Braun

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Braun (Begriffsklärung) aufgeführt. Zu Personen siehe Braun (Familienname).

Die Farbe Braun bezeichnet ein stark abgedunkeltes Orange oder Rot.[1]

Farbmuster
Schwarzbraun
#553A26

(Farbcode: #553A26)
Gelbbraun
#645D25

(Farbcode: #645D25)
Orangebraun
#965220

(Farbcode: #965220)
Rotbraun
#963F20

(Farbcode: #963F20)
Ockerbraun
#957101

(Farbcode: #957101)

Farblehre[Bearbeiten]

Farbmetrisch wird eine Farbe dann als Braun angesehen, wenn sie durch Abmischen von Rot mit Grün (Rötel) oder von Rot mit Grün und Schwarz (Umbra) entstanden ist. Braun ist eine gebrochene Farbe. Die als Braun bezeichneten Töne nehmen einen vergleichsweise großen Bereich in Farbräumen ein, so gibt es die grobe Unterteilung in Gelb- und Rotbraun. Man bezeichnet Braun auch als Tertiärfarbe.

Besonders helle Brauntöne nennt man naturfarben.

Die Farbgruppe der Brauntöne umfasst also Farbtöne zwischen Neutralgelb und Weinrot bei einer Helligkeit unter 50 %. Die Sättigung für die roten Brauntöne liegt bei etwa 30 %, aber etwa bei 70 % für Gelbtöne.[2] Gelbtöne schlagen also schneller in eine als eigenständig empfundene Farbnuance um, während gebrochene Rottöne bei gleichem Schwarzanteil noch als Dunkelrot empfunden werden. Braun lässt sich mit einer breiten Palette von Farbmitteln ermischen. Eine Tertiärfarbe in der der Anteil der warmen Farbmittel überwiegt führt zu den Brauntönen.

Pigmente, Farbmittel[Bearbeiten]

Bekannte braune Farbmittel sind Vandyckbraun, Sepia, Umbra und Ocker.

Psyche[Bearbeiten]

Die natürliche Farbe Braun assoziiert Sonnenbraun (Bräunung der Haut) und gilt in westlichen Kulturen als positiv. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts aber galt gebräunte Haut als bäuerlich und das Schönheitsideal forderte „vornehme Blässe“.

In der Umgangssprache spricht man beispielsweise von Hellbraun, Dunkelbraun, Tiefbraun – oder nutzt andere Wörter, um die Farbnuance genauer zu beschreiben: teerbraun, erdbraun, kastanienbraun (maronenbraun), schokoladebraun, kaffeebraun und viele mehr.

In der Mode bezeichnet man braune Nuancen als Erdtöne. Sinngemäß trifft dies die Methoden der Farbtypenlehre, die eine Verbindung zwischen dem Charakter einer Person und deren Lieblingsfarben herstellen. So wird die Farbe braun auf die Erdmenschen bezogen.[3]

Politik[Bearbeiten]

Braune Mütze der SA

Die politische Symbolfarbe Braun war Kennfarbe der Nationalsozialisten. Sie geht zurück auf die Uniformhemden der SA (Braunhemden). Das Braune Haus war von 1930 bis 1945 in München die Parteizentrale der NSDAP. In dieser Tradition steht die Farbe heute für Neonazismus und die extreme Rechte im politischen Spektrum.

Sprachliches[Bearbeiten]

Das deutsche Wort „braun“ geht auf die indogermanische Wurzel *bher-, „braun“, zurück, die in fast allen germanischen Sprachen die Farbbezeichnung ergab (urgermanisch *brûn-o-z, althochdeutsch und altenglisch brūn, neuenglisch brown, niederländisch bruin, schwedisch brun). Nur im Gotischen ist kein entsprechendes Kognat nachweisbar, was wohl der lückenhaften Überlieferung geschuldet ist, im Besonderen dem Umstand, dass die Farbe Braun im gesamten Neuen Testament nicht vorkommt und somit auch nicht in der Wulfilabibel, dem bei weitem umfangreichsten Zeugnis der gotischen Sprache. Das indogermanische Farbwort *bher liegt wohl auch den Bezeichnungen verschiedener brauner Tiere zugrunde, so im Deutschen den Wörten „Bär“ und „Biber“; ein wahrscheinliches Kognat im Griechischen ist Φρύνη (phrýnē), „Kröte“, eigentlich wohl „die Braune“.

In den romanischen Sprachen finden sich Kognaten ebenfalls (spanisch und italienisch bruno, französisch brun), diese stellen aber allesamt Lehnwörter aus dem Germanischen dar, gleiches gilt wohl für Russisch Бурый. Gebräuchlicher sind in den romanischen Sprachen ohnehin Wörter, die auf die Farbe der Kastanie verweisen, also etwa italienisch castano und französisch châtaigne, aber auch spanisch marrón und französisch marron (vergleiche deutsch Maroni, „Esskastanien“); im Russischen wiederum ist die heute gebräuchlichste Bezeichnung für Brauntöne Коричневый, also „zimtfarben.“

Im Deutschen wurde bis in das 18. Jahrhundert hinein mit dem Adjektiv „braun“ zudem die Farbe Violett bezeichnet. In dieser Bedeutung findet sich das Wort mehrfach bei Luther. Die „braunen Nächte“, von denen in der deutschen Barockdichtung häufiger die Rede ist (etwa im Kirchenlied Hernieder ist der Sonnen Schein | Die braune Nacht bricht stark herein) beschreiben keinen Braunton, sondern die blau- bis violettschwarze Farbe der tiefsten Dämmerung. Dieser heute obsolete Sprachgebrauch erklärt sich wohl nicht im eigentlichen Sinne durch Bedeutungswandel, vielmehr handelt es sich hier um ein gänzlich anderes Wort, das auf lateinisch prunus, „Pflaume“, zurückgeht, also um ein etymologisch nicht verwandtes Homonym.

Heraldik[Bearbeiten]

In der Heraldik zählt Braun nicht zu den eigentlichen heraldischen Farben, es wurde erst später den heraldischen Tinkturen zugeordnet.

Kampfsport[Bearbeiten]

Budo-Gürtel (jap. Obi) in den Farben der fünf Schülergrade (jap. Gokyū).

In vielen Kampfkünsten − wie Jiu Jitsu, Judo und Karate − wird ein Gürtel (jap. Obi) als Teil der Kampfsportkleidung (jap. Keikogi) getragen. Der braune Gurt repräsentiert den Kenntnisstand des Budoka und ist den oberen bzw. höchsten Schülergraden (jap. Kyu-Grad) vorbehalten.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Farbmuster nach Handprint (14. September 2006).
  2. Grafik „unsaturated color zones in a generic color wheel“. In: Handprint (26. September 2006).
  3. Erdtyp.
Farb-Check-RGB.png

Die in diesem Artikel angezeigten Farben sind nicht farbverbindlich und können auf verschiedenen Monitoren unterschiedlich erscheinen.
Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild (nur wenn die Seite nicht gezoomt dargestellt wird): Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe („R“ für Rot, „G“ für Grün oder „B“ für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – den gebräuchlichen Wert für IBM-kompatible Computer. Apple-Macintosh-Rechner hingegen verwenden bis einschließlich System 10.5 („Leopard“) standardmäßig einen Gammawert von 1,8, seit dem System 10.6 („Snow Leopard“) kommt Gamma 2,2 zum Einsatz.