Schachtar Donezk

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Schachtar Donezk
Fc shaktar (neu).svg
Voller Name FK Schachtar Donezk
Ort Donezk
Gegründet 24. Mai 1936
Vereinsfarben orange-schwarz
Stadion Donbass Arena
Plätze 51.504
Präsident UkraineUkraine Rinat Achmetow
Trainer RumänienRumänien Mircea Lucescu
Homepage shakhtar.com
Liga Premjer-Liha
2013/14 Meister
Heim
Auswärts

Schachtar Donezk (ukrainisch Шахтар Донецьк; traditionell unter dem russischen Namen Шахтёр Донецк/Schachtjor Donezk bekannt) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der ostukrainischen Industriestadt Donezk. Der Verein wurde am 1. Januar 1936 gegründet und gehört mit Dynamo Kiew, Dnipro Dnipropetrowsk und Tawrija Simferopol zu den vier Mannschaften, die noch nie aus der Premjer-Liha abgestiegen sind.

Der Name (Шахтар / Шахтёр – „Bergarbeiter“) leitet sich vom wichtigsten Industriezweig der Region Donbass ab, dem Bergbau. Die Mannschaft spielt in der ersten ukrainischen Liga. Die Vereinsfarben sind Orange-Schwarz, gespielt wird in orangefarbenem Hemd, schwarzer Hose und orangefarbenen Stutzen.

Der Club gewann neun ukrainische Meistertitel, ist neunmaliger ukrainischer Pokalsieger, viermaliger sowjetischer Pokalgewinner und gewann 2009 den UEFA-Pokal. Er ist damit nach Dynamo Kiew der zweiterfolgreichste Fußballverein der Ukraine.

Geschichte[Bearbeiten]

Russisches Kaiserreich und Sowjetunion[Bearbeiten]

Stachanowez Donezk im Jahr 1937
Logo der sowjetischen Zeit

Bereits 1911 wurde im metallurgischen Werk der Neurussischen Gesellschaft eine Sportvereinigung gegründet. Auf ihrer Grundlage entstand 1936 der Fußballclub unter dem Namen Stachanowez Donezk (benannt nach der Stachanow-Bewegung). Der Verein nahm im Folgenden an gesamtsowjetischen Wettbewerben teil. Schon 1938 spielte der Verein erstmals in der höchsten sowjetischen Liga. Zu Spielern des Vereins zählten die fußballerisch begabtesten Bergarbeiter aus der Region Donezk, die für Fußballspiele von der Arbeit beurlaubt wurden. Die für Donezk erfolgreich begonnene Saison 1941 wurde jäh vom Krieg und der deutschen Besatzung abgebrochen, in deren Verlauf bis zum Jahr 1944 ca. 60.000 Menschen in Donezk getötet wurden.

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt, der Spielbetrieb wurde 1945 wieder aufgenommen. Ein Jahr später wurde der Verein in Schachtjor Donezk umbenannt. Das Team spielte bis 1991 fast durchgehend in der höchsten sowjetischen Spielklasse. 1971 war Schachtar Donezk zum ersten und einzigen Mal in die Perwaja Liga abgestiegen, doch bereits in der Saison 1975 wurde die Mannschaft sowjetischer Vizemeister. [1] Durch diesen Erfolg debütierte das Team aus Donezk in der Saison 1976/77 im UEFA-Pokal und erreichte dabei die dritte Runde, wo jedoch der spätere Sieger Juventus Turin sich durchsetzen konnte. Auch wenn in den Sowjetzeiten kein einziges Mal der Meistertitel gewonnen werden konnte, gewann das damals hauptsächlich als Schachtjor bekannte Team 1960, 1961, 1980 und 1983 jeweils den sowjetischen Pokal sowie 1984 den sowjetischen Supercup.

Ukraine[Bearbeiten]

Logo 1997–2007

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der damit verbundenen Unabhängigkeit der Ukraine begann Schachtar in der neuen ukrainischen Liga zu spielen. Zunächst wurde die Liga von dem Dauerrivalen Dynamo Kiew aus der Hauptstadt dominiert, doch seit der Übernahme Schachtars am 11. Oktober 1996 durch den aus Donezk stammenden Milliardär Rinat Achmetow wurde der Verein mit großzügigen Geldzuwendungen konsequent aufgebaut. Seitdem wurde Schachtar Donezk zum ernsthaften Konkurrenten des Teams aus der ukrainischen Hauptstadt, wurde achtmal ukrainischer Meister und tritt auch in internationalen Wettbewerben zunehmend erfolgreich auf. In der Saison 2003/2004 war der ehemalige Bundesliga-Spieler Bernd Schuster Cheftrainer der Mannschaft und wurde bereits am 5. Mai 2004 entlassen. Nachfolger wurde der ehemalige Trainer von Beşiktaş Istanbul und Galatasaray Istanbul, der rumänische Spezialist Mircea Lucescu.

Die Mannschaft nach Gewinn des ukrainischen Fußballpokals 2011

Zu Beginn der Saison 2007/2008 hatte sich der Verein weiter verstärkt. So wurde aus Italien der Stürmer Cristiano Lucarelli, der Mexikaner Nery Castillo von Olympiakos Piräus und der brasilianische Youngster Ilsinho verpflichtet. Der ukrainische Klub hatte aber auch einige wichtige Abgänge zu verzeichnen. So wechselte Ciprian Marica zum deutschen Meister 2007 VfB Stuttgart. Matuzalem, der Spielmacher und Torjäger, wechselte nach Spanien zu Real Saragossa. Auch der brasilianische Nationalspieler und Copa-América-Gewinner 2007, Elano, verließ den Klub. Er wechselte in die englische Premier League zu Manchester City.

Am 5. Dezember 2007 führte Schachtar ein neues Logo ein, welches das seit 1997 geführte ablöste.

Von 2010 bis 2014 gewann die Mannschaft aus Donezk fünf nationale Meisterschaften in Folge. Durch den Meisterschaftsgewinn 2011 qualifizierte sich der Verein für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2011/12. Die Gegner in der Gruppe G waren der FC Porto, Zenit Sankt Petersburg und APOEL Nikosia. Als Gruppenletzter schied die Mannschaft aus dem Wettbewerb aus. Für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2012/13 war Schachtar ebenfalls direkt qualifiziert. Allerdings scheiterte das Team im Achtelfinale an Borussia Dortmund.

2013 feierte Schachtar den insgesamt neunten nationalen Pokalsieg und den dritten in Folge als Tschornomorez Odessa im Finale mit 3:0 geschlagen wurde, somit gewann der Verein seit 2011 zum dritten Mal hintereinander den nationalen Double.

Stadion[Bearbeiten]

Zentralstadion Schachtar

Schachtar Donezk trug seit 1936 seine Heimspiele in dem 31.718 Zuschauer fassenden Zentralstadion Schachtar aus, das am 5. September 1936 eröffnet wurde. Von März 2004 bis August 2009 diente das im Jahre 1958 erbaute Multifunktionsstadion RSK Olimpijskyj mit einer Zuschauerkapazität von 25.831 als Heimspielstätte. Am 29. August 2009 [2] ist in Donezk das moderne Fußballstadion Donbass Arena nach einer dreijährigen Bauzeit eröffnet worden. Die neue Arena hat eine Kapazität von 51.504 Zuschauerplätzen.

Erfolge[Bearbeiten]

In der Saison 2001/02 gewann Schachtar Donezk zum ersten Mal den Titel des Ukrainischen Meisters. In der Champions League 2004/05 scheiterte der Verein in der Vorrunde und spielte anschließend im UEFA-Pokal gegen den FC Schalke 04. Durch den Gewinn der nationalen Meisterschaft in der Spielzeit 2005/06 schaffte Schachtar Donezk erneut den Sprung in die europäische Königsklasse. In der Saison 2006/07 wurde Schachtar in der Champions League hinter dem FC Valencia und dem AS Rom Gruppendritter und schied somit erneut aus diesem Wettbewerb aus. In der 3. Hauptrunde des UEFA-Pokals setzte sich die Mannschaft gegen AS Nancy durch, scheiterte aber im Achtelfinale am spanischen Titelverteidiger FC Sevilla. In der Saison 2007/08 schied der Verein in der Gruppenphase der Champions League als Tabellenletzter aus. In der Saison 2007/08 wurde Schachtar Donezk zum dritten Mal in den letzten vier Jahren ukrainischer Meister. In der Saison 2008/09 erreichte das Team in der Champions League erneut den dritten Platz in der Gruppenphase und gewann am letzten Spieltag beim Gruppensieger FC Barcelona. Dadurch konnte sich Schachtar Donezk für den UEFA-Pokal qualifizieren, wo die Mannschaft unter anderem Tottenham Hotspur und ZSKA Moskau und im Halbfinale in einem rein ukrainischen Duell Dynamo Kiew ausschaltete. Am 20. Mai 2009 siegte Donezk im Finale von Istanbul mit 2:1 n.V. gegen Werder Bremen (Tore: Luis Adriano und Jadson für Donezk, Naldo für Bremen) und wurde somit erster Gewinner eines Europapokals aus der eigenständigen Ukraine (Dynamo Kiew gewann zweimal den Europapokal der Pokalsieger, allerdings als Vertreter der Sowjetunion). Im Jahr 2011 erreichte Schachtar zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins das Viertelfinale der UEFA Champions League und scheiterte dort deutlich am FC Barcelona.

National[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Kader der Saison 2013/14[Bearbeiten]

Name Rückennummer Nationalität Geboren Im Verein seit Letzter Verein
Trainer
Mircea Lucescu RumänienRumänien 29. Juli 1945 2004 Beşiktaş Istanbul
Torwart
Bohdan Sarnavskiy 23 UkraineUkraine 29. Januar 1995 2013 Arsenal Kiew
Andrij Pjatow 30 UkraineUkraine 28. Juni 1984 2007 Worskla Poltawa
Anton Kanibolozkij 32 UkraineUkraine 16. Mai 1988 2012 Dnipro Dnipropetrowsk
Mykyta Kryukov 35 UkraineUkraine 30. April 1991 2008 eigene Jugend
Abwehr
Oleksandr Volovyk 4 UkraineUkraine 28. Oktober 1985 2013 Metalurh Donezk
Olexandr Kutscher 5 UkraineUkraine 22. Oktober 1982 2006 Metalist Charkiw
Wjatscheslaw Schewtschuk 13 UkraineUkraine 13. Mai 1979 2005 Dnipro Dnipropetrowsk
Wassyl Kobin 14 UkraineUkraine 24. Mai 1985 2009 Karpaty Lwiw
Dmytro Tschyhrynskyj 27 UkraineUkraine 7. November 1986 2010 FC Barcelona
Ismaily 31 BrasilienBrasilien 11. Januar 1990 2013 SC Braga
Darijo Srna (C)Kapitän der Mannschaft 33 KroatienKroatien 1. Mai 1982 2003 HNK Hajduk Split
Serhij Krywzow 38 UkraineUkraine 15. März 1991 2010 Metalurh Saporischschja
Jaroslaw Rakyzkyj 44 UkraineUkraine 3. August 1989 2006 eigene Jugend
Eduard Sobol 95 UkraineUkraine 20. April 1995 2013 Metalurh Saporischschja
Mittelfeld
Tomáš Hübschman 3 TschechienTschechien 4. September 1981 2004 Sparta Prag
Taras Stepanenko 6 UkraineUkraine 8. August 1989 2010 Metalurh Saporischschja
Wellington Nem 7 BrasilienBrasilien 6. Februar 1992 2013 Fluminense FC
Fred 8 BrasilienBrasilien 5. März 1993 2013 SC Internacional
Bernard 10 BrasilienBrasilien 8. September 1992 2013 Atlético Mineiro
Fernando 17 BrasilienBrasilien 3. März 1992 2013 Grêmio Porto Alegre
Douglas Costa 20 BrasilienBrasilien 14. September 1990 2010 Grêmio Porto Alegre
Dmytro Hrechyshkin 24 UkraineUkraine 22. September 1991 2013 Illitschiwez Mariupol
Taison 28 BrasilienBrasilien 17. Januar 1988 2013 Metalist Charkiw
Alex Teixeira 29 BrasilienBrasilien 6. Januar 1990 2010 CR Vasco da Gama
Ilsinho 77 BrasilienBrasilien 12. Oktober 1985 2012 SC Internacional
Angriff
Luiz Adriano 9 BrasilienBrasilien 12. April 1987 2007 SC Internacional
Eduardo 11 KroatienKroatien 25. Februar 1983 2010 FC Arsenal
Facundo Ferreyra 19 ArgentinienArgentinien 14. März 1991 2013 CA Vélez Sársfield
Anton Shynder 37 UkraineUkraine 13. Juni 1987 2013 Tawrija Simferopol
Stand: August 2013

Trainer[Bearbeiten]

(unvollständig)

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Ukraine und GUS

Europa

Südamerika

Nord- und Mittelamerika

Dokumentarfilm[Bearbeiten]

  • Jakob Preuss: The Other Chelsea − Eine Geschichte aus Donezk, D/UK 2010, ausgestrahlt im ZDF am 28. Juni 2011, 0.15 Uhr.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schachtar Donezk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Schachtar Donezk – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erstklassigkeit
  2. http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/697817