Egeln

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Egeln
Egeln
Deutschlandkarte, Position der Stadt Egeln hervorgehoben
51.94388888888911.43305555555670Koordinaten: 51° 57′ N, 11° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Salzlandkreis
Verbandsgemeinde: Egelner Mulde
Höhe: 70 m ü. NHN
Fläche: 29,13 km²
Einwohner: 3510 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39435
Vorwahl: 039268
Kfz-Kennzeichen: SLK, ASL, BBG, SBK, SFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 89 075
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 18
39435 Egeln
Webpräsenz: www.egeln.info
Bürgermeister: Reinhard Luckner (UWGE)
Lage der Stadt Egeln im Salzlandkreis
Barby Seeland Seeland Bördeaue Seeland Börde-Hakel Börde-Hakel Ilberstedt Borne Seeland Seeland Wolmirsleben Giersleben Seeland Güsten Plötzkau Alsleben (Saale) Nienburg (Saale) Egeln Barby Bernburg Calbe (Saale) Schönebeck (Elbe) Bördeland Könnern Hecklingen Aschersleben StaßfurtKarte
Über dieses Bild

Egeln ist eine Stadt in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Egelner Mulde an.

Geographie[Bearbeiten]

Das kleine Bördestädtchen Egeln mit etwa 4.100 Einwohnern liegt am Knotenpunkt der Bundesstraßen 81 und 180, inmitten des Städtedreiecks Aschersleben, Halberstadt und Magdeburg. Es liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Magdeburg auf halbem Weg nach Halberstadt im Salzlandkreis in der Egelner Mulde an der Bode.

Geschichte[Bearbeiten]

Die fruchtbare Bodeniederung um Egeln war schon in der Altsteinzeit von Menschen besiedelt. Begründet wurde Egeln womöglich durch den germanischen Stamm der Angeln. Zumindest geht der Name „Egeln“ etymologisch auf das Volk der Angeln zurück. Der Ort wurde erstmals im Jahre 941 als „Osteregulon“ mit einem neuen Kastell durch König Otto I. beurkundet. Dieses Kastell diente dem Schutz der Furt durch den Bodefluss, vor dem die Heerstraßen aus Erfurt, Quedlinburg und Goslar zusammentrafen und, zu einer Straße vereinigt, nach Magdeburg, der ersten Hauptstadt des römischen Reiches Deutscher Nation weiterführte.

Im 10./11. Jahrhundert legten die Askanier eine planmäßige Neustadt nordwestlich der Bode mit Markt und Kirche im Schutz einer neuen Burg an. Diese eroberten im Jahre 1250 die Edlen von Hadmersleben. Sie ließen den Ort mit einer starken Mauer befestigen und verliehen ihm Markt-, Zoll- und Stadtrecht. Auf dem Gelände der alten Siedlung Osteregulon gründete der Edelherr Otto von Hadmersleben auf Bitten seiner Frau, Jutta von Blankenburg, 1259 das Kloster Marienstuhl, das bis 1809 als Zisterzienserinnenabtei Bestand hatte.

Das erste Siegel der Stadt gibt es an einer Urkunde aus dem Jahre 1317. Das Stadtwappen von Egeln mit dem Löwen im Schilde über Mauer und geöffnetem Tor wird 1365 festgeschrieben, als sich die Stadt aufs Neue verbriefen ließ, dass man auf dem Markte Geschäfte betreiben könne. Dieser Markt hatte überregionale Bedeutung und wurde erst nach einer strengen Prüfung durch Marktmeister und Ratsleute eröffnet. Neben den üblichen Handelswaren wurden hier insbesondere Hamsterfelle (im Jahr 1815 150.000 Stück) gehandelt. 84 brauberechtigte Vollbürger hatten das Recht, das berühmte Egelei Bier zu brauen, das ebenfalls einen guten Absatz fand. Seit 1680 war Egeln als sogenannte Immediatstadt direkt dem brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg unterstellt und lag bis 1807 im Holzkreis. Ab 1. Juli 1816 wurde die Stadt dem Kreis Wanzleben im Regierungsbezirk Magdeburg der Provinz Sachsen zugeordnet.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts führte jeglicher Fernverkehr auf den Post- und Heerstraßen direkt durch Egeln und brachte Handel und Handwerk zu reicher Blüte. Mit zunehmender Entwicklung des technisierten Verkehrs erwiesen sich die engen Straßen des kleinen Städtchens jedoch als Verkehrshindernis und der gesamte Fernverkehr wurde an Egeln vorbeigeleitet. Trotzdem hat die Stadt auch weiterhin eine positive Ausstrahlung auf das nähere Umfeld behalten. So gibt es in Egeln alle Schulformen, ein Ärztehaus, Apotheke, Kinderbetreuung, zwei Banken, ein Bürgerbüro des Landkreises, ein modernes Sportzentrum mit Freibad, Fußballstadion, Beachvolleyballplatz und eine Zweifeldersporthalle sowie drei Supermärkte. Mit vielfältigsten Veranstaltungsangeboten insbesondere auf der Wasserburg Egeln und auf dem Marktplatz hat sich die Stadt auch als kulturelles Zentrum etabliert.

1953 wurde Bleckendorf als Ortsteil Egeln-Nord in die Stadt Egeln eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 35,2 %
 %
40
30
20
10
0
34,6 %
27,2 %
14,9 %
10,6 %
9,4 %
3,3 %

Der Rat der Stadt besteht in der 2009 begonnenen Legislaturperiode aus 15 und nicht mehr aus 16 Ratsmitgliedern. Der Partei Die Linke standen laut Wahlergebnis zwei Sitze zu, auf ihrer Liste war jedoch nur ein Kandidat eingetragen, der zweite Sitz entfällt.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Das Ratsmitglied der Grünen bildet gemeinsam mit der UWGE eine Fraktion, die Ratsmitgliedern der SPD gemeinsam mit der FDP.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister Reinhard Luckner (UWGE) wurde am 10. Juni 2012 für sieben Jahre mit 64 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine rote Burg mit gezinnter Mauer und zwei spitzbedachten golden beknauften Türmen, geöffnetem goldenen Tor mit hochgezogenem Fallgatter, zwischen den Türmen schwebend ein Schild, darin in Blau ein aufgerichteter rotbezungter goldener Löwe.“

Die Gemeindefarben sind Rot - Silber (Weiß).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte sind:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Wasserburg in Egeln

Neben dem Stadtkern um den Marktplatz findet man das Rathaus von 1897, die Adlerapotheke (um 1700), die 1206 erstmals erwähnte Stadtkirche St. Christophorus mit dem ältesten evangelischen Pfarrhaus Ostdeutschlands (1581) und dahinter die Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert mit wesentlichen Umbauten zum Renaissanceschloss im 16. Jahrhundert. In der Burg gibt es ein Museum für Vor- und Früh- sowie Stadtgeschichte, eine Malschule und eine Freilichtbühne. Im Foyer des Museums besteht die Möglichkeit, sich standesamtlich trauen zu lassen.

In Egeln findet alle zwei Jahre das Internationale Chorfestival „Sine musica nulla vita“ statt, das 2001 auf Initiative des Egelner Kammerchores Young Voices und dessen Chorleiter Ralf Schubert aus der Taufe gehoben wurde. Seit Bestehen nahmen fast 20 Chöre aus sechs Ländern daran teil.[3]

Seit 1997 wird im zweijährigen Abstand durch die Egelner Jugendtheatergruppe Young Actors unter der Leitung von Ingo Böhlert ein Bühnenspektakel in der Egelner Wasserburg veranstaltet.[4]

Im südlichen Teil der Stadt Egeln befindet sich das Kloster Marienstuhl mit einer der schönsten Barockkirchen Sachsen-Anhalts.

Im Windpark Egeln-Nord steht der Prototyp der Windkraftanlage des Typs Enercon E-112 mit einer Leistung von 4,5 MW. Diese war damit zum Zeitpunkt der Errichtung die größte Windkraftanlage der Welt.

Eine bronzezeitliche Kreisgrabenanlage deutet auf vorgeschichtliche Besiedlung des Gebietes hin.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Friedrich Lücke (1791–1855), evangelischer Theologe, Universitätsprofessor und Abt des Klosters Bursfelde bei Hann. Münden
  • Minna Faßhauer (1875–1949), Politikerin, erste Frau, die in Deutschland ein Ministeramt bekleidete, geboren in Bleckendorf
  • Willy Habl (1888–1964), Maler und Graphiker
  • Herwig Paretzke (* 1944 in Bleckendorf), Physiker
  • Ruth Fuchs (* 1946), Olympiasiegerin im Speerwurf

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Fraktionen des Stadtrates
  3. Homepage des Chorfestivals
  4. Freie Jugendtheatergruppe Young Actors Egeln

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Egeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien