Edda Moser

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Edda Moser (* 27. Oktober 1938 in Berlin) ist eine deutsche Sopranistin und Hochschullehrerin.

Leben[Bearbeiten]

Edda Moser ist die Tochter des Musikwissenschaftlers Hans Joachim Moser und seiner Ehefrau Dorothea Moser, geb. Duffing. Sie studierte Gesang am Berliner Konservatorium bei Hermann Weissenborn und Gerty König. Von 1962 bis 1963 war sie am Würzburger Stadttheater engagiert, danach in Hagen und Bielefeld. 1968 sang sie in Salzburg unter Herbert von Karajan die Wellgunde in Wagners Der Ring des Nibelungen. Bevor sie zur Wiener Staatsoper wechselte, gehörte sie 1968 bis 1971 zum Ensemble der Oper Frankfurt.

Herbert von Karajan brachte sie an die Metropolitan Opera New York, wo sie einen spektakulären Einstand als Königin der Nacht feierte. Ihr Debüt war in Wagners Rheingold. An der MET sang sie danach unter anderem in Neuproduktionen von Die Entführung aus dem Serail, Händels Rinaldo und als Donna Anna in Don Giovanni.

Noch 1995 debütierte Edda Moser als Küsterin in Janáčeks Oper Jenůfa an der Bonner Oper.

Als Höhepunkt ihrer Karriere sieht Edda Moser ihre Münchner Aufnahme der Zauberflöte mit der so schwierig zu singenden Rachearie der Königin der Nacht [1] unter dem Dirigat von Wolfgang Sawallisch. Die Aufnahme entstand im August 1972 bei der Electrola.

In ihrem Interview mit Fono-Forum [2] zu ihrem 75. Geburtstag beschreibt sie die Vorgeschichte der Aufnahme:

"An die Entstehung dieser legendären „Zauberflöte“ erinnere ich mich noch sehr gut, die war wie ein Wunder. Mit Kurt Moll, Theo Adam, Walter Berry und Peter Schreier hatten wir damals ein komplett deutschsprachiges Ensemble, das alleine war schon außergewöhnlich. Mich hatte man als Königin der Nacht für diese Aufnahme engagiert. Ich kam dann nach München, da sagte mir der Produzent Helmut Storjohann: „Es gibt da ein kleines Problem: Frau Sawallisch möchte Sie nicht als Königin haben.“ Worauf ich fragte, was Frau Sawallisch mit der Aufnahme zu tun hätte? Daraufhin hat der von mir verehrte Helmut Storjohann gesagt: „Wenn die Edda die Königin der Nacht nicht singt, fällt die ganze Produktion aus!“ Sawallisch hat dann in den sauren Apfel gebissen und fragte mich bei der ersten Sitzung etwas kühl, ob ich mit der ersten oder zweiten Arie anfangen möchte. Ich sagte, ich nehme gerne die zweite. Und in dieser Wut, die ich hatte, weil man mich nicht wollte, habe ich den ganzen Zorn in die Arie gelegt und in einem Take durchgesungen. Und diese Aufnahme [3] ist jetzt auf der Platte und schwebt irgendwo über den Sternen."

Sie schildert in einem Gespräch mit Holger Wemhoff [4] [5], wie sie darüber informiert wurde, dass ausgerechnet aus dieser Aufnahme die Arie der Königin der Nacht ausgewählt wurde, damit sie an Bord der Raumsonde Voyager 2 das Sonnensystem verlassen konnte [6]. Ein letztes Mal sang sie diese Arie an der Pariser Oper unter dem Dirigenten Karl Böhm.

Edda Moser beendete ihrer Sängerkarriere am 2. Februar 1994 mit der "Salome" in Wien. Sie empfand dies als "Tod", doch sie wollte als Sängerin in guter Erinnerung bleiben und veränderte ihr Leben. Sie galt als Sängerin, die besonders gut Mozart-Opern singen konnte, sie hätte jedoch auch gern von Richard Wagner die Brünhild und die Isolde gesungen. Dass dies nicht möglich wurde, bedauert sie sehr. [7]

Seit den 1980er Jahren leitet sie Meisterklassen an verschiedenen Instituten und Konservatorien (Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst), Junge Münchner Philharmonie, Mozarteum Salzburg und hatte eine Professur an der Hochschule für Musik Köln inne.

Im Jahr 2006 initiierte Edda Moser das „Festspiel der deutschen Sprache“, das auf der Heidecksburg bei Rudolstadt und seit 2007 im historischen Goethe-Theater Bad Lauchstädt aufgeführt wurde. Im März 2011 erschien ihre Autobiografie, geschrieben zusammen mit Thomas Voigt, unter dem Titel "Ersungenes Glück".

Edda Moser lebt in Rheinbreitbach südlich von Bonn.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edda Moser: Ersungenes Glück : Erinnerungen und Gespräche, aufgezeichnet von Thomas Voigt, Leipzig : Henschel, 2011, ISBN 978-3-89487-671-5

Repertoire (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.eddamoser.com/content/germany/germany.html
  2. http://www.fonoforum.de/?id=9656
  3. http://archive.org/details/ActIiDerHoelleRachemoserSawallisch
  4. http://ecx.images-amazon.com/images/I/51ew1diVGNL._SS500_.jpg
  5. http://open.spotify.com/track/6ejaUGTVxNZwgpjs2fyiHw
  6. Voyager Golden Record
  7. http://www.wdr3.de/musik/eddamoser116.html
  8. Bekannte Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache. Abgerufen am 27. Februar 2013.
  9. Bekanntgabe der Auszeichnung „Sprachwahrer des Jahres 2006“