Tschornomorez Odessa

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Dieser Artikel beschreibt den Fußballclub Tschornomorez aus der Stadt Odessa, für weitere Bedeutungen von Tschornomorez bzw. russisch Tschernomorez, siehe Tschernomorez.
Tschornomorez Odessa
Wappen
Voller Name FK Tschornomorez Odessa
Gegründet 27. März 1936
Vereinsfarben blau-schwarz-weiß
Stadion Tschornomorez
Plätze 34.164
Präsident UkraineUkraine Leonid Klimow
Trainer UkraineUkraine Roman Grygortschuk (seit 11/2010)
Homepage www.chernomorets.odessa.ua
Liga Premjer-Liha
2013/14 5. Platz
Heim
Auswärts

Der FK Tschornomorez Odessa (ukrainisch ФК Чорноморець Одеса, russisch ФК Черноморец Одесса/Tschernomorez Odessa, UEFA-Transkription FC Chornomorets Odesa) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensentwicklung[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1936 unter dem Namen Dynamo Odessa («Динамо» Одеса) gegründet, wechselte in den folgenden Jahren aber häufiger den Namen. So hieß er 1940 Chartschowyk Odessa («Харчовик»» Одеса, ukr.), ab 1941 Spartak Odessa («Спартак» Одеса), ehe er 1944 wieder Chartschowyk Odessa genannt wurde. 1953 taufte er sich dann in Metalurh Odessa («Металлург» Одеса) um, der Name hatte aber nur zwei Jahre Bestand. Bis er sich 1958 den aktuellen Namen gab, hieß er wieder Chartschowyk Odessa.

Sowjetunion[Bearbeiten]

Der Verein nahm als einer der Vertreter der Teilrepublik Ukraine am Spielbetrieb der sowjetischen Liga teil. Dort gelang mit dem dritten Platz in der Spielzeit 1974 die beste Platzierung und damit auch die erstmalige Qualifikation für den UEFA-Pokal. Der erste Titelgewinn gelang 1990, als der Verein den Ligapokal durch ein 2:0 gegen Dnipro Dnipropetrowsk gewinnen konnte. Nach der ewigen Tabelle der sowjetischen Liga liegt Tschornomorez unter allen ukrainischen Mannschaften, die je an der sowjetischen Liga teilnahmen, auf Platz 3, insgesamt auf Platz 13.

Ukraine[Bearbeiten]

Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1992 gehörte Tschornomorez zu den Gründungsmitgliedern der neuen Wyschtscha Liha. Im selben Jahr gewann Tschornomorez die erste Ausgabe des unabhängigen ukrainischen Pokals durch einen 1:0-Erfolg gegen Metalist Charkiw. Zwei Jahre später gelang der erneute Titelgewinn, dieses Mal wurde Tawrija Simferopol im Elfmeterschießen bezwungen.

Bis zur Saison 1997/98 spielte Tschornomorez erstklassig, dann musste der Verein in die zweitklassige Perscha Liha absteigen. Zwar gelang der sofortige Wiederaufstieg, die folgende Erstligasaison beendete der Klub allerdings wieder auf einem Abstiegsplatz und spielte daher 2000/01 erneut nur im Unterhaus.

Nach einem sechsten Platz 2001 gelang als Tabellenzweiter 2002 der Wiederaufstieg. In der Wyschtscha Liha folgten mit dem achten, fünften und sechsten Platz gute Mittelfeldplatzierungen. 2006 schaffte Tschornomorez durch den dritten Platz nach jahrelanger Abstinenz sogar den Wiedereinzug in das internationale Geschäft. Im UEFA-Pokal war jedoch bereits in der 1.Runde mit zwei Niederlagen gegen den israelischen Vertreter Hapoel Tel Aviv Endstation.

In der Saison 2009/10 belegte das Team den 15. und vorletzten Tabellenplatz und musste erneut den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. 2011 wurde die Vizemeisterschaft der Perscha Liha gewonnen und somit gelang auch die sofortige Rückkehr in die Premjer-Liha. Nach einem 8. Tabellenplatz in der Saison 2011/12 erreichte der Verein 2012/13 den 6. Rang und qualifizierte sich durch den Finaleinzug im Pokalwettbewerb für die UEFA Europa League. Das Pokal-Finale am 22. Mai 2013 gegen Schachtar Donezk ging allerdings deutlich mit 0:3 verloren. Nach Siegen in den Qualifikationsrunden und der Playoff-Runde erreichte der Verein die Gruppenphase der Europa League 2013/14. Mit dem zweiten Platz in seiner Gruppe qualifizierte sich Tschornomorez für das Sechzehntelfinale, schied aber dort gegen Olympique Lyon aus dem Wettbewerb aus.

Aufgrund der politischen Unruhen in der Ukraine 2013/2014 lösten die Spieler Markus Berger, Franck Dja Djedjé, Pablo Fontanello, Anderson Mineiro und Sito Riera nahezu zeitgleich ihre Verträge auf, um das Land zu verlassen.[1][2]

UEFA-Europa-League-Logo auf dem Spielfeld in Odessa am 3. Oktober 2013 vor dem Spiel Tschornomorez-PSV Eindhoven

Erfolge[Bearbeiten]

UdSSR (1936—1991)[Bearbeiten]

  • Wysschaja Liga (Fußballmeisterschaft UdSSR)

3. Platz: 1974

  • Sowjetischer Fußballbund-Pokal

Sieger: 1990

Ukraine (seit 1992)[Bearbeiten]

  • Wyschtscha Liha (ukrainische Fußballmeisterschaft)

Vizemeister (2): 1994/95, 1995/96

3. Platz (3): 1992/93, 1993/94, 2005/06

  • Ukrainischer Pokal

Sieger (2): 1992, 1993/94

Pokalfinalist (1): 2012/13

Europapokalbilanz[Bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hinspiel Rückspiel
1975/76 UEFA-Pokal 1. Runde ItalienItalien Lazio Rom 1:3 1:0 (H) 0:3 n.V. (A)
1985/86 UEFA-Pokal 1. Runde Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Werder Bremen (a)4:4(a) 2:1 (H) 2:3 (A)
2. Runde SpanienSpanien Real Madrid 1:2 1:2 (A) 0:0 (H)
1990/91 UEFA-Pokal 1. Runde NorwegenNorwegen Rosenborg Trondheim 4:3 3:1 (H) 1:2 (A)
2. Runde FrankreichFrankreich AS Monaco 0:1 0:0 (H) 0:1 (A)
1992/93 Europapokal der Pokalsieger Vorrunde LiechtensteinLiechtenstein FC Vaduz 12:10 5:0 (A) 7:1 (H)
1. Runde GriechenlandGriechenland Olympiakos Piräus 1:3 1:0 (A) 0:3 (H)
1994/95 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde SchweizSchweiz Grasshopper Zürich 1:3 0:3 (A) 1:0 (H)
1995/96 UEFA-Pokal Vorrunde MaltaMalta Hibernians Paola 7:2 5:2 (A) 2:0 (H)
1. Runde PolenPolen Widzew Łódź 1:1
(6:5 i.E.)
1:0 (H) 0:1 n.V. (A)
2. Runde FrankreichFrankreich RC Lens 0:4 0:0 (H) 0:4 (A)
1996/97 UEFA-Pokal Qualifikation FinnlandFinnland HJK Helsinki 4:2 2:2 (A) 2:0 (H)
1. Runde RumänienRumänien FC National Bukarest 0:2 0:0 (H) 0:2 (A)
2006/07 UEFA-Pokal 2. Quali-Runde PolenPolen Wisła Płock (a)1:1(a) 0:0 (H) 1:1 (A)
1. Runde IsraelIsrael Hapoel Tel Aviv 1:4 0:1 (H) 1:3 (A)
2007 UEFA Intertoto Cup 2. Runde WeissrusslandWeißrussland FK Schachzjor Salihorsk 6:2 4:2 (H) 2:0 (A)
3. Runde ArmenienArmenien FC Ararat Eriwan 1:3 0:0 (H) 1:3 (A)

Gesamtbilanz: 34 Spiele, 13 Siege, 8 Unentschieden, 13 Niederlagen, 45:41 Tore (Tordifferenz +4)

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

UdSSR / GUS / Ukraine

Europa

Südamerika

Trainer[Bearbeiten]

Meisterschaft und Pokal[Bearbeiten]

Saison Div. Platz. Sp. S U N TS TA P Pokal Europa Notizen
WL 1992 1 5 18 9 7 2 30 12 35 Sieger
WL 1992/93 1 3 30 17 4 9 31 12 38 1/16 Finale EPP 1. Runde
WL 1993/94 1 3 34 20 8 6 52 23 48 Sieger
WL 1994/95 1 2 34 22 7 5 62 29 73 1/2 Finale EPP 1. Runde
WL 1995/96 1 2 34 22 7 5 56 25 73 1/16 Finale UP 2. Runde
WL 1996/97 1 7 30 12 6 12 36 31 42 1/4 Finale UP 1. Runde
WL 1997/98 1 15 30 8 8 14 31 39 32 1/4 Finale Relegation
Perscha Liha 1/64 Finale Aufstieg
WL 1999/00 1 15 30 6 8 16 20 50 26 1/16 Finale Relegation
Perscha Liha 1/8 Finale
Perscha Liha 1/16 Finale Aufstieg
WL 2002/03 1 8 30 10 4 16 31 45 34 1/16 Finale
WL 2003/04 1 5 30 11 12 7 38 33 45 1/2 Finale
WL 2004/05 1 6 30 12 6 12 29 29 42 1/16 Finale
WL 2005/06 1 3 30 13 6 11 36 31 45 1/16 Finale
WL 2006/07 1 6 30 11 8 11 36 33 41 1/16 Finale UP 1. Runde
WL 2007/08 1 7 30 11 5 14 27 33 38 1/2 Finale IP 3. Runde
WL 2008/09 1 10 30 12 2 16 34 42 32 1/16 Finale
WL 2009/10 1 15 30 5 9 16 21 44 24 1/16 Finale Relegation
Perscha Liha 1/16 Finale Aufstieg

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erste Profis verlassen Ukraine aufgrund politischer Lage, in: transfermarkt.de, vom 4. März 2014
  2. Ex-Odessa-Profi Berger: „Jeden Tag wurde es etwas schlimmer“, in: transfermarkt.de, vom 7. März 2014