Staßfurt
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Salzlandkreis | |
| Höhe: | 73 m ü. NN | |
| Fläche: | 146,53 km² | |
| Einwohner: |
28.111 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 192 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 39240, 39418, 39439, 39443, 39446 | |
| Vorwahlen: | 03925, 039265 (Löderburg), 039266 (Förderstedt teilw., Glöthe) | |
| Kfz-Kennzeichen: | SLK, ASL, BBG, SBK, SFT | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 89 310 | |
| Stadtgliederung: | Zentralort und 4 Ortschaften | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Hohenerxlebener Straße 12 39418 Staßfurt |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | René Zok (parteilos) | |
| Lage der Stadt Staßfurt im Salzlandkreis | ||
Staßfurt ist eine Stadt im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Staßfurt ist am 31. Januar 1851 Geburtsort und Wiege des weltweiten Kalibergbaus gewesen.[2] Das erste Kalibergwerk der Erde ist dort das einstige Königlich Preußische Salzbergwerk gewesen mit den beiden Schächten von der Heydt und von Manteuffel.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Staßfurt liegt am Südrand der Magdeburger Börde, südlich der Landeshauptstadt Magdeburg. Die Stadt wird von dem Fluss Bode durchquert.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Staßfurts Nachbargemeinden sind:
10 km |
10 km |
15 km |
1 km |
15 km |
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11 km |
10 km |
10 km
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Stadtgliederung [Bearbeiten]
Staßfurt gliedert sich in folgende Ortsteile (mit Postleitzahlen):
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Geschichte [Bearbeiten]
Im Jahre 806 erfolgte die erstmalige (gesicherte) urkundliche Erwähnung von Staßfurt (im frühen Mittelalter hieß das Dorf Alt-Staßfurt nur Staßfurt) im Zusammenhang mit einer Einladung durch Kaiser Karl den Großen an den Abt Fulrad von St. Quentin zur Abhaltung einer Heeresversammlung in Starasfurt an der Bode. Die Deutung des Namens geht mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Zusammensetzung aus dem altslawischen Wort für alt (staraja) mit dem althochdeutschen Wort Furt (Überfahrtsstelle) aus. Die Bedeutung Staßfurts im Mittelalter war durch seine Lage an dieser Furt durch die Bode bedingt. Hier führte die alte Handels- und Salzstraße von Lüneburg kommend nach Halle/Saale entlang. Das Dorf Alt-Staßfurt nördlich der Bode unterstand weltlich und geistlich dem Erzstift Magdeburg. Im 11. Jahrhundert wurde die Burg (Wehranlage) südlich der Bode errichtet. Bereits 1180 wurde dem Staßfurter Siedlungsbereich südlich der Bode innerhalb der Wehrmauern das Stadtrecht verliehen. Die Stadt Staßfurt stand bis 1277 weltlich im Besitz anhaltischer Grafen. Die Nachkommen Albrecht des Bären und Herzöge von Sachsen, Johann I. und Albrecht II., hatten bei der Feier ihres Ritterschlages einen so bedeutenden Aufwand betrieben, dass sie zur Begleichung der Schulden auch die in ihrem Besitz befindliche Stadt Staßfurt am 8. Juli 1276 an den Erzbischof Konrad II. von Magdeburg verpfänden mussten. Da die Herzöge in Jahresfrist die hohe Schuldsumme von 6000 Silbermark nicht bezahlen konnten, fiel Staßfurt ab 1277 an das Erzstift Magdeburg. Seit 1680 war Staßfurt als sogenannte Immediatstadt direkt dem brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg unterstellt und lag bis 1807 im Holzkreis. Ab 1815 gehörten Alt-Staßfurt und die Stadt Staßfurt im Regierungsbezirk Magdeburg zur Provinz Sachsen und blieb damit bis zur Auflösung des preußischen Staates 1947 auf preußischem Hoheitsgebiet.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde am 13. September 1944 zwischen Löderburg-Lust und Atzendorf das Außenlager des KZ Buchenwald Staßfurt I/Neustaßfurt (Deckname „Reh“) errichtet, in dem 459 Häftlinge, überwiegend aus Frankreich, an der unterirdischen Verlagerung der Ernst Heinkel AG zusammen mit polnischen KZ-Häftlingen unter extrem schlechten Bedingungen arbeiten mussten, wobei zwischen 300 und 380 ihr Leben verloren. Ein weiteres Außenlager bestand ab dem 28. Dezember 1944 in Leopoldshall. Beide Lager wurden am 11. April 1945 mit einem Todesmarsch evakuiert. Die am 6. August über Hiroshima zur Explosion gebrachte Atombombe Little Boy enthielt 64 Kilogramm Uran. Zumindest ein Teil des Urans stammte aus den etwa 1100 Tonnen Uranerz und Uranoxid, das US-Amerikaner in der zweiten Aprilhälfte 1945 in Staßfurt sichergestellt hatten.
Von 1952 bis 1994 war Staßfurt Kreisstadt des Kreises Staßfurt im DDR-Bezirk und später Regierungsbezirk Magdeburg. Mit der Kreisgebietsreform 1994 wurde durch die Zusammenlegung der Kreise Aschersleben und Staßfurt der neue Landkreis Aschersleben-Staßfurt mit der neuen Kreisstadt Aschersleben gebildet. Im Zuge der Kreisgebietsreform 2007 wechselte Staßfurt in den neu gebildeten Salzlandkreis.
Die SWAPO schickte während der Unabhängigkeitskämpfe in Südwestafrika in den 1980er Jahren Kinder zur Erziehung und Ausbildung in die DDR. So befanden sich Anfang 1990 auf der Schule der Freundschaft in Staßfurt 291 solcher Kinder. Sie wurden im August 1990 – zusammen mit 134 Kleinkindern aus Bellin – in das inzwischen unabhängige und von der SWAPO regierte Namibia zurückgebracht.[3]
Zu DDR-Zeiten entstanden die beiden Plattenbau-Siedlungen „Leninring“ (heute „Nord“) und „Am Tierpark“, während die Bausubstanz der Innenstadt - sofern sie nicht durch Bergschäden abgerissen werden musste - zunehmend verfiel. Erst die seit 1991 durchgeführte Stadtsanierung führte zu einer Trendwende.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Einwohnerentwicklung Staßfurts (graphisch) [Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung Staßfurts (tabellarisch) [Bearbeiten]
(ab 1955 jeweils zum 31. Dezember)
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Eingemeindungen [Bearbeiten]
Das Dorf Alt-Staßfurt am linken (nördlichen) Bodeufer ist älter als die Stadt Staßfurt am rechten Bodeufer und wurde am 12. Dezember 1868 in die Stadt Staßfurt eingemeindet. Im Jahr 1946 wurde die benachbarte anhaltische Stadt Leopoldshall, die 1873 auf dem Gebiet der Gemeinde Neundorf (Anhalt) entstanden war, nach Staßfurt zwangseingemeindet. Der 1873 auf anhaltischem Gebiet unmittelbar neben Staßfurt gegründete Ort erhielt am 29. Januar 1919 das Stadtrecht.
Im Jahr 2003 wurden die Orte Löderburg (mit den Ortsteilen Rothenförde, Lust und Athensleben als Ortschaft) und Hohenerxleben eingegliedert.[7] Anfang 2004 folgte Rathmannsdorf.[8] Am 1. Januar 2009 kamen die Gemeinden Neundorf (Anhalt) und Förderstedt hinzu.[9]
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Alt-Staßfurt | 12. Dezember 1868 | Eingemeindung in die Stadt Staßfurt |
| Athensleben | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Löderburg |
| Atzendorf | 10. März 2004 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Brumby | 18. Mai 2006 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Förderstedt | 1. Januar 2009 | |
| Glöthe | 18. Mai 2006 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Hohenerxleben | 1. März 2003 | |
| Leopoldshall | 1873 1. April 1946 |
Ausgliederung aus Neundorf (Anhalt), Eingemeindung nach Staßfurt |
| Löbnitz (Bode) | 29. Januar 2004 | Eingemeindung nach Förderstedt |
| Löderburg | 1. März 2003 | |
| Neundorf (Anhalt) | 1. Januar 2009 | |
| Rathmannsdorf | 1. Januar 2004 | |
| Üllnitz | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Glöthe |
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat hat 40 Sitze und setzt sich seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:
CDU: 12 Sitze
Linke: 11 Sitze
SPD: 5 Sitze
FDP: 5 Sitze- UBvS: 3 Sitze
- UWG Salzland: 2 Sitze
- Wir für Brumby: 1 Sitz
Grüne: 1 Sitz
Bürgermeister [Bearbeiten]
- 1929–1933: Hermann Kasten
- 1990–1994: Eckhard Metz
- 1994–2008: Martin Kriesel
- seit 2008: René Zok
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Im von Rot und Silber geteiltem Schild der heilige Johannes der Täufer im goldenen Gewand, mit der Rechten auf das auf dem linken Arm getragene mit der Kreuzesfahne versehene Gotteslamm weisend.“
Die Stadtfarben sind Rot und Weiß, die Farben des Erzbistums Magdeburg. Diese Grundfarben wurden auch beibehalten, als am 21. Juni 1960 während der Zeit der DDR ein neues Wappen eingeführt wurde. Dieses war „geviert von 1:4 Rot und 2:3 Silber, darin ein kombiniertes blaues Rad, oberhalb der Teilung als Seilscheibe mit schräg abwärts zum Schildrand laufenden Förderseil, unterhalb als Zahnrad ausgebildet, belegt mit einer aufrechtstehenden goldenen Ähre, diese wiederum mit einer silbernen Retorte“. Damit sollten die wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt symbolisiert werden.[10] Mit dem Ende der DDR beschloss der Stadtrat am 1. Juni 1990 die Rückkehr zum alten Wappen. Dieses wurde jedoch vom Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt 1994 nicht bestätigt, da darin ein Verstoß gegen Grundsätze der Heraldik gesehen wurde. Daraufhin wurde auf die Türme (Zinnen) verzichtet und die Farbe des Gewandes wurde von rot auf goldfarben verändert. Dieses neue Wappen wurde am 19. März 1995 vom Stadtrat beschlossen und anschließend vom Innenministerium bestätigt.[11]
Städtepartnerschaft [Bearbeiten]
Am 25. Oktober 1989 schlossen Lehrte und Staßfurt den Städtepartnerschaftsvertrag. Gelegentliche besuche beider Oberbürgermeister finden noch statt. Doch einen Festgelegten Termin gibt es nicht.
Kultur, Sehenswürdigkeiten, Christliche Kirchen [Bearbeiten]
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Denkmal von 1966 im Friedhofsvorpark des Ortsteiles Löderburg zur Erinnerung an die Opfer der Zwangsarbeit, in deutscher und französischer Sprache, 1992 erneuert
- Gedenkstein am Luisen-Platz (zu DDR-Zeiten Ernst-Thälmann-Platz) zur Erinnerung an den KPD-Vorsitzenden, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde, und an alle Opfer des Faschismus
- Gedenktafel an seinem Wohnhaus in der Hermann-Kasten-Straße an den Bürgermeister Hermann Kasten, der 1933 dort ermordet wurde. Auch an den Grund- und Sekundarschulen mit seinem Namen wurden Gedenksteine für ihn gesetzt
Theater [Bearbeiten]
Das Salzlandtheater ist ein Gastspielhaus mit einem Saal für bis zu 310 Personen, beherbergt eine Galerie und den kleineren Tilly-Saal (eigentlich im Stadtpalais von Werdensleben).
Das bekannteste Laien-Schauspiel-Ensemble aus Staßfurt ist das Schülertheater des Dr.-Frank-Gymnasiums.
Christliche Kirchen [Bearbeiten]
- Evangelische Kirche St. Petri, Königsplatz
- Evangelische Kirche St. Johannis, Leopoldshall/Staßfurt, Kirchplatz
- Katholische Kirche St. Marien, Bergstraße
Musik [Bearbeiten]
In Staßfurt existieren zahlreiche musikalische Formationen. Einige seien hier genannt:
Orchester
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- 1. Schülerakkordeonorchester der Kreismusikschule Aschersleben-Staßfurt (seit 1956)
- Jugendblasorchester Staßfurt (seit 1961)
- Akkordeonorchester „Salzland“ e. V. (seit 1996)
Chöre
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- Männerchor des Staßfurter Handwerks (seit 1945)
- Salzland Frauenchor Staßfurt (seit 1991)
Museen [Bearbeiten]
In einem der ältesten Häuser der Stadt aus dem 17. Jahrhundert befindet sich das Stadt- und Bergbaumuseum der Stadt Staßfurt.
Im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Fernsehgerätewerkes (RFT) befindet sich das Rundfunkmuseum des Vereins der Staßfurter Rundfunk- und Fernsehtechnik e. V.
Das Fahrzeugmuseum Staßfurt in Glöthe erzählt die Fahrzeuggeschichte des Ostens.
Bauwerke [Bearbeiten]
Als erwähnenswerte und bedeutende Bauwerke innerhalb Staßfurts gelten vor allem:
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- die mittelalterliche Stadtmauer mit Vormauer und Zwinger, außerdem sind mehrere Türme und ein besonders gut erhaltenes Rondell zu bestaunen
- das Von-Werdenslebensche Haus mit Tillysaal (ehem. Bürgermeisterhaus/Theatercafé)
- die mittelalterliche Stadtvogtei (ehemalige Adler-Apotheke)
- An der Eisenbahnstrecke Schönebeck-Güsten wurde 1856 das Bahnbetriebswerk Staßfurt in Betrieb genommen. Der über 100 Jahre alte Ringschuppen kann 24 Lokomotiven beherbergen. Die dazugehörige Drehscheibe misst 20 m im Durchmesser. Bis 1988 wurden Dampflokomotiven der Baureihen 41 und 50 planmäßig eingesetzt. Personen-, Eil- und Güterzüge wurden bespannt. Durch den Verein Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt e. V. konnte dieses Denkmal der Eisenbahngeschichte bewahrt und für die Interessenten erschlossen werden.
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- Das Bergmann-Denkmal erinnert daran, dass 1852 die ersten Kalischächte der Welt in der Stadt entstanden.
- das Wehr im Nord-Westen der Stadt
- der Jüdische Friedhof
Parks [Bearbeiten]
Grünanlagen innerhalb der Stadt sind der Kaligarten, der Stadtpark und der Volkspark Leopoldshall.
- Am 15. Juni 2006 wurde anlässlich der 1200 Jahr Feier der Stadt Staßfurt der Stadtsee eröffnet, ein im Senkungsgebiet der Stadt im Bereich des ehemaligen Marktplatzes (Wendelitz) künstlich angelegter kleiner See mit Rundwanderweg und Grünanlagen.
Bemerkenswert ist auch der Tiergarten Staßfurt.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
Entlang der Bode verläuft quer durch das Stadtgebiet das Landschaftsschutzgebiet Bodeniederung mit dem westlich Staßfurts liegenden Waldgebiet „Die Horst“
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
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- Salzlandfest, regelmäßig im Juni
- Frühlingsfest 1. Mai Alt-Staßfurt
- Staßfurt in Flammen, November
- Jazz im Tilly-Saal, Frühjahr und Herbst
- Frühlingsbörse, Frühjahr
- Dampflokfest, mehrmals im Jahr
- Bundesoffenes Schnellschachturnier
- Salzlandpokalturnier im Badminton
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Staßfurt erlebte nach dem Niederbringen der ersten Kalischächte der Welt einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bergbau selbst und die sich hier ansiedelnde chemische Industrie. Die Kehrseite des Booms sind bis heute nachwirkende Bergschäden im Stadtgebiet, die zum Abriss weiter Teile der Innenstadt führten. Durch Erdfall entstand im Südosten der Stadt ein See, der unter dem Namen Strandsolbad als Bad dient. Die Stadt unternimmt seit der Wende u. a. im Rahmen der Stadtsanierung mit viel Engagement Anstrengungen, um die Folgeerscheinungen zu mildern (Entstehung eines Sees in der Stadtmitte mit Aufwertung des Umfelds als Beitrag zur IBA Stadtumbau 2010). Daneben werden Flächen von den – teils zwischenzeitlich rekultivierten – Halden mit Resten von Bergbau und chemischer Produktion belegt.
Staßfurt war Standort des größten Fernsehgerätewerkes der DDR (Kombinat VEB RFT), das aus der 1932 gegründeten Staßfurter Rundfunk GmbH (Gerätemarke: Imperial) hervorging. Im Zentrum des ehemaligen Werksgeländes (heute TLG-Gewerbepark, s.unten) produziert heute die TechniSat Teledigital GmbH Fernsehgeräte und Satellitenreceiver.
Von den wirtschaftlichen Umbrüchen nach 1989 wurde auch Staßfurt nicht verschont; die Arbeitslosigkeit ist seit Jahren auch gegenüber dem Landeswert überdurchschnittlich hoch – obwohl es seit Anfang der 1990er Jahre wieder einen deutlichen Zugewinn an Arbeitsplätzen gibt. Nach wie vor ist das produzierende Gewerbe – mit der Sodawerk Staßfurt GmbH & Co. KG als größtem Arbeitgeber – Basis der Staßfurter Wirtschaft.
Seit der Wende 1989/90 wurden durch die Stadt die 19 bestehenden und neu ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegebiete zum Großteil völlig neu erschlossen und durch die neu ausgebaute Straßenverbindung „Gewerbering“ miteinander verbunden. Der Gewerbering ist durch gut ausgebaute Zubringer an die A 14 Magdeburg–Halle und B6n Goslar–Wernigerode–Bernburg angeschlossen. Das jüngste Vorhaben der wirtschaftsnahen Infrastruktur konnte 2006 abgeschlossen werden: die Revitalisierung des ehemaligen Fernsehgerätewerk-Geländes – jetzt TLG-Gewerbepark Staßfurt. Geplant ist die Revitalisierung des Industriegebietes Neu-Staßfurt.
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Staßfurt ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Staßfurt und einer Vielzahl weiterer Behörden:
- Finanzamt Staßfurt
- Amtsgericht Aschersleben, Dienstgebäude Staßfurt
- Grundbuchamt des Amtsgerichtes Aschersleben
- Zentrales Mahngericht der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
- Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt (Außenstelle)
- Kreisverwaltung Salzlandkreis (Außenstelle)
- Agentur für Arbeit Staßfurt
- Landesamt für Vermessung und Geoinformation (Außenstelle)
Wohnlage [Bearbeiten]
Staßfurt verfügt über eine Vielzahl an Wohnmöglichkeiten in den verschiedensten Wohngegenden. Die in Staßfurt führenden Wohnungsbaugenossenschaften sind die Wohnungs- und Baugesellschaft mbH Staßfurt und die Wohnungsbaugenossenschaft zu Staßfurt eG. Die in Staßfurt bebauten Wohngegenden sind Staßfurt-Nord (ehemalig Leninring) mit rund 75 Wohnblocks und es ist damit das größte Wohngebiet in Staßfurt und im Salzlandkreis, es besitzt zudem ein Bildungszentrum, das zweitgrößte Wohngebiet ist Leopoldshall mit gut 40 Wohnblocks und ist außerdem das erst erbaute Wohngebiet in Staßfurt, es besitzt zudem mehrere Schulen, das kleinste Wohngebiet ist Staßfurt-"Am Tierpark" es ist eine Plattenbausiedlung mit rund 20 Wohnblocks und besitzt ebenfalls ein Bildungszentrum.
Technisches Hilfswerk (THW) [Bearbeiten]
In Staßfurt befindet sich ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Es ist der einzige im ehemaligen Landkreis Aschersleben-Staßfurt. Er umfasst ca. 80 ehrenamtliche Kameraden und ist auf Bergung/Räumen und Beleuchtung von Schadenslagen spezialisiert. Außerdem besitzt er im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr die Schnell-Eingreif-Gruppe Öl. Die Unterkunft des Ortsverbandes befindet sich in der Maybachstraße.
Bildung [Bearbeiten]
In Staßfurt sind alle Schularten vorhanden:
- Gymnasium (Dr.-Frank-Gymnasium - als sportbetonte Schule)
- zwei Sekundarschulen („Hermann Kasten“ und „Am Tierpark“)
- sechs Grundschulen („Ludwig Uhland“, „Johann Wolfgang von Goethe" und Nord, OT Löderburg, OT Neundorf sowie OT Förderstedt)
- Sonderschule (Pestalozzi-Schule) – als Ganztagsschule
- Berufsschule (zwei Außenstellen der Berufsbildenden Schule Aschersleben)
- Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt
- BBRZ-Bildungsträger im Ortsteil Rathmannsdorf (Schloss)
Den Grundschulen zugeordnet sind Schulhorte für die Altersgruppe 6 bis 10 Jahre.
Kindertageseinrichtungen [Bearbeiten]
In Staßfurt besteht ein großes Angebot an Kindertageseinrichtungen (Kinderkrippen und Kindergärten) für die Altersgruppe von 0 bis 6 Jahre in kommunaler, kirchlicher und freigemeinnütziger Trägerschaft. Jedem Kind kann ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt werden.
Verkehr [Bearbeiten]
Schienenverkehr und Bahnhof [Bearbeiten]
Der RE und die RB befahrenen die Bahnstrecke Schönebeck–Güsten über den Staßfurter Bahnhof. Auch im Schienengüterverkehr wird Staßfurt nach wie vor regelmäßig bedient (unter anderem Sodawerk, Mülltransporte zur EVZA). Die Bahnstrecke Staßfurt–Blumenberg wird durch einen privaten Betreiber im Schienengüterverkehr betrieben.. Der Bahnhof in Staßfurt verfügt über eine Gleis überquerende Brücke, welche mit Fahrstühlen ausgerüstet ist. Am Bahnhof befindet sich ein Restaurant und Kiosk Gebäude, ein Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn, ebenso ein guter Taxi und Bus Verbindungspunkt für die Innenstadt. Weiterhin gibt es einen außen liegenden Haltepunkt am Ortsteil Neundorf. Die Stadt Staßfurt verfügt weiterhin über einen Lokschuppen mit Drehscheibe. Zusätzlich besitzt das Sodawerk Staßfurt eine eigene Feldbahn mit einer Gleiverbindung nach Förderstedt.
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Staßfurt besitzt eine Anschlussstelle an der A 14 Magdeburg–Halle–Dresden. Die in Bau befindliche autobahnähnliche Schnellstraße B 6n (auch „Nordharzautobahn“ genannt) verläuft etwa acht Kilometer südlich der Stadt. Mehrere Landesstraßen sorgen für regionale Verknüpfung.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Walther Adam (1881–1964), Industrieller, Kunstsammler
- Eberhard Binder (1924–2001), Buchillustrator
- Heike Brehmer (* 1962), Politikerin
- Waltraud Dietsch, geb. Birnbaum (* 1950), Leichtathletin
- Ernst Ehrhardt (1855–1944), Regierungsbaumeister, Bremer Dombaumeister
- Gerhard Funke (1914–2006), Philosoph
- Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke (1699–1754), preußischer General
- Hermann Volrath Hilprecht (* 1859 im Ortsteil Hohenerxleben), Archäologe und Assyriologe
- Heinrich August Hußmann (1899–1982), Grafiker
- Hans-Ulrich Kison (* 1950), Botaniker und Naturschützer
- Eberhard Köllner (* 1939), Forschungskosmonaut der DDR
- Heinz Kruschel (1929–2011), Schriftsteller
- Ernst Laue (* 1922), Autor und Hobby-Historiker
- Rudolf Lehmann (1891–1984), Historiker
- Klaus-Rüdiger Mai (* 1963), Dramaturg, Regisseur und Schriftsteller
- Ulrich Alexander Middeldorf (1901–1983), Kunsthistoriker
- Bettina Schmidt (* 1960), Rennrodlerin
- Steffi Schmidt (* 1968), Volleyballspielerin
- Hilde Schrader (1910–1966), Schwimmerin
- Johann Ludwig (»Lutz«) Graf Schwerin von Krosigk (1887–1977), Politiker
- Yves Grafenhorst (* 1984), Handballspieler
- Gustav Stein (1920–1998), Politiker (SPD)
- Kurd Vogelsang (* 1901), Professor der Augenheilkunde
- Andreas Wecker (* 1970), Kunstturner und Olympiasieger
- Friedrich Adolf Freiherr von Willisen (1798–1864), preußischer General und Diplomat
- Karl Wilhelm Freiherr von Willisen (1790–1879), preußischer General und Militärschriftsteller
- Ludwig Wullstein (1864–1930), Chirurg
Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Adolph Frank (1834–1916), Chemiker, begann 1861 weltweit erstmals mit der Verarbeitung des Kalisalzes zu Düngemitteln
- Hermann Kasten (1895–1933) war bis zu seiner Ermordung Bürgermeister von Staßfurt
- Georg Krause (1849–1927) verbrachte im Labor des Kaliwerks sein chemisches Praktikum, das in der Dissertation Über das Vorkommen und die Verwendung des 'Staßfurtis' (Jena 1875) resultierte
- Rudolf Michaelis (1902–1945), NSDAP-Reichstagsabgeordneter, besaß ein Ingenieurbüro in Leopoldshall
- Magdalene von Tiling (1877–1974), Oberlehrerin, Religionspädagogin, eine der bedeutendsten Frauen des konservativen Protestantismus der 1920er Jahre
- Bernd Wolf (* 1955), Politiker (CDU), Volkskammer- und Thüringer Landtagsabgeordneter, ging in Staßfurt zur Schule
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2011 (PDF; 168 KiB) (Hilfe dazu)
- ↑ Frank Kowolik: Das alte Staßfurt. Eine mitteldeutsche Industriestadt in alten und seltenen Bildern. Oschersleben 1992, S. 150 (ISBN 3-928703-06-4)
- ↑ 18.Dezember 1979: Ossis aus Namibia. In Verschlusssache. Die größten Geheimnisse der DDR von Jan Eik und Klaus Behling. Verlag Neues Berlin, Berlin 2008. ISBN 978-3-360-01944-8.
- ↑ Friedrich Wilhelm Geiss und Theobald Weise: Chronik der Stadt Staßfurt. Mit Berücksichtigung der Umgegend vom Beginne historischer Nachrichten.
- ↑ 1875 bis 1988: Seite zum Landkreis Calbe auf www.verwaltungsgeschichte.de
- ↑ ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
- ↑ Heinz Gröschel (Hrsg.): Lexikon Städte und Wappen der Deutschen Demokratischen Republik. VEB Bibliographisches Institut, Leipzig 1984.
- ↑ Ausführungen zum Staßfurter Stadtwappen auf www.boettge.net
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