Borstenhirsen

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Borstenhirsen
Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Borstenhirsen
Wissenschaftlicher Name
Setaria
P.Beauv.

Die Gattung der Borstenhirsen (Setaria) gehört zur Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie sind von den Gemäßigten Zonen über die Subtropen bis in die Tropen und auf Kulturland oder auf Ruderalflächen weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Borstenhirsen-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Halme besitzen Knoten (Nodien). Die Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Deren Blattscheiden sind offen, kahl und höchstens oberwärts und an den Rändern behaart. Die Blatthäutchen bilden einen dichten Haarkranz mit häutiger Basis.

Der ährenförmige, rispige Blütenstand ist dicht oder ausgebreitet. Die langen Borsten am Grunde der Ährchen entsprechen reduzierten Rispenästen. Die langen Borstenhaare sind mit vor- oder rückwärts gerichteten Borstenhaaren besetzt und bleiben nach dem Abfallen des Ährchens stehen. Die Ährchen sind elliptisch, auf einer Seite gewölbt und zweiblütig. Die untere Blüte ist männlich oder steril, die obere zwittrig. Die untere Hüllspelze ist dreinervig und bis halb so lang wie das Ährchen. Die obere Hüllspelze ist fünf- bis siebennervig und halb- bis ebenso lang wie das Ährchen. Die Deckspelze die unteren Blüte ist so lang wie das Ährchen, die der oberen Blüte so lang wie das Ährchen oder wenig kürzer, fünfnervig, kahnförmig, verhärtet, glatt oder runzelig und mit ihren Seitenflächen die Vorspelze umschließend. Die Vorspelze ist zweinervig, verhärtend, glatt oder runzelig. Es sind drei Staubblätter vorhanden. Die Frucht ist fast so lang wie die Blüte und von der verhärteten Deck- und Vorspelze umschlossen.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Setaria wurde 1812 durch Ambroise Marie François Joseph Palisot de Beauvois aufgestellt. Synonyme für Setaria P.Beauv. nom. cons. sind: Acrochaete Peter non Pringsheim, Camusiella Bosser, Chaetochloa Scribn., Cymbosetaria Schweick., Tansaniochloa Rauschert.[1]

Die Gattung Setaria gehört zur Tribus Paniceae in der Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie Poaceae.[2]

Die Gattung Setaria ist von den Gemäßigten Zonen über die Subtropen bis in die Tropen fast weltweit verbreitet. In Europa kommen vier[3] bis neun[4] Arten vor, davon in Deutschland vier[5] bis acht,[6] in Afrika 43 Arten, im gemäßigten Asien 18 Arten, im tropischen Asien 16 Arten, in Australasien 16 Arten, auf pazifischen Inseln neun Arten, in Nordamerika 27 Arten und in Südamerika 48 Arten vor. Einige Setaria-Arten gedeihen auf Kulturland oder auf Ruderalflächen in vielen Gebieten der Welt.

Kolbenhirse (Setaria italica)
Rote Borstenhirse (Setaria pumila)
Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata)
Grüne Borstenhirse (Setaria viridis)

Die Gattung Setaria umfasst 100 bis 180 Arten:[2][1]

Quellen[Bearbeiten]

  • Setaria. 2010 In: W. D. Clayton, K. T Harman, H. Williamson: GrassBase – The Online World Grass Flora. ab 2006 fortlaufend ergänzt, abgerufen 1. Mai 2011 (Abschnitte Beschreibung, Arten und Verbreitung)

Literatur[Bearbeiten]

  • Monika Voggesberger: Setaria Beauv. 1812. In:  Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi, Arno Wörz (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 7: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Alismatidae, Liliidae Teil 1, Commelinidae Teil 1): Butomaceae bis Poaceae, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3316-4, S. 221–229.
  • Shou-liang Chen, Sylvia M. Phillips: Setaria. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 22: Poaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2006, ISBN 1-930723-50-4, S. 531 (online). (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rafaël Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Poaceae. Setaria. Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 21. Dezember 2014
  2. a b Setaria im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Dezember 2014.
  3. William Derek Clayton: Setaria Beauv. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones), Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20108-X, S. 263–264 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c Benito Valdés, Hildemar Scholz; Eckhard von Raab-Straube, Gerald Parolly (Mitarb.): Poaceae (pro parte majore). Setaria. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2009. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014.
  5. a b c d e  Rolf Wisskirchen, Henning Haeupler: Standardliste der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Mit Chromosomenatlas. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 1). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1998, ISBN 3-8001-3360-1, S. 473–474.
  6. a b c Karl Peter Buttler, Michael Thieme und Mitarbeiter: Florenliste von Deutschland – Gefäßpflanzen, Version 6. Frankfurt am Main, August 2014, veröffentlicht im Internet unter [1]. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014.
  7. a b c Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1742–1743.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borstenhirsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien