Saint-Avold

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Saint-Avold
Wappen von Saint-Avold
Saint-Avold (Frankreich)
Saint-Avold
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Forbach
Kanton Hauptort zweier Kantone
Gemeindeverband Pays naborien.
Koordinaten 49° 6′ N, 6° 42′ O49.1041666666676.7083333333333234Koordinaten: 49° 6′ N, 6° 42′ O
Höhe 215–383 m
Fläche 35,48 km²
Einwohner 16.278 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 459 Einw./km²
Postleitzahl 57500
INSEE-Code
Website http://www.mairie-saint-avold.fr/

Saint-Avold (deutsch Sankt Avold, lothringisch Sänt Avuur) ist eine französische Stadt mit 16.278 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie liegt im Arrondissement Forbach, ist Hauptort (chef-lieu) der beiden Kantone Saint-Avold-1 und Saint-Avold-2 und Sitz des Gemeindeverbandes Pays naborien. Die Einwohner von Saint-Avold sind die Naboriens oder Saint-Avoldiens.

Geschichte[Bearbeiten]

509 erbaute der irische Mönch Fridolin von Säckingen auf dem Gebiet des heutigen Saint-Avold ein kleines Gotteshaus, bevor er später das Kloster Säckingen gründete. Sigebald, Bischof von Metz, ließ um 720 eine Abtei errichten. Am 24. August 765 brachte Chrodegang, Minister von Karl Martell und Pippin dem Kurzen, Reliquien der Heiligen Nabor und Felix in die Abtei. Um das beliebte Wallfahrtszentrum entstand ein Ort mit dem Namen Saint Nabor, der später Saint-Avold heißen sollte.

Ab 1163 gehörte Saint-Avold zur Grafschaft Saarbrücken und entwickelte sich zu einem blühenden Handelszentrum. Um 1300 wurde eine gotische Kirche erbaut. 1313 wurde das erste Krankenhaus eröffnet. 1327 wurde die Stadt befestigt. 1534 übernahmen die Bürger die Stadtverwaltung.

Von 1581 bis 1766 gehörte die Stadt dem Herzog von Lothringen. Der Dreißigjährige Krieg setzte Saint-Avold stark zu: 1656 wurden nur noch 18 Einwohner gezählt, gegenüber 1.800 im 16. Jahrhundert. Mit den Verträgen von Rijswijk (1697) und Paris (1718), kehrte der Frieden zurück. Saint-Avold wurde wieder aufgebaut und eine erneute wirtschaftliche Blüte setzte ein.

1751 wurde Saint-Avold der Bailliage Boulay zugeschlagen. 1791, während der Französischen Revolution, wurde die Stadt in Rosselgène umbenannt. 1814 richtete General Blücher sein Quartier in Saint-Avold ein. Bis 1818 war Saint-Avold von bayerischen Truppen besetzt.

Im 19. Jahrhundert profitierte Saint-Avold von der einsetzenden Industrialisierung. Dennoch wanderte ein Großteil der Bevölkerung aufgrund von Epidemien und Hungersnöten nach Amerika aus, vor allem in den Jahren 1818, 1849 und 1866. 1851 wurde die Eisenbahnverbindung nach Metz (Forbacher Bahn) eröffnet, 1852 nach Saarbrücken. Bei Carling wurden große Kohlevorkommen entdeckt, 1862 nahm das erste Bergwerk seinen Betrieb auf. Erneut begann eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs.

Von 1871 bis 1918 gehörte Saint-Avold zum Deutschen Reich. Die Stadt lag im lothringischen Kreis Forbach und wurde preußische Garnison (3. Lothringisches Feldartillerie-Regiment Nr. 69). Im Ersten Weltkrieg auch Ausbildungsstandort für z. B. das 1. Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiments 173.

1910 hatte Saint-Avold 6.400 Einwohner, davon 2500 Soldaten.

Auch nach 1918 blieb Saint-Avold Garnisonsstadt. Ab 1928 wurde in unmittelbarer Nähe die Maginot-Linie errichtet. Im Zweiten Weltkrieg nahm am 27. November 1944 General Pattons 3. US-Armee Saint-Avold ein. Der Cimetière militaire américain von Saint-Avold ist der größte US-Soldatenfriedhof in Europa mit den Gräbern von 10.489 US-Soldaten.

Nach 1945 erfolgte dank der Kohle ein rascher Wiederaufbau. Zwischen 1945 und 1966 wuchs die Bevölkerung von 7.000 auf 18.000. In Carling siedelte sich erfolgreich die petrochemische Industrie an. Dort wurde auch das Kohlekraftwerk Emile Huchet (1873 MW installierte Nennleistung) errichtet, das inzwischen auch zwei gasgetriebene Kraftwerksblöcke hat [1]. Die 1971 fertiggestellte A 4 von Metz in Richtung Saarbrücken trug zum Aufschwung bei.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 15247 16280 17955 16485 16533 16925 16611

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Saint-Avold

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Partnerschaft mit dem heutigen Saarbrücker Stadtteil Dudweiler im Saarland war 1964 eine der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaft nach dem Krieg und spielte somit eine wichtige Rolle in der Annäherung der beiden Staaten. Des Weiteren bestehen partnerschaftliche Verbindungen zu Fayetteville (North Carolina) in den Vereinigten Staaten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Saint-Avold – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Informationen der E.ON France zum Kraftwerk Emile Huchet; eingesehen am 26. April 2011