Black Forest Airport

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Flughafen Lahr
Black Forest Airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDTL
IATA-Code LHA
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km westlich von Lahr
Straße A 5
Basisdaten
Eröffnung 1996
Betreiber Black Forest Airport Lahr GmbH
Fläche 580 ha
Terminals 1
Passagiere 7.000 (2007)
Start- und Landebahn
03/21 3000 m × 45 m Asphalt



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Der Black Forest Airport (übersetzt Schwarzwaldflughafen) ist ein deutscher Flughafen im badischen Lahr nahe der französischen Grenze. Er ist als Sonderflughafen mit Status Sonderflughafen für Fracht klassifiziert. Die Betreibergesellschaft hat am 31. Januar 2013 Insolvenz angemeldet.[1]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Der Black Forest Airport besitzt seit dem 16. Juni 2006 eine beschränkte Passagierfluglizenz als Zubringer für Gäste des Europa-Parks in Rust.

Status[Bearbeiten]

Verkehrslandeplatz für Flugzeuge und Hubschrauber bis 20 to. MTOM (maximum take off mass). Flugverkehre mit Flugzeugen, deren maximales Startgewicht über 25 Tonnen liegt, bedürfen der Genehmigung nach § 25 LuftVG durch das Regierungspräsidium Freiburg (wird in Abhängigkeit vom Anlass gewährt). Frachtflüge können ohne Gewichtsbeschränkungen abgefertigt werden. Der Black Forest Airport Lahr hat den Zollstatus beantragt, ebenso durchläuft die Grenzkontrollstelle für Lebensmitteleinfuhren den Zulassungsprozess.

Anfahrt[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt direkt an der Bundesautobahn 5, Anschlussstelle Lahr (56), und zwei km westlich von Lahr. Nach Karlsruhe sind es 100 km, nach Freiburg 48 km, nach Straßburg 37 km.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flugplatz hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich und zählt zu den ältesten Flugfeldern in Deutschland. Seine Geschichte reicht zurück bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges, als hier eine Jagdeinsitzerstaffel stationiert war und eine Zeppelinhalle für Luftschiffe des Heeres errichtet worden war.

F-100D, Lahr, 1965

Der Flugplatz Lahr stand ab 1945 unter dem Kommando der französischen Besatzungsmacht. 1952 wurde der Flugplatz Lahr NATO-Militärflugplatz für Militär-Jets unter französischem Kommando. Nachdem sich Frankreich 1966 aus der NATO zurückgezogen hatte, wurde Lahr Sitz des europäischen Hauptquartiers der kanadischen NATO-Streitkräfte. 1968 war Lahr Schauplatz des NATO Tiger Meet.

Bereits 1989 führte die Lufthansa mit den damals neu eingeführten Boeing 747-430 regelmäßig Trainingsflüge in Lahr durch.

Lufthansa Boeing 747-430 D-ABTA beim Pilotentraining 1992

Noch vor dem vollständigen Rückzug der Kanadier aus Lahr wurde 1991 die Flugplatz Lahr GmbH gegründet. Der Flugbetrieb ruhte allerdings nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte vollständig, ein Großteil der fliegerischen Infrastruktur (beispielsweise die Anflugbefeuerung und das NDB) wurde demontiert oder fiel dem Vandalismus zum Opfer, und der Platz hatte keine luftverkehrsrechtliche Betriebsgenehmigung. Erst seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurden die Einrichtungen wieder als Verkehrslandeplatz genutzt.

Ab diesem Zeitpunkt wurde Lahr in das Nachtluftpostnetz der Deutschen Post AG einbezogen, und die Deutsche Lufthansa führte in dieser Periode regelmäßig Postflüge mit Flugzeugen des Typs Boeing 737-330 durch. Darüber hinaus wurden auch des Öfteren Flüge mit Flugzeugen des Typs Antonov An-124 durchgeführt, um Teile von Tunnelvortriebsmaschinen der in der Nähe ansässigen Firma Herrenknecht ohne aufwändigen Landtransport an ihren Bestimmungsort zu transportieren.

An-124 vor dem Verladen von Teilen für eine Tunnelvortriebsmaschine der Firma Herrenknecht 1997

Die Nachfolgegesellschaft Black Forest Airport Lahr GmbH ist seit Frühjahr 2001 zu 99 Prozent in den Händen von Privatinvestoren (Wiggins Group, später umbenannt in PlaneStation Group, England). Das restliche Prozent gehört Anteilseignern aus der ursprünglichen Beteiligungsgesellschaft.

Im Juli 2005 wurden die GmbH-Anteile nach der Insolvenz der PlaneStation Group von dem Airport Operator Churchill Airports, einem Tochterunternehmen der Babcock & Brown Investment Gruppe, übernommen.

Im November 2002 hatte die Black Forest Airport Lahr GmbH als Wiggins-Tochtergesellschaft die Lizenz zum Betrieb eines Verkehrsflughafens beantragt, was vom Regierungspräsidium Freiburg und der damaligen baden-württembergischen Landesregierung verweigert wurde.

Im Januar 2006 hatte die Betreibergesellschaft Churchill Airports bzw. Babcock & Brown eine beschränkte Passagierfluglizenz beantragt, die am 16. Juni 2006 vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigt wurde.

Fortan durfte der Black Forest Airport als exklusiver Zubringer-Flughafen für den Europa-Park Rust fungieren. Die Klage für eine unbeschränkte Lizenz beim Bundesverwaltungsgericht wurde daraufhin zurückgezogen. Als erste Maschine mit Gästen des Europa-Parks landete am 28. Oktober 2006 ein Airbus A320 der Fluggesellschaft Air Berlin auf dem Flughafen Lahr. 2010 wurden die Europapark-Flüge nach und von Lahr mangels Bedarf wieder eingestellt[2]. Seit 2010 fungiert der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden als Zubringerflughafen für den Europapark[3].

Seit dem 29. April 2011 bietet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den Flugplatz zum Verkauf an. Die gesamte Flugbetriebsfläche von 210 Hektar steht zum Verkauf. Parallel zum Verkauf des Flugplatzareals sollen auch die bestehenden luftverkehrsrechtlichen Genehmigungen dem zukünftigen Eigentümer mitveräußert werden.[4]

Der Flughafen wird aufgrund seiner fliegerischen Infrastruktur häufiger für Regierungsflüge genutzt, so beispielsweise während des NATO-Gipfeltreffens im April 2009. Anlässlich seines Deutschlandbesuchs landete Papst Benedikt XVI. am 24. September 2011 mit einer A340-313X der Luftwaffe (16+01) auf dem Flugplatz Lahr, wo er vom baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßt wurde. Anschließend fuhr der Papst über die A5 weiter nach Freiburg. Nach seiner Rückkehr aus Freiburg am 25. September 2011 wurde er von Bundespräsident Christian Wulff verabschiedet und trat mit dem Lufthansa-Airbus „Regensburg“ (D-AIRT) die Rückreise nach Rom Ciampino an. [5]

Technische Daten[Bearbeiten]

Der Flugplatz Lahr verfügt zwar über eine betonierte Fläche mit 3525 m Länge, davon sind aber lediglich 3000 m als nutzbare Start-/Landebahn ausgewiesen. Diese verfügt über eine Tragfähigkeitsklassifizierung Pavement Classification Number PCN 100.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lahr: Die BFAL hat Insolvenz angemeldet - badische-zeitung.de, 1. Februar 2013
  2. Für den Flugplatz Lahr schlägt die Stunde der Wahrheit. badische-zeitung.de, abgerufen am 29. Juni 2011.
  3. Europapark/Flug. Europa-Park, abgerufen am 29. Juni 2011.
  4. Neue Hoffnungen auf einen Investor. badische-zeitung.de, abgerufen am 29. Juni 2011.
  5. http://www.airportzentrale.de/?tag=lufthansa-airbus-regensburg

Weblinks[Bearbeiten]