Anatol Herzfeld

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Anatols Werkstatt, Ausbau 1982, Museum Insel Hombroich

Anatol Herzfeld (in der Regel nur als Anatol auftretend), bürgerlich Karl-Heinz Herzfeld (* 21. Januar 1931 in Insterburg, Ostpreußen), ist ein in Neuss schaffender Bildhauer. Er arbeitet vorrangig mit Holz, Eisen und Stein. Seine Wirkungsstätte ist die Stiftung Insel Hombroich.

Als Schüler des Düsseldorfer Künstlers Joseph Beuys orientierte sich Anatol eng an den künstlerischen Vorstellungen seines Lehrers. Insbesondere das Konzept des erweiterten Kunstbegriffs findet sich in einer besonderen Spiegelung auch bei Anatol wieder. Das Reden, das Erzählen von Geschichten und das einfache Arbeiten mit den bloßen Händen sind ein Schwerpunkt in Anatols Schaffen. Dabei nimmt er insbesondere Bezug zu zeitaktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Anatol wurde als Karl-Heinz Herzfeld 1931 in Insterburg, Ostpreußen als uneheliches Kind einer sehr jungen Mutter geboren.[1] Sie gab ihn in eine Pflegefamilie ab, wo er als Kind bibelfester Eltern aufwuchs. Sein Pflegevater, den er stets als seinen „Vater“ betrachtete, war überzeugter Sozialdemokrat. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs flüchtete die Familie vor den polnischen und sowjetischen Truppen nach Westdeutschland, weil die erhoffte „Befreiung“ ausblieb.[2] Hier, im Rheingebiet, begann Karl-Heinz Herzfeld zunächst eine Lehre zum Schmied (Kunstschmied) und trat später von 1953 bis 1991 in den Polizeidienst als Verkehrspolizist ein. Seine Tätigkeit als Beamter, die er vor allem mit einem Puppenspiel-Programm in Schulen verbrachte, ließ ihm Zeit für ein Studium. Anatol selbst definiert sich über eine lose Liste von Berufen, Mitgliedschaften, Qualifikationen, Hobbys und Eigenschaften. Eine davon ist wie folgt überliefert:

„Anatol ist gelernter Hufschmied; deshalb / trägt er einen Hufnagel in seinem Hut. / Wenn er nach dem Beruf gefragt wird, / gibt er folgendes zu Protokoll: Bildhauer, / Maler, Zeichner, Puppenspieler, Schmied, / Geschichtenerzähler, Angler, Karikaturist, / Haudegen, Meisterschüler durch Beuys, / jetzt Meister, Mitbegründer der „Akademie / Oldenburg“, Kneipenbruder, CDU-Mitglied, / Polizeibeamter.“

Gerd Winkler: pardon, März 1976[3]

Hierin schwingt nicht alleine Anatols Unwille mit, sich in Schubladen einordnen zu lassen, sondern ebenso sein bewusstes Spiel mit Journalisten und all jenen, die ihm mit Fragen an seine Person gegenübertreten. Nur selten beantwortet Anatol eine Frage direkt; zumeist verpackt er die Antwort in umfangreiche Geschichten, bei denen er von einem Thema zum nächsten springt und die oftmals eine stark autobiografische Note aufweisen.

Wächter vor Anatols Haus, Museum Insel Hombroich

Über zwei Freunde, Norbert Tadeusz und Peter Heisterkamp (Blinky Palermo), kam er in Kontakt mit Joseph Beuys. Daraufhin studierte Anatol mit dem Schwerpunkt Bildhauerei zwischen 1964 und 1972 elf Semester an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys. Um sich eine zweite Persönlichkeit als Künstler zuzulegen, nannte er sich Anatol, nach einer Figur aus Tolstois Krieg und Frieden.[4] Anschließend studierte er vier weitere Semester bei Karl Wimmenauer (Architektur).[5] Eigenen Angaben zufolge nahm Anatol das Studium bei Wimmenauer auf sich, um über das Bildhauerische hinaus ein näheres Verständnis für den Raum und seine Gestaltung zu bekommen.[6]

Am 5. Dezember 1969 führte Anatol mit Beuys, Joachim Duckwitz, Ulrich Meister und Johannes Stüttgen das Drama Stahltisch‘/Handaktion (Eckenaktion) im Düsseldorfer Szenelokal Cream Cheese aus:[7] Anatol, der einen von ihm entwickelten Stahltisch in der Mitte des Lokals positioniert hatte, saß in einer Ecke vor einem Schaltpult. In einer anderen Ecke stand Beuys. Am Stahltisch saßen auf Stahlstühlen die drei „Sprecher“ Duckwitz, Meister und Stüttgen, deren Handgelenke durch Stahlbügel an den Tisch angeschnallt waren. Herzfeld steuerte mit dem Schaltpult ein Lichtsignal, das im Tisch eingebaut war. Grün bedeutete dabei, dass die angeschnallten Akteure sprechen sollten, bei Rot sollten sie schweigen. Joseph Beuys führte währenddessen in seiner Ecke Handbewegungen aus.[8]

1971 veranstaltete Anatol für seinen Lehrer Beuys eine symbolische Geburts-Aktion vor der Kunsthalle Düsseldorf, bei der er mit Unterstützung von Beuys und dessen Jugendfreund, dem Dichter Adam Rainer Lynen, aus einem Riesenkokon herausschlüpfte.[9]

Nachdem Joseph Beuys durch den damaligen Wissenschaftsminister Johannes Rau entlassen worden war, wollte Anatol etwas „machen, das auch die Leute aufmerksam macht, die nicht die genauen Zusammenhänge kennen. Wie das ist, wenn man einen guten Lehrer aus einer wichtigen Position drängt.“[10] Anatol besorgte einen 30 Meter langen Pappelstamm, den er mit Helfern im September 1973 auf der Terrasse der Kunsthalle Düsseldorf bearbeitete. Es entstand so der Einbaum Das Blaue Wunder. Damit überquerte Anatol am 20. Oktober 1973 mit Joseph Beuys und weiteren freiwilligen Helfern den Rhein. Die Fahrt startete am Ufer des Stadtteils Oberkassel und endete an gegenüberliegenden Seite, auf Höhe der Kunstakademie. Von dort ging es in die Kneipe Ohme Jupp, einem der Stammlokale der damaligen Düsseldorfer Kunstszene.[11] In dem nur wenige Meter von der Kunstakademie entfernt liegenden Lokal an der Ratinger Straße wurde dann zusammen mit der „Heimholung des Joseph Beuys“ auch die (inoffizielle) 200-Jahr-Feier der Kunstakademie zelebriert. Die Presse, die die Aktion begleitet hatte, erzeugte ein großes Medienecho.[12] Die „Heimholung“ erfolgte nicht zurück in den Schoß der Kunstakademie, sondern zurück in die Gemeinschaft der Kunststudierenden. Heribert Brinkmann spricht in diesem Zusammenhang gar von einer „Gegendemonstration“.[13] Die Kunstakademie kam erst ins Spiel, als dort in Raum 20, der Beuys-Klasse, am 22. Oktober 1973 ab 15 Uhr ein Ringgespräch in einem von Anatol gefertigten Holzring stattfand.[14] In einem von Anatol handgeschriebenen und vervielfältigten Ankündigungsflyer für die Aktion liest man zur „Heimholung“:

„Das blaue Wunder fährt am 20. X. 1973 / über den Rhein. Am 20. X. 1973, gegen / 1500 Uhr von links Rheinkniebrücke – / Ankunft Schloßturm. Dann 24 Stunden / 200 Jahre Kunstakademie Düsseldorf im / „Ohme Jupp“ Ratinger Straße. / Sie sind herzlich eingeladen / Ihr Anatol“

Die Arbeitszeit „Das Blaue Wunder“ zählt zu jenen Aktionen Anatols, in denen sich seine enge Verbundenheit mit seinem Lehrer Joseph Beuys zeigt.

Im Oktober 1975 gründete Anatol, in Anlehnung an die durch Joseph Beuys gegründete Freie Internationale Universität, die Freie Akademie Oldenburg mit. Von 1979 bis 1981 hatte er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er hauptberuflich als Polizeibeamter in Düsseldorf. Seit den frühen 1980er Jahren ist Anatol auf dem Gelände der Museums Insel Hombroich tätig. Hier wurde nach seinen Vorgaben ein nach dem Vorbild osteuropäischer Bauernhäuser angelegtes Wohn- und Arbeitshaus errichtet. Das gesamte Areal um dieses Gebäude ist mitsamt der auf ihm befindlichen Arbeiten Eigentum Anatols. Testamentarisch wurde festgehalten, dass das Areal mit seinem Tod in den Besitz der Stiftung Insel Hombroich übergeht und dieses so zu belassen ist, wie es zum Zeitpunkt des Todes besteht.[2]

Anatol Herzfeld ist verheiratet mit Erdmute (Misi) Herzfeld. Seines Sohns Heico, der 1976 bei einem Motorradunfall 17-jährig starb,[15] gedachte Anatol, indem er seine Arbeiten fortan – bis weit in die 1980er Jahre hinein – mit „ANATOL-HEICO“ signierte.[16]

Künstlerische Tätigkeit[Bearbeiten]

Sein Schaffen ist produktiv und vielseitig. Sein Œuvre reicht von Zeichnungen über Radierungen, Malerei, bis hin zu Multiples, sogenannten Bretterbildern und skulpturalen Arbeiten (Plastiken) aus den unterschiedlichsten Materialien. Das Repertoire an Formen wandelte sich über die Jahre, was in erster Linie an den Großplastiken ersichtlich ist. Bevorzugte Materialien sind Stein, Holz und Stahl, wobei Holzplastiken vor allem vor 1990 erstellt wurden, was sich ab etwa diesem Zeitpunkt zugunsten von Stahlarbeiten wandelte. Zunächst finden sich im Werk von Anatol viele ‚benutzbare‘ Arbeiten, wie Stühle und Tische. Inzwischen dominieren seine Wächter die künstlerische Produktion von Anatol.

Arbeitszeit[Bearbeiten]

Durch seine Aktion Königsstuhl, eine Tonne Stahl (1969) im Museum Mönchengladbach prägte Anatol den Begriff der Arbeitszeit.[17] Anlässlich der documenta 5 1972 trat er zusammen mit dem befreundeten Künstler Bertram Weigel unter diesem Titel auf.[18]

Im Katalog zur documenta 5 in Kassel wird ein von Anatol verfasster, manifestartiger Text publiziert, der die Arbeitszeit erstmals begrifflich fassen soll. Dort heißt es:

„ARBEITSZEIT // Schaut ein Mensch auf einen arbeitenden Menschen, tut er dieses / gezielt und bewußt, so nimmt er einen tiefen Kontakt auf. / Er wird zum Mitarbeiter // zum Mitmenschen // er ist gefangen. // Warum verstecken sich viele Former (Künstler), sind sie wie / Zauberer? Ich meine nicht den guten, wichtigen Zauberer des / frühen Menschen, nein, die späteren, die uns immer so schöne / Stunden des Einlullens schenken! Zeigt Euch mal, kommt heraus / aus den Deuterbuden! // Ist es nicht eine Gemeinheit an dem heutigen, oft verplanten / Menschen, ihm das Bilderlebnis einer entstehenden Form, gleich / welcher Art, vorzuenthalten. // Bei mir darf jeder Mensch dabeisein, ja, sogar anfassen. / Wer gut zeichnen kann, kann und darf auch Zeichen geben. // Arbeit ist Kunst // Kunst ist Arbeit // Das sind die kleinen Gedanken zur Arbeitszeit. // Düsseldorf, den 16. 2. 1972“

Anatol[19]

In der Folgezeit veränderte sich sein Begriff der Arbeitszeit in einigen Eckpunkten, ohne dass dies explizit in einem neuen theoretischen Text niedergeschrieben wurde. Die Idee leitete sich von Beuys’ Forderung der Zusammenführung von Kunst und Leben ab. Wo Beuys jedoch in starkem Maße Theoretiker und Metaphysiker war, auch mit einem Hang zur Selbstinszenierung, blieb Anatol der bodenständige Arbeiter. Die Vorstellung des schaffenden, kreativen Menschen, die weitgehend der künstlerischen Vorstellung von Beuys entsprach, trieb Anatol an, Kunst und Arbeit gleichzusetzen: „Kunst = Arbeit und Arbeit = Kunst“. Das Wirken sei somit über einen definierten Zeitraum (Arbeitszeit) bereits im Prozess (plastischer Prozess)[20] als Kunst zu erachten. Darüber hinaus ließe sich dies nach Anatol auch auf den Alltag und sogar herkömmliche Arbeiten oder Dienste ausweiten. Polizeidienst ist für ihn daher ebenfalls Kunst. Seine tägliche Arbeitszeit überstieg folglich oftmals die regulären acht Stunden. Nicht selten arbeitete er 12 oder 24 Stunden durch. Sein Konzept der Arbeit beinhaltet damit auch das Merkmal der körperlichen Anstrengung. Gewöhnliche Arbeit und Kunstschaffens setzt er darin gleich. Explizit begreift Anatol die Arbeitszeit als Erweiterung oder Alternative zu den Begriffen der Aktion, des Happenings oder der Performance. In diesen Kunstbegriff er schließt die Beteiligung des Betrachters mit ein. Als integrativer Bestandteil der Arbeitszeit kann der Betrachter selbst „Zeichen geben“, sich also am Werkprozess beteiligen. Erst im Zusammenspiel von Produktion und Rezeption ergibt sich nach Anatols Verständnis der eigentliche Gegenstand seiner Kunst.

In direktem Zusammenhang damit steht die im Text aufscheinende Forderung Anatols an die Künstler, aus dem Privaten der Ateliers herauszutreten und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. In Konsequenz seiner eigenen Forderung begann Anatol in immer stärkerem Maße, seine eigene Kunst, sein Kunstschaffen, in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Kunstwerke wurden von ihm in aller Öffentlichkeit produziert, also im Werkprozess ausgestellt. Der Betrachter erhielt dabei die Möglichkeit, in einen Dialog mit Anatol einzutreten. Zudem wurden und werden zu zahlreichen Arbeitszeiten Anatols gezielt Pressevertreter eingeladen, wodurch viele Aktionen in Bild, Text, Film und Video festgehalten sind.

Freie Akademie Oldenburg[Bearbeiten]

Anatols Konzept der Gründung einer Freien Akademie Oldenburg durchlief mehrere Stadien. Zu Beginn stand seine Ausstellung Besuch bei Tante Olga in Dangast, die vom 14. Februar 1975 bis zum 2. März 1975 im Oldenburger Kunstverein stattfand.[21] In der Gaststätte Theilen, nahe von Varel in Friesland, fertigte Anatol im Februar desselben Jahres eine Zeichnung als Gründungsurkunde an, die er selbst und der Oldenburger Bildhauer Eckart Grenzer als die Gründer der „Moorakademie“ unterzeichneten. Nach einer anderen Quelle waren Anatol, Dr. Ummo Francksen, Vorsitzender des Oldenburger Kunstvereins, Don Lenzen aus Düsseldorf und Eckart Grenzer die Gründer.[22] Die Bezeichnung „Akademie Oldenburg“ wurde kurz darauf angenommen und hatte bis etwa Oktober 1976 als zweiter Name Bestand. Anschließend wurde die „Akademie“ auf Beuys’ Initiative in Freie Akademie Oldenburg umbenannt, da er im Konzept viele Parallelen zu seiner Freien Internationalen Universität erkannt hatte. Später wurde noch ein „Grundstein“ gefertigt, der vor dem Kurhaus in Dangast in den Grund des Jadebusens gesetzt wurde.

Die Freie Akademie Oldenburg besitzt weder Räumlichkeiten, noch eine Verwaltung. Sie wurde auch nie mit dem Ziel erdacht, jemals Gebäude oder andere feste Strukturen zu bekommen. Vielmehr soll sie ist nichts weiter als die Vorstellung einer künstlerischen Tätigkeit sein. Anatol sagte bezeichnenderweise dazu, dass jeder frei sei, eine Aktion im Namen der Freien Akademie Oldenburg durchzuführen.[21][22][23] Während das Anatol'sche Konzept einer Kunstakademie somit durch die Merkmale der Immaterialität und der Fiktion gekennzeichnet ist, hatte Beuys eine reale Umstrukturierung des Ausbildungswesens an Kunstakademien gefordert. Aufgrund des Widerstandes der nordrhein-westfälischen Landesregierung gegen seine Vorstellungen einer Veränderung der akademischen Ausbildung von Künstlern startete Beuys darüber hinaus politische Initiativen, etwa das Projekt der Deutschen Studentenpartei, und gründete eine Freie Internationale Universität (FIU), an der in eigenen Gebäuden nach dem Beuys’schen Konzept gelehrt werden sollte. Sein Konzeption ähnelte dabei dem staatlichen Hochschulsystem, auch ein staatlich anerkannter Abschluss sollte ermöglicht werden. Anatols Freie Akademie Oldenburg bezweckte hingegen keinerlei staatliche Anerkennung – von jeglichem Ballast, etwa Gebäuden, Verwaltung und förmlichen Abschlüssen, ist sie befreit.

Auszeichnungen/Preise/Ehrungen[Bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Arbeiten im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Arbeiten in Deutschland[Bearbeiten]

Traumschiff Tante Olga, 1977
Kopf Joseph Beuys, 2008, in Meerbusch-Büderich: Den ursprünglich als Aufstellungsort gewählten Ort am linken Rheinufer in Düsseldorf-Oberkassel, von wo aus Anatol am 20. Oktober 1973 den auf der Terrasse der Kunsthalle Düsseldorf gefertigten Einbaum namens Das Blaue Wunder dazu genutzt hatte, die Aktion Heimholung des Joseph Beuys in Form einer Überfahrt über den Rhein auf das rechtsrheinische Altstadtufer in Höhe der Kunstakademie Düsseldorf als Protest gegen die Entlassung seines Lehrers durch den damaligen Wissenschaftsminister Johannes Rau durchzuführen, hatte der Kulturausschuss der Stadt Düsseldorf im Jahr 2008 abgelehnt.[27]
  • Die Schule, Museum Insel Hombroich, Neuss
  • Der Schütze, Neuss-Holzheim am Schützen- und Ständebaum
  • Die Jade (1975), Dangast, Jadebusen, Bleiplatten, farbig gefasst (Diese Plastik wurde infolge von Eisgang unrettbar beschädigt)
  • Traumschiff Tante Olga (1977), Kassel, zur documenta 6 in der Karlsaue aufgestellt, heute vor der Heinrich-Schütz-Schule
  • Die Neue Jade (1979), Dangast, Jadebusen, Kunststoff (Diese Version ersetzte die beschädigte Arbeit Jade 1)
  • Königsstuhl (1969), Stahlstuhl im Abteigarten, Mönchengladbach, aufgestellt 1982.
  • Die Kirche (1988), 30 Findlinge, Museum Insel Hombroich, Neuss
  • Triptychon (gefesselter Jesu, eingerahmt v. s. Anklägern, Pilatus und Kaiphas), 1991, Krypta in der Kirche St. Agnes, Köln
  • Das Parlament (1991), 27 Stahlstühle, Museum Insel Hombroich, Neuss
  • Eisenmänner/Wächter (1993), 9 Stahlplastiken, Museum Insel Hombroich, Neuss
  • Eisenmänner/Kybernetiker (etwa 1995/96), 12 Stahlplastiken, IFM-GEOMAR, Kiel-Wellingdorf (Ostufer in der Schwentinemündung)
  • Marktredwitz-Tor (1999), Marktredwitz, Engerland-Platz
  • Die Wächter der Goitzsche (2000), Bitterfeld, Goitzsche, 10 Eisenmänner, 2,10 m groß, um einen großen Findling,
  • Die Wächter der Kinder (2002), Viersen
  • Kopf Joseph Beuys (2008), Rheindeich Meerbusch-Büderich,
  • Der Wächter (2010/2011), Skulptur in Selm-Bork, Gedenkstätte für NRW-Polizisten, die im Dienst umgekommen sind; errichtet 2011.

Arbeiten im Ausland[Bearbeiten]

  • Urhaus, Südkorea, Busan

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

Kataloge[Bearbeiten]

  • Anatol: Arbeiten 1983 bis 1993 – Jesus Christus muß uns zu Freunden machen. Gerhart-Hauptmann-Haus, Düsseldorf 1994.
  • Anatol: Anatol – Ausstellung im Kunstforum Rottweil. Rottweil 1980.
  • Anatol: Mein Leben; neue Bilder auf Blei. 14. März – 30. April 1986. Galerie Vömel, Düsseldorf 1986.
  • Anatol: Anatol – Memento mori – Bilder, Skulpturen, Objekte und Arbeiten auf Papier und Pappe. Eine Ausstellung des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Ratingen. Katalog zur Ausstellung vom 11. Juni – 20. August 1995. Ratingen 1995.
  • Anatol: Anatol zum 75. Geburtstag. 28. April – 30. Juni 2006. Galerie Alex Vömel, Düsseldorf 2006.
  • Anatol: Arbeitszeit „Das Bleihaus“. Ausstellung „Blei-Arbeiten“ vom 23. April – 31. Mai 1987. Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg 1987.
  • Anatol: Besuch bei Tante Olga in Dangast. Oldenburger Kunstverein vom 14. Februar – 2. März 1975 im Kleinen Augusteum, Oldenburger Kunstverein, 1975.
  • Jacek Barski (Hrsg.?): Lovis-Corinth-Preis 1992 der Künstlergilde: Karl Heinz Herzfeld – Anatol, Friedrich Sieber, Ursula Doerk. Ausstellung der Preisträger, Museum Ostdeutsche Galerie Regensburg, 14. November 1992 – 10. Januar 1993, Regensburg 1992.
  • Manfred Boetzkes (Hrsg.?): Anatol: Bilder 1979–1984. Ausstellung veranstaltet vom Roemer- und Pelizaeus-Museum, Hildesheim 1984.
  • Heribert Brinkmann, mit Beiträgen u.a. von Ingeborg Gottschalk: Anatol: Lebenszeiten Arbeitszeiten; Museum Bochum zur Ausstellung SPUREN suchen – legen – lesen ANATOL vom 17. März bis 6. Mai 2001. Stiftung Insel Hombroich, Neuss 2001.
  • Heribert Brinkmann, Gemeinde Jüchen (Hrsg.): Garzweiler – Anatol und sein Schüler (Dieter) Patt zeigen Bilder von Garzweiler. Museum Kunst Palast Düsseldorf, Neuss o. J.;
  • Karl-Heinz Hering: Anatol – Bilder u. Plastiken 1965–1985; Arbeitszeit. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 20. April – 2. Juni 1985, Düsseldorf 1985.
  • Dieter Honisch: Einraum Ausstellungen 1974. (Mit Morales, 24. Januar – 24. Februar 1974; HA Schult, 1. – 31. März 1974; Könitz, 10. April – 5. Mai 1974; Anatol, 18. Juli – 1. September 1974; Kuwayama, 6. September – 6. Oktober 1974; Sandback, 10. Oktober – 10. November 1974; Uecker, 20. Januar – 26. Januar 1975), Essen 1975.
  • Michel Ruepp: Anatol – Natur und Technik. Museum Bochum, 21. März – 3. Mai 1987, Bochum 1987.

Artikel[Bearbeiten]

  • Christiane Dressler: Anatol, der Mann, der aus dem Osten kam – zum 70. Geburtstag des Künstlers. In: Kunstzeit. 1. Schuffelen, Pulheim 2001, S. 64–73.
  • Friedhelm Mennekes: „Aus dieser Fremde mache ich Bilder“. Anatol im Gespräch mit Friedhelm Mennekes. In: Kunst und Kirche. 49, 1986, S. 154–158.
  • Dagmar van Oeffelen: Verkehrskasper mit Zimmermannshut – Anatol, ein Phänomen der Metamorphose. In: Neues Rheinland. 45, 4, 2002, S. 12–13.
  • Marie-Luise Otten: Einige Anmerkungen zu Anatol. In: Die Quecke. 65, 1995, S. 80–81.
  • Marie-Luise Otten, Ursula Mildner: Anatol und Ratingen – ein Gespräch. In: Die Quecke. 65, 1995, S. 82–87.
  • Alice von Richthoven: Reduzierte Klarheit der Form – Anatol wird 70. In: Düsseldorfer Hefte. 46, 1, 2001, S. 14–15.

Darstellungen[Bearbeiten]

  • Renate Buschmann (2006): Chronik einer Nicht-Ausstellung: between (1969 - 73) in der Kunsthalle Düsseldorf. Berlin
  • Heiderose Langer (1993): Das Schiff in der zeitgenössischen Kunst. Eine ikonografische Analyse. Schriftenreihe: Kunstwissenschaft in der Blauen Eule Bd. 9. Essen
  • Petra Richter (2000): Mit, neben, gegen; Die Schüler von Joseph Beuys. Düsseldorf
  • Johannes Stüttgen (2008): Der ganze Riemen: der Auftritt von Joseph Beuys als Lehrer; die Chronologie der Ereignisse an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf 1966 - 1972. Hrsg. vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Köln
  • Maren Ullrich (2006): Geteilte Ansichten: Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze. Berlin
  • Hans-Ulrich Wiese (2002): Karsamstagsexistenz: Auseinandersetzung mit dem Karsamstag in Liturgie und moderner Kunst. Schriftenreihe: Bild - Raum - Feier : Studien zu Kirche und Kunst Bd. 1. Regensburg
  • Hans-Ulrich Wiese (2009): Leucht in meines Herzens Schrein: Reflexionen und Predigten auf dem Weg zu Gott. Schriftenreihe: Ästhetik - Theologie - Liturgik Bd. 49. Berlin und Münster

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anatol Herzfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ART Galerie Scheel, Biografie Anatol Herzfeld
  2. a b Brinkmann 2001.
  3. Gerd Winkler (1976): „Alle Lieben Anatol“. In: pardon, Heft 3, März 1976, S. 114–120; hier S. 120; eine vergleichbare Auflistung findet sich in der Dezemberausgabe 1976 der Zeitschrift Gerresheimer Berichte. Ein Magazin aus und um Oldenburg, Nr. 4, Dezember 76 – Januar 77, S. 27.
  4. Vgl. Brinkmann, 2001.
  5. u.a. Katalog Köln (1972): Anatol. Arbeitszeit bei Onnasch. Onnasch Galerie Köln; Katalog Oldenburg (1975): Anatol. Besuch bei Tante Olga. Oldenburger Kunstverein. Oldenburg; Katalog Baden-Baden (1976): Holz ist Kunst-Stoff. Kunsthalle Baden-Baden. Baden-Baden; Katalog Hagen (1979): Anatol. Ergebnisse 64-78. Karl-Ernst Osthaus Museum, Hagen. Interessant ist, dass in nahezu sämtlichen Katalogen nach 1980 die genauen Semesterzahlen nicht mehr genannt werden. In einem Artikel der Westdeutschen Zeitung vom 6. Juli 1970 („Im Rahmen 'Kunst am Bau': Alle Kinder riefen laut Hippy-Fisch. Anatol Herzfeld in Untereicken“, Autorenkürzel: cj) wird erwähnt, dass sich Anatol zu diesem Zeitpunkt (Juli 1970) im fünften Semester Architektur bei Hans Hollein befände.
  6. Bezüglich seines Studiums wird von Anatol gelegentlich auch ein Studium der Philosophie erwähnt. Unklar ist, ob es sich dabei um die Teilnahme an Seminaren und Vorlesungen oder um ein (Aufbau-)Studium gehandelt hatte. Einzige ermittelbare Printquelle stellt ein kurzer Artikel von Horst Morgenbrod dar. (Morgenbrod, Horst (1985): Gespräch mit dem Aktionskünstler Anatol Herzfeld. „Jeder von uns ist king“. In: Das Tor. Zeitschrift der Düsseldorfer Jonges. Neuss, Heft 12/1985, S. 40–42; hier S. 40)
  7. Uwe M. Schneede (1994): Joseph Beuys: Die Aktionen. Ostfildern-Ruit, S. 216–218.
  8. Götz Adriani, Winfried Konnertz, Karin Thomas: Joseph Beuys. DuMont; Neuauflage, Köln 1994, ISBN 3-7701-3321-8, S. 100.
  9. Götz Adriani, Winfried Konnertz, Karin Thomas: Joseph Beuys. DuMont; Neuauflage, Köln 1994, S. 122.
  10. Anatol im Gespräch mit Heribert Brinkmann in: Brinkmann 2001, S. 112.
  11. Brinkmann 2001, S. 46. In einer Ausgabe des Kunstforum International von 1973 findet man folgenden Hinweis: „Allenfalls bei Spoerri oder beim Ohme Jupp kann sich heutigentags ein Künstler bedingt sehen lassen.“ (Kunstforum International. 1973. Bd. 4-5, S. 58)
  12. Brinkmann 2001, S. 112f.
  13. Brinkmann 2001, S. 46.
  14. Adriani, Götz; Konnertz, Winfried; Thomas, Karin (1994): Joseph Beuys. Neuauflage. Köln: DuMont, S. 137. Die Diskussion stand unter dem Thema Die Kunst ist für alle da.
  15. Hans-Ulrich Wiese: Karsamstagsexistenz; Auseinandersetzung mit dem Karsamstag in Liturgie und moderner Kunst. Regensburg 2002, S. 170.
  16. vgl. dazu die erkennbaren Signaturen z.B. in Katalog Kunstverein Düsseldorf: Anatol - Bilder und Plastiken - 1965-1985 - Arbeitszeit. Düsseldorf, 1985.
  17. Günter Meißner (1992): Saur allgemeines Künstlerlexikon. die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker = The artists of the world. Bd. 3: Alvarez - Angelin. München u. a.: Saur, S. 331 und Renate Buschmann (2006): Chronik einer Nicht-Ausstellung: between (1969 - 73) in der Kunsthalle Düsseldorf. Berlin, S. 78f.
  18. Katalog Kassel (1972): Documenta 5: Befragung der Realität, Bildwelten heute; Kassel, 30. Juni bis 8. Oktober 1972, Neue Galerie Schöne Aussicht, Museum Fridericianum Friedrichsplatz. Documenta u. a., Kassel.
  19. Katalog Kassel (1972): Documenta 5. Befragung der Realität, Bildwelten heute. Kassel, S. 16.89; Anm.: Im Katalog findet sich keine Autorenangabe. Der Text ist in der Spalte unterhalb der Biographie Anatols eingefügt. In späteren Katalogen wird die Autorenschaft stets Anatol zugeschrieben. Die Schrägstriche im Text verdeutlichen die Textsetzung im Katalog. Ein einzelner Schrägstrich markiert einen Zeilenumbruch, und zwei Schrägstriche zeigen einen neuen Absatz an.
  20. Vgl. hierzu die entsprechende Literatur über Joseph Beuys
  21. a b Website der freien Akademie Oldenburg
  22. a b buthjata.de: Die Freie Akademie Oldenburg
  23. eckartgrenzer.de: Website von Eckart Grenzer: 1975 · FREIE AKADEMIE OLDENBURG
  24. Oeffelen, Dagmar van (2002): „Verkehrskasper mit Zimmermannshut. Anatol – ein Phänomen der Metamorphose“. In: neues rheinland, 2002, Bd. 4, S. 12–13; hier S. 12; Kunstforum International, Nr. 136 1997, S. 18.
  25. Kunstforum International, Nr. 136 1997, S. 18.
  26. «Polizeidienst ist Kunst» - Ausstellung für «Schutzmann Anatol» auf www.artefacti.de vom 1. Februar 2011, abgerufen am 20. Mai 2011.
  27. Rolf Purpar: Kunststadt Düsseldorf: Objekte und Denkmäler im Stadtbild. Grupello-Verlag, Düsseldorf 1996, ISBN 3-89978-044-2, S. 14, pdf-Dokument im Portal grupello.de, abgerufen am 17. Februar 2013.