Anthony Baffoe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche



Anthony Baffoe
Spielerinformationen
Geburtstag 25. Mai 1965
Geburtsort BonnDeutschland
Position Außenverteidiger
Vereine in der Jugend
1974–1980
1980–1983
FC Ringsdorff Godesberg
1. FC Köln
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1983–1985
1985–1986
1986–1987
1987–1989
1989–1992
1992–1994
1994–1995
1994–1995
1997–1998
1998–1999
1999–2001
2002–2003
2003–2006
1. FC Köln
Rot-Weiß Oberhausen
Stuttgarter Kickers
SC Fortuna Köln
Fortuna Düsseldorf
FC Metz
OGC Nizza
OGC Nizza B
Convoy Sun Hei SC
FC Caracas
Ashanti Gold
Ajax Cape Town
Ashanti Gold
2 0(0)
33 0(2)
19 0(1)
73 (12)
72 0(4)
60 0(0)
7 0(0)
8 0(0)
0
0
0
0
Nationalmannschaft
Ghana mind. 16 0(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Anthony Baffoe (* 25. Mai 1965 in Bonn-Bad Godesberg) ist ein ehemaliger deutsch-ghanaischer Fußballspieler und heutiger Sportmoderator.

Inhaltsverzeichnis

Spielerkarriere [Bearbeiten]

Der Ghanaer Anthony Baffoe, Sohn eines Diplomaten, wuchs in Bad Godesberg auf, dem heutigen Stadtbezirk von Bonn, wo er beim 1. FC Ringsdorff-Godesberg mit dem Vereinsfußball begann. Das Sporttalent - der hochgewachsene Baffoe war u. a. auch ein begabter Basketballspieler - wurde von Christoph Daum, seinerzeit Nachwuchstrainer beim 1. FC Köln, entdeckt und gefördert. FC-Trainer Rinus Michels berief den 18-jährigen Baffoe schließlich 1983 in die mit Stars wie Harald Schumacher, Pierre Littbarski oder Klaus Allofs gespickte Profimannschaft. Er war somit nach Ibrahim Sunday von Werder Bremen und Etepe Kakoko vom VfB Stuttgart der dritte afrikanische Fußballer, der den Sprung in die 1. Bundesliga schaffte. Baffoe hatte in den Jugendmannschaften als technisch starker Stürmer begonnen und fand nun den Weg vom vorderen Mittelfeld in die Rolle eines modernen Rechtsverteidigers, dessen dynamische Vorstösse und Flanken das Publikum begeisterten. Der Durchbruch beim 1. FC Köln blieb Baffoe allerdings verwehrt. Neben der damals gültigen DFB-Ausländerregel (Bundesligisten durften max. drei Ausländer im Kader aufnehmen und bei Pflichtspielen zwei von ihnen gleichzeitig einsetzen) dürfte hierbei auch der zeitweilig unprofessionelle Lebenswandel Baffoes eine gewisse Rolle gespielt haben.

Um Spielpraxis zu sammeln, wechselte Baffoe 1985 leihweise zu Rot-Weiß Oberhausen. Einen seiner größten Erfolge feierte er in der Saison 1986/87 mit den Stuttgarter Kickers: Die Zweitligamannschaft erreichte sensationell das DFB-Pokalfinale und verlor am 20. Juni 1987 im Berliner Olympiastadion vor 76.000 Zuschauern nach bravourösen Kampf mit 1:3 gegen Vizemeister Hamburger SV. Fans und Experten feierten die Leistung Baffoes, der seinen Gegenspielern regelrecht Rätsel aufgegeben hatte und die zwischenzeitliche 1:0-Führung der „Blauen“ mit einem hervorragenden Flankenlauf vorbereitet hatte. Dennoch verzichtete der neue Stuttgarter Trainer Manfred Krafft auf eine Weiterverpflichtung der „schwarzen Perle“, wie Baffoe von den Medien regelmäßig bezeichnet wurde.

Er kehrte nach Köln zurück, wo er sich der zweitklassigen Fortuna anschloss. Konstant gute Leistungen brachten ihn beim HSV sogar als Erben für die Vereinslegende Manfred Kaltz ins Gespräch. Doch Baffoe blieb dem Rheinland treu und wechselte im Sommer 1989 zum Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. Einen Teil der Ablösesumme, rund 200.000 Mark, steuerten Die Toten Hosen bei, die während einer Tournee unter dem Motto „ein Bein für Toni Baffoe“ eine (Fortuna-)Mark auf den Eintrittspreis aufgeschlagen hatten. 1992 stieg Fortuna Düsseldorf ab. Baffoe wurde als einer der Mitschuldigen ausgemacht und nach Streitereien mit Trainer Pepi Hickersberger suspendiert. Er verließ daraufhin Deutschland und spielte die folgenden Jahre in Frankreich (FC Metz und OGC Nizza). Anschließend ließ Baffoe seine Karriere in exotischen Fußballregionen ausklingen; so absolvierte er eine Spielzeit in Hongkong bei Convoy Sun Hei SC und wechselte schließlich 1998 zum venezolanischen Fußballklub FC Caracas. Von dort wechselte er 1999 in sein Herkunftsland Ghana, wo er sich dem Erstligisten Ashanti Gold anschloss, den er wiederum im Jahre 2001 verließ um nach Südafrika zu gehen. Dort spielte er bis 2003 bei Ajax Cape Town und kehrte danach wieder nach Ghana zurück, wo er bis einschließlich 2006 bei Ashanti Gold aktiv war und daraufhin seine Karriere als Profifußballspieler 41-jährig beendete.

Insgesamt bestritt Anthony Baffoe in der Bundesliga zwischen 1983 und 1992 74 Spiele für den 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf. Dabei erzielte er vier Tore. Baffoe betrachtete sich selbst als deutschen Fußballer mit afrikanischen Wurzeln und wurde durch seine engagierte, ebenso humorvolle wie selbstbewußte Art gegenüber Rassismus im Fußball, die mit seinen offensivstarken fußballerischen Fähigkeiten korrespondierte, überregional bekannt.

Nationalmannschaft [Bearbeiten]

In der Ghanaischen Fußballnationalmannschaft spielte er 16-mal, tragischster Augenblick dort dürfte wohl sein verschossener Elfmeter im Elfmeterschießen des Afrika-Cup-Finales 1992 gegen die Elfenbeinküste gewesen sein. Beim Stand von 11:10 trat er als Kapitän als erster zum zweiten Mal an und vergab.

Weiterer Werdegang [Bearbeiten]

Nach Ende seiner Fußballerlaufbahn wandte sich Baffoe dem Sportjournalismus zu. Er moderierte zunächst im DSF das Jugendfußball-Magazin Fujuma, bevor er zum WDR wechselte, wo er durch Sport im Westen führte.[1]

Im Frühjahr 2006 wurde Anthony Baffoe vom Fußballverband Ghanas zum Verantwortlichen für internationale Beziehungen ernannt, wobei er auch als Bindeglied zwischen Verband und den Nationalspielern fungieren soll.[2]

Familie [Bearbeiten]

Seine Schwester ist die Schauspielerin Liz Baffoe, bekannt als Mary in der Serie Lindenstraße.

Erfolge [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Interview mit Anthony Baffoe auf der Homepage der Toten Hosen (Zugriff am 27. August 2010)
  2. Anthony Baffoe ist der Oliver Bierhoff von Ghana (Zugriff am 27. August 2010)