Dani Levy

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Dani Levy auf der Berlinale 2008

Dani Levy (* 17. November 1957 in Basel) ist ein Schweizer Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.

Leben[Bearbeiten]

Levy wurde als Sohn jüdischer Eltern am 17. November 1957 in Basel geboren. Nach „wilder Kindheit und mittelmäßigem Abi“, wie er selbst sagt, sowie einer Zeit als Clown und Akrobat im Zirkus Basilisk kam Levy ans Theater Basel und wurde Schauspieler. Von 1977 bis 1979 sammelte er dort Erfahrungen, ohne eine Schauspielausbildung absolviert zu haben. Danach ging er in die USA und verbrachte dort zwei Jahre als Vagabund. Im Jahr 1980 kehrte er nach Europa zurück und lernte in Berlin seine langjährige Lebensgefährtin, die Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin Anja Franke kennen. Das Paar begann zusammen erste Filme zu realisieren. Zum endgültigen Entschluss, nach Berlin zu ziehen, kam es durch Frankes Vater, Regisseur und Schauspieler Holger Franke, der Levy neben einem Engagement im Theater Rote Grütze auch einen Schlafplatz in der dortigen WG anbot. In der Theatergruppe spielte und inszenierte Levy unter anderem Stücke für Kinder und Jugendliche.

Im Jahr 1984 wurde er in der Deutschschweiz durch die Rolle des Küchenburschen „Peperoni“ in der Fernsehserie Motel bekannt. Im selben Jahr schrieb er gemeinsam mit Lebensgefährtin Franke das Drehbuch von Du mich auch. Mehrere Jahre vergingen, bis man einen Produzenten für das Filmprojekt gewinnen konnte, in dem beide auch Hauptrollen übernahmen. Nach fünf Jahren „geduldigen Ausharrens“ wurde der Film 1989 mit einem kleinen Budget und Helmut Berger als Co-Regisseur realisiert. Der Film wurde auf Anhieb ein Erfolg und lief auf verschiedenen Festivals, unter anderem in der Semaine de la Critique und bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Im Moviemento-Filmtheater in Berlin wurde Du mich auch zum Kultfilm und war über zwei Jahre im Programm. Der damalige Filmvorführer war Tom Tykwer, der von Levys Film so begeistert war, dass er ihn mehrfach aufführte. Die beiden Filmemacher lernten sich damals kennen.

Levys und Frankes zweiter Film RobbyKallePaul (1989) beschreibt die Irrungen und Wirrungen der Liebe im Berlin der 1980er-Jahre. Auch hier entwickelten sie gemeinsam das Drehbuch, führten gemeinsam Regie und spielten die Hauptrollen. Es war der letzte gemeinsame Film bevor sich das Paar trennte.

In Meschugge (1998) spielte Maria Schrader neben Levy eine Hauptrolle. In I was on Mars (1992) spielte Schrader, sie und Levy waren inzwischen ein Paar, ebenfalls die Hauptrolle.

Im Jahr 1994 gründete Levy mit Tom Tykwer, Wolfgang Becker und Stefan Arndt die Filmproduktionsfirma X-Filme. Stille Nacht – Ein Fest der Liebe war 1996 der erste Film im eigenen Unternehmen. Er lief im Wettbewerb der Berlinale, war aber kein kommerzieller Erfolg.

Für seine Filmkomödie Alles auf Zucker! wurden Levy und Holger Franke am 14. Februar 2005 in Berlin mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet. Der Film wurde als eine „Wiederbelebung des deutsch-jüdischen Lustspiels“ gewürdigt. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2005 wurde Alles auf Zucker mit sechs Auszeichnungen zum großen Gewinner.

Am 11. Januar 2007 lief Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler in den deutschen Kinos an, in dem Helge Schneider als Adolf Hitler auftritt. Nachdem er ursprünglich eine andere Rahmenperspektive vorgesehen hatte, erklärte Levy in einem Gespräch auf 3sat am 8. Januar 2007, die nun vorliegende Fassung sei besser geeignet, um seinen Zuschauern „Gewissenssicherheit zu geben“. Sowohl die Besucherzahlen in den Theatern als auch Verkaufszahlen der DVD blieben durchweg enttäuschend. Darüber hinaus wurden dem Werk von Kritikern inkonsequente Umsetzung der Tragikomödie und die klamottenhafte Inszenierung vorgeworfen.

Für das Filmprojekt Deutschland 09, an dem 13 bekannte deutsche Regisseure beteiligt waren (unter anderem Tom Tykwer, Wolfgang Becker und Fatih Akın), drehte Levy den Kurzfilm Joshua.

Am 26. August 2010 startete Das Leben ist zu lang in den deutschen Kinos. Als Darsteller waren u. a. Markus Hering, Meret Becker, Veronica Ferres, Gottfried John, Heino Ferch und Elke Sommer beteiligt.[1]

2012 unterstützte Levy die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“.[2]

Levy lebt mit seiner Frau, der Maskenbildnerin Sabine Lidl, und zwei Kindern in Berlin-Schöneberg.

Filmografie[Bearbeiten]

Levy in Wien (2010)

Regie[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Musikvideos[Bearbeiten]

Drehbuch[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

  • 2003: Freie Sicht auf's Mittelmeer (ein Strassenstück in Zusammenarbeit mit dem Theater Basel)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Leben ist zu lang in der IMDB
  2. [1]