entstand die politische Gemeinde. 1913 kam es zur Vereinigung des Marktes Wieselburg mit Teilen der Ortsgemeinde Mitterwasser (mit Berg und Schacha) und der Ortsgemeinde Rottenhaus. Im Mai 1976 wurde die Marktgemeinde Wieselburg zur Stadt erhoben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wieselburg sind 3.830 Personen gemeldet die dort ihren Hauptwohnsitz haben, sowie zusätzliche 674 haben dort ihren Nebenwohnsitz (Stand: 1. April 2015).[1]
Diagramm-Wieselburg Quelle: Statistik Austria

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rathaus von Wieselburg

Der Gemeinderat der Stadtgemeinde hat 23 Mitglieder. Bei den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 erhielt die SPÖ 16 und die ÖVP 7 Mandate. Bei den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 erhielt die SPÖ 14, die ÖVP 7 und die FPÖ 2 Mandate. Bei den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 erhielt die SPÖ 15, die ÖVP 6 und die FPÖ 2 Mandate.

Bürgermeister

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1996 hat Wieselburg eine Gemeindepartnerschaft mit der Gemeinde Kreiensen im Landkreis Northeim in Deutschland.

E-Government[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtgemeinde ermöglicht mit Hilfe von Online-Formularen Behördendienste schneller abzuwickeln und das Service zu verbessern. Dabei werden Formularlösungen des österreichischen IT-Dienstleisters aforms2web verwendet.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Wieselburg an der Erlauf
nächtlicher Blick auf die Brauerei

Zu den bedeutendsten Betrieben der Stadt zählt neben dem größten Arbeitgeber im Bezirk Scheibbs, der ZKW Lichtsysteme GmbH (2000 Mitarbeiter[3]; Stand April 2012), die Brauerei Wieselburg.

Überregionale Bedeutung hat seit 1928 auch die einwöchige Wieselburger Inter-Agrar mit Volksfest, (eine landwirtschaftliche Messe), die als größte Messe Niederösterreichs mit über 300.000 Besuchern und 550 Ausstellern gilt und jedes Jahr Ende Juni stattfindet. Schwerpunkte sind die Bereiche Bauen und Wohnen und im landwirtschaftlichen Teil die Themen Tierhaltung, Grünlandwirtschaft sowie seit 2006 Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energie. Daneben finden auf dem Messegelände Wieselburg über das ganze Jahr verteilt Veranstaltungen statt wie die Bau & Energie Messe oder die Ab Hof Wieselburg.

Seit April 2003 gibt es ein Einkaufszentrum im Zentrum der Stadt namens City Center Wieselburg mit einer Einzelhandelsfläche von 8000 m² und einem Parkplatz mit 220 Stellplätzen.

2009 wurden durch die Gründung des Technologiezentrums Wieselburg-Land[4] ein Teil der Bioenergiekompetenzen Österreichs an einem Standort gebündelt (Bioenergy 2020+). Das Technologie- und Forschungszentrum Wieselburg-Land/Technopol Wieselburg gilt als internationales Zentrum für Bioenergie, Agrar- und Lebensmitteltechnologie. Es umfasst die Schwerpunkte Bioenergie, Biomasse, Energiesysteme, Agrar- und Lebensmitteltechnologie und Wasserwirtschaft. [5] [6]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 221, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 10. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1.623. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,6 Prozent.

Mit seiner Fachhochschule (Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt),[7] dem Gymnasium, der Haupt-, Volks-, Musikschule und der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft, dem Francisco Josephinum (in Wieselburg-Land) ist Wieselburg außerdem als „Schulstadt“ bekannt. In den kommenden Jahren wird eine Umfahrung gebaut, um die Stadt von Schwerverkehr zu entlasten.

Nachdem in den zahlreichen kleinen Nachbarorten die Zahl der Nahversorger rückläufig ist, hat sich Wieselburg auch zu einem Einkaufszentrum der Kleinregion entwickelt. So hat sich sowohl im Zentrum das City Center als auch am Rand der Stadtmit Filialen der namhaften Ketten etabliert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oktogon mit Wandmalereien in der Pfarrkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Wieselburg
  • Pfarrkirche Wieselburg: Historische Bedeutung hat vor allem das Wieselburger Oktogon, eines der bedeutendsten Bauwerke der Babenberger Zeit, in der Pfarrkirche. Die Kirche entstand um 1000, wurde um 1500 erweitert. 1706 trat das Stift Mondsee die Pfarre Wieselburg an den Passauer Bischof ab. Mit der Gründung der Diözese St. Pölten im Jahre 1785 wurde Wieselburg landesfürstliche Pfarre. In den Jahren 1953 bis 1958 wurde die Kirche in Wieselburg ausgebaut.
  • Schloss Wieselburg: Das Schloss wurde im 13. Jahrhundert errichtet und beherbergt heute das Museum für Ur- und Frühgeschichte.[8]
  • Schloss Rottenhaus: Im Schlos befindet sich das Verwaltungsgebäude der Landwirtschaftlichen Bundesversuchwirtschaft GmbH.[9]
  • Fachhochschule Wiener Neustadt Campus Wieselburg: Das Studiengebäude ist ein mehrgeschoßiger Niedrigenergie-Holzbau direkt an der Ortseinfahrt.
  • Schlosspark: Im Zentrum von Wieselburg befindet sich der Schlosspark. Die Figuren des Parkes stellen Hauptflüsse der Monarchie – Raab, Mur, Traun, Salzach und Enns − dar. Sie wurden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges von der Stadt Wien nach Wieselburg gebracht, doch die Originale kehrten 1986 nach Wien (Albertina) zurück, die im Schlosspark aufgestellten Figuren sind Abgüsse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Bienenstein (* 1. November 1869 in Wieselburg; † 1. Februar 1927 in Bruck an der Mur), Lehrer, Dichter, Erzähler und Schriftsteller.
  • Alfred Böhm (* 23. März 1920 in Wien; † 22. September 1995 in Wieselburg), Kammerschauspieler, Mitglied des Theaters in der Josefstadt, lebte in Ströblitz bei Wieselburg.
  • Paul Hörbiger (* 29. April 1894 in Budapest † 5. März 1981 in Wien), Volksschauspieler, lebte von 1965 bis zu seinem Tod in Wieselburg (heute Paul-Hörbiger-Straße).
  • Eugen Wüster (* 10. Oktober 1898 in Wieselburg † 29. März 1977 in Wien), Interlinguist und Begründer der Terminologiewissenschaft
  • Hermann Lechner (* 29. November 1924 in Wieselburg; † 12. Juni 2012 in Gaming), Bürgermeister von Gaming

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wieselburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten. Abgerufen am 22. Juli 2015.
  2. Formulare. Abgerufen am 16. Juni 2015.
  3. http://www.pressekat.de/pm-148957-ZKW+mit+Erfolgsbilanz.html
  4. Eröffnung des Technologiezentrums Wieselburg-Land, noe-news.at, 15. November 2009
  5. Ecoplus - Technopol Wieselburg; abgerufen am 11. Juni 2015
  6. NÖN: Technopol Wieselburg - Neuer Technopolmanager; abgerufen am 11. Juni 2015
  7. Fachhochschule Wiener Neustadt Campus Wieselburg
  8. Eintrag über Schloss Wieselburg auf Burgen-Austria
  9. Eintrag über Schloss Rottenhaus auf Burgen-Austria
  10. Eintrag über Schloss Perzelhof auf Burgen-Austria