Cerbère

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cerbère (Cervera de la Marenda)
Cerbère (Frankreich)
Cerbère
Region Languedoc-Roussillon
Département Pyrénées-Orientales
Arrondissement Céret
Kanton Côte Vermeille
Gemeindeverband Communauté de communes des Albères et de la Côte Vermeille.
Koordinaten 42° 27′ N, 3° 10′ O42.4433333333333.164722222222220Koordinaten: 42° 27′ N, 3° 10′ O
Höhe 0–643 m
Fläche 8,18 km²
Einwohner 1.382 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 169 Einw./km²
Postleitzahl 66290
INSEE-Code
Website cerbere-village.com

Strand von Cerbère

Cerbère (auf Katalanisch Cervera de la Marenda) ist eine französische Gemeinde mit 1382 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Pyrénées-Orientales der Region Languedoc-Roussillon. Sie liegt in der historischen katalanischen Comarca Rosselló an der Küste des Golfe du Lion unmittelbar an der Grenze zu Spanien. Die Gemeinde gehört zum Anbaugebiet des Süßweins Banyuls sowie des Muscat de Rivesaltes.

Verkehr[Bearbeiten]

Cerbère, links im Vordergrund der Bahnhof

Besondere Bedeutung kommt Cerbère im Eisenbahnverkehr zu. Der das Ortsbild prägende Grenzbahnhof ist neben Hendaye der bedeutendste Übergang zu Spanien. Der Bahnhof wurde 1878 von der Compagnie des chemins de fer du Midi et du Canal latéral à la Garonne gebaut. Als Architekt fungiert Gustave Eiffel. Entstanden ist ein prächtiger Stahl-Glas-Bau, der kürzlich renoviert wurde. In Cerbère enden die Gleise der spanischen Breitspur, die der französischen Normalspur enden hingegen im spanischen Bahnhof Portbou, wo sich auch eine Umspuranlage befindet. Die Bedeutung Cerbères ist mit der 2010 eingeweihten Hochgeschwindigkeitsstrecke LGV Perpignan–Figueres jedoch stark zurückgegangen: Während vorher alle Fernzüge auf der Mittelmeerstrecke von und nach Spanien hier hielten, gibt es jetzt im Fernverkehr nur noch 1-2 Intercity täglich nach Paris und nach Cartagena, ansonsten Regionalzüge.

Tourismus[Bearbeiten]

Durch Cerbère verläuft ein Wanderweg, der in Banyuls-sur-Mer beginnt und auf dem man in etwa sechs Stunden einen alten Fluchtweg der Fluchthelfer Lisa und Hans Fittko in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur nachgehen kann, die nach den Fittkos benannte „F-Route“ von Banyuls-sur-Mer über Cerbère in das spanische Portbou. Seit dem 24. Juni 2007 ist dieser Weg offiziell „Chemin Walter Benjamin“ benannt und als historischer Wanderweg markiert,[1][2] um damit an den deutschen Philosophen Walter Benjamin zu erinnern, der diesen Weg unter dramatischen Umständen auf der Flucht vor den Nationalsozialisten am 25. und 26. September 1940 mit Lisa und Hans Fittko beschritt. Die spanischen Behörden ließen den Flüchtenden wegen eines neuen Dekrets nicht einreisen, sondern wollten ihn zurück nach Frankreich schicken, worauf sich Benjamin in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1940 im Hotel Francia de Portbou das Leben nahm, um seiner Auslieferung zu entgehen. Daran erinnert die in Portbou errichtete begehbare Landschaftsskulptur Passagen des israelischen Künstlers Dani Karavan. Auch befindet sich auf dem Friedhof von Portbou ein Gedenkstein zur Erinnerung an Walter Benjamin. Musikalisch wie szenisch wurde Benjamins Tod in der Oper Shadowtime von Charles Bernstein (Libretto) und Brian Ferneyhough (Komposition) verarbeitet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cerbère – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Claudia Diemar: Passagen in die Freiheit. Der "Chemin Walter Benjamin" erinnert an die Flucht des Philosophen über die Pyrenäen vor genau siebzig Jahren. Berliner Zeitung, 4. September 2010, abgerufen am 13. August 2014.
  2. "reiser": Chemin Walter Benjamin, der F-Weg. uebersmeer.at, 19. Mai 2012, abgerufen am 13. August 2014.