Der Polarexpress
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Der Polarexpress |
| Originaltitel | The Polar Express |
| Produktionsland | Vereinigte Staaten |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2004 |
| Länge | 96 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 6[1] JMK 0[2] |
| Stab | |
| Regie | Robert Zemeckis |
| Drehbuch | William Broyles jr. Robert Zemeckis Chris Van Allsburg |
| Produktion | Robert Zemeckis Steve Starkey Gary Goetzman William Teitler |
| Musik | Glen Ballard Alan Silvestri |
| Kamera | Don Burgess Robert Presley |
| Schnitt | Jeremiah O’Driscoll R. Orlando Duenas |
Der Polarexpress (The Polar Express) ist ein computeranimierter Kinderfilm aus dem Jahr 2004 von Regisseur Robert Zemeckis. Der Film erzählt die Geschichte des gleichnamigen Kinderbuchs von Chris Van Allsburg.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
In der Weihnachtsnacht zum Heiligabend liegt ein kleiner Junge in seinem Bett und wartet, trotz seiner Zweifel am Weihnachtsmann, auf die Geräusche des Rentierschlittens. Im Laufe der Nacht jedoch hört er Geräusche eines Zuges und begibt sich vor die Haustür, wo ein Schaffner vor einem Zug mit dem Namen Polarexpress steht. Dieser erklärt ihm, der Zug fahre zum Nordpol und bittet den kleinen Jungen, einzusteigen. Nach kurzem Zögern tut er dies letztlich auch.
Auf der Fahrt zum Nordpol lernt er andere Passagiere in seinem Alter kennen - darunter unter anderem ein nettes Mädchen, einen „Besserwisser“, sowie den als letztes zugestiegenen verarmten Bill, der sich in ein anderes Abteil zurückgezogen hat. Während der Zugfahrt werden die Kinder mit Kakao verwöhnt. Das Mädchen versteckt seine heiße Schokolade unter dem Sitz, um sie später Bill zu übergeben. Bevor sie ihm diese überbringen kann, kontrolliert der Schaffner die auf mysteriöse Weise in die Taschen der Passagiere gekommenen Fahrkarten und locht dabei jeweils zwei Buchstaben hinein. Das Ticket des Mädchens jedoch übersieht er. Während sie zusammen mit dem Schaffner, der die Schokolade entdeckt hat und ihre Gutmütigkeit anerkennend Bill die heiße Schokolade überbringt, entdeckt der kleine Junge die Fahrkarte und will diese dem Mädchen zurückgeben. Dabei fällt sie ihm aus der Hand und verschwindet. Allerdings findet die Fahrkarte unbemerkt wieder den Weg in den Zug zurück, als der Schaffner gerade das Fehlen der Fahrkarte monieren will. Während der Schaffner erneut mit dem Mädchen verschwindet, macht sich der kleine Junge Sorgen um seine neue Freundin, entdeckt die Fahrkarte und macht sich auf den Weg zu ihr.
Der Weg jedoch führt über das Dach des Zuges. Dort trifft der Junge auf einen Landstreicher, der sich später als Geist herausstellt und sich im Gespräch als Besitzer des Nordpols sowie des Polarexpresses ausgibt. Er begleitet ihn weiter zur Lok des Zuges, in der sich seine Freundin befindet und den Zug steuert. Die Lokführer selbst stehen vor der Rauchkammertür und entdecken eine Herde Karibus. Im letzten Moment kann der Zug stoppen. Der Schaffner jedoch, der einen straffen Zeitplan einzuhalten hat, da der Zug um Mitternacht am Nordpol eingetroffen sein muss, weil ansonsten Weihnachten entfällt, merkt, dass der Lokführer, wenn man diesen am Bart zieht, mit den Tieren kommunizieren kann und löst auf diese Weise das Problem.
Bei der Weiterfahrt, der kleine Junge und das Mädchen befinden sich noch auf der Frontplattform der Lok, fahren sie auf dem weltweit stärksten Gefälle, was einer Achterbahnfahrt ähnelt, sowie einem zugefrorenen See, auf welchem die Gleise weggefroren sind und der Zug ohne Schienen über das brechende Eis fahren muss. Dabei wären das Mädchen, der Schaffner und der Junge beinahe von der Bahn gefallen, wenn der Landstreicher sie nicht im letzten Moment gerettet hätte. Mit Müh und Not kann der Zug zudem erneut die Gleise erreichen. Auf dem Weg zurück in ihr Abteil finden sich der Schaffner, der Junge und das Mädchen zwischenzeitlich in einem Abteil wieder, in welchem sich beschädigte Puppen auf dem Weg zur Reparatur am Nordpol befinden. Dort erlaubt sich der Landstreicher einen Scherz und erschreckt den Jungen, indem er ihn mit einer Figur von Ebenezer Scrooge warnt, so zu werden, wie dieser war.
Fünf Minuten vor Mitternacht trifft der Polarexpress gerade noch rechtzeitig am Nordpol ein und alle, bis auf Bill, der weiterhin im hintersten Abteil ausharrt, steigen aus dem Zug. Der Junge und das Mädchen jedoch wollen Bill davon überzeugen, Weihnachten mitzufeiern und gehen zurück in Bills Abteil. Dabei entkuppelt der kleine Junge unbemerkt den Zug und dieser fährt einen Hang hinunter und bleibt auf einer Drehscheibe stehen. Die Kinder steigen aus und entdecken in einem naheliegenden Gebäude Weihnachtselfen, die die letzten Geschenke vorbereiten. Nachdem sie damit fertig sind, folgen die Kinder ihnen unbemerkt. Sie finden sich schließlich an einem Laufband wieder, auf welchem Bill ein Geschenk, das an ihn adressiert ist, entdeckt. Er schnappt sich dieses und landet am Ende des Laufbandes auf einer Rutsche. Das Mädchen und der kleine Junge folgen ihm. Die Rutsche führt sie in einen Geschenkesack, welcher durch ein Luftschiff zum Platz am Nordpol gebracht wird, wo bereits alle auf den Weihnachtsmann warten.
Dort werden die drei zusammen mit dem Besserwisser, der ihnen unbemerkt gefolgt ist, von den Elfen, die behaupten, von ihrem Aufenthalt von Anfang an gewusst zu haben, entdeckt und dem Schaffner übergeben. Auf mysteriöse Weise geschah dies alles seit ihrem Eintreffen am Nordpol um 23:55 Uhr. Punkt Mitternacht erscheint der Weihnachtsmann. Dabei fällt ihm ein Glöckchen auf den Boden. Der kleine Junge hebt dieses auf, schüttelt es, kann jedoch nichts hören. Daraufhin versucht er es mit den Worten, er glaube an den Weihnachtsmann, erneut, und kann das Glöckchen nun hören. Und dann steht der Weihnachtsmann tatsächlich vor ihm. Der Junge gibt ihm das Glöckchen zurück. Nun darf er sich das erste Geschenk wünschen und wählt das Glöckchen des Weihnachtsmannes, das er auch erhält und in seine rechte Jackentasche steckt. Sodann macht sich der Weihnachtsmann auf den alljährlichen Weg, die Geschenke zu verteilen.
Als der Junge später erneut seine Fahrkarte vorzeigen muss, bei der der Schaffner die Buchstaben auf ein Wort (believe = glauben) erweitert, entdeckt er, dass sein Glöckchen verschwunden ist, da seine rechte Tasche ein Loch hat. Als er jedoch am nächsten Morgen, wieder zu Hause, mit seinen Eltern und seiner Schwester Sarah seine Geschenke öffnet, findet er das Glöckchen wieder. Seine Eltern wissen jedoch nicht, von wem dieses Geschenk ist und denken das Glöckchen sei kaputt, da es für ihre Ohren, weil sie nicht an den Weihnachtsmann glauben, keinen Ton von sich gibt.
Synchronisation [Bearbeiten]
| Rolle | Darsteller | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Der kleine Junge | Tom Hanks Josh Hutcherson (Kind) |
Tim Schwarzmaier |
| Schaffner | Tom Hanks | Arne Elsholtz |
| Landstreicher | Tom Hanks | Arne Elsholtz |
| Ebenezer Scrooge | Tom Hanks | Arne Elsholtz |
| Weihnachtsmann | Tom Hanks | Roland Hemmo |
| Vater des Jungen | Tom Hanks | Tobias Meister |
| Der Besserwisser | Eddie Deezen | Hannes Maurer |
Hintergrund [Bearbeiten]
- Bei diesem Film kam eine neue Technik zum Einsatz, das sogenannte Motion Capture, welche bereits bei den Dreharbeiten zur Trilogie Der Herr der Ringe für die Rolle des Wesens Gollum verwendet wurde. Die Schauspieler wurden hierfür zunächst real gefilmt und ihre Darstellung, Mimik und Gestik wurde dann auf die digitalen Figuren übertragen.
- Der Film wurde als erster Hollywood-Film komplett in das IMAX-3D-Format umgewandelt und in IMAX-Kinos vorgeführt.
- Statt Untertitel einzublenden, hat man für das deutschsprachige Publikum bei sämtlichen Szenen mit Beschriftungen die Texte ins Deutsche übersetzt und ins Bild gebracht.
- Als Vorlage für die Lokomotive diente das erhaltene Fahrzeug der PM-Klasse N-1 Nr. 1225.
Kritik [Bearbeiten]
„Die fantasievolle Geschichte beruht auf einem erfolgreichen Kinderbuch, schmückt dessen schmale Erzählung aber mit zahlreichen effekthascherischen Erlebnissen aus, die einer neuartigen Technik, menschliche Figuren zu digitalisieren und in ein Computer generiertes Umfeld einzubetten, wirkungsvolle Einsatzmöglichkeiten liefern sollen. Die angestrebte Wiederentdeckung traditioneller Werte wie Freundschaft, Mut und Glauben kommt zwar in etlichen intimen und poetischen Szenen zum Tragen, wird im Lauf der Handlung aber zunehmend von Veräußerlichungen zugedeckt.“
– Lexikon des internationalen Films
Ehrungen [Bearbeiten]
- 2004: Bambi in der Kategorie Film International für Tom Hanks
- 2005: Nominiert für einen Golden Globe in der Kategorie Best Original Song – Motion Picture für das Lied Believe
- 2005: Nominiert für einen Oscar in den Kategorien Bester Ton, Bester Tonschnitt und Bester Original-Song (Believe)
Literatur [Bearbeiten]
- Chris Van Allsburg: Der Polarexpress (Originaltitel: The Polar Express). Deutsch von Hansjörg Schertenleib. Carlsen, Hamburg 2001, ISBN 3-551-51561-1.
- Ellen Weiss: Der Polarexpress. Eine Weihnachtsgeschichte. Roman. Nach der Erzählung von Chris Van Allsburg. Deutsch von Gabriele Haefs. Carlsen, Hamburg 2004, ISBN 3-551-35465-0.
Weblinks [Bearbeiten]
- Der Polarexpress in der Internet Movie Database (englisch)
- Offizielle Internetpräsenz (deutsch)
- Presseschau zum Film auf film-zeit.de
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Freigabebescheinigung (PDF; 72 kB) der FSK
- ↑ Freigabe der Jugendmedienkommission
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