DDR-Fußball-Oberliga 1979/80

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Die Saison 1979/80 war die 32. Auflage der DDR-Fussballmeisterschaft. Der Berliner FC Dynamo verteidigte durch einen 1:0-Sieg am letzten Spieltag gegen die SG Dynamo Dresden seinen Titel aus dem Vorjahr und errang die zweite Meisterschaft.

Saisonverlauf[Bearbeiten]

Der Titelkampf wurde zu einem Zweikampf der beiden Dynamo-Mannschaften aus Dresden und Berlin. Dresden stand 23 Spieltage lang (vom 1. bis 18. und vom 21. bis 25. Spieltag) an der Tabellenspitze und musste sich am Ende mit dem Zweiten Platz begnügen. Am letzten Spieltag gelang dem BFC durch einen 1:0-Heimsieg gegen Dresden die erfolgreiche Titelverteidigung.

Auf den Plätzen folgten der FC Carl Zeiss Jena und der 1. FC Magdeburg mit zehn bzw. zwölf Punkten Rückstand auf das Spitzenduo. Aufsteiger FC Vorwärts Frankfurt (Oder) kam auch dank der drittbesten Auswärtsbilanz auf einen hervorragenden fünften Platz, noch vor Lokomotive Leipzig.

Der HFC, der eine gute Hinrunde (3. Platz) spielte, konnte dieses Niveau nicht halten und belegte am Ende den siebenten Rang. Danach folgten jene Mannschaften die mit den Abstieg zu tun hatten. Am 22. Spieltag trennten den Achten BSG Sachsenring Zwickau nur vier Punkte vom Schlusslicht Chemie Leipzig. Zwickau rettete sich praktisch einen Spieltag später mit einem Heimsieg gegen Jena. Der 25. Spieltag brachte dann die BSG Stahl Riesa den endgültigen Klassenerhalt und für den FC Rot-Weiß Erfurt (Letzter der Hinrunde), den FC Karl-Marx-Stadt und Wismut Aue eine komfortable Ausgangsposition für den letzten Spieltag. Union hatte nach der 0:6 Schlappe gegen den BFC nicht nur zwei Punkte Rückstand, sondern auch das deutlich schlechteste Torverhältnis. Dresden besiegelte durch einen Heimsieg gegen Chemie den Abstieg der Leutzscher. Diesen folgte dann der 1. FC Union Berlin durch eine Niederlage in Frankfurt. Nach 1969 und 1973 mussten die Eisernen das dritte Mal den Gang in die DDR-Liga antreten.

Abschlusstabelle[Bearbeiten]

DDR-Fußball-Oberliga 1980.jpg
Abschlusstabelle
1979/80
Pl. Mannschaft Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. Berliner FC Dynamo (M) 26 20 3 3 72:16  +56 43-9  
2. SG Dynamo Dresden 26 20 2 4 65:22  +43 42-10
3. FC Carl Zeiss Jena 26 13 6 7 41:24  +17 32-20
4. 1. FC Magdeburg (P) 26 12 6 8 45:37  +8 30-22
5. FC Vorwärts Frankfurt/O. (A) 26 11 8 7 41:40  +1 30-22
6. 1. FC Lokomotive Leipzig 26 11 7 8 50:34  +16 29-23
7. Hallescher FC Chemie 26 12 4 10 38:37  +1 28-24
8. BSG Sachsenring Zwickau 26 9 4 13 27:42  -15 22-30
9. BSG Wismut Aue 26 8 4 14 26:42  -16 20-32
10. BSG Stahl Riesa 26 5 10 11 22:53  -31 20-32
11. FC Karl-Marx-Stadt 26 6 7 13 26:38  -12 19-33
12. FC Rot-Weiß Erfurt 26 6 6 14 33:38  -5 18-34
13. 1. FC Union Berlin 26 6 4 16 18:44  -26 16-36
14. BSG Chemie Leipzig (A) 26 4 7 15 21:58  -37 15-37
Entscheidungen
DDR-Meister und Teilnahme am Europapokal der Landesmeister: BFC Dynamo
Pokalsieger und Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger: FC Carl Zeiss Jena
Teilnahme am UEFA-Pokal: SG Dynamo Dresden, 1. FC Magdeburg, FC Vorwärts Frankfurt /O.
Abstieg in die DDR-Liga: 1. FC Union Berlin, BSG Chemie Leipzig
(M) DDR-Meister der letzten Saison
(P) Pokalsieger der letzten Saison
(A) Aufsteiger der letzten Saison
Aufsteiger aus der DDR-Liga: FC Hansa Rostock , BSG Chemie Böhlen

Kreuztabelle[Bearbeiten]

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

1979/1980 BFC Dynamo SG Dynamo Dresden FC Carl Zeiss Jena 1. FC Magdeburg FC Vorwärts Frankfurt/O. 1.FC Lok Leipzig HFC Chemie BSG Sachsenring Zwickau BSG Wismut Aue BSG Stahl Riesa FC Karl-Marx-Stadt FC Rot-Weiß Erfurt 1. FC Union Berlin BSG Chemie Leipzig
1. BFC Dynamo 1:0 1:0 2:1 4:0 4:1 4:1 5:0 3:0 9:1 3:0 1:0 2:0 10:0
2. SG Dynamo Dresden 1:2 3:0 3:1 4:1 3:0 3:0 3:1 4:2 5:0 1:0 1:1 1:0 4:0
3. FC Carl Zeiss Jena 2:0 0:1 3:2 3:1 1:1 4:1 3:0 3:0 2:0 2:1 1:1 3:1 3:0
4. 1. FC Magdeburg 0:1 2:2 1:1 3:2 2:1 2:0 2:0 2:0 5:2 2:0 2:1 5:1 4:0
5. FC Vorwärts Frankfurt /O. 0:0 0:3 2:2 0:0 0:5 2:2 3:1 2:0 5:0 3:1 2:2 3:1 2:0
6. 1. FC Lokomotive Leipzig 0:0 4:2 2:1 1:1 1:1 2:3 4:0 2:0 5:0 3:2 0:2 1:0 3:0
7. HFC Chemie 3:1 0:1 1:0 5:1 2:3 1:1 3:1 2:1 1:1 2:0 3:2 1:0 2:0
8. BSG Sachsenring Zwickau 2:1 0:1 2:0 1:0 1:1 1:0 2:0 0:0 3:0 2:0 3:1 2:0 0:3
9. BSG Wismut Aue 1:4 2:1 0:1 3:0 0:3 2:1 2:1 2:1 0:0 2:2 1:0 0:0 5:2
10. BSG Stahl Riesa 1:1 1:3 0:3 0:0 1:1 2:2 0:0 1:1 4:0 1:0 1:0 2:0 1:0
11. FC Karl-Marx-Stadt 1:3 1:3 0:0 3:0 3:0 2:2 1:0 3:2 1:0 0:0 2:1 1:1 1:1
12. FC Rot-Weiß Erfurt 0:2 2:5 0:1 3:3 0:1 1:2 1:2 4:0 1:0 3:1 2:0 2:0 2:2
13. 1. FC Union Berlin 0:6 0:3 1:1 2:3 0:1 2:1 0:2 1:0 0:2 2:0 2:1 2:1 0:0
14. BSG Chemie Leipzig 1:2 1:4 2:1 0:1 1:2 1:5 2:0 1:1 2:1 2:2 0:0 0:0 0:2

Statistik[Bearbeiten]

Die Meistermannschaft[Bearbeiten]

BFC Dynamo
Bodo Rudwaleit (25 Spiele /- Tore)

Norbert Trieloff (26/2)
Michael Noack (21/1), Rainer Troppa (25/2), Artur Ullrich (26/2)
Frank Terletzki (26/12), Roland Jüngling (18/1), Ralf Sträßer (22/7)
Hans-Jürgen Riediger (20/13), Hartmut Pelka (24/15), Wolf-Rüdiger Netz (22/8)

Trainer: Jürgen Bogs
außerdem: Reinhard Schwerdtner (Tor, 2/-); Bernd Schulz (24/4), Reinhard Lauck (12/1), Bernd Brillat (12/1), Olaf Seier (10/-), Rainer Ernst (6/-), Detlef Helms (6/3), Frank Rohde (2/-), Andreas Rath (1/-)

Torschützenliste[Bearbeiten]

Spieler Mannschaft Tore
1. Dieter Kühn 1. FC Lok Leipzig 21
2. Joachim Streich 1. FC Magdeburg 19
3. Gerd Weber SG Dynamo Dresden 16
4. Hartmut Pelka BFC Dynamo 15
5. Hans-Jürgen Riediger BFC Dynamo 13

Zuschauer[Bearbeiten]

  • In 182 Spielen kamen 2 221 700 Zuschauer (\varnothing 12 207 pro Spiel) in die Stadien.
  • Größte Zuschauerkulisse: 38 000 Chemie Leipzig – Lok Leipzig (10.Sp.)
    Niedrigste Zuschauerkulisse: 3 000 Vorwärts Frankfurt /O. – FC Karl-Marx-Stadt (15.Sp.) und 3 000 Vorwärts Frankfurt /O. – Sachsenring Zwickau (22.Sp.)
Mannschaft Gesamt \varnothing Heim \varnothing Auswärts \varnothing
BFC Dynamo 416500 16019 194000 14923 222500 17115
SG Dynamo Dresden 529500 20365 320000 24615 209500 16115
FC Carl Zeiss Jena 279500 10750 112000 8615 167500 12884
1.FC Magdeburg 355000 13654 166500 12807 188500 14500
FC Vorwärts Frankfurt /O. 196500 7558 70000 5384 126500 9730
1.FC Lok Leipzig 331500 12750 142000 10923 189500 14576
HFC Chemie 378500 14538 237000 18230 141500 10884
BSG Sachsenring Zwickau 236500 9096 103500 7961 133000 10230
BSG Wismut Aue 265600 10215 123500 9500 142100 10930
BSG Stahl Riesa 220900 8496 89600 6892 131300 10100
FC Karl-Marx-Stadt 250200 9623 118600 9123 131600 10123
FC Rot-Weiß Erfurt 286500 11019 141000 10846 145500 11192
1.FC Union Berlin 346700 13335 212000 16307 134700 10361
BSG Chemie Leipzig 342000 13154 192000 14769 150000 11538

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • 304 Spieler kamen zum Einsatz, davon waren 22 in allen Punktspielen dabei.
  • 525 Tore (\varnothing 2,88 pro Spiel) wurden erzielt, wobei sich 154 Spieler als Torschützen auszeichnen konnten.
73 Strafstöße wurden verhängt, wovon 54 verwandelt wurden. André Jarmuszkiewicz vom FCV traf fünfmal und Jürgen Croy aus Zwickau parierte fünf.
achtmal trafen die Spieler ins eigene Netz.
1 Hattrick: Krostitz (HFC) gegen Magdeburg (7. Spieltag)
Vier Tore: Kühn (Lok) beim FCV (12. Spieltag), Pelka (BFC) gegen Riesa (15. Spieltag)
Drei Tore: Streich (FCM) gegen Chemie Leipzig (2. Spieltag), Riediger (BFC) gegen Lok Leipzig (24. Spieltag), Vogel (Jena) gegen den HFC (24. Spieltag)
Dieter Göpel (Erfurt) erzielte am 15. Spieltag gegen Aue das 18 000 Tor der Oberliga-Geschichte.
Frank Terletzki (BFC) verwandelte am 15. Spieltag direkt eine Ecke gegen Riesa.
  • Es gab 107 Heimsiege, 39 Unentschieden und 36 Auswärtssiege.
  • Höchster Sieg: BFC – Chemie Leipzig 10:0 (17. Spieltag)
Torreichstes Spiel: BFC – Chemie Leipzig 10:0 (17. Spieltag) und BFC – Stahl Riesa 9:1 (15. Spieltag)
  • 10 Feldverweise und 366 Verwarnungen verhängten die Unparteiischen, wobei 55 Spieler nach der dritten bzw. sechsten gelben Karte pausieren mussten.

Fußballer des Jahres 1979/80[Bearbeiten]

Spieler Mannschaft Punkte
1. Hans-Ulrich Grapenthin FC Carl Zeiss Jena 329
2. Frank Terletzki BFC Dynamo 241
3. Reinhard Häfner SG Dynamo Dresden 219

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Andreas Baingo, Michael Horn (2003): Die Geschichte der DDR-Oberliga, Verlag Die Werkstatt, ISBN 3-89533-428-6
  • Hanns Leske (2007): Enzyklopädie des DDR-Fußballs, Verlag Die Werkstatt, ISBN 978-3-89533-556-3
  • FUWO: Jahrgänge 1979-1980, Sportverlag Berlin, ISSN 0323-8407