Landstuhl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Landstuhl
Landstuhl
Deutschlandkarte, Position der Stadt Landstuhl hervorgehoben
49.4122222222227.5722222222222248Koordinaten: 49° 25′ N, 7° 34′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Landstuhl
Höhe: 248 m ü. NHN
Fläche: 15,34 km²
Einwohner: 8435 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 550 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66849
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 022
Adresse der Verbandsverwaltung: Kaiserstraße 49
66849 Landstuhl
Webpräsenz: www.landstuhl.de
Stadtbürgermeister: Ralf Hersina[2] (SPD)
Lage der Stadt Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Die Sickingenstadt Landstuhl liegt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Landstuhl ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[3]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Landstuhl grenzt im Norden an die Westpfälzische Moorniederung. Südlich und östlich liegt es am Rande des Pfälzerwaldes. Wenige Kilometer östlich beginnt die Sickinger Höhe. Viele Wanderwege führen durch den Ort oder nahe vorbei, darunter auch die Nordroute der Pfälzer Jakobswege.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtteile und Wohnplätze von Landstuhl sind: Am Rothenborn,Atzel, Bildschacherhof, Breitenwald, Fleischackerloch, Forsthaus Kahlenberg, Harzofen und Melkerei.[4]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 886 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 76 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 6 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Ansicht nach Matthäus Merian um 1645
Blick auf Landstuhl heute

Früheste Spuren ständiger Besiedlung auf der Gemarkung Landstuhls sind die Steinkranzgräber aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Christi Geburt). Aus der Zeit der Kelten stammt der „Heidenfels“, ein Quellheiligtum zwischen Landstuhl und Kindsbach, das noch bis in die römische Zeit von der gallorömischen Provinzbevölkerung aufgesucht wird. Nachgewiesen und erforscht wurde ein Gräberfeld auf dem Gebiet der Römersiedlung, dessen Nutzung vom 1. bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts Münzfunde belegen.

Der Ort Landstuhl wurde Mitte des 12. Jahrhunderts Zentrum der gleichnamigen Herrschaft; um 1160 ließ Kaiser Barbarossa auf dem Berg südlich der Stadt die Burg Nanstein errichten. Die gesamte Ortschaft wurde mit einer Stadtmauer umbaut, in welche die Burg Nanstein sowie später auch die Burg Landstuhl im Osten integriert wurden. Im Jahr 1326 wurde Landstuhl erstmals in einer Urkunde als Stadt genannt.[5]

Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.

Die Burg Nanstein wurde 1689 durch die Franzosen zerstört; 1732 wurde die Burg Landstuhl abgebrochen. Die Herrschaft fiel 1816 an das Königreich Bayern. Im Jahr 1849 wurde die durch die Stadt führende Ludwigsbahn fertiggestellt[5]. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet 1946 Teil von Rheinland-Pfalz. Den Namensbestandteil „Sickingenstadt“ trägt die Stadt seit dem 14. Juli 1995.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Landstuhl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]

Jahr Einwohner
1815 950
1835 1.907
1871 3.032
1905 4.444
1939 7.411
Jahr Einwohner
1950 6.903
1961 9.210
1970 9.104
1987 8.177
2005 8.997

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 45,1 Prozent der Einwohner katholisch und 27,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[6] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2009
Wahlbeteiligung: 50,5 % (2004: 53,5 %)
Gewichtetes Ergebnis
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,6 %
25,1 %
11,9 %
10,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-10,8 %p
+3,5 %p
+6,9 %p
+0,4 %p

Der Stadtrat in Landstuhl besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[7]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2009 6 13 3 2 24 Sitze
2004 5 15 1 3 24 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine schwarze Zinnentoranlage mit offenem roten Fallgitter und zwei Türmen, die oben ein schwarzes Schildchen mit fünf silbernen Bollen 2:1:2 flankieren“.

Es wurde 1962 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1637.[8]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Mit Pont-à-Mousson in Frankreich und Bad Münster am Stein-Ebernburg in Rheinland-Pfalz werden Partnerschaften gepflegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mit einer Höhe von mehr als 41 Metern, und einem Stammdurchmesser von mehr als 2 Metern, gehören die Mammutbäume zwischen Landstuhl und Langwieden zu den höchsten Bäumen in Rheinland-Pfalz. Sie wurden im Jahr 1868 von dem "Freiherrlich von Stummchen" Oberförster Schütz angepflanzt.[9]

Sickinger Würfel
Alte Kapelle

Aus römischer Zeit stammen die Sickinger Würfel, Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert. Die Alte Kapelle ist der noch erhaltene Chor der ehemaligen mittelalterlichen Kirche St. Andreas.

Auf dem Kirchberg westlich der Stadt befindet sich der Bismarckturm, der 1900 von dem Industriellen Carl Ferdinand von Stumm-Halberg (1836–1901) gestiftet wurde und eine Höhe von 19 Metern hat.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. In Landstuhl zweigt die Bahnstrecke nach Kusel von der Hauptbahn Saarbrücken-Kaiserslautern-Mannheim ab. Die Stadt ist InterCity-Halt, und der Bahnhof ist mit fast 120 Abfahrten täglich für eine Stadt dieser Größe sehr stark frequentiert. Haltepunkt der S-Bahn Rhein-Neckar (Linie S1 Homburg – Mosbach-Neckarelz).

Landstuhl ist durch die Bundesautobahnen 6 (SaarbrückenWaidhaus) und 62 an das überregionale Straßennetz angebunden. In unmittelbarer Nähe des Ortes liegt das Autobahnkreuz Landstuhl-West.

Gerichte[Bearbeiten]

Landstuhl verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.

Militär[Bearbeiten]

US-Soldaten aus ehemaliger irakischer Kriegsgefangenschaft grüßen vom Balkon des Landstuhl Regional Medical Center im April 2003

Die Streitkräfte der USA betreiben in Landstuhl oberhalb des eigentlichen Stadtkerns – auf dem Kirchberg – den Militärkrankenhaus-Komplex Landstuhl Regional Medical Center (LRMC) mit diversen Fachkliniken für Verwundungen aller Art. Es ist die größte Einrichtung ihrer Art außerhalb der USA.

Das Medizinzentrum dient unter anderem als Einrichtung zur Gesundheitsversorgung der vielen tausend Angehörigen der weitgefächerten Kaiserslautern Military Community (KMC – dt: US-Militärgemeinschaft). Seit etwa 1991 hat es strategische Bedeutung: bei fast allen militärischen Konflikten außerhalb der USA, beispielsweise in Südosteuropa, dem Nahen und dem Mittleren Osten, ist das Militärkrankenhaus Landstuhl in jüngster Zeit für verwundete Militärangehörige die erste Station auf dem Weg zurück in die Vereinigten Staaten. Bereits im Golfkrieg 1991 sowie während der Einsätze im ehemaligen Jugoslawien (Jugoslawienkriege) wurden Verwundete in Landstuhl stabilisiert, behandelt und gepflegt, bevor sie zur Weiterbehandlung bzw. Nachsorge in die USA geflogen wurden.

Derzeit werden hier auch Verwundete aus dem Irak (siehe Irakkrieg) und Afghanistan (siehe ISAF) behandelt. Das LRMC und die im Umkreis stationierten Streitkräfte sind Arbeitgeber für viele deutsche Zivilbeschäftigte in einer relativ strukturschwachen Region.

Neben dem Landstuhl Regional Medical Center gibt es in Landstuhl noch die Satellitenkommunikationseinrichtung der US Army auf dem Breitenwald (Sat Comm Site Breitenwald) sowie einen Hubschrauber-Landeplatz (Heliport) ebendort.

Bildung[Bearbeiten]

Landstuhl weist eine vielfältige und traditionsreiche Schullandschaft auf. Im Jahr 2008 konnte die „Sozialpädagogische Fachschule“ der Diözese Speyer ihr 75-jähriges Jubiläum feiern. Hier werden die beruflichen Ausbildungsbereiche Sozialassistenz, Erziehung, Heilpädagogik und Altenpflege angeboten. Organisatorisch eng verbunden ist die private berufsbildendene Schule „Haus Nazareth“ mit hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen und wirtschaftskundlichen Ausbildungsgängen. Im wirtschaftlichen Bereich ist auch der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife möglich. Auf fast 50 Jahre kann die katholisch geführte Realschule St. Katharina zurückblicken. Am Sickingen-Gymnasium, früher noch Lateinschule Landstuhl genannt, wurde schon Ludwig Thoma unterrichtet. Weiterhin befindet sich in Landstuhl ein Außenzweig der Berufsschule Kaiserslautern, u. a. mit dem Fachbereich Pädagogik, sowie die staatliche Konrad-Adenauer-Realschule (KARLA), die Friedrich-Ebert-Hauptschule und die Jakob-Weber-Sonderschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landstuhl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Landstuhl – Reiseführer
 Wikisource: Landstuhl – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Landstuhl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wahlergebniss auf der Stadthomepage
  3. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 95 (PDF; 2,16 MB)
  5. a b Finanzamt Kusel-Landstuhl: Die Geschichte des Finanzamt Landstuhl. Abgerufen am 1. August 2013.
  6. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3
  9. Die Mammutbäume von Landstuhl