Ratingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ratingen
Ratingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ratingen hervorgehoben
51.2955555555566.852222222222250Koordinaten: 51° 18′ N, 6° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Mettmann
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 88,74 km²
Einwohner: 86.388 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 973 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 40878–40885
Vorwahl: 02102
Kfz-Kennzeichen: ME
Gemeindeschlüssel: 05 1 58 028
Stadtgliederung: 6 Gemeindebezirke mit 10 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Minoritenstraße 2–6
40878 Ratingen
Webpräsenz: www.ratingen.de
Bürgermeister: Klaus Konrad Pesch (CDU, FDP, die Grünen, SPD)
Lage der Stadt Ratingen im Kreis Mettmann
Düsseldorf Duisburg Ennepe-Ruhr-Kreis Essen Köln Leverkusen Mülheim an der Ruhr Remscheid Rhein-Erft-Kreis Rhein-Kreis Neuss Rheinisch-Bergischer Kreis Solingen Wuppertal Erkrath Haan Heiligenhaus Hilden Langenfeld (Rheinland) Mettmann Monheim am Rhein Ratingen Velbert WülfrathKarte
Über dieses Bild
Ratingen, St. Peter und Paul

Die Stadt Ratingen liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine Große kreisangehörige Stadt des Kreises Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Ratingen liegt im nordwestlichen Vorland des Bergischen Landes auf einer der Rhein-Terrassen auf einer Höhe zwischen 55 und 180 m ü. NN; der Stadtkern liegt um die 70 m ü. NN.

Ratingen grenzt im Süden und Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf, im Norden an die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen sowie im Osten an die Städte Heiligenhaus, Wülfrath und die Kreisstadt Mettmann.

Nördlich des Ratinger Zentrums fließt die Anger, im Süden der Schwarzbach. In Ratingen befinden sich mehrere Naturschutzgebiete, unter anderem die Naturwaldzelle Hinkesforst.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 820 mm und ist damit eher hoch, da er in das obere Drittel der in Deutschland erfassten Werte fällt: An 67 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni (1,7 mal so viel wie im Februar). Die Niederschläge variieren mäßig: An 39 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ratingen ist die bevölkerungsreichste Stadt des Kreises Mettmann. Es bestehen 6 Gemeindebezirke nach der Gemeindeordnung:

Bezirk Stadtteil Einwohner
12/2012
Postleitzahl
Ratingen Mitte Zentrum
23.780
40878
Ost
8.248
40882
West West
17.492
40880
Tiefenbroich Tiefenbroich
6.439
40880
Lintorf/Breitscheid Lintorf
15.228
40885
Breitscheid
5.217
40885
Hösel/Eggerscheidt Hösel
8.425
40883
Eggerscheidt
952
40883
Homberg/Schwarzbach Homberg
5.467
40882
Schwarzbach
538
40882

Geschichte[Bearbeiten]

Frühgeschichte und Altertum[Bearbeiten]

Kartenausschnitt Le Comte de la Marck Sanson 1692

Der Beginn erster Besiedlung des Stadtgebietes ist nicht mehr genau feststellbar. Funde von etwa 150.000 Jahre alten Faustkeilen und anderen anthropogenen Gegenständen nahe dem heutigen Silbersee belegen, dass dort bereits zu Beginn der letzten Eiszeit Menschen lebten.[2] Es ist jedoch nicht klar, ob diese Menschen bereits fest siedelten.

Gräberfunde im Ratinger Zentrum lassen jedoch vermuten, dass es etwa 500 v. Chr. bereits eine feste Siedlung gab. Die Lage dieser Gegend auf einer flachen Anhöhe zwischen zwei Bächen war für die damaligen Bedürfnisse sehr günstig; noch dazu lag sie an der Kreuzung zwischen Mauspfad, einem antiken Handelsweg zwischen Köln und dem Niederrhein, und dem Heiligenweg, einer Verbindung zwischen Rhein und Bergischem Land. Auch der Hilinciweg verlief über Ratinger Gebiet.[3]

Mittelalter[Bearbeiten]

Um 500 n. Chr. wurde Ratingen zum Kampfgebiet zwischen Sachsen und Franken.[2]

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung fand vor 849 im Werdener Chartular statt, wo Ratingen als „Hratuga“ bezeichnet wird.[4] Für den Namen existieren zwei Erklärungen: Er könnte eine Rodung im Wald oder eine „Siedlung des Hratan“ bedeuten.[5]

Seit dem Mittelalter gehörte das Ratinger Gebiet den Grafen, später Herzögen von Berg. Für diese hatte die Siedlung, die anfangs durch Holzpalisaden geschützt war, eine wichtige Bedeutung im Kampf gegen den Erzbischof von Köln. Vermutlich wegen seiner vorteilhaften strategischen Lage wurden Ratingen am 11. Dezember 1276 durch Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte verliehen. Elf Monate zuvor war der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg in den Besitz von Stadt und Burg Kaiserswerth gelangt. Graf Adolf V. wollte durch die Stadterhebung Ratingens ein Gegengewicht schaffen und das nördliche bergische Gebiet sichern, indem er den alten Kirch- und Gerichtsort, an einem Kreuzungspunkt wichtiger Straßen gelegen, Stadtprivilegien verlieh und befestigen ließ.

Im Gegenzug für die damit verbundenen Privilegien wie zum Beispiel Zoll- und Steuerfreiheit und Monopole auf das Mahlen von Korn und die Herstellung von Grüt, ein damals zur Bierherstellung benötigter Stoff (Grütrecht), baute die Stadt die mächtige Stadtmauer mit großen Verteidigungstürmen und bis zu 8 m breiten Wassergräben.

1363 findet sich eine Erwähnung in der Bergischen Ämterverfassung für den Anschluss an die Grafschaft Berg.

Im weiteren Verlauf der Geschichte erlebte Ratingen als einer der vier Hauptorte von Berg eine wirtschaftliche Blütezeit. Ratingen hatte Marktrecht, Zunftrecht, eine eigene Münze und ein Gericht, das den Gerichten in Mettmann, Gerresheim und Düsseldorf aufgrund des älteren Stadtrechts in den Konsultationen übergeordnet war. Am 25. November 1377 besuchte Karl IV. die Stadt, etwa 100 Jahre später Christian I. von Dänemark.[2]

Die wichtigste überregionale wirtschaftliche Bedeutung hatte vermutlich die Zunft der Schmiede und Schleifer, die bereit 1362 im Stadtbuch erwähnt wurde. Sie nutzten das Wasser von Anger und Schwarzbach zur Herstellung von Waffen, Werkzeugen (vor allem Messer und Scheren) und anderen Gebrauchsgegenständen wie Musikinstrumenten. Ihre Waren wurden auch im Ausland gehandelt, unter anderem in Antwerpen, im Baltikum und Skandinavien.[2] Im Jahre 1592 werden Juden erstmals urkundlich in Ratingen erwähnt.

Industrialisierung und Neuzeit[Bearbeiten]

Ab dem 16. Jahrhundert endete der Jahrhunderte währende wirtschaftliche Höhenflug Ratingens: Das nahe Düsseldorf wurde 1511 zur Residenz, später zur Landesfestung. Die Pest kam über die Stadt, neue Waffen machten die Stadtmauer unwirksam, und 1641 wurde sie während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört. Nur noch 100 Menschen lebten damals in Ratingen; 200 Jahre zuvor waren es noch mehr als zehnmal so viele gewesen.

Doch ausgerechnet in diesem nunmehr fast bedeutungslos gewordenen Städtchen wird heute der Beginn der kontinentaleuropäischen Industrialisierung gesehen: Der Elberfelder Geschäftsmann Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 an der Anger eine mechanische Baumwoll-Spinnerei, die als erste Fabrik auf dem europäischen Festland gilt. Ihrer technikhistorischen Bedeutung wegen wird die ehemalige Textilfabrik Cromford heute vom Rheinischen Industriemuseum als Textilmuseum weiterbetrieben.

Postamt Ratingen um 1906

Ausdruck der wieder sehr langsam wirtschaftlich erstarkenden Stadt war auch die im 18. Jahrhundert eingerichtete Ratinger Stadtpost. Diese richtete der Ratinger Magistrat spätestens am 19. Juni 1727 ein.[6] Die Stadtpost verband die bergische Stadt Ratingen mit Düsseldorf und sorgte dort für den Anschluss an die von den Thurn und Taxis betriebene Kaiserliche Reichspost[7] und damit an die Welt des Handels und der Kommunikation.

Nach dem Wiener Kongress und der Übernahme der Stadt durch Preußen bestand noch bis 1816 eine Poststation der Thurn-und-Taxis-Post, bevor diese am 1. Juli 1816 zum preußischen Postwärteramt wurde.[8] Infolge des Wiener Kongresses gehörte Ratingen ab 1815 zu Preußen, dem Regierungsbezirk Düsseldorf und der Provinz Jülich-Kleve-Berg (Sitz in Köln), ab 1822 zur Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz. 1817 erbauten die Ratinger Juden eine Synagoge an der Bechemer Straße.

Aufgrund von Formsandvorkommen entstand ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Eisenindustrie. Auch weitere Industriebetriebe entstanden, etwa eine Papiermühle im Angertal, Dachpfannenbrennereien und mehrere Kalkbrennereien. Doch an Schwung gewann die Wirtschaft erst mit dem nahezu zeitgleichen Bau zweier Eisenbahnlinien, der Ruhrtal-Bahn im Osten, die am 1. Februar 1872 ihren Betrieb aufnahm, und der 1873 fertiggestellten „Westbahn“ (Teil der Bahnstrecke Troisdorf–Mülheim-Speldorf), einer Konkurrenzverbindung von Düsseldorf nach Mülheim und Duisburg. Am 28. Mai 1903 wurde die Angertalbahn (heute meist als „Kalkbahn“ bezeichnet) eingeweiht, über die Kalk und Formsand, bis in die 1950er-Jahre auch Personen, aus Wülfrath und den dortigen Kalkwerken zur Westbahn transportiert wurden und noch heute werden.

Aufgrund der nunmehr geschaffenen Verkehrsanbindung siedelten sich im Umfeld der Bahnen zahlreiche kleinere und mittlere Betriebe an. 1883 der Dampfkesselhersteller Dürr, 1910 die Deutsche Lastautomobilfabrik AG (DAAG). In der kommunalen Neuordnung 1929 behauptete Ratingen seine Selbstständigkeit. Die Gebiete der heutigen Stadtteile Tiefenbroich und Ratingen-West aus der damaligen Bürgermeisterei Eckamp wurden seinerzeit eingegliedert.

Gedenktafel an die ermordeten Zwangsarbeiter

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden Stadtverwaltung, Kultur und Gesellschaft gleichgeschaltet. Sozialdemokratische oder kommunistische Funktionäre wie Josef Schappe wurden verhaftet und in „Schutzhaft“ verbracht, jüdische Bürger drangsaliert oder zur Emigration gezwungen. In der Nacht zum 10. November 1938 wurde der jüdische Friedhof an der Werdener Straße geschändet und verwüstet. Ab Sommer 1943 war die Staatspolizeileitstelle Düsseldorf (Gestapo) in Ratingen untergebracht (Lehrerseminar an der Mülheimer Straße, heute: Stadtarchiv), da sie in Düsseldorf ausgebombt war. Hier wurden politische Häftlinge, Zwangsarbeiter und Regimegegner verhört und gequält. Der Zweite Weltkrieg, der mehrere schwere Luftangriffe, so etwa am 22. März 1945, auf Ratingen gefordert hatte, endete mit dem Zusammenbruch des Ruhrkessels am 16./17. April 1945, markiert durch die Selbsttötung des Ruhrkessel-Kommandeurs Walter Model im Wald bei Ratingen-Lintorf südlich von Duisburg.[9] Während der letzten Kriegstage wurden noch Endphaseverbrechen der Gestapo auch in Ratingen (Kalkumer Wald) durchgeführt. Die damals erschossenen Zwangsarbeiter/innen wurden im April 1945 auf Weisung der Amerikaner vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul bestattet. Die Grabrede hielt Ratingens erster Nachkriegsbürgermeister Dr. Franz Josef Gemmert.

Nach relativ geringen Kriegsschäden erlebte Ratingen in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung zur Schlafstadt (so der in den späten 1960er Jahren entstandene Stadtteil Ratingen-West mit 20.000 Einwohnern 1980) und zum Standort von Dienstleistungs- und Kleingewerbebetrieben für das nahegelegene Düsseldorf. 1973 wurde die Einwohnerzahl von 50.000 noch vor weiteren Eingemeindungen überschritten.

Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik und die günstigen Infrastrukturvoraussetzungen haben jedoch seit den 1970er Jahren dazu beigetragen, dass Ratingen den Charakter einer Schlafstadt inzwischen wieder verloren und sich ins Gegenteil gewandelt hat: Seit einigen Jahren weist Ratingen trotz der gleich drei unmittelbar angrenzenden Oberzentren einen deutlich positiven Pendlersaldo aus (siehe Abschnitt: Wirtschaft).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Hösel

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf (alle zum ehemaligen Amt Angerland gehörig) sowie Homberg-Meiersberg (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) und die alte Stadt Ratingen aufgelöst und unter Einschluss des in der aufgelösten Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) liegenden Schwarzbachtales zu einer neuen Stadt Ratingen zusammengeschlossen.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit war Ratingen ein Ort mit wenigen hundert Einwohnern. Die Einwohnerzahl wuchs nur sehr langsam und ging auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Erst mit der Errichtung der Baumwollspinnerei 1783 und besonders dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in der Stadt ein stärkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1855 erst 5.000 Menschen in Ratingen, so waren es 1950 bereits 25.000. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl auf 52.216.

Am 1. Januar 1975 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindungen mehrerer Orte – darunter Lintorf (10.593 Einwohner 1970) – auf rund 85.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Ratingen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 91.865 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1472 1.100
1600 1.000
1668 500
1700 700
1800 3.000
1. Dezember 1840 ¹ 4.037
3. Dezember 1855 ¹ 5.012
1. Dezember 1871 ¹ 5.214
1. Dezember 1885 ¹ 5.586
1. Dezember 1890 ¹ 6.800
2. Dezember 1895 ¹ 7.860
1. Dezember 1900 ¹ 10.594
1. Dezember 1905 ¹ 11.741
1. Dezember 1910 ¹ 13.143
Jahr Einwohner
1. Dezember 1916 ¹ 12.385
5. Dezember 1917 ¹ 13.215
8. Oktober 1919 ¹ 14.809
16. Juni 1925 ¹ 15.250
16. Juni 1933 ¹ 18.640
17. Mai 1939 ¹ 20.251
31. Dezember 1945 21.454
29. Oktober 1946 ¹ 21.683
13. September 1950 ¹ 25.245
25. September 1956 ¹ 32.003
6. Juni 1961 ¹ 36.020
31. Dezember 1965 38.739
27. Mai 1970 ¹ 43.685
31. Dezember 1975 86.028
Jahr Einwohner
31. Dezember 1980 89.466
31. Dezember 1985 88.718
25. Mai 1987 ¹ 88.631
31. Dezember 1990 91.007
31. Dezember 1995 89.534
31. Dezember 2000 91.437
30. Juni 2005 91.865
30. Juni 2006 93.169
31. Dezember 2007 ² 93.452
31. Dezember 2008 ² 92.780
31. Dezember 2009 ² 92.271
31. Dezember 2010 ² 91.958
31. Dezember 2011 ² 91.874
09. Mai 2011 ³ 86.967

¹ Volkszählungsergebnis
² Laut Melderegister ³ Laut Zensus 2011

[Bearbeiten]

Der Stadt Ratingen wurde zuletzt am 3. Oktober 1972 ein Wappen ein Siegel und eine Flagge verliehen. Das Wappen wurde vom Aachener Grafiker Walther Bergmann nach Vorlage des Wappens von 1909 neu gestaltet.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt in Silber (Weiß) und Rot; oben ein wachsender zwiegeschwänzter blau gekrönter und bewehrter, roter Löwe und unten ein silbernes (weißes) sechsspeichiges Rad.“

Das Wappen zeigt den Bergischen Löwen und ein Richtrad, welches auf eine frühere Gerichtsstätte hindeutet. Es entstammt einem Siegel aus dem Jahre 1430. Erstmals genehmigt wurde es am 30. Dezember 1909 durch den preußischen Minister des Innern, allerdings mit einem fünfspeichigen Rad und einer damals üblichen Mauerkrone.[11]

Flagge[Bearbeiten]

„Die Flagge ist in drei Bahnen im Verhältnis 1 : 3 : 1 von Rot zu Weiß zu Rot quergestreift und zeigt in der Mitte der weißen Bahn das Stadtwappen im Schild.“

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 31,8 % 19
Bürger-Union 27,0 % 16
SPD 18,9 % 12
Die Grünen 9,8 % 6
FDP 9,0 % 5
Ratinger Linke 3,5 % 2
Kommunalwahl 2004
Partei Stimmanteil Ratssitze
CDU 34,7 % 23
SPD 23,5 % 16
Bürger-Union 21,7 % 14
Die Grünen 9,3 % 6
FDP 6,4 % 4
MWG 3,6 % 2
Ratinger Linke 0,9 % 1

Die Kommunalwahl im Jahre 2014 brachte die folgende Sitzverteilung im Rat der Stadt:

Fraktion der CDU = 20 Sitze Fraktion der Bürger-Union (BU) = 14 Sitze Fraktion der SPD = 12 Sitze Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen = 5 Sitze Fraktion der FDP = 3 Sitze Piratenfraktion = 2 Sitze AfD Ratsfraktion= 2 Sitze

(Quelle: Internetpräsenz der Stadt Ratingen, www.ratingen.de)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zu den Bürgermeistern der Jahre 1320 bis 1806 (die Zeit, in der Ratingen eine „Hauptstadt“ im Herzogtum Berg war) siehe die Liste der Bürgermeister von Ratingen 1320–1806.

Bürgermeister seit der Neubildung der Stadt durch die Kommunale Neugliederung 1975 (bis 1999 ehrenamtlich):

1975–1989: Ernst Dietrich (CDU)
1989–1994: Hugo Schlimm (SPD)
1994–2004: Wolfgang Diedrich (CDU)
2004–2014: Harald Birkenkamp (Bürger-Union)
seit 2014: Klaus Konrad Pesch (Gemeinschaftskandidat von CDU, SPD, FDP und Grünen)

Jugendrat[Bearbeiten]

Offizielles Logo des Ratinger Jugendrates

Seit 1998 wird ein Jugendrat von Schülern der weiterführenden Schulen in Ratingen gewählt. Er setzt sich aus bis zu 45 Mitgliedern zusammen, die zwischen 13 und 18 Jahre alt sein müssen. Der Jugendrat wurde im August 2011 neu gewählt und die Amtszeit beträgt 2 Jahre.[12]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Ratingen unterhält Partnerschaften zu folgenden Gemeinden:[13]

Schulen[Bearbeiten]

Grundschulen:

  • Albert-Schweitzer-Schule
  • Anne-Frank-Schule
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Christian-Morgenstern-Schule
  • Eduard-Dietrich-Schule
  • Erich Kästner-Schule
  • Gebrüder-Grimm-Schule
  • Heinrich-Schmitz-Schule
  • Johann-Peter-Melchior-Schule
  • Karl-Arnold-Schule
  • Ludgerusschule
  • Matthias-Claudius-Schule
  • Minoritenschule
  • Paul-Maar-Schule
  • Suitbertusschule
  • Wilhelm-Busch-Schule

Weiterführende Schulen:

  • Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg
  • Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium (ehemals Theodor-Heuss-Schule/Geschwister-Scholl-Schule)
  • Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium
  • Elsa-Brandström-Schule (Hauptschule)
  • Friedrich-Ebert-Realschule
  • Käthe-Kollwitz-Schule (Realschule)
  • Kopernikus-Gymnasium
  • Liebfrauenschule (Realschule, nur Mädchen)
  • Martin-Luther-King-Gesamtschule
  • Werner-Heisenberg-Realschule

Sonstige Schulen:

  • Comenius-Schule (Förderschule)
  • Franz-Rath-Weiterbildungskolleg (Abendrealschule)
  • Helen-Keller-Schule (Förderschule)
  • Private Förderschule II
  • Volkshochschule Ratingen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kornsturm und Stadtmauer

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Ratingen

Bauwerke[Bearbeiten]

Marktplatz[Bearbeiten]

Das Zentrum Ratingens bildet der Marktplatz, auf dem schon mindestens seit 1371 Waren angeboten werden. Der heutzutage jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag dort stattfindende Wochenmarkt ist einer der belebtesten und beliebtesten weit und breit. Der Marktplatz wird bestimmt von dem Bürgerhaus (entstanden um 1300) und der dahinter liegenden Kirche St. Peter und Paul (s. u.). Nordwestlich des Marktplatzes befindet sich etwas versteckt das Minoritenkloster (gebaut 1656).

Stadtmauer[Bearbeiten]

Stadtmauer und Stadtgraben mit dem „Dicken Turm“
„Trinsenturm“ und Wehrgang

Von der Stadtmauer mit ihren ehemals 15 Wachtürmen sind nur noch Teilstücke mit insgesamt drei Türmen erhalten:

  • Nördlich des Zentrums zwischen Turm- und Angerstraße befindet sich neben der Stadtmauer auch noch der rekonstruierte Stadtgraben sowie der Dicke Turm51.2988888888896.8505555555556, ein 13 Meter hoher und knapp 12 Meter breiter Verteidigungsturm mit einer Mauerstärke von 3,5 Metern, erstmalig erwähnt 1464, 2008 von einem Heimatverein zum Vereinsheim umgebaut.
  • Westlich des Zentrums beim Rathaus liegt an der Stadtmauer der 1474 gebaute Trinsenturm51.2981833333336.8474305555556, der als Waffenkammer diente.
  • Östlich des Zentrums befindet sich an der Wallstraße ein kleineres Stück Stadtmauer mit dem Kornsturm51.2971888888896.8523638888889 aus dem Jahr 1464.
St. Peter und Paul, Turm

Kirchen[Bearbeiten]

Die bekannteste Kirche Ratingens ist St. Peter und Paul. Die Fundamente des frühgotischen Baus stammen aus dem 8. Jahrhundert. Die beiden Osttürme wurden im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Das Hauptschiff stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1300. Im Inneren der Kirche sind vor allem die drei Glocken und die Turmmonstranz sehenswert. Skulpturen der barocken Ausstattung befinden sich heute im Museum Ratingen.

Die Evangelische Stadtkirche (Fertigstellung 1684) ist eine der ältesten noch erhaltenen ehemals evangelisch-reformierten Kirchen des Rheinlandes.

Wasserburg Haus zum Haus

Wasserburg Haus zum Haus[Bearbeiten]

Bereits im 9. Jahrhundert befand sich am Standort der heutigen Wasserburg Haus zum Haus eine durch Palisaden geschützte Wallburg. Sie prägte maßgeblich die Entstehung der Stadt Ratingens mit. In der Burg sind heute ein Kulturzentrum, ein Restaurant, Wohngebäude und ein Architekturbüro untergebracht.

Schloss Landsberg[Bearbeiten]

In Ratingen-Breitscheid befindet sich Schloss Landsberg, ein im 13. Jahrhundert für Adolf V. von Berg erbautes Schloss am Fuße des Ruhrtals. Das Schloss beherbergt heute ein Konferenzzentrum der Thyssen-Krupp AG; es kann jedoch von den umgebenden öffentlich zugänglichen Parkanlagen aus von außen besichtigt werden.

Schloss Linnep[Bearbeiten]

In Ratingen-Breitscheid befindet sich auch Schloss Linnep zusammen mit der Waldkirche Linnep. Das Schloss wird privat bewohnt und kann nur von außen besichtigt werden.

Im Roten Hahn

Burg Gräfgenstein[Bearbeiten]

Die Burg Gräfgenstein, auch Griffgenstein genannt, ist eine in Teilen erhaltene mittelalterliche Burganlage und ein Baudenkmal in Nordrhein-Westfalen. Die Burg wird privat bewohnt, als Bauernhof genutzt und kann nur von außen besichtigt werden. 51° 18′ 39″ N, 6° 53′ 41″ O51.3109722222226.8946111111111

Haus Anger[Bearbeiten]

Haus Anger ist ein ehemaliges Rittergut im Naturschutzgebiet Angertal umgeben von Angermühle und Angerforsthaus.

Cromford[Bearbeiten]

Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 die Textilfabrik Cromford, die als erste Fabrik des europäischen Kontinents gilt. Er benannte sie nach der mittelenglischen Stadt Cromford, aus der er mittels Industriespionage die Konstruktionsprinzipien einer dort eingesetzten Spinnmaschine erhielt. 51° 18′ 21″ N, 6° 51′ 11″ O51.3058333333336.8530555555556

Industriemuseum Cromford, Spinnerei

Das aufwändig restaurierte Fabrikgebäude gehört heute zum Rheinischen Industriemuseum. Mittels funktionstüchtiger Nachbauten kann man dort die damalige Spinnerei in Betrieb erleben. Vor der Fabrik befindet sich das großzügige Herrenhaus mit weiteren Ausstellungsflächen.

Über die barocke Gartenanlage gegenüber dem Herrenhaus gelangt man zum 1890 angelegten Poensgenpark (auch: Cromford-Park) mit großzügigen Rasenflächen und vielen exotischen Bäumen und Sträuchern aus der ganzen Welt. Er wurde als exzellenter Park 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen. 51° 18′ 20″ N, 6° 51′ 0″ O51.3055555555566.85

Im Roten Hahn[Bearbeiten]

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus (auch Wallersches Haus oder Suitbertus-Haus genannt) in der Oberstraße 23 gilt als schönstes Fachwerkhaus Ratingens. Es beherbergt heute eine Gastwirtschaft, die „Suitbertus-Stuben“.

Auermühle[Bearbeiten]

Die Auermühle ist der Nachfolgebau einer Wassermühle an der Anger aus der Zeit um 1700. 51° 18′ 24″ N, 6° 52′ 52″ O51.3065694444446.8811083333333

Parks[Bearbeiten]

Neben dem oben erwähnten Poensgenpark verfügt Ratingen über ausgedehnte Waldflächen sowie den 110 ha großen Erholungspark Volkardey, der den Grünen See und den Silbersee umfasst (siehe hierzu auch Ratingen-West), sowie über den Blauen See mit kleinem Freizeitpark und Freiluft-Theater. Ironischerweise ist das Wasser des Blauen Sees grün und das des Grünen Sees blau.

Ein Kunstweg führt von den naturbelassenen Auen des Angertals, durch den historischen Poensgenpark rund um die ehemalige Textilfabrik Cromford zu dem o. g. Erholungsgebiet am Grünen See.[14]

Weitere Informationen über die oben erwähnten Parks und Waldflächen enthalten die Freizeittipps der Stadt Ratingen.[15]

Dumeklemmer[Bearbeiten]

Ratingen wird häufig auch als Dumeklemmerstadt und ihre Einwohner als Dumeklemmer (hochdeutsch: Daumenklemmer) bezeichnet. Der Ursprung dieser Bezeichnung wird häufig der sogenannten Dumeklemmersage zugeschrieben: Dieser Sage zufolge wollte der Missionar Suitbertus die damals heidnische Stadt Ratingen zum Christentum bekehren. Als er jedoch das Stadttor passieren wollte, schlugen ihm die Ratinger selbiges vor der Nase zu; dabei wurde der Daumen des Suitbert in der Tür eingeklemmt. Daraufhin solle Suitbert der Stadt zwar unverrichteter Dinge den Rücken gekehrt, jedoch seine Einwohner zuvor mit einem Fluch belegt haben, demzufolge in Zukunft alle in Ratingen Geborenen mit einem platten Daumen zur Welt kommen sollten. Seither sollen die Ratinger den Beinamen „Dumeklemmer“ gehabt haben.

Historiker halten jedoch wenig von dieser Legende, insbesondere weil Suitbert über 500 Jahre vor der Verleihung der Stadtrechte 1276 und dem Bau des Stadttores lebte.

Die wahrscheinlichere Ursache ist daher der Umstand, dass Ratingen im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg Sitz der Gerichtsbarkeit des Bergischen Landes war. Dort war lange Zeit die Folter ein beliebtes Instrument der „Wahrheitsfindung“ – häufig unter Verwendung von Daumenschrauben. Daher seien die Ratinger im Umland als „Dumeklemmer“ bezeichnet worden.[16][17] Heute erinnert der „Dumeklemmerbrunnen“ vor der Kirche St. Peter und Paul an die Legende, der drei Kinder mit plattem Daumen zeigt.

Im Juli findet jährlich das Ratinger Dumeklemmerspektakel statt, bei dem neben einem mittelalterlichen Markt die Dumeklemmersage als mittelalterliches Theaterstück aufgeführt wird.

Als „Dumeklemmer“ bezeichnet man übrigens auch die Ratinger Spezialität: etwa daumengroße pikant gewürzte Mettwürstchen.

Kultur[Bearbeiten]

Ratingen verfügt über ein Stadtmuseum (das Museum Ratingen), ein Stadttheater, eine Stadthalle („Dumeklemmerhalle“), deren großer Saal bis zu 1030 Plätze fasst,[18] ein kleines, aber häufig mit Auszeichnungen versehenes Kino sowie ein intensives Vereinsleben (insb. Sport-, Karnevals-, Schützen- und Heimatvereine).

Ratingen-Hösel ist Sitz der Stiftung Haus Oberschlesien. Sie unterhält das gleichnamige Haus als Kultur- und Begegnungsstätte sowie das Oberschlesische Landesmuseum, eine zentrale deutsche Einrichtung der Pflege und Präsentation zur Kultur und Geschichte Schlesiens. Im Zusammenwirken mit der Eichendorff-Gesellschaft wird auch das Leben und Werk des bedeutenden Literaten Joseph von Eichendorff mit zahlreichen Exponaten dargestellt. Das Oberschlesische Landesmuseum hat seit 1998 einen modernen Funktionsbau an der Bahnhofstraße (B 227). Laufend finden Sonderausstellungen statt, auch in Polen. Die Entwicklung und Belebung grenzüberschreitender Kontakte ist ein wichtiges zukunftsgewandtes Anliegen der Stiftung Haus Oberschlesien. Im Haus Oberschlesien hat auch die Landsmannschaft der Oberschlesier die Bundesgeschäftsstelle sowie die Landesgeschäftsstelle NRW.

Seit 2002 gibt es den Jüdischen Kulturverein Ratingen e.V. SCHALOM, auf dessen Internet-Seite[19] die Geschichte und Tradition der Juden in Ratingen dargestellt ist. 1817/18 kauften die Ratinger Juden ein Grundstück an der Bechemer Straße und errichteten dort eine eigene Synagoge. Die Nutzung der Synagoge als Gotteshaus endete 1930/31, als die Gemeinde (Filialgemeinde der Düsseldorfer Synagogengemeinde) zu klein geworden war. Das Gebäude wurde dann 1936 von der Stadt Ratingen gekauft und 1940 abgerissen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Durch die Verkehrsanbindung (Flughafen, Eisenbahn und Autobahnen) und die Ausweisung von Gewerbeflächen ist es Ratingen seit den 1960er Jahren gelungen, den Schwund einiger traditioneller Industriezweige durch die Ansiedlung moderner Dienstleistungs- und Computerbetrieben überzukompensieren. Zu den Unternehmen mit Firmensitzen oder großen Betrieben in Ratingen gehören Asus, Balcke-Dürr, Ball Packaging Europe, Chieftec, Computacenter, easycash, Harry-Brot, Hewlett-Packard, Keramag, LogicaCMG, Makita, Mitsubishi Electric Europe B. V., Nokia[20], NSK, SAP, Sun Microsystems, TechniSat, TIPTEL, TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme, Vodafone und Esprit. Coca-Cola hat 2010 Vertrieb und Marketing von Düsseldorf-Rath nach Ratingen verlegt, ebenso verlegte im Jahr 2011 DKV Euro Service den Firmensitz nach Ratingen.

Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zu den drei Oberzentren Düsseldorf, Duisburg und Essen verfügt Ratingen über eine vergleichsweise hohe Arbeitsplatzdichte von 380 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner. Der Ende des 20. Jahrhunderts noch negative Pendlersaldo war 2005 mit 5400 Personen deutlich positiv (15,5 % der Arbeitsplätze Ratingens).[21] Die Kaufkraft je Einwohner liegt bei 139 % des Bundesdurchschnitts.[21]

Verkehr[Bearbeiten]

Das Autobahnkreuz Breitscheid verbindet A 3, A 52 und A 524 (im Bild nicht sichtbar)

Aufgrund seiner zentralen Lage im Zentrum zwischen Ruhrgebiet und den Ballungsräumen Düsseldorf, Köln/Bonn und Wuppertal verfügt Ratingen über sehr gute Verkehrsanbindungen.

Die räumliche Nähe von wenigen Kilometern zum Flughafen Düsseldorf International sorgt für die schnelle Erreichbarkeit von Flugzielen im Inland, Europa und Übersee.

Der Bahnhof Düsseldorf Flughafen mit Anschluss an das ICE-Netz liegt direkt an der Stadtgrenze zu Ratingen. Er ist schnell per Bus, Taxi, Fahrrad oder eigenem Kfz zu erreichen und bietet direkten Zugang zum nationalen und internationalen Schienenfernverkehr.

Im öffentlichen Personennahverkehr verkehrt an den S-Bahnhöfen Ratingen Ost und Hösel die S-Bahn-Linie S 6 Köln–Leverkusen–Düsseldorf–Ratingen–Essen, die Düsseldorfer Straßenbahn-Linie 712 und ein dichtes Netz von Buslinien der Rheinbahn. Die Stadt gehört zum Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr.

Die fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt Ratingen liegt an der EUROGA-Radroute. Zahlreiche Radwege verbinden darüber hinaus die Stadtteile untereinander. Gute Fahrrad-Verbindungen existieren auch in die benachbarten Großstädte Düsseldorf, Duisburg, Essen und Mülheim (Ruhr). Am Bahnhof Ratingen Ost befindet sich eine der ältesten Fahrradstationen im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, seit dem Jahr 2010 untergebracht in einem komplett neuen Gebäude mit einem großen, für Dauerkunden 24 Stunden am Tag zugänglichen Fahrradparkhaus. Die Stadt Ratingen ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der fußgänger- und fahrradfreundlichen Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein Westfalen (AGFS).

Darüber hinaus liegt Ratingen Mitte im Dreieck der Autobahnen A 3 (Köln – Oberhausen), A 52 (Düsseldorf – Essen) und A 44 (Mönchengladbach – Ratingen Ost) und ist damit hervorragend an das Autobahnnetz angebunden. Zudem verlaufen die Bundesstraße 1 und die Bundesstraße 227 auf dem Stadtgebiet.

Krankenhäuser und Feuerwehr[Bearbeiten]

Das St.-Marien-Krankenhaus Ratingen ist das älteste und größte Krankenhaus in der Stadt und befindet sich in katholischer Trägerschaft. Mit 204 Betten und den Fachrichtungen Chirurgie, Gynäkologie, Anästhesie, Innere Medizin und HNO gilt St. Marien als Krankenhaus der Regelversorgung. 1854 übernahmen die Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus das Ratinger Pilgerhaus Gasthaus zum Heiligen Geist. 1888 wurde der erste Neubau für das Marien-Krankenhaus an der Kreuzung Ober-/Mülheimer Straße errichtet. Anfang der 1970er Jahre ging die Trägerschaft von den Franziskanerinnen an die Ratinger Kirchgemeinde St. Peter und Paul über. 1984 zog das Krankenhaus in den heutigen Neubau zwischen Werdener Straße und Angerstraße; das alte Gebäude wurde abgerissen. Zum Krankenhaus gehört noch das im selben Gebäude liegende St.-Marien-Seniorenheim mit 168 Plätzen, das Seniorenzentrum Marienhof an der Angerstraße mit 108 Plätzen und ein Gesundheitszentrum für die ambulante Versorgung.[22]

Das Evangelische Fachkrankenhaus Ratingen ist eine Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie mit 145 Betten in evangelischer Trägerschaft. Das Krankenhaus entstand aus einer Stiftung und wurde 1897 als allgemeines Krankenhaus eröffnet. 1974 wurde im Zuge der Krankenhausplanung des Landes NRW aus dem Allgemeinkrankenhaus eine Fachklinik. Seit 1995 gehört zum Haus auch ein evangelisches Altenheim.[23] Das Fliedner-Krankenhaus Ratingen ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie mit 235 Betten, das von der Theodor Fliedner Stiftung getragen wird. Das Krankenhaus ist Lehreinrichtung der Universität Bochum.[24]

Die Feuerwehr Ratingen ist das Amt 37 im Dezernat II der Stadt.[25] Sie gliedert sich in eine Berufsfeuerwehr mit etwa 100 Mitarbeitern[26] sowie in sieben Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr und vier Gruppen der Jugendfeuerwehr.[27] Gemeinsam bewältigten die aktiven Einheiten im Jahr 2008 rund 13.000 Einsätze, wovon etwa 11.800 Einsätze im Rettungsdienst waren. Etwa 150 Einsätze fielen in den Bereich der Brandbekämpfung.[28] Die Existenz einer Freiwilligen Feuerwehr ist in Ratingen seit 1857 belegt.[29] Bis 2008 hatte die Feuerwehr Ratingen den Status einer Freiwilligen Feuerwehr mit hauptamtlich besetzter Wache, dann wurde der Status per Ratsbeschluss in „Berufsfeuerwehr“ geändert. Seit 2009 besitzt die Feuerwehr Ratingen eine neue Hauptwache am Voisweg.[26]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Ratingen geboren[Bearbeiten]

Mit Ratingen verbunden[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bibliografie:

  • Klaus Wisotzky: Ratinger Bibliographie. Bearb. von Klaus Wisotzky. Schriftenreihe des Stadtarchivs Ratingen. Reihe A, Bd. 2. Ratingen, Stadtarchiv, 1988 (Die Ratinger Bibliographie wird alle zwei Jahre im „Ratinger Forum“ durch Neuerscheinungen und Nachträge ergänzt).

Stadtgeschichte: Als neuere Stadtgeschichte sind zwei Bände zu nennen, die 2000 und 2004 (Nachdruck) erschienen sind und beide vom Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen e. V. herausgegeben wurden:

  • Ratingen. Geschichte von den Anfängen bis 1815. Klartext, Essen 2000, ISBN 978-3-89861-307-1, erstmals hrsg. von Otto R. Redlich (Historiker) zum Stadtjubiläum 1926 auf Grund der Vorarbeiten der Gebrüder Heinrich und Peter Eschbach, bearbeitet von Otto R. Redlich, Arnold Dresen und Johannes Petry, Nachdruck mit Ergänzungen und neuer Bibliografie
  • Ratingen. Geschichte 1780 bis 1975. Klartext, Essen 2000, ISBN 3-88474-943-9

Quellensammlungen:

  • Johann Hubert Kessel: Geschichte der Stadt Ratingen mit besonderer Berücksichtigung des ehemaligen Amtes Angermund. Schwann, Köln u. a. 1877; Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • Otto R. Redlich: Quellen zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der rheinischen Städte. Bergische Städte III: Ratingen.(Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XXIX) Bonn 1928.
  • Erika Münster-Schröer (Bearb.): Toversche und Hexen. Prozesse in Ratingen und seiner Nachbarschaft (1499–1738). Ratingen 2004.
  • Erika Münster (Bearb.): Juden in Ratingen seit 1592. Eine Dokumentation. Ratingen 1996.

Darstellungen:

  • Erika Münster-Schröer, Achim Blazy: Ratingen. Fotografien von gestern und heute. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2002, ISBN 3-8313-1223-0
  • Elfi Pracht-Jörns: Ratingen entdecken! Ein kulturhistorischer Stadtführer. Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen, Klartext-Verlag, Essen 2012
  • Erika Münster, Klaus Wisotzky: „Der Wirkungskreis der Frau …“ Frauengeschichte in Ratingen. Ratingen 1991.
  • Bastian Fleermann: Nationalsozialismus im Industriedorf. Die Ortschaft Lintorf im Gau Düsseldorf 1930-1945. (= Schriftenreihe des Stadtarchivs Ratingen, Schriftenreihe des Stadtarchivs Ratingen, Reihe A – Band 7) Klartext-Verlag, Essen 2013
  • Bastian Fleermann: „Alles schreit nach Brot!“ Ernährung in Ratingen 1700–1900 als Indikator für den kulturellen Wandlungsprozess. (Bonner kleine Reihe zur Alltagskultur, Band 7), Münster 2004
  • Uwe Kaminsky: Fremdarbeiter in Ratingen während des Zweiten Weltkriegs. In: Ratinger Forum – Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte, Bd. 1, 1989, S. 90-212
  • Hermann Tapken (Hrsg.): Ratingen 1933 bis 1945. Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Ratingen 1990
  • Klaus Wisotzky, Uwe Kaminsky: Ratingen im Zweiten Weltkrieg. Eine Dokumentation (= Schriftenreihe des Stadtarchivs Ratingen, Reihe C, Bd. 1), Ratingen 1989, 3. Aufl. 2002

Periodika:

  • Ratinger Forum. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte (seit 1989 zweijährlich, hrsg. vom Stadtarchiv Ratingen)
  • Die Quecke. Ratinger und Angerländer Heimatblätter (seit 1950, hrsg. vom Verein Lintorfer Heimatfreunde)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ratingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. a b c d Thomas Ferres, Ulrich Metelmann: Ratingen. Ein ganz anderes Stadtbuch. Ratingen 1994. (Ausschließlich über Ratinger Buchhandlungen und die Autoren zu beziehen)
  3. Satzung der Stadt Ratingen zur Erhaltung baulicher Anlagen gemäß § 172 Baugesetzbuch (BauGB) Ratingen-Eggerscheidt (PDF)
  4.  Michael Buhlmann: Quellen zur mittelalterlichen Geschichte Ratingens und seiner Stadtteile, Teil I−II. In: Ratinger und Angerländer Heimatverein (Hrsg.): Die Quecke – Ratinger und Angerländer Heimatblätter. 69, 1999, S. 90−94 (PDFwww.ratingen.de, abgerufen am 13. Mai 2009).
  5. Ratingen. Geschichte von den Anfängen bis 1815. Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen, Essen 2004, S. 15
  6. Magistratsprotokoll der Stadt Ratingen vom 19. Juni 1727
  7. 100 Jahre Oberpostdirektion Düsseldorf 1850 bis 1950. Düsseldorf 1949, S. 18
  8. Werner Münzbergs Thurn und Taxis-Poststationskatalog. Lassleben, Kallmünz 1967, S. 230.
  9. Walter Görlitz: Model. Der Feldmarschall und sein Endkampf an der Ruhr. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin 1992, ISBN 3-548-33155-6.
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293.
  11. Ratinger Wappen. Abgerufen am 11. August 2013 (PDF; 5700 kB).
  12. Satzung des Jugendrates
  13. stadt-ratingen.de
  14. Kunstweg Stadt Ratingen
  15. Freizeittipps der Stadt Ratingen
  16. Ursprung des Ausdrucks Dumeklemmer auf der Website der Stadt Ratingen
  17. Ursprung des Ausdrucks Dumeklemmer auf einer privaten Website über Ratingen
  18. Kurzcharakteristik der Räume der Stadthalle
  19. Tradition und Geschichte der Ratinger Juden http://www.schalom-ratingen.de/traditionen.html
  20. Rheinische Post, 14. Juni 2008
  21. a b Studie der Industrie- und Handelskammer und der Gesellschaft für Konsumforschung laut einem Bericht der Rheinischen Post vom 16. August 2006
  22. St. Marien: In der Partnerschaft liegt die Kraft. (PDF) In: Westdeutsche Zeitung, 26. November 2008. ZDB-ID 740458-x
  23. Gestern & Heute zur Geschichte des Evangelischen Fachkrankenhauses Ratingen. (Abgerufen am 4. Mai 2009.)
  24. Homepage des Fliedner Krankenhauses Ratingen (Abgerufen am 4. Mai 2009)
  25. Amt für Feuerwehr auf der Website der Feuerwehr Ratingen. (Abgerufen am 8. November 2014)
  26. a b Feuerwehr Ratingen (Abgerufen am 8. November 2014)
  27. Homepage der Feuerwehr Ratingen – Bereich Die Feuerwehr. (Abgerufen am 4. Mai 2009)
  28. Jahresbericht 2008 – Einsatzstatistik auf der Website der Feuerwehr Ratingen (Abgerufen am 4. Mai 2009)
  29. Dokumente zur Feuerwehr Ratingen im NRW Kommunalarchiv. (Abgerufen am 4. Mai 2009)
  30. Trauer um Ferdinand Trimborn. In: Rheinische Post, 1. Oktober 2008