Landstuhl
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Kaiserslautern | |
| Verbandsgemeinde: | Landstuhl | |
| Höhe: | 248 m ü. NN | |
| Fläche: | 15,34 km² | |
| Einwohner: |
8473 (31. Dez. 2011)[1] |
|
| Bevölkerungsdichte: | 552 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 66849 | |
| Vorwahl: | 06371 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KL | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 35 022 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Kaiserstraße 49 66849 Landstuhl |
|
| Webpräsenz: | ||
| Stadtbürgermeister: | Klaus Grumer (CDU) | |
| Lage der Stadt Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern | ||
Die Sickingenstadt Landstuhl liegt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Landstuhl ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Lage [Bearbeiten]
Landstuhl grenzt im Norden an die Westpfälzische Moorniederung. Südlich und östlich liegt es am Rande des Pfälzerwaldes. Wenige Kilometer östlich beginnt die Sickinger Höhe. Viele Wanderwege führen durch den Ort oder nahe vorbei, darunter auch die Nordroute der Pfälzer Jakobswege.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Stadtteile und Wohnplätze von Landstuhl sind: Am Rothenborn, Bildschacherhof, Breitenwald, Fleischackerloch, Forsthaus Kahlenberg, Harzofen und Melkerei.[3]
Klima [Bearbeiten]
Der Jahresniederschlag beträgt 886 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 76 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 6 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Geschichte [Bearbeiten]
Früheste Spuren ständiger Besiedlung auf der Gemarkung Landstuhls sind die Steinkranzgräber aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Christi Geburt). Aus der Zeit der Kelten stammt der „Heidenfels“, ein Quellheiligtum zwischen Landstuhl und Kindsbach, das noch bis in die römische Zeit von der gallorömischen Provinzbevölkerung aufgesucht wird. Nachgewiesen und erforscht wurde ein Gräberfeld auf dem Gebiet der Römersiedlung, dessen Nutzung vom 1. bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts Münzfunde belegen.
Der Ort Landstuhl wurde Mitte des 12. Jahrhunderts Zentrum der gleichnamigen Herrschaft, die nach verschiedenen Inhabern Ende des 15. Jahrhunderts an die von Sickingen kam. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf seine Burg Nanstein bei Landstuhl zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.
Die Burg Nanstein wurde 1689 durch die Franzosen zerstört. Die Herrschaft fiel 1816 an das Königreich Bayern und 1946 wurde das Gebiet Teil von Rheinland-Pfalz. Den Namensbestandteil „Sickingenstadt“ trägt die Stadt seit dem 14. Juli 1995.
- Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Landstuhl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]
|
|
Religion [Bearbeiten]
2012 waren 45,1 Prozent der Einwohner katholisch und 27,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[4] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat in Landstuhl besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.
Die Sitzverteilung im Stadtrat:[5]
| Wahl | SPD | CDU | FDP | FWG | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2009 | 6 | 13 | 3 | 2 | 24 Sitze |
| 2004 | 5 | 15 | 1 | 3 | 24 Sitze |
Wappen [Bearbeiten]
Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine schwarze Zinnentoranlage mit offenem roten Fallgitter und zwei Türmen, die oben ein schwarzes Schildchen mit fünf silbernen Bollen 2:1:2 flankieren“.
Es wurde 1962 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1637.[6]
Partnerstädte [Bearbeiten]
Mit Pont-à-Mousson in Frankreich und Bad Münster am Stein-Ebernburg in Rheinland-Pfalz werden Partnerschaften gepflegt.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Mit einer Höhe von mehr als 41 Metern, und einem Stammdurchmesser von mehr als 2 Metern, gehören die Mammutbäume zwischen Landstuhl und Langwieden zu den höchsten Bäumen in Rheinland-Pfalz. Sie wurden im Jahr 1868 von dem "Freiherrlich von Stummchen" Oberförster Schütz angepflanzt.[7]
Aus römischer Zeit stammen die Sickinger Würfel, Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert. Die Alte Kapelle ist der noch erhaltene Chor der ehemaligen mittelalterlichen Kirche St. Andreas.
Auf dem Kirchberg westlich der Stadt befindet sich der Bismarckturm, der 1900 von dem Industriellen Carl Ferdinand von Stumm-Halberg (1836–1901) gestiftet wurde und eine Höhe von 19 Metern hat.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Landstuhl
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. In Landstuhl zweigt die Bahnstrecke nach Kusel von der Hauptbahn Saarbrücken-Kaiserslautern-Mannheim ab. Die Stadt ist InterCity-Halt, und der Bahnhof ist mit fast 120 Abfahrten täglich für eine Stadt dieser Größe sehr stark frequentiert. Haltepunkt der S-Bahn Rhein-Neckar (Linie S1 Homburg - Mosbach-Neckarelz).
Landstuhl ist durch die Bundesautobahnen 6 (Saarbrücken - Waidhaus) und 62 an das überregionale Straßennetz angebunden. In unmittelbarer Nähe des Ortes liegt das Autobahnkreuz Landstuhl-West.
Gerichte [Bearbeiten]
Landstuhl verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.
Militär [Bearbeiten]
Die Streitkräfte der USA betreiben in Landstuhl oberhalb des eigentlichen Stadtkerns - auf dem Kirchberg - den Militärkrankenhaus-Komplex Landstuhl Regional Medical Center (LRMC) mit diversen Fachkliniken für Verwundungen aller Art. Es ist die größte Einrichtung ihrer Art außerhalb der USA.
Das Medizinzentrum dient unter anderem als Einrichtung zur Gesundheitsversorgung der vielen tausend Angehörigen der weitgefächerten Kaiserslautern Military Community (KMC - dt: US-Militärgemeinschaft). Seit etwa 1991 hat es strategische Bedeutung: bei fast allen militärischen Konflikten außerhalb der USA, beispielsweise in Südosteuropa, dem Nahen und dem Mittleren Osten, ist das Militärkrankenhaus Landstuhl in jüngster Zeit für verwundete Militärangehörige die erste Station auf dem Weg zurück in die Vereinigten Staaten. Bereits im Golfkrieg 1991 sowie während der Einsätze im ehemaligen Jugoslawien (Jugoslawienkriege) wurden Verwundete in Landstuhl stabilisiert, behandelt und gepflegt, bevor sie zur Weiterbehandlung bzw. Nachsorge in die USA geflogen wurden.
Derzeit werden hier auch Verwundete aus dem Irak (siehe Irakkrieg) und Afghanistan (siehe ISAF) behandelt. Das LRMC und die im Umkreis stationierten Streitkräfte sind Arbeitgeber für viele deutsche Zivilbeschäftigte in einer relativ strukturschwachen Region.
Neben dem Landstuhl Regional Medical Center gibt es in Landstuhl noch die Satellitenkommunikationseinrichtung der US Army auf dem Breitenwald (Sat Comm Site Breitenwald) sowie einen Hubschrauber-Landeplatz (Heliport) ebendort.
→ ausländische Militärbasen in Deutschland
Bildung [Bearbeiten]
Landstuhl weist eine vielfältige und traditionsreiche Schullandschaft auf. Im Jahr 2008 konnte die „Sozialpädagogische Fachschule“ der Diözese Speyer ihr 75-jähriges Jubiläum feiern. Hier werden die beruflichen Ausbildungsbereiche Sozialassistenz, Erziehung, Heilpädagogik und Altenpflege angeboten. Organisatorisch eng verbunden ist die private berufsbildendene Schule „Haus Nazareth“ mit hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen und wirtschaftskundlichen Ausbildungsgängen. Im wirtschaftlichen Bereich ist auch der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife möglich. Auf fast 50 Jahre kann die katholisch geführte Realschule St. Katharina zurückblicken. Am Sickingen-Gymnasium, früher noch Lateinschule Landstuhl genannt, wurde schon Ludwig Thoma unterrichtet. Weiterhin befindet sich in Landstuhl ein Außenzweig der Berufsschule Kaiserslautern, u. a. mit dem Fachbereich Pädagogik, sowie die staatliche Konrad-Adenauer-Realschule (KARLA), die Friedrich-Ebert-Hauptschule und die Jakob-Weber-Sonderschule.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2011 (PDF; 755 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 95 (PDF; 2,16 MB)
- ↑ KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
- ↑ Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
- ↑ Die Mammutbäume von Landstuhl
Bann | Bruchmühlbach-Miesau | Enkenbach-Alsenborn | Erzenhausen | Eulenbis | Fischbach | Frankelbach | Frankenstein | Gerhardsbrunn | Hauptstuhl | Heiligenmoschel | Hirschhorn/Pfalz | Hochspeyer | Hütschenhausen | Katzweiler | Kindsbach | Kollweiler | Kottweiler-Schwanden | Krickenbach | Lambsborn | Landstuhl | Langwieden | Linden | Mackenbach | Martinshöhe | Mehlbach | Mehlingen | Mittelbrunn | Neuhemsbach | Niederkirchen | Niedermohr | Oberarnbach | Olsbrücken | Otterbach | Otterberg | Queidersbach | Ramstein-Miesenbach | Reichenbach-Steegen | Rodenbach | Schallodenbach | Schneckenhausen | Schopp | Schwedelbach | Sembach | Steinwenden | Stelzenberg | Sulzbachtal | Trippstadt | Waldleiningen | Weilerbach