Cinemaxx
| CinemaxX AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | DE0005085708 |
| Gründung | Juli 1998 |
| Sitz | Hamburg, Deutschland |
| Leitung | Christian Gisy, Vorstandsvorsitzender |
| Mitarbeiter | 2100[1] |
| Umsatz | 211,90 Mio. EUR[1] |
| Bilanzsumme | 168,39 Mio. EUR[1] |
| Branche | Kinobetreiber |
| Website | www.cinemaxx.com |
| Stand: 31. Dezember 2012 | |
Die Cinemaxx AG ist ein deutsches Kinounternehmen.
Inhaltsverzeichnis |
Das Unternehmen [Bearbeiten]
Die Cinemaxx AG wurde 1998 gegründet. Das Unternehmen betreibt 30 Kinocenter der Marke Cinemaxx in Deutschland, sowie drei weitere im Nachbarland Dänemark (Stand Juli 2012)[2] und war das erste an der Frankfurter Wertpapierbörse notierte Kinounternehmen. Unternehmensgründer und langjähriger Vorstandsvorsitzender war der hannoversche Kinokönig Hans-Joachim Flebbe.
In einigen Städten, wie beispielsweise Hannover, spricht man daher manchmal auch von den „Flebbe-Kinos“. Nach dem Rückzug von Hans-Joachim Flebbe in den Aufsichtsrat leitete der bisherige zweite Vorstand für „Personal, Finanzen und IT“ Christian Gisy als alleiniger Vorstand/Geschäftsführer den Konzern bis Mitte 2008. Am 11. Dezember 2008 wurde Thilo Rieg zum zweiten Vorstand ernannt. Am 21. Januar 2009 schied Flebbe aus dem Aufsichtsrat aus, der gleichzeitig von zwölf auf sechs Mitglieder halbiert wurde.[3] Zum 1. Juni 2012 trennte sich die CinemaxX AG vom bisherigen zweiten Vorstand Thilo Rieg in gegenseitigem Einvernehmen[4]. Zum 4. Juli 2012 hat der Aufsichtsrat Christoph Ahmadi zum Vorstand bestellt.[5]
Größter Aktionär ist der Filmhändler Herbert Kloiber, dessen Tele München Gruppe seit dem 12. August 2009 rund 69 Prozent des größten deutschen Filmtheater-Konzerns besitzt und durch eine Kapitalerhöhung im März 2010 seine Anteile auf 72,5 % gesteigert hat.[6][7] Am 10. Juli 2012 wurde bekannt, dass der britische Kinobetreiber Vue Entertainment die Cinemaxx AG für etwa 174 Millionen Euro übernehmen möchte.[2] Nach Übernahme von 95 Prozent der Anteile wurde im Oktober 2012 der Squeeze-out der Minderheitsaktionäre beantragt.[8]
Insgesamt betreibt die Cinemaxx AG in Deutschland und Dänemark zurzeit 33 Multiplex-Kinos mit 295 Leinwänden und rund 78.000 Plätzen. Neben den Multiplex-Kinos betreibt die Cinemaxx AG noch ein traditionelles Kino, das Holi in Hamburg.[9] Das Cinemaxx in Darmstadt gehört nicht zum Unternehmen, sondern zur Kinopolis-Gruppe. Am Cinemaxx in Mannheim ist die Cinemaxx AG mit zehn Prozent beteiligt, die übrigen 90 Prozent sind im Besitz der Cineplex-Gruppe. Die Cinemaxx AG beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter und hat ihren Sitz in Hamburg.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Anfänge [Bearbeiten]
Im Jahr 1973 stieg Cinemaxx-Unternehmensgründer Hans-Joachim Flebbe in die Kinobranche ein. Als Student fragte er an der Kasse des Apollo-Kinos in Hannover, ob Filmvorschläge angenommen würden. Seine Programmgestaltung brachte dem vormals kriselnden Theater wieder ausverkaufte Vorstellungen.
1977 eröffnete Flebbe sein erstes eigenes Kino in Hannover am Raschplatz. Bereits ein Jahr später erhielt das Raschplatz-Kino eine Auszeichnung für ein „hervorragendes Jahresprogramm“ vom Bundesinnenministerium. In den achtziger Jahren übernahm das Unternehmen zahlreiche andere Kinos in Deutschland, darunter das Holi in Hamburg und die Lupe-Kinos in Braunschweig und Berlin.
Einstieg ins Multiplex-Geschäft [Bearbeiten]
1989 gründete Flebbe gemeinsam mit den Medienunternehmern Rolf Deyhle und Bodo Scriba die Cinemaxx-Gesellschaft. Am 8. März 1991 wurde das erste Cinemaxx in Hannover eröffnet. Noch am 11. Dezember desselben Jahres folgte das Cinemaxx in Essen,[10] das mit seinen 16 Sälen und insgesamt 5.300 Plätzen bis heute (Stand: Dezember 2011) das größte Multiplex-Kino in Deutschland blieb. Schon im Jahr 1992 war das Cinemaxx Hannover das wirtschaftlich erfolgreichste Kino in Deutschland, gefolgt vom Cinemaxx Essen. Auf der Cinema EXPO in Brüssel wurde Hans-Joachim Flebbe als „Pionier des Jahres 1992“ ausgezeichnet.
Expansion [Bearbeiten]
1993 wurden das Maxx in München und im Jahr 1995 die Cinemaxx-Kinos in Kiel und Halle eröffnet. Weitere Neueröffnungen im Jahr 1995 waren die Häuser in Magdeburg und Göttingen.
Am 3. Oktober 1996 kam das „Filmfestspielhaus“ Cinemaxx Hamburg-Dammtor hinzu, gelegen unmittelbar neben dem gleichnamigen Intercity-Bahnhof. Der Saal 1 war mit 969 Sitzplätzen – der für die Werbung großzügig auf 1001 Plätze „virtuell erweitert“ wurde – der größte Saalneubau Deutschlands, nachdem die Kinobranche in den 70ern und 80ern in entgegengesetzter Richtung auf den Umbau von großen Kinos in Kinocenter mit teilweise winzigen Räumen gesetzt hatte („Schachtelkinos“). Im Lauf der Jahre fanden hier mehrere große Premieren in Anwesenheit vieler Stars statt, so unter anderem von Contact mit Jodie Foster, Eyes Wide Shut mit Tom Cruise und Nicole Kidman, Postman mit Kevin Costner oder in jüngster Zeit die Deutschlandpremieren von Catwoman und Der Polarexpress.
1997 baute Cinemaxx fünf weitere Multiplexe in Deutschland, darunter das Cinemaxx Berlin-Colosseum. Im Jahr 1998 folgten Cinemaxxe in Bremen, Regensburg, Mülheim an der Ruhr, Berlin-Hohenschönhausen, Bielefeld und das Filmfestspielhaus Cinemaxx Berlin-Potsdamer Platz, das jährlich auch für die Berlinale genutzt wird. In den Jahren 1999 und 2000 kamen insgesamt weitere 12 Kinokomplexe hinzu. Die letzten in Deutschland eröffneten Cinemaxx-Kinos waren die in Heilbronn, Wolfsburg, Dresden und Braunschweig (2000), das zweite Cinemaxx-Kino in Hannover (14. Dezember 2000), Stuttgart, Delmenhorst (2001) sowie Halle-Neustadt (2002).
Übernahme der Ufa-Kinos [Bearbeiten]
Im Jahr 2000 übernahm die Cinemaxx AG durch eine Kapitalbeteiligung und einen Geschäftsbesorgungsvertrag die operative Leitung der Ufa-Kinos. Durch diesen Zusammenschluss entstand mit 623 Leinwänden an 54 Standorten mit rund 30 Millionen Kinobesuchern (1999) Deutschlands zu dieser Zeit größter Kinounternehmensverbund.[11] Die Kooperation währte jedoch nur wenige Monate, da nach dem Multiplex-Bauboom bei abnehmenden Besucherzahlen viele Städte überversorgt waren und die Cinemaxx- und Ufa-Theater an einigen Standorten zudem in direkter Konkurrenz standen.[12] 2003 übernahm der Konkurrent Cinestar die Ufa-Kinos und löste Cinemaxx als Branchenprimus ab.[13]
Einstieg ins 3D-Geschäft [Bearbeiten]
Im Sommer 2009 wurde bekannt, dass Cinemaxx bis Ende des Jahres deutschlandweit in 60 Sälen Technik zum Vorführen von 3D-Filmen installieren wird.[14] Dazu investierte die Firma über fünf Millionen Euro. Zum Einsatz kommt Technik von Sony und Real-D unter dem Namen MaxXimum 3D. Die maximale Auflösung soll 4K (bei 3D-Filmen 2K) betragen.
Cinemaxx im Ausland [Bearbeiten]
Auch im Ausland hat die Cinemaxx AG Kinos eröffnet. Nach der ersten Eröffnung eines Cinemaxx in Ankara (Türkei) im Jahr 1998 wurden weitere Kinos in Europa eröffnet, in Emmenbrücke in der Schweiz (2000), in Odense, Kopenhagen und Aarhus (alle drei Dänemark) sowie in Barcelona wie auch in anderen Teilen Spaniens.
Abgesehen von den dänischen Kinos wurden die Auslandsbeteiligungen zwischenzeitlich alle wieder verkauft.
Sonderveranstaltungen [Bearbeiten]
Neben den schon erwähnten Premieren – vor allem in Hamburg und Berlin – hat die Cinemaxx AG noch weitere Sonderveranstaltungen im Programm. So findet in verschiedenen Städten in den Cinemaxx-Kinos alljährlich das Fantasy-Filmfest statt. Im Cinemaxx Hamburg wird beispielsweise das Filmfest Hamburg veranstaltet. Einige Zeit lang fanden auch Teile der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg dort statt. Weitere Veranstaltungen entstanden durch eine Kooperation mit ProSieben. So wird in vielen Kinos der Cinemaxx-Gruppe jedes Jahr zur Oscar-Verleihung ein umfangreiches Rahmenprogramm inklusive Liveübertragung der Verleihung angeboten. Das Cinemaxx am Potsdamer Platz in Berlin hingegen ist offizielles Festival-Kino der Berlinale. Das Cinemaxx Heilbronn beherbergte das Kommunale Kino der Stadt Heilbronn, wegen chronisch niedriger Zuschauerzahlen wurde diese Zusammenarbeit im Sommer 2012 vom Betreiber aufgekündigt. In einigen Kinos wurden im Zuge der Fußball-WM 2006 Spiele live und kostenlos in den Kinos gezeigt.
Cinegamez [Bearbeiten]
Nach teilweise massiven Besucherrückgängen seit Mitte der neunziger Jahre sucht der Cinemaxx-Konzern nach neuen Wegen der Publikumsansprache. Im größten, wenig ausgelasteten Cinemaxx in Essen wurde März 2006 von einem Gastunternehmen namens Cinegamez ein Kino- in einen Computerspiele-Saal umgerüstet. [15] Trotz öffentlicher Aufmerksamkeit für das Experiment und zum Teil überregionaler Berichterstattung blieb der Besucherzuspruch insgesamt gering. Außerdem gab es Schwierigkeiten mit dem Ordnungsamt, das die Einrichtung als Spielhalle wertete, was Zutrittsverbot für Jugendliche und hohe Vergnügungssteuern zur Folge gehabt hätte. Cinegamez wurde im Juli 2006 wieder geschlossen. Im selben Saal wurde im Dezember 2006 der nach eigenen Angaben erste Luxus-Kinosaal Deutschlands eröffnet. 292 Kinosessel in Reihen wurden durch 104 einzelne Ledersessel mit Tischen ersetzt. Von einer Bar wird am Platz bedient. Die Einrichtung soll mit erhöhten Eintrittspreisen ein besonderes Publikum mit gehobenen Ansprüchen anlocken. [16]
Weblinks [Bearbeiten]
- Cinemaxx AG
- Cinemaxx Dänemark
- CinemaxX Potsdamer Platz auf kinokompendium.de
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c CinemaxX Geschäftsbericht 2012 (PDF; 2,5 MB)
- ↑ a b Britischer Investor kauft Cinemaxx. Spiegel Online, 10. Juli 2012, abgerufen am 10. Juli 2012.
- ↑ Flebbe nicht mehr im Aufsichtsrat, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 22. Januar 2009, Seite 14, Ressort Wirtschaft
- ↑ CinemaxX AG: Trennung von Vorstand Thilo Rieg
- ↑ Aufsichtsrat bestellt Christoph Ahmadi zum Vorstand
- ↑ [1] 40 Jahre TMG. Kapitalerhöhung an Cinemaxx Konzern.
- ↑ Kloiber übernimmt Mehrheit an Kinokette Cinemaxx dpa-AFX vom 12. August 2009
- ↑ aktiencheck.de: CinemaxX-Aktie: Squeeze-Out-Antrag der Vue Beteiligungs AG
- ↑ http://www.cinemaxx.com/de/unternehmen/fakten.html
- ↑ WAZ, Lokalteil Essen, Licht und Schatten im Cinemaxx, 10. Dezember 2011
- ↑ tagesspiegel.de: Fusion zum größten Multiplex-Konzern Deutschlands - Senator Film mit 25 Prozent an Cinemaxx beteiligt
- ↑ spiegel.de: Rückschlag für Flebbe
- ↑ spiegel.de: Kieft & Kieft kauft die Ufa-Kette
- ↑ Blogeintrag auf Basic Thinking vom 25. August 2009
- ↑ rp-online.de: Lan-Partys im Kino-Format
- ↑ mediabiz.de: Luxus-Kinoangebote in der Diskussion
Cinemaxx | Cinestar | Cineplex | Kinopolis | United Cinemas International