Manfred Kaltz

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Manfred Kaltz

Manfred Kaltz 2012 in der Sendung Markus Lanz

Spielerinformationen
Geburtstag 6. Januar 1953
Geburtsort Ludwigshafen am RheinDeutschland
Größe 184 cm
Position Abwehr
Vereine in der Jugend
1960–1968
1968–1970
1970–1971
VfL Neuhofen
TuS Altrip
Hamburger SV
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1971–1989
1989–10/89
11/89–1990
1990–1991
Hamburger SV
Girondins Bordeaux
FC Mulhouse
Hamburger SV
568 (76)
1 0(0)
12 0(1)
13 0(0)
Nationalmannschaft
1972
1972–1973
1974–1975
1975–1983
Deutschland Amateure
Deutschland U-23
Deutschland B
Deutschland
7 0(0)
2 0(0)
3 0(0)
69 0(8)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Manfred Kaltz (* 6. Januar 1953 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Außenverteidiger absolvierte zwischen 1971 und 1991 581 Bundesligaspiele für den Hamburger SV sowie 69 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft, mit der er 1980 Europameister wurde. Bekannt war er auch für seine sogenannten „Bananenflanken“.

Jugend[Bearbeiten]

Kaltz begann mit 11 Jahren beim VfL Neuhofen mit dem Fußballspielen. Er durchlief alle DFB-Jugendmannschaften bis hin zum A-Jugend-Nationalspieler. 1970 wurde er mit dem TuS Altrip deutscher A-Jugend-Vizemeister. Mit seinem damaligen Trainer Gerhard Heid wechselte er anschließend zum Hamburger SV, bei dem er zunächst ein weiteres Jahr in der A-Jugend absolvierte.

Bundesliga[Bearbeiten]

In der Fußball-Bundesliga war er vom 20. August 1971 bis 7. Juni 1989 in 568 Spielen für den Hamburger SV aktiv. Nachdem der HSV ihm keinen längerfristigen Vertrag angeboten hatte, verließ er nach 18 Jahren den Club und wechselte zu Girondins Bordeaux; dort spielte er eine Saison für Bordeaux und den FC Mulhouse in der französischen Division 1, bevor er zum HSV zurückkehrte. Am 8. September 1990 hatte er im Heimspiel gegen Mönchengladbach sein Comeback unter Trainer Gerd-Volker Schock. Im weiteren Saisonverlauf machte er zwar nur noch 13 Spiele, gehörte aber zu der Mannschaft, die 1990 beinahe abgestiegen war und 1991 in den UEFA-Cup einzog. Mit insgesamt 581 Bundesligaeinsätzen ausschließlich für den HSV hörte er nach 19 Jahren Bundesliga auf.

Fußabdruck Kaltz’ auf dem „walk of fame“ vor dem Volksparkstadion

Weil er 53 seiner insgesamt 76 Tore per Strafstoß erzielte, erwarb sich Kaltz den Ruf eines Elfmeter-Spezialisten (7 Fehlschüsse). Mit sechs Treffern schoss er genauso wie Nikolce Noveski die meisten Eigentore in der Bundesliga.[1] Er ist bis heute Rekordspieler der Hamburger und der Bundesligaspieler mit den zweitmeisten Spielen. Zudem gilt er als der erfolgreichste Spieler in der Geschichte des HSV, mit dem er den DFB-Ligapokal 1973, den DFB-Pokal 1976 und 1987 gewann, 1977 Europapokal der Pokalsieger sowie 1979, 1982 und 1983 Deutscher Meister wurde. Seinen größten Triumph feierte Kaltz, als er ebenfalls 1983 mit den Hamburgern den Europapokal der Landesmeister gewann.

Kaltz spielte einen offensiven rechten Verteidiger und ging weite Laufwege. Seine berüchtigten Bananenflanken fanden häufig einen dankbaren Abnehmer in Horst Hrubesch. Dieses erfolgreiche Hamburger Gespann nahm auch an der Fußballweltmeisterschaft 1982 in Spanien teil.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

1972 wurde Kaltz für die Olympischen Spiele in München nominiert, wo er für die deutsche Fußballnationalmannschaft der Amateure im Zwischenrundenspiel gegen Mexiko zum Einsatz kam. In der deutschen Nationalmannschaft war Kaltz von 1975 bis 1983 aktiv. Seinen ersten Einsatz für die DFB-Auswahl hatte er am 3. September 1975. Beim 2:0-Sieg in Wien gegen Österreich stand Kaltz umgehend in der Anfangsformation. Er absolvierte 69 Länderspiele und schoss 8 Tore. Sein erstes Tor für die Nationalmannschaft erzielte Manni Kaltz am 8. Oktober 1977, als er beim 2:1-Sieg im Berliner Olympiastadion gegen Italien den 1:0-Führungstreffer erzielte. Nach dem Spiel hatte ihm Italiens damaliger Nationaltrainer Enzo Bearzot „absolute Weltklasse“ attestiert.[2] Kaltz nahm an der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien und 1982 in Spanien teil. Der Versuch, Kaltz als Libero für den zuvor zurückgetretenen Franz Beckenbauer bei der WM in Argentinien einzusetzen, schlug aber fehl, was mit zum Ausscheiden der Deutschen Mannschaft in der Zwischenrunde beitrug. Bei der Fußball-Europameisterschaft 1980 gewann er mit Deutschland den Titel.

In der Vizeweltmeister-Elf von 1982 trug er während der verletzungsbedingten Pause von Karl-Heinz Rummenigge im Viertel- und Halbfinale zeitweise die Kapitänsbinde.

1983, nach einer 0:1-Niederlage gegen Portugal, und insgesamt 69 A-Länderspielen, trat Manfred Kaltz als Nationalspieler zurück. Er gab persönliche Differenzen mit Jupp Derwall als Grund an. Kaltz war, unter anderem, nicht mit der taktischen Ausrichtung der Nationalmannschaft unter Derwall einverstanden und hatte dies mehrfach kritisiert.

Kaltz gehörte zu den letzten Nationalspielern, die häufig ohne Schienbeinschützer und mit heruntergekrempelten Stutzen spielten – lange bevor diese Mode von der FIFA verboten wurde.

Nach der aktiven Laufbahn[Bearbeiten]

Später war Kaltz als Co-Trainer in verschiedenen Vereinen (u. a. 2000/01 bei Eintracht Frankfurt) tätig.

Kaltz betreibt und leitet seit 2002 im Großraum Hamburg die Manfred-Kaltz-Fußballschule für jugendliche Kicker. Er gehört dem Kuratorium der Stiftung Jugendfußball an. Die Stiftung wurde im Jahr 2000 von Kaltz, Jürgen Klinsmann, weiteren erfolgreichen Nationalspielern sowie den Dozenten des Fußball-Lehrer-Sonderlehrgangs gegründet.

Außerdem ist Kaltz seit 2009 als Repräsentant der Sport- und Eventvermarktungsagentur EIBA communication tätig.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik auf bundesliga.de
  2. Der Spiegel (Hrsg.): Lief ganz gut. Nr. 43, 17. Oktober 1977, S. 228 (Artikel auch online abrufbar)