Peter Schreier

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Peter Schreier, 1976

Peter Schreier (* 29. Juli 1935 in Meißen) ist ein deutscher Sänger (Tenor) und Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Aufgewachsen im sächsischen Gauernitz, wurde Peter Schreier 1943 in den Dresdner Kreuzchor aufgenommen und vom Chorleiter Rudolf Mauersberger als Talent entdeckt. Bereits als Knabenalt machte Peter Schreier auf sich aufmerksam, was Tonaufnahmen aus dieser Zeit dokumentieren. Der Kreuzkantor komponierte für ihn eine Reihe von Solopartien, u. a. das „Nocturno“, das „Vaterunser“ aus der „Geistlichen Sommermusik“, das „De profundis“ aus dem Dresdner Requiem und mehrere Volksliedbearbeitungen.

Nach seinem Stimmbruch wurde Schreier Tenor. Die Evangelistenpartien der Oratorien Johann Sebastian Bachs machten ihn weltweit bekannt.

Schreier sang zudem etliche Rollen in Opern (Fidelio, Die Entführung aus dem Serail, Die Zauberflöte, Das Rheingold, Pfitzners Palestrina), meist an der Berliner Staatsoper Unter den Linden.

Er zählte zu den führenden Musikern in der DDR und erwarb sich auch international Reputation – mancher spricht vom „gesanglichen Exportschlager“ der DDR –, die ihn an die großen Opernbühnen und zu den bedeutenden Festspielen der Welt, etwa den Salzburger Festspielen, führte. Sein Album Peter Schreier singt Weihnachtslieder war mit rund 1,4 Millionen Exemplaren der mit Abstand meistverkaufte Tonträger in der Geschichte der DDR.

Schreiers Repertoire war breit gefächert; neben dem Lied- und Oratorienbereich, einem seiner Meisterbereiche, wirkte er im Opern- aber auch im Operettenfach (etwa als Orpheus in der Dresdner Aufführung von Jacques Offenbachs Operette Orpheus in der Unterwelt).

Von 1984 bis 1990 war er Präsident des „Kuratoriums Schauspielhaus Berlin“ (später Konzerthaus Berlin), dem auch Theo Adam angehörte.

Als Sänger war Peter Schreier letztmals am 22. Dezember 2005 in Prag als lyrischer Tenor zu erleben. Danach beendete er seine internationale Gesangskarriere.

Bereits seit 1981 Honorarprofessor für Gesang, leitet er bis heute internationale Meisterklassen für Gesang. Als Dirigent arbeitete er u. a. mit den Berliner Philharmonikern, den Hamburger Symphonikern, der Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern, dem Mozarteum-Orchester Salzburg, dem Gürzenich-Orchester, dem Philharmonische Staatsorchester Hamburg und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra zusammen.

Schreier lebt in Dresden-Loschwitz, ist verheiratet und hat zwei Söhne, Torsten (* 1958) und Ralf (* 1961), benannt nach dem schwedischen Tenor Torsten Ralf.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schreier erhielt unter anderem den Nationalpreis der DDR 1. Klasse (1986) und das Bundesverdienstkreuz. Weiterhin wurde ihm dreimal der Titel Kammersänger verliehen, und er wurde zum Ehrenbürger von Meißen ernannt.

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

  • Peter Schreier – Alles hat seine Zeit. 83 Min., Regie und Produktion Heide Blum. D 2006.
  • Peter Schreier – Ein Film von Wolf-Eberhard von Lewinski. 60 Min., Produktion SR, Ausstrahlung im Ersten Programm am 30. April 1978.
  • Peter Schreier singt - Lieder von J.S.Bach, Mozart, Beethoven, Schubert und Brahms. Aufzeichnung eines Liederabends im Sendesaal des SR am 20. November 1977. Am Klavier: Norman Shetler, Regie: Peter Rocholl, Ausstrahlung im Ersten und in den Dritten Programmen der ARD 1978.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Schreier: Aus meiner Sicht. Gedanken und Erinnerungen, Ostberlin 1983, 207 Seiten
  • Jürgen Helfricht: Peter Schreier – Melodien eines Lebens. Verlag der Kunst Dresden, Husum 2008, ISBN 978-3-86530-109-3
  • Renate Rätz: Schreier, Peter. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 2, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
  • Gottfried Schmiedel: Peter Schreier für Sie porträtiert. VEB Deutscher Verlag für Musik Leipzig, Leipzig 1976

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peter Schreier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neues Deutschland, 2. Mai 1984, S. 2
  2. Mendelssohn-Preis vergeben. In: Saarbrücker Zeitung vom 8. Juli 2011, S. B5