DDR-Fußball-Oberliga 1990/91

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
DDR-Fußball-Oberliga 1990/91
Logo des Nordostdeutschen Fußballverbandes
Meister FC Hansa Rostock
Europapokal der
Landesmeister
FC Hansa Rostock
UEFA-Pokal FC Rot-Weiß Erfurt
Hallescher FC Chemie
Europapokal der
Pokalsieger
Eisenhüttenstädter FC Stahl (Finalist)
Mannschaften 14
Spiele 182
Tore 459  (ø 2,52 pro Spiel)
Zuschauer 869.798  (ø 4.779 pro Spiel)
Torschützenkönig Torsten Gütschow (1. FC Dynamo Dresden)
DDR-Oberliga 1989/90

Die Saison 1990/91 der NOFV-Oberliga war die letzte Spielzeit der höchsten Spielklasse der DDR. Da im Laufe der Saison die Wiedervereinigung vollzogen wurde und der Deutsche Fußball-Verband der DDR dem Deutschen Fußball-Bund beitrat, diente der neu gegründete Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) als offizieller Namensgeber für die einstige DDR-Oberliga. Auch die Bezeichnung Oberliga Nordost war gebräuchlich.

Spielmodus[Bearbeiten]

Wie in den Vorjahren nahmen 14 Mannschaften am Spielbetrieb teil, die Spieltage fanden zwischen August 1990 und Mai 1991 statt. Neben der Ermittlung des sogenannten NOFV-Meisters sowie der Teilnehmer am Europapokal erfolgte anhand dieser Oberligasaison die Vergabe der insgesamt acht Startplätze für die kommende Spielzeit in der Bundesliga bzw. 2. Bundesliga (zwei bzw. sechs Startplätze). Dabei galt:

  • Der Meister und der Vizemeister sind direkt für die kommende Saison der Bundesliga qualifiziert. Der Meister qualifiziert sich zudem für den Europapokal der Landesmeister, der Vizemeister für den UEFA-Pokal (Vizemeister Dresden wurde jedoch im Laufe der Saison mit einer Sperre belegt).
  • Die Mannschaften auf den Plätzen 3 bis 6 sind direkt für die kommende Saison der 2. Bundesliga qualifiziert. Der Dritte qualifiziert sich zudem für den UEFA-Pokal (durch die Sperre für Dresden qualifizierte sich auch der Vierte).
  • Die ersten sechs Mannschaften nehmen in der folgenden Saison am DFB-Pokal teil.
  • Die Mannschaften auf den Plätzen 7 bis 12 bilden mit den Siegern der beiden Liga-Staffeln zwei Qualifikationsgruppen mit je vier Mannschaften. Die beiden Gruppensieger sind ebenfalls für die 2. Bundesliga qualifiziert. Die übrigen Mannschaften verbleiben in der Oberliga Nordost als nunmehr drittklassige Liga. Für den DFB-Pokal qualifizieren sich die beiden Gruppenersten und -zweiten.
  • Der 13. und 14. (die nominellen Absteiger) verbleiben ebenfalls in der Oberliga Nordost. In einer Qualifikationsrunde mit den übrigen Mannschaften der Liga (Plätze 2 bis 16) werden vier weitere Teilnehmer am DFB-Pokal ermittelt.

Saisonverlauf[Bearbeiten]

Die politischen Veränderungen nach der politischen Wende im Herbst 1989 machten sich auch im Ligaalltag bemerkbar. Hierzu zählten neben den Spielerwechseln in die Bundesliga auch die Trikotwerbung. Die Abnahme des Zuschauerinteresses hielt unvermindert an – mit durchschnittlich 5000 Besuchern wohnten gegenüber der vorherigen Saison nur noch ungefähr zwei Drittel soviel Zuschauer den Spielen bei.

Zwei Tabellenführer: FC Rot-Weiß Erfurt und FC Hansa Rostock[Bearbeiten]

Erster Tabellenführer der Saison war der FC Rot-Weiß Erfurt nach einem 4:0 gegen den FC Berlin am ersten Spieltag. Die Spitzenposition hielten die Erfurter auch noch nach dem zweiten Spieltag, ehe der FC Hansa Rostock nach drei Spielen ganz oben stand. Diese Tabellenführung gaben die Rostocker bis zum Ende der Saison nicht mehr her.

Meister: FC Hansa Rostock[Bearbeiten]

Der FC Hansa, der vom Ex-Bundesliga-Profi Uwe Reinders trainiert wurde, dominierte das Geschehen in dieser Saison. Hansa war die große Überraschung der Saison, denn die letzten großen Erfolge – fünf Vizemeisterschaften – lagen mehr als 20 Jahre zurück. Danach haftete dem Verein der Ruf einer „grauen Maus“ an, er spielte mehrfach in der zweitklassigen Liga und war erst 1987 wieder in die Oberliga aufgestiegen.

Erst am 13. Spieltag gab es für den FC Hansa die erste Niederlage (2:3 bei Lok Leipzig), und im Spitzenspiel des 23. Spieltages machte die Mannschaft den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte perfekt – durch ein 3:1 gegen den direkten Verfolger und Vorjahresmeister 1. FC Dynamo Dresden.

Dem FC Hansa gelang nach dem Abschluss der Ligasaison noch das Double durch den Gewinn des FDGB-Pokals (1:0 im Finale gegen den EFC Stahl).

Neben dem Startplatz für die Bundesliga sicherte sich Hansa Rostock mit dem Meistertitel auch die Teilnahme am kommenden Europapokalwettbewerb der Landesmeister.

FC Hansa Rostock
Daniel Hoffmann (13 Spiele/- Tore)

Heiko März (23/-)
Frank Rillich (19/-), Gernot Alms (25/3), Paul Caligiuri (22/-)
Hilmar Weilandt (22/3), Juri Schlünz (24/6), Jens Dowe (26/4), Andreas Babendererde (26/4)
Henri Fuchs (24/12), Volker Röhrich (24/4)

Trainer: Uwe Reinders

außerdem: Jens Kunath (Tor, 13/-); Florian Weichert (19/7), Jens Wahl (13/1), Mike Werner (9/-), Thomas Lässig (6/-), Thomas Finck (4/-), Thomas Reif (4/-), Axel Schulz (4/-), Bernd Arnholdt (2/-), Uwe Kirchner (2/-), Thomas Gansauge (1/-)
ohne Einsatz: Sven Oldenburg, Axel Rietentiet

Vizemeister: 1. FC Dynamo Dresden[Bearbeiten]

Der 1. FC Dynamo Dresden, der 1989 und 1990 die Meisterschaft errungen hatte, spielte eine weitere starke Saison, musste sich letztendlich aber mit dem zweiten Platz begnügen. Dynamo-Stürmer Torsten Gütschow erwies sich wie in den beiden Vorsaisons am treffsichersten und wurde mit 20 Toren Torschützenkönig.

Für negative Schlagzeilen sorgten Zuschauerausschreitungen während des Viertelfinal-Rückspiels im Europapokal der Landesmeister gegen Roter Stern Belgrad. Das Spiel wurde abgebrochen, Dynamo wurde für zwei Spielzeiten mit einer Europapokalsperre belegt, die laut Artikel 72 a der UEFA-Rechtspflegeordnung seit dem Jahr 1999 verjährt ist. Dem Verein blieb jedoch der Startplatz für die kommende Spielzeit in der Bundesliga, der am vorletzten Spieltag durch ein 2:1 bei Lok Leipzig gesichert wurde.

„Absteiger“: FC Energie Cottbus und FC Victoria 91 Frankfurt/O.[Bearbeiten]

Ebenfalls mehrere Spieltage vor Saisonende standen mit Energie Cottbus und Aufsteiger Victoria Frankfurt (Oder) die beiden nominellen Absteiger und somit die ersten Teilnehmer für die kommende Saison in der neu geschaffenen dritten Liga fest.

Letzter Spieltag am 17. Mai 1991[Bearbeiten]

Obwohl Hansa Rostock schon vorzeitig als Meister feststand und Dynamo Dresden aufgrund der guten Tordifferenz ebenfalls den zweiten Platz sicher hatte, besaß der letzte Spieltag sportliche Attraktivität, denn es wurden noch Teilnehmer am UEFA-Cup und Vereine für die 2. Bundesliga gesucht. Acht Vereine hatten die Möglichkeit, sich für einen oder beide Wettbewerbe zu qualifizieren oder ihren sichergeglaubten Startplatz zu verlieren.

In einem direkten Duell sicherte sich Rot-Weiß Erfurt durch ein 2:1 gegen Stahl Brandenburg den dritten Platz in der Abschlusstabelle, die beste Platzierung seit dem letzten Meistertitel 1955. Der Verein war direkt für die 2. Bundesliga und den UEFA-Pokal qualifiziert. Auch bei der Partie Chemnitzer FC – HFC Chemie trafen zwei direkte Kontrahenten aufeinander, das 1:1-Unentschieden brachte beiden Vereinen ebenfalls einen Platz in der 2. Bundesliga, Halle genügte der Punkt zudem zur Qualifikation für den UEFA-Pokal. Den letzten direkten Startplatz in der 2. Bundesliga sicherte sich Carl Zeiss Jena durch ein 2:0 bei Energie Cottbus. Das zweite Jenaer Tor durch Heiko Weber war das letzte Tor in der Geschichte der (einstigen) DDR-Oberliga.

Dem 1. FC Lok Leipzig gelang mit dem 4:1 bei Meister Hansa Rostock zwar ein Husarenstück (und die höchste Saisonniederlage für Rostock), das jedoch nichts einbrachte. Der Verein musste ebenso wie die übrigen fünf Vereine auf den nominellen Nichtabstiegsplätzen in einer Qualifikationsrunde antreten, in der zwei weitere Zweitligavereine ermittelt wurden.

Abschlusstabelle[Bearbeiten]

NOFV-Oberliga 1991.jpg
Platz Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
01. FC Hansa Rostock 26 13 9 4 44:25 +19 35:17
02. 1. FC Dynamo Dresden (M/P) 26 12 8 6 48:28 +20 32:20
03. FC Rot-Weiß Erfurt 26 11 9 6 30:26 +04 31:21
04. Hallescher FC Chemie 26 10 9 7 40:31 +09 29:23
05. Chemnitzer FC 26 9 11 6 24:23 +01 29:23
06. FC Carl Zeiss Jena 26 12 4 10 41:36 +05 28:24
07. 1. FC Lokomotive Leipzig 26 10 8 8 37:33 +04 28:24
08. BSV Stahl Brandenburg 26 9 9 8 34:31 +03 27:25
09. Eisenhüttenstädter FC Stahl 26 7 12 7 29:25 +04 26:26
10. 1. FC Magdeburg 26 9 8 9 34:32 +02 26:26
11. FC Berlin 26 7 8 11 25:39 -14 22:30
12. FC Sachsen Leipzig (A) 26 6 10 10 23:38 -15 22:30
13. FC Energie Cottbus 26 3 10 13 21:38 -17 16:36
14. FC Victoria 91 Frankfurt/O. (A) 26 4 5 17 29:54 -25 13:39
NOFV-Meister, FDGB-Pokalsieger, direkte Qualifikation für die Bundesliga 1991/92 und Teilnahme am Europapokal der Landesmeister 1991/92
Direkte Qualifikation für die Bundesliga 1991/92
Direkte Qualifikation für die 2. Bundesliga 1991/92 und Teilnahme am UEFA-Pokal 1991/92
Direkte Qualifikation für die 2. Bundesliga 1991/92
Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die 2. Bundesliga 1991/92 und am Europapokal der Pokalsieger 1991/92
Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die 2. Bundesliga 1991/92
Direkte Eingliederung in die Oberliga Nordost 1991/92
(M) DDR-Meister 1989/90
(P) Pokalsieger 1989/90
(A) Aufsteiger aus der DDR-Liga 1989/90

Kreuztabelle[Bearbeiten]

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

1990/1991 FC Hansa Rostock 1. FC Dynamo Dresden FC Rot-Weiß Erfurt HFC Chemie Chemnitzer FC FC Carl Zeiss Jena 1.FC Lok Leipzig BSV Stahl Brandenburg EFC Stahl 1. FC Magdeburg FC Berlin FC Sachsen Leipzig FC Energie Cottbus FC Victoria 91 Frankfurt/O.
01. FC Hansa Rostock 3:1 0:1 1:1 1:1 3:1 1:4 2:0 1:1 2:0 3:2 2:1 2:0 2:0
02. 1. FC Dynamo Dresden 0:0 3:0 3:1 1:1 2:0 2:0 1:0 3:3 1:0 4:1 7:0 1:1 5:0
03. FC Rot-Weiß Erfurt 1:1 0:0 3:2 0:0 1:1 1:1 2:1 2:0 1:0 4:0 0:1 3:1 2:1
04. Hallescher FC Chemie 1:1 3:1 1:2 0:0 3:1 2:2 0:2 2:0 2:0 1:0 2:1 1:1 1:1
05. Chemnitzer FC 0:2 0:0 2:0 1:1 1:1 2:1 1:0 3:0 0:2 1:0 0:0 1:1 2:0
06. FC Carl Zeiss Jena 0:3 3:2 0:0 0:2 1:2 3:1 1:1 2:1 2:0 4:0 1:0 2:0 4:1
07. 1. FC Lokomotive Leipzig 3:2 1:2 2:0 0:3 3:0 2:0 2:0 0:0 2:0 2:2 1:0 3:1 4:3
08. BSV Stahl Brandenburg 2:3 4:1 2:1 2:1 1:1 3:2 1:1 2:1 2:2 1:0 0:0 2:1 4:2
09. Eisenhüttenstädter FC Stahl 0:0 0:0 0:0 2:4 2:1 3:2 3:0 0:0 0:0 0:0 3:0 2:1 3:0
10. 1. FC Magdeburg 2:1 3:1 1:2 2:0 4:0 4:3 1:1 1:0 0:4 3:3 0:0 5:1 1:0
11. FC Berlin 0:3 1:4 0:0 0:0 2:1 0:1 1:0 1:0 1:1 0:0 1:1 1:2 2:1
12. FC Sachsen Leipzig 1:1 1:0 2:2 1:3 0:0 (1) 0:0 3:3 1:0 1:1 1:4 1:0 3:0
13. FC Energie Cottbus 1:1 1:1 0:1 1:0 0:2 0:2 1:1 1:1 0:0 0:0 0:1 4:1 0:1
14. FC Victoria 91 Frankfurt/O. 1:3 1:2 4:1 3:3 0:1 1:2 2:0 0:0 0:0 3:2 1:2 1:3 2:2

(1) FC Sachsen Leipzig – FC Carl Zeiss Jena 0:1 (6. Sp.); Wertung: 2:0 Punkte und 3:0 Tore für Jena, durch Zuschauerausschreitungen (Leipzig) wurde das Spiel in der 83. Minute abgebrochen.

Torschützenliste[Bearbeiten]

Spieler Verein Tore
1. DeutschlandDeutschland Torsten Gütschow SG Dynamo Dresden 20
2. DeutschlandDeutschland Lutz Schülbe HFC Chemie 13
3. DeutschlandDeutschland Henri Fuchs FC Hansa Rostock 12
4 DeutschlandDeutschland Heiko Laeßig 1. FC Magdeburg 10

Zuschauer[Bearbeiten]

  • In 182 Spielen kamen 869 798 Zuschauer (\varnothing 4 779 pro Spiel) in die Stadien.
  • Größte Zuschauerkulisse: 17 500 FC Hansa Rostock – 1. FC Dynamo Dresden (23. Sp.)

Niedrigste Zuschauerkulisse: 565 FC Berlin – FC Rot-Weiß Erfurt (14. Sp.)

Verein Gesamt \varnothing Heim \varnothing Auswärts \varnothing
FC Hansa Rostock 198544 7636 130400 10031 68144 5242
1. FC Dynamo Dresden 197797 7608 119171 9167 78626 6048
FC Rot-Weiß Erfurt 142876 5495 88600 6815 54276 4175
HFC Chemie 143438 5517 79275 6098 64163 4936
Chemnitzer FC 142969 5499 68399 5261 74570 5736
FC Carl Zeiss Jena 100437 3863 41439 3188 58998 4538
1. FC Lok Leipzig 100590 3869 36600 2815 63990 4922
BSV Stahl Brandenburg 115357 4437 48324 3717 67033 5156
Eisenhüttenstädter FC Stahl 90995 3500 36700 2823 54295 4177
1. FC Magdeburg 109836 4224 44100 3392 65736 5057
FC Berlin 70065 2695 13990 1076 56075 4313
FC Sachsen Leipzig 127828 4865 64830 4987 62998 4846
FC Energie Cottbus 126498 4865 78370 6028 48128 3702
FC Victoria 91 Frankfurt/O. 72366 2783 19600 1508 52766 4059

Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga 1991/92[Bearbeiten]

An dieser Qualifikation nahmen neben den Mannschaften auf den Plätzen 7 bis 12 noch die beiden Meister der Liga-Staffeln teil (1. FC Union Berlin aus der Staffel Nord, der FSV Zwickau aus der Staffel Süd). Über diesen Umweg qualifizierten sich Lok Leipzig und Stahl Brandenburg für die 2. Bundesliga. Die übrigen Mannschaften traten in der folgenden Saison in der Oberliga Nordost an. Als prominenteste „Opfer“ galten hierbei der ehemalige Europapokalsieger 1. FC Magdeburg und der mehrfache Meister FC Berlin.

Gruppe 1[Bearbeiten]

Abschlusstabelle[Bearbeiten]

Platz Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. BSV Stahl Brandenburg 6 4 1 1 09:06 +3 9:03
2. FC Berlin 6 3 2 1 10:05 +5 8:04
3. 1. FC Union Berlin 6 2 1 3 05:07 -2 5:07
4. 1. FC Magdeburg 6 0 2 4 06:12 -6 2:10
Qualifikation für die 2. Bundesliga 1991/92
Eingliederung in die Oberliga Nordost 1991/92

Kreuztabelle[Bearbeiten]

1991 BSV Stahl Brandenburg FC Berlin 1. FC Union Berlin 1. FC Magdeburg
1. BSV Stahl Brandenburg 0:0 2:1 1:0
2. FC Berlin 3:1 2:0 0:0
3. 1. FC Union Berlin 0:2 1:0 2:1
4. 1. FC Magdeburg 2:3 3:5 1:1

Torschützenliste[Bearbeiten]

Spieler Verein Tore
1. DeutschlandDeutschland Eberhard Janotta BSV Stahl Brandenburg 3
DeutschlandDeutschland Peter Köhler 1. FC Magdeburg 3
IslandIsland Tomas Tomasson FC Berlin 3

Zuschauer[Bearbeiten]

  • In 12 Spielen kamen 54 482 Zuschauer (\varnothing 4 540 pro Spiel) in die Stadien.
  • Größte Zuschauerkulisse: 9 500 1. FC Union Berlin – BSV Stahl Brandenburg (6. Sp.)
    Niedrigste Zuschauerkulisse: 1 023 FC Berlin – BSV Stahl Brandenburg (1. Sp.)
Verein Gesamt \varnothing Heim \varnothing Auswärts \varnothing
BSV Stahl Brandenburg 22182 3697 10609 3536 11573 3858
FC Berlin 25592 4265 12223 4074 13369 4456
1. FC Union Berlin 43515 7252 25500 8500 18015 6005
1. FC Magdeburg 17675 2946 6150 2050 11525 3842

Gruppe 2[Bearbeiten]

Abschlusstabelle[Bearbeiten]

Verein Sp S U N Tore Diff. Punkte
1. 1. FC Lokomotive Leipzig 6 4 2 0 11:00 +11 10:02
2. Eisenhüttenstädter FC Stahl 6 3 2 1 08:06 +02 08:04
3. FSV Zwickau 6 1 2 3 05:09 -04 04:08
4. FC Sachsen Leipzig 6 1 0 5 04:13 -09 02:10
Qualifikation für die 2. Bundesliga 1991/92
Eingliederung in die Oberliga Nordost 1991/92

Kreuztabelle[Bearbeiten]

1991 1. FC Lok Leipzig EFC Stahl FSV Zwickau FC Sachsen Leipzig
1. 1. FC Lokomotive Leipzig 3:0 0:0 4:0
2. Eisenhüttenstädter FC Stahl 0:0 2:2 3:0
3. FSV Zwickau (1) 0:3 0:1 1:2
4. FC Sachsen Leipzig 0:1 1:2 1:2

(1) Zwickau bestritt alle Spiele in der Qualifikationsrunde auswärts, da es am vorletzten Spieltag im NOFV-Ligaspiel gegen Aue schwere Zuschauerausschreitungen gab.

Torschützenliste[Bearbeiten]

Spieler Verein Tore
1. DeutschlandDeutschland Dirk Anders 1. FC Lok Leipzig 5
DeutschlandDeutschland Ralf Schneider FSV Zwickau 5
3. DeutschlandDeutschland Timo Löhnert EFC Stahl 3

Zuschauer[Bearbeiten]

  • In 12 Spielen kamen 40 943 Zuschauer (\varnothing 3 412 pro Spiel) in die Stadien.
  • Größte Zuschauerkulisse: 11 750 FC Sachsen Leipzig – 1.FC Lok Leipzig (1. Sp.)
    Niedrigste Zuschauerkulisse: 300 FC Sachsen Leipzig – FSV Zwickau (6. Sp.)
Verein Gesamt \varnothing Heim \varnothing Auswärts \varnothing
1. FC Lok Leipzig 29800 4967 13450 3362 16350 8175
EFC Stahl 19393 3232 13450 3362 5943 2971
FSV Zwickau 12800 2133 12800 2133
FC Sachsen Leipzig 19893 3315 14043 3511 5850 2925

Was wurde aus den Oberligisten?[Bearbeiten]

Nachwendezeit[Bearbeiten]

Noch während der letzten Oberliga-Spielzeit sah sich der ostdeutsche Fußball den neuen Rahmenbedingungen ausgesetzt, die ganz im Zeichen der in der DDR eingeführten marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung standen. So waren die Fußballclubs bzw. Betriebssportgemeinschaften gezwungen, sich künftig als „eingetragene Vereine“ in Eigenregie zu finanzieren. Die bis dato privilegierten Fußballclubs mussten zudem durch den Wegfall der zu DDR-Zeiten praktizierten Delegierungen von talentierten Spielern aus dem Pool der ihnen untergeordneten Sportgemeinschaften auch den Verlust eines Großteils ihrer sportlichen Basis verkraften. Bei einigen der ehemaligen Fußball-Leistungszentren offenbarten sich die Folgen dieses strukturellen Aderlasses bereits in der Oberliga-Saison 1990/91, nach deren Abschluss die Oberligisten entsprechend ihres Abschneidens in das nunmehr gesamtdeutsche Ligensystem eingegliedert wurden. So gelang es den Fußballclubs 1. FC Magdeburg und FC Berlin (ehem. BFC Dynamo) – im Jahr zuvor noch auf den Rängen drei und vier platziert – nicht mehr in das Titelgeschehen einzugreifen, der FC Victoria 91 Frankfurt (Oder) (ehem. FC Vorwärts Frankfurt/O.) und der 1. FC Union Berlin hatten bereits zu diesem Zeitpunkt den sportlichen Anschluss verloren. Als Konsequenz blieb allen vier Traditionsvereinen in den Folgejahren nur noch eine untergeordnete Rolle im Amateur-Fußball übrig. Im Endeffekt konnten die Fußballclubs aber auch in der letzten Oberliga-Spielzeit ihre Vormachtstellung behaupten und holten sieben der acht zu vergebenen Plätze, welche für die Teilnahme am bundesdeutschen Profi-Fußball berechtigten.

In den ersten Jahren im Profi-Fußball mussten die ehemaligen DDR-Vereine dem im Vergleich zur westdeutschen Konkurrenz ungünstigeren wirtschaftlichen Umfeld Tribut zollen. Die fehlende Infrastruktur in den neuen Bundesländern, verbunden mit weniger potentiellen Sponsoren, zwang die Oberligisten zu einem geringeren finanziellen Budget, womit für viele Vereine ein konkurrenzfähiger Kader kaum zu realisieren war. Bereits in der ersten gesamtdeutschen Profifußballsaison 1991/92 konnte der stetige Weggang zahlreicher Leistungsträger oft nicht kompensiert werden, was sich letztlich auch sportlich niederschlug. So musste mit Hansa Rostock einer der beiden Oberliga-Qualifikanten die erste Spielklasse verlassen, in der 2. Bundesliga belegten mit den Teams aus Erfurt, Halle und Brandenburg drei der sechs ostdeutschen Debütanten einen Abstiegsplatz. Erfurt (2004) und Halle (2012) kehrten erst Jahre später wieder in den Profifußball zurück, Brandenburg gelang dies bis heute nicht.

Der zweite direkte Qualifikant für die Bundesliga, Dynamo Dresden, kämpfte in seinen vier Spielzeiten im Fußball-Oberhaus stets gegen den Abstieg und wurde wegen Verstoßes gegen die Lizenzauflagen mehrfach bestraft. Dem endgültigen Lizenzentzug 1995 folgte der direkte Abstieg in den Amateurbereich. Die übrigen drei direkt qualifizierten Zweitligisten hatten zunächst mehr Erfolg. Der VfB Leipzig stieg 1993 sogar in die Bundesliga auf, konnte dort die Klasse nicht halten und spielte bis 1998 noch in der 2. Bundesliga. Jena und Chemnitz blieben bis 1994 bzw. 1996 in der 2. Bundesliga und pendelten danach zwischen den Profi- und Amateurligen.

Von den Oberligisten des Jahres 1991 konnten sich nur Hansa Rostock (1991 bis 2010) und Energie Cottbus (seit 1997) für einen längeren durchgehenden Zeitraum in den ersten beiden Bundesligen halten. Cottbus schaffte neben den bereits genannten Vereinen als einziger ehemaliger DDR-Verein den Aufstieg in die Bundesliga (2000 und 2006). Nachdem Hansa Rostock zum Ende der Saison 2004/05 abstieg, gehörte – erstmals seit der 1991 erfolgten Eingliederung des DDR-Fußballs in den bundesdeutschen Ligabetrieb – für eine Spielzeit kein ehemaliger DDR-Verein der obersten deutschen Spielklasse an. Energie Cottbus kehrte 2006 für drei Jahre in die Eliteliga zurück, seitdem ist kein ehemaliger DDR-Verein in der Bundesliga präsent.

Außer den oben genannten Vereinen, die 1990/91 in der Oberliga spielten, spielten mit dem FSV Zwickau, FC Erzgebirge Aue, dem 1. FC Union Berlin und dem SV Babelsberg 03 vier weitere ehemalige DDR-Mannschaften, die 1990/91 in der DDR-Liga spielten, zeitweilig in der 2. Bundesliga. In der 2. Bundesliga spielen 2012/13 Erzgebirge Aue, 1. FC Union Berlin, Energie Cottbus und Dynamo Dresden. In der 3. Liga spielen Babelsberg 03, der Chemnitzer FC, Rot-Weiß Erfurt, der Hallesche FC und Hansa Rostock.

Übersicht über die Entwicklung[Bearbeiten]

Stand: 28. Juli 2014

Verein Platzierung Saison 2013/14 Höchststand Tiefststand Bemerkungen
FC Hansa Rostock FC Hansa Rostock 3. Liga 13. Platz Bundesliga 3. Liga in der 3. Liga seit Saison 2012/13
1. FC Dynamo Dresden 1. FC Dynamo Dresden 2.Bundesliga 17. Platz Bundesliga Oberliga
(4. Liga)
Zwangsabstieg von der Bundesliga in die Regionalliga zur Saison 1995/96
FC Rot-Weiß Erfurt FC Rot-Weiß Erfurt 3. Liga 10. Platz 2. Bundesliga Oberliga / Regionalliga (beides 3. Liga) 1997 Insolvenz erfolgreich überstanden
HFC Chemie Hallescher FC Chemie 3. Liga 9. Platz 2. Bundesliga Verbandsliga
(5. Liga)
umbenannt in Hallescher FC
in der 3. Liga seit Saison 2012/13
Chemnitzer FC Chemnitzer FC 3. Liga 12. Platz 2. Bundesliga Oberliga
(4. Liga)
FC Carl Zeiss Jena FC Carl Zeiss Jena Regionalliga Nordost
(4. Liga)
3. Platz 2. Bundesliga Oberliga
(4. Liga)
in der Regionalliga seit Saison 2012/13
1.FC Lok Leipzig 1. FC Lokomotive Leipzig Regionalliga Nordost
(4. Liga)
15. Platz Bundesliga
als VfB Leipzig
3. Kreisklasse Leipzig
(11. Liga) nach Neugründung
1991: Umbenennung in VfB Leipzig
2000: erste Insolvenz
2004: zweite Insolvenz und Auflösung
2004: Übernahme der Nachwuchsteams durch den 2003 neu gegründeten 1. FC Lok Leipzig
Abstieg in die Oberliga zur Saison 2014/15
BSV Stahl Brandenburg BSV Stahl Brandenburg Brandenburg-Liga
(6. Liga)
15. Platz 2. Bundesliga Landesliga
(7. Liga)
Umbenennung in BSV Brandenburg
1998 Konkurs (Neugründung als FC Stahl Brandenburg)
EFC Stahl Eisenhüttenstädter FC Stahl Landesliga Brandenburg Süd
(7. Liga)
1. Platz Oberliga/ Regionalliga
(beides 3. Liga)
Landesliga
(7. Liga)
2004 Insolvenz und Zwangsabstieg
Aufstieg in die Brandenburg-Liga zur Saison 2014/15
1. FC Magdeburg 1. FC Magdeburg Regionalliga Nordost
(4. Liga)
2. Platz Oberliga / Regionalliga
(beides 3. Liga)
Oberliga / Regionalliga
(beides 4. Liga)
2002 Insolvenz und Zwangsabstieg
FC Berlin FC Berlin Oberliga Nordost, Staffel Nord
(5. Liga)
1. Platz Oberliga / Regionalliga
(beides 3. Liga)
Oberliga / Verbandsliga
(beides 5. Liga)
Umbenennung in BFC Dynamo
2004 Insolvenz erfolgreich überstanden
Aufstieg in die Regionalliga zur Saison 2014/15
FC Sachsen Leipzig FC Sachsen Leipzig Bezirksliga Sachsen Nord
(7. Liga)
1. Platz Oberliga / Regionalliga
(beides 3. Liga)
3. Kreisklasse Leipzig
(11. Liga) nach Neugründung
2001: 1. Insolvenz und Zwangsabstieg
2009: 2. Insolvenz und Zwangsabstieg
2011: 3. Insolvenz und Auflösung
Neugründung BSG Chemie Leipzig
FC Energie Cottbus FC Energie Cottbus 2. Bundesliga 18. Platz Bundesliga Oberliga / Regionalliga
(beides 3. Liga)
Abstieg in die 3. Liga zur Saison 2014/15
FC Victoria 91 Frankfurt/O. FC Victoria 91 Frankfurt/O. Brandenburg-Liga
(6. Liga)
6. Platz Oberliga
(3. Liga)
Landesliga / Brandenburg-Liga
(beides 6. Liga)
1992: Umbenennung in Frankfurter FC Viktoria 91
2012: Fusion mit MSV Eintracht Frankfurt

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]