Mafia

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Dieser Artikel behandelt die kriminelle Organisation Mafia; zu weiteren gleichnamigen Begriffen siehe Mafia (Begriffsklärung).

Mafia war ursprünglich die Bezeichnung für einen streng hierarchischen Geheimbund, der seine Macht durch Erpressung, Gewalt und politische Einflussnahme zu festigen und auszubauen versucht und seine Wurzeln im Sizilien des 19. Jahrhunderts hat. Heute bezeichnet man die sizilianische Mafia auch als Cosa Nostra. Die sizilianische Mafia operiert weltweit und hat Verbindungen zu anderen mafiaähnlichen Gruppen.

Die meisten italienischen Verbrecherorganisationen wie die neapolitanische Camorra, die kalabrische ’Ndrangheta und die apulische Sacra Corona Unita werden heute auch dem Mafiabegriff zugeordnet. Darüber hinaus fand und findet der Begriff immer häufiger Anwendung auf andere Verbrecherorganisationen aus dem Bereich der organisierten Kriminalität wie z. B. die amerikanische Cosa Nostra, die „russische Mafia“, die „albanische Mafia“, die „japanische Mafia“ (Yakuza) oder die „chinesische Mafia“ (Triaden).

Etymologie und Begriffsgeschichte

Die Abstammung des Begriffes Mafia wird heute ganz unterschiedlichen Quellen zugeordnet (dazu insbesondere Novacco (1959) und Lo Monaco (1990)).

Aus dem Arabischen:

  • maha – Höhle oder Grotte (mafie nannte man in der sizilianischen Sprache schutzbietende Höhlen in der Gegend zwischen Trapani und Marsala)
  • ma hias – Angeber, überheblich, dreist, Zerstörer
  • mahfil – Versammlung, Stätte der Begegnung
  • mu' âfâ – Schutz bieten, Beschütztheit (Abwandlung aus mu – Gesundheit, Sicherheit und e afah – schützen)
  • Ma' âfir – Ein sarazenischer Stamm, der von 831 bis 1072 in Palermo regierte.

Aus dem Sizilianischen:

  • mafiusu, marfusu – arrogant, eingebildet, aber auch selbstsicher, mutig, schön (In innersizilianischen Dialekten hat sich eine positive Bedeutung von mafiusu bis heute erhalten. Eine Wortabkunft aus dem Arabischen wird angenommen.)

Aus anderen italienischen Dialekten:

  • malfusso – ungläubig, diskreditiert, Krimineller (aus dem Toskanischen, nachweisbar seit dem 15. Jahrhundert)
  • mafia oder maffia – Armut, Not (florentinischer Dialekt)
  • mafi, mafio oder mafiun – kleinwüchsiger, missgestalteter Mensch; Rüpel, Bauer ohne Manieren, der weder spricht noch antwortet, Dieb (piemontesischer Dialekt, seit 1830 im mundartlichen Wörterbuch des C. Zalli eingetragen.)

Laut Duden hat das Wort arabische und italienische Ursprünge und bedeutet Anmaßung.[1]

Akronyme:

  • M.A.F.I.A. – „Morte Alla Francia, Italia Anela“ = „Den Tod Frankreichs ersehnt sich Italien“ oder „Morte Ai Francesi, Invasori, Assassini“ = „Tod den Franzosen, Invasoren, Mördern!“ (Nach der Legende Schlachtruf und Auftakt der Sizilianischen Vesper zur Vesperstunde des Ostermontags am 31. März 1282.)
  • M.A.F.I.A. – „Mazzini Autorizza Furti Incendi Avvelenamenti.“ = „Mazzini befiehlt Raub, Brandstiftung und Giftmorde.” (Akrostichon aus der Parole des Geheimbundes um Giuseppe Mazzini)

Andere Ursprünge:

  • Einer Legende zufolge wurde die Sizilianische Vesper durch einen französischen Besatzungssoldaten ausgelöst, der sich an einem hübschen palermitanischen Mädchen vergangen haben soll. In seiner Autobiografie von 1983 erzählt Joe Bonanno, jahrelanges Oberhaupt der nach ihm benannten Bonanno-Familie, dass der Schrei der Mutter in den Straßen: „Ma – ffia, ma – ffia!“ (Meine Tochter, meine Tochter!) sich später zum Inbegriff des Widerstandes entwickelte, in dessen Folge die Anjou-Dynastie aus Sizilien vertrieben wurde.[2]

Frühester schriftlicher Nachweis 1585 als Spitzname einer Hexe, im Sinne von Hybris und Herrschsucht.

Die schließlich ausschlaggebende Prägung des Begriffs mafioso ergab sich durch die im Gefängnis von Palermo spielende Komödie I mafiusi di la Vicaria (Die Mafiosi des Gefängnisses von Vicaria), welche 1863 uraufgeführt und bald vom Sizilianischen ins Italienische, Mailändische und Neapolitanische übersetzt wurde. Die Komödie veranlasste die Menschen in Palermo dazu, eine zuvor nicht einheitlich benannte kriminelle Organisation Mafia zu nennen, so erscheint 1865 beispielsweise das Wort „Maffia“ für Straßenräuber oder Briganten in einem Geheimpapier Filippo Antonio Gualtieros, des Präfekten von Palermo. Gualterio schreibt von Nichtstuern, Vagabunden, Mafiosi und allgemein verdächtigen Personen. Verbreitet wurde der Begriff darüber hinaus durch eine von der Regierung angestoßene landesweite Diskussion über das Problem.

Im Falle der Abstammung aus dem toskanischen Dialekt ist die Verbreitung des Mafia-Begriffs in Sizilien nach der Landung Giuseppe Garibaldis (1860) wahrscheinlich, ähnlich wie auch andere Wörter aus dem Toskanischen. Der früheste nachweisbare Wörterbucheintrag (Novo Vocabolario siciliano-italiano 1868) enthält zugleich die erste etymologische Deutung. Dort heißt es „Mafia. Neologismus zur Bezeichnung von Handlungen, Sprache etc. von einem, der den Bravo machen will (chi vuole fare il bravo). … Sammelbezeichnung aller mafiusi (smàferi [sic!] nennen sich in der Toscana die Schergen (sgherri))“. Dem Ethnologen Giuseppe Pitrè zufolge gab es den Begriff Mafia aber schon vor 1860 und bezeichnete einen mafiusu (mutiger Mann) oder eine mafiusedda (schönes, stolzes Mädchen).

Bereits 1875 ist der Begriff in fast allen europäischen Sprachen nachweisbar.

Die Mafia und die organisierte Kriminalität

Mafia-Hierarchie

Die Mafia unterscheidet sich von anderen Formen der organisierten Kriminalität und kriminellen Vereinigungen in ihrer Struktur: Die Mafia sizilianischen Ursprungs besteht aus so genannten Familien – wobei es sich hier nicht um Familien im engeren Sinne einer reinen Blutsverwandtschaft handelt, sondern um einen engen, streng hierarchisch gegliederten Gruppenverband aus Mitgliedern sizilianischer Herkunft – die einem Codex folgen. Dessen Regeln hat jedes Familienmitglied genau einzuhalten; Verstöße, insbesondere der Omertà, wurden in der Vergangenheit in der Regel mit brutalen Mitteln (bis hin zu Mord) geahndet. Die Mafia ist vor allem auch eine patriarchale Organisation. Frauen haben keinen Zugang zur Hierarchie der Mafiafamilien, die Mitglieder sind ausschließlich Männer. Jede Mafiafamilie hat ein Oberhaupt, dem jedes Familienmitglied zu absolutem Gehorsam verpflichtet ist. Diesen Anführern kann wiederum ein Oberboss („capo dei capi“ bzw. „capo di tutti i capi“, Boss der Bosse) vorstehen, der uneingeschränkte Macht über alle Familien ausübt. Die Hierarchie der Mafia ist im Artikel Cosa Nostra beschrieben.

Die Mafia und wer dazu gezählt werden kann

Eigentlich kann nur die Mafia sizilianischer Herkunft diese Bezeichnung für sich beanspruchen, jedoch werden heute weitere kriminelle Organisationen dem Mafiabegriff zugeordnet.

Italien

Im Jahr 2009 wurden in Italien 586 Morde verübt, von denen 90 der Mafia zugerechnet werden (davon 49 in Kampanien, 19 in Sizilien, 11 in Kalabrien und 7 in Apulien).[3]

  • Das Ursprungsland der Mafia ist bis heute in vielen Gebieten fest in ihren Händen. Dass die Mafia weiterhin gegenwärtig ist, beweisen die Ereignisse in Neapel, bei denen sich rivalisierende Clans der Camorra, die u. a. den Drogenhandel in und um Neapel beherrschen, einen blutigen Bandenkrieg lieferten. Seit der Flucht Paolo di Lauros, der im September 2005 verhaftet werden konnte, kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Familien der Camorra um die Vorherrschaft, denen zwischen 2004 und 2005 fast 200 Menschen zum Opfer fielen.
  • Im blutigen Mafiakrieg im Palermo der frühen 1980er errangen die Corleoneser unter Führung Totò Riinas die Herrschaft über die sizilianische Cosa Nostra. Nach der Verhaftung Riinas löste ihn bald darauf Bernardo Provenzano ab, der 2006 selbst verhaftet werden konnte. Ob die Cosa Nostra derzeit von einem „Boss der Bosse” wie Riina oder Provenzano kontrolliert wird, ist unklar. Die verschiedenen Mafiafamilien agieren miteinander vernetzt, agieren in ihren eigenen Territorien aber (fast) völlig eigenständig.
  • Die kalabresische ’Ndrangheta ist inzwischen möglicherweise eine der mächtigsten Verbrecherorganisationen Europas.
  • Die Sacra Corona Unita ist eine erst 1983 in Apulien entstandene Mafiaorganisation.
  • Die sizilianische Stidda ist eine kleinere Mafiaorganisation, die in den 1980er Jahren im südlichen Sizilien entstand.
Vereinigte Staaten

Kriminelle Bündnisse mafiosen Typs

Folgende kriminelle Organisationen werden oft unter dem Begriff Mafia zusammengefasst, obwohl sie nicht über den sozialhistorischen Kontext verfügen. Diese sind deshalb eher als organisierte Kriminalität zu bezeichnen, wobei es nicht in allen Fällen tatsächlich eine einheitliche Organisationsstruktur geben muss.

USA
Die Kosher Nostra war ein mafioses Bündnis vor allem im New York City der 1930er Jahre. Der gemeinsam mit der La Cosa Nostra betriebenen Murder, Inc. werden hunderte von Morden zugeschrieben. Ihren Namen bekam sie in Anlehnung an den Namen „Cosa Nostra“ und die überwiegend jüdische Abstammung der Bandenmitglieder wie Meyer Lansky, Bugsy Siegel und Dutch Schultz. Insbesondere Lansky war ein Jugendfreund von Lucky Luciano und beide hatten wesentlichen Einfluss bei der Bildung des National Crime Syndicate. Die Kosher Nostra verschwand jedoch mit dem Tod der ersten Mobster-Generation, da durch den gesellschaftlichen Aufstieg die kriminelle Bandenbildung aufgegeben wurde.

Kolumbien
Lateinamerika wurde in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren von zwei kolumbianischen Drogenkartellen beherrscht, die den lateinamerikanischen und amerikanischen Kokainmarkt fast vollständig unter sich aufteilten. Das mächtigste war das Cali-Kartell, das bis zu 80 Prozent des Kokainhandels mit den USA kontrollierte. Das wesentlich kleinere Medellín-Kartell war wegen seines berüchtigten Bosses Pablo Escobar bekannt, der es u. a. durch seine Verbrechen zu einem der reichsten Menschen der Welt und kurzzeitig zu einem Sitz im kolumbianischen Kongress schaffte, aber 1993 nach längerer Jagd von der Polizei auf der Flucht erschossen wurde.

Albanien
Die albanische Mafia sind kriminelle Banden mafiosen Typs, deren Geschäftsfelder u. a. Menschen- und Waffenhandel, Geldwäsche, Drogen-Zigarettenschmuggel und Organhandel sind.

Polen
In Polen gab es nach dem Zusammenbruch des Kommunismus zwei mafiaähnliche Bündnisse, die Pruszkow-Organisation, die die Gebiete nördlich, südlich und westlich von Warschau für sich beanspruchte, und die Wolomin-Mafia, die die Gebiete östlich der Hauptstadt beanspruchte. Die Haupteinnahmequellen der beiden Organisationen waren Schutzgelderpressung, Schmuggel und Drogenhandel. Sie waren für viele Morde verantwortlich, die sowohl an Privatpersonen wie auch an Polizisten verübt worden sind.

Serbien
Die serbische Mafia, auch genannt „Nasa Stvar”, wurde immer bekannter im Anfang der 1970er Jahre. In dieser Zeit gingen einige bekannte serbische Mafiosi nach Mailand (Italien) und bildeten gemeinsam eine große kriminelle Organisation. Mit der Zeit, dem Jugoslawien-Krieg und der Kriminalität, die durch dieses Chaos entstand, wurde die serbische Mafia immer größer. Sie ist bekannt für u.a. Waffen-, Drogenhandel und Schutzgelderpressung. Sie ist viel in Europa (u.a. Deutschland, Holland, Schweden) und auch in Amerika aktiv.

Türkei
Neben den traditionellen Verbrechen wie Drogenhandel, Prostitution und Kreditbetrug soll die türkische Mafia auch in Kinderhandel, Kidnapping und Organhandel verwickelt sein. Die türkische Mafia kontrolliert rund ein Viertel der türkischen Wirtschaft. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Handelskammer von Ankara in der türkischen Hauptstadt am 7. Juni 2004 veröffentlicht hat.

Russland
Die diversen kriminellen Banden, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in den chaotischen 1990er Jahren entstanden, werden oft als die „Russenmafia” bezeichnet. Diese nicht ganz eindeutig mafiösen Organisationen sind mit Sicherheit die sich am schnellsten entwickelnden und zugleich gewalttätigsten. International ist die Russische Mafia vor allem in den Vereinigten Staaten und in Westeuropa vertreten. Bekannte Hauptquartiere sind z. B. New York, London und Berlin. Der größte Geschäftsbereich der Russischen Mafia ist nach dem Waffenschmuggel der Drogen- und Menschenhandel sowie Geldwäsche. Eine der öffentlich etwas bekannteren Gruppierungen sind die Vory v zakone.

Griechenland
Besonders in Kreta, wo illegaler Waffenbesitz und Vendetta historische Tradition sind, gibt es eine große Haschisch-Produktion, die somit Griechenland zu einem großen Lieferanten macht. Griechische Gangster-Organisationen sind hauptsächlich in Europa aktiv und betreiben immer mehr u.a. Zigarettenschmuggel, Drogenhandel und zum Teil auch Waffengeschäfte.

Asien

Deutschland
Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre existierten in Deutschland die Ringvereine als Zusammenschlüsse ehemaliger Strafgefangener. Die Ringbrüder nahmen ausschließlich Mitglieder auf, die mindestens zwei Jahre Gefängnis hinter sich hatten, und organisierten Prostitution, Schmuggel und bewaffnete Raubüberfälle; inhaftierte Mitglieder kontrollierten sie, indem sie deren Familien während der Haft versorgten. Nach 1945 waren mafiose Strukturen, wie die Zigarettenwährung zeigt, allgegenwärtig. Die Elitekriminalität[4] wird zumeist nicht der Mafia zugeordnet. Die deutsche Justiz kennt auch keine Schutzgelderpressung als Straftatbestand.

Mafia und Politik

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Im Fall von Italien war augenscheinlich der Faschismus unter Mussolini ein Gegner der Mafia und zwar der zugleich radikalste und erfolgreichste. Durch die Anwendung der totalitären Staatsordnung gelang es hier, die Mafia innerhalb weniger Jahre bis zur Bedeutungslosigkeit zurückzudrängen. Als Kehrseite dieses Erfolges und zugleich wichtig zur Präzisierung des Phänomens Mafia tritt der Faschismus der Mafia weniger als Gegner, sondern vielmehr ein ungleicher Konkurrent gegenüber. Diese „Mafia-Bindung“ totalitärer Staaten wird auch sichtbar, wo, im umgekehrten Fall, beim Zusammenbruch nicht-demokratischer Regime (wie den Staaten des ehemaligen Ostblocks) eine zum Teil rasante Entwicklung der Mafia zu beobachten ist. Auffällig in Erscheinung treten dabei insbesondere frühere Funktionäre aus Geheimdienst, Partei und der Staatswirtschaft.

Die Besonderheit der Mafia, also die Verschmelzung von organisierter Kriminalität und Staat, ist nur möglich in dem Maß, wie sie eine verbreitete, im Volk tief verankerte, Mentalität ausdrückt. Ihr Eindringen in die Regierung beschreibt, am Fall von Italien, Luciano Violante (in den Neunziger Jahren Chef der Anti-Mafia-Kommission): „Die Mafia versucht immer mehr, direkt in die Politik einzudringen und stellt sogar ihre eigenen Kandidaten. Daher muss man die Augen offen halten und scharf reagieren“ … „Für die Mafia ist es nicht so sehr das Problem, Verbindungen mit nationalen Politikern zu finden, die Mafia will zu Geld kommen. Daher ist es für die Cosa Nostra wichtig, auch auf lokaler und regionaler Ebene Politiker in die Institutionen einzuschleusen. Alle Parteien müssten sich mit der Gefahr der Mafia-Verstrickung auseinandersetzen.“

Eine im Volk verbreitete Haltung gegen staatliche Ordnung dringt einerseits in alle Instanzen öffentlich sichtbaren politischen Lebens, andererseits organisiert sie hierarchisch gegliederte Entscheidungsgremien, einschließlich ausführender Organe. So berichtet Vincenzo Calcara vom Tag seiner rituellen Aufnahme: „Die Cosa Nostra erkennt die Autorität des Staates nicht an, zu dem sie immer im Gegensatz stand und stehen wird. Wir kümmern uns nicht um den Staat. Unsere Heimat ist die Mafia-Familie, die wir bis zum letzten Blutstropfen verteidigen müssen“[5]

Immer bemühte sich die Mafia um eine Verflechtung mit den gesellschaftlichen Institutionen. Von der katholischen Kirche wurde im Juni 2014 durch den neugewählten Papst diese De-facto-Tolerierung mit den Worten "Die Mafia ist die Bewunderung des Bösen, die Missachtung des Gemeinwohls" aufgekündigt.[6]

Mafia und Wirtschaft

Ab einem bestimmten Punkt der Akkumulation ökonomischer Ressourcen aus Kriminalität wird - in einem zweiten Schritt - der Aufbau von Strukturen zur Geldwäsche zum strategischen Ausgangspunkt der gesellschaftlichen und internationalen Weiterentwicklung von der klassischen zur modernen Mafia. Mit dem dritten Schritt, der Investition des gewaschenen Geldes streift sie die letzten Reste des Anscheins ihrer „archaischen Züge” ab. Die Mafia infiltriert die Wirtschaft eines Landes und schließlich die internationalen Finanzmärkte als „sauberer Investor”. Geht die Infiltration weit genug, wird die Mafia in den prädestinierten Regionen zum Wirtschaftsfaktor, der den staatlich kontrollierten überragen kann.

Die Gegenleistungen der Mafia bestehen zum einen aus gemeinschaftlicher Art wie beispielsweise dem Bau von Krankenhäusern mit kostenloser medizinischer Versorgung und sonstigen sozialen Aktivitäten zum Wohle der sie unmittelbar umgebenden Umwelt, wodurch die Mafia als ernsthafter Konkurrent zu einem Staat auftritt, der soziale Gemeinschaftsleistungen entweder nicht erbringen kann oder dazu nicht gewillt ist. Derartige Aktivitäten sind etwa vom Medellin-Kartell, aber auch von Organisationen wie der Cosa Nostra und der ’Ndrangheta bekannt. Hierdurch wird die Solidarität der Bevölkerung mit der Mafia angestrebt. Weitere Gegenleistungen bestehen aus persönlicher Vorteilsverschaffung, etwa bei der Verteilung staatlicher Bauaufträge oder bei der Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst. Als Ergebnis der Unterminierung beobachtbar ist der wirtschaftliche und verwaltungstechnische Rückfall hinter andere Landesregionen und in Folge die Abwanderung. In Folge wiederum sind Wirtschaftshilfen üblich und damit die Stärkung der Mafia, die die Verwaltung dieser Hilfen je nach ihrem Einfluss kontrolliert.

In einem Bericht des zweitgrößten italienischen Handels- und Unternehmerverbandes, «Confesercenti», vom 22. Oktober 2007 im Corriere della Sera wird die Höhe der jährlichen Schutzgelderpressung auf 40 Milliarden Euro geschätzt. Dem Bericht zufolge sollen in Sizilien sieben von zehn Unternehmern Schutzgeld an die Mafia zahlen, in Kalabrien sind es die Hälfte aller Unternehmen. Durch die Kooperation vieler Großunternehmen ist die Mafia in diesen Gebieten zum Monopolisten geworden. Supermärkte zahlten rund 5.000 Euro pro Jahr an die Mafia, Bauunternehmen pro Baustelle rund 10.000 Euro.[7]

„Der Schraubstock der Mafia hat bewirkt, dass von 2004 bis 2006 rund 165.000 kommerzielle Aktivitäten eingestellt wurden und 50.000 Hotels dichtgemacht haben.“

Handelsblatt vom 23. Oktober 2007[8]

Die Anzahl der von Schutzgelderpressung geschädigten Händler wurde 2007 auf etwa 160.000 pro Jahr geschätzt, rund 150.000 seien auch Opfer von Wucherern.[9] Die Regierung Prodi kündigte daraufhin eine Reihe von neuen Gesetzen an, mit denen z. B. eine leichtere Enteignung von mafiabeherrschten Betrieben möglich werden soll.

Wikileaks hat einige Berichte des amerikanischen Konsuls über die süditalienischen Mafiaorganisationen aus dem Jahr 2008 veröffentlicht.[10] Hier wird die organisierte Kriminalität als einer der wesentlichsten Faktoren genannt, um zu erklären, warum die süditalienische im Vergleich zur restlichen italienischen Wirtschaft so weit hinterherhinkt. Je nach unterschiedlichen Schätzungen sollen organisierte Verbrecherorganisationen dutzende bis zu mehreren hundert Milliarden Euro jährlich verdienen,[11] bis zu 20.000 Menschen „beschäftigen“. Legale Wirtschaftstätigkeiten werden vor allem in Kampanien, Kalabrien und Sizilien durch Wucherei, Betrug bei der Vergabe v.a. von Bauaufträgen, sowie durch Erpressung von Schutzgeld behindert.

Eine in den letzten Jahren neu erschienene mafiöse Form, welche eine starke Verflechtung zwischen Wirtschaft und organisiertem Verbrechen darstellt, ist die so genannte Ecomafia (Ökomafia). Der Begriff, der von der italienischen Umweltschutzorganisation Legambiente erfunden wurde, bezeichnet nicht eine bestimmte Organisation, sondern viel mehr die kriminelle Tätigkeit selbst. Diese beinhaltet insbesondere illegale Geschäfte mit Müllabfuhr, Müllhandel, Mülllagerung und Bautätigkeit. In ihrem Rapport Ecomafia 2008 beziffert Legambiente den damit im Jahr 2007 in Italien erzielten Umsatz mit über 18 Milliarden Euro. Die sogenannte Ecomafia stellt einen für das organisierte Verbrechen immer wichtigeren Wirtschaftszweig dar und spielt unter anderem in der seit nunmehr 15 Jahren andauernden Müllkrise in der Region Kampanien eine entscheidende Rolle.

Wiederkehr der Mafia nach 1945

Die Amerikaner hatten im Zweiten Weltkrieg enge Kontakte zum US-amerikanischen Zweig der Mafia aufgenommen. Zu den Schlüsselpersonen zählte Lucky Luciano. Es musste nach der erfolgreichen militärischen Befreiungsaktion die gesamte Administration der Insel Sizilien neu aufgebaut werden. Hierbei gelang es der Mafia, sich neu zu organisieren und sich in kommunale wie auch regionale Ämter einzunisten.[12]

Die Mafia heute

Heute ist „Mafia” ein internationales Synonym für organisierte Kriminalität. „Mafia” wird gleichgesetzt mit gewalttätigen und verschworenen Geheimgesellschaften und kriminellen Klans, die sich in der Prostitution, dem Menschenhandel, dem Drogenhandel betätigen und die ihre Einkünfte aus Erpressung, insbesondere der Schutzgelderpressung, dem illegalen Glücksspiel und Subventionserschleichung bzw. Subventionsbetrug bestreitet. Lohnendes „Geschäftsfeld” ist weiterhin die kriminelle Unterwanderung von legalen Wirtschaftssektoren: der Bauwirtschaft, der Wohnungswirtschaft, der Abfallentsorgung, der Gastronomie, dem offiziellen Bank- und Finanzwesen. Die „Gewinne” versucht die Mafia in den normalen Wirtschaftskreislauf einzubringen und so zu legalisieren. Mit flüssigen Mitteln im Volumen von 65 Milliarden Euro habe die Mafia laut Meldung der Gruppe SOS Impresa in Zeiten der Wirtschaftskrise die Rolle der „Bank Nummer 1“ in Italien übernommen.[13]

Trotz zahlreicher wichtiger Verhaftungen bildet sich innerhalb der sizilianischen Cosa Nostra immer wieder eine neue Führungsspitze. Als aktueller mutmaßlicher Boss gilt der seit 1993 wegen Mitgliedschaft zur Mafia gesuchte Matteo Messina Denaro.[14][15]

Bekämpfung der Mafia

Behörden

International

  • Interpol ist die zweitgrößte Organisation der Welt hinter den UN. Die Leitung der nationalen Polizeibehörden Europas wird zunehmend an die 1996 gegründete europäische Polizeibehörde Europol übergeben. Siehe auch: Europol im Verhältnis zu Interpol.

National

Wichtige Mafiagegner

Italien

  • Paolo Borsellino war u. a. Staatsanwalt bei den großen Mafiaprozessen und wurde am 19. Juli 1992 von der Mafia ermordet.
  • Antonino Caponnetto war leitender Richter der Untersuchungskommission, die zu dem ersten großen Mafiaprozess führte.
  • Rocco Chinnici war ein sizilianischer Staatsanwalt u. a. beim ersten so genannten Maxiprozess gegen die Mafia in Palermo. Er war Begründer des Antimafia-Pools von Palermo und Ziehvater u. a. von Paolo Borsellino und Giovanni Falcone. Chinnici wurde am 29. Juli 1983 von der Mafia ermordet.
  • Carlo Alberto Dalla Chiesa war u. a. General der Carabinieri und wurde am 3. September 1982 von der Mafia ermordet.
  • Gaetano Costa war leitender Staatsanwalt und wurde von der Mafia am 6. August 1980 ermordet.
  • Giuseppe Diana war ein in der Camorra-Hochburg Casal di Principe geborener und dort tätiger Priester. Er setzte sich gegen die Camorra und die Omertà ein und betrieb verschiedene soziale Projekte. Landesweite Anerkennung erhielt er 1991, als er in sämtlichen Kirchen von Casal di Principe und Umgebung das von ihm verfasste Dokument „Per amore del mio popolo non tacerò” (Aus Liebe zu meinem Volk werde ich nicht schweigen) verteilen ließ. Er wurde am 19. März 1994, seinem Namenstag, von der Camorra ermordet.
  • Giovanni Falcone war u. a. Staatsanwalt bei den großen Mafiaprozessen und wurde am 23. Mai 1992 von der Mafia ermordet.
  • Giorgio Boris Giuliano war ein leitender Polizeibeamter und wurde von der Mafia am 21. Juli 1979 ermordet.
  • Libero Grassi war ein sizilianischer Unternehmer, der sich Anfang der 1990er Jahre öffentlich gegen die Schutzgelderpressung seitens der Mafia wehrte und damit einer der ersten überhaupt, der dieses Problem auf nationaler Ebene thematisierte. Er wurde am 29. August 1991 von der Mafia ermordet.
  • Giuseppe Impastato war ein italienischer Politiker und wurde in der Nacht zwischen dem 8. und 9. Mai 1978 von der Mafia ermordet.
  • Giuseppe Insalaco war ein italienischer Politiker und ehemaliger Bürgermeister von Palermo. Er trat im Juli 1984 nach nur drei Monaten von seinem Amt als Bürgermeister aus Protest gegen die in Palermo offensichtlich übliche Verstrickung zwischen Politik und Mafia zurück. Er wurde am 12. Januar 1988 von der Mafia ermordet.
  • Rosario Livatino war ein sizilianischer Staatsanwalt, der als einer der ersten die Beschlagnahmung von Mafia-Vermögen als Mittel zum Kampf gegen die Mafia einsetzte. Er wurde am 21. September 1990 im Alter von knapp 38 Jahren von der Mafia ermordet.
  • Piersanti Mattarella war ein italienischer Politiker und ehemaliger Präsident der Region Sizilien. Während seiner Amtszeit ab 1978 verurteilte er öffentlich die Verstrickung zwischen Politik (Regionale Ämter sowie teilweise seiner eigenen Parteikollegen) und Mafia. Er wurde während seiner Amtszeit am 6. Januar 1980 von der Mafia ermordet.
  • Beppe Montana war ein sizilianischer Polizist und Leiter des für die Verhaftung von gesuchten Mafiamitgliedern zuständigen Teams der Polizeikräfte in Palermo. Zusammen mit mehreren Polizeikollegen führte er die Untersuchungen im Fall Pizza Connection. Er wurde am 28. Juli 1985 von der Mafia ermordet. Wenige Tage später, am 6. August 1985, wurden ebenfalls seine Arbeitskollegen Roberto Antiochia und Antonino Cassarà von der Mafia ermordet. Der dabei verletzte Natale Mondo wurde schließlich am 14. Januar 1988 von der Mafia ermordet.
  • Leoluca Orlando ist Politiker und Jurist und war u. a. von 1985 – 2000 Bürgermeister von Palermo, wo er mit einem vielfältigen Projekt der zivilen Erneuerung den Einfluss der Mafia im sizilianischen Alltag zurückzudrängen versuchte. Die tatsächliche Rolle von Orlando als Mafiagegner ist jedoch umstritten und war schon mehrmals, u.a. seitens Mafiajägern wie Falcone, als reine Rhetorik bezeichnet worden. So war Orlando in seiner Funktion als Bürgermeister von Palermo 1990 mit seinem Versuch, einen Gegenpol zum Antimafia-Pool zu bilden, für die damalige Spaltung im Kampf gegen die Mafia verantwortlich und geriet hierfür stark in die Kritik. Hierbei machte Orlando nicht immer mit dem tatsächlichen Ermittlungsstand übereinstimmende Aussagen zu noch laufenden Verfahren, die er als abgeschlossen bezeichnete, was zu teils heftigen, in der Öffentlichkeit ausgetragenen Wortgefechten mit dem damaligen Leiter des Antimafia-Pools Giovanni Falcone führte.[16] Mehrere gegen Orlando eröffneten Verfahren in Zusammenhang mit Korruption und Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen wurden archiviert.
  • Salvatore Pappalardo war emeritierter Erzbischof von Palermo und wurde durch seine unerschrockenen Reden gegen die Mafia und sein Eintreten gegen das Mafia begünstigende Schweigen bekannt.
  • Pino Puglisi war ein sizilianischer Priester und ab 1990 Pfarrer im Brancaccio-Quartier von Palermo, Hochburg der Mafia, wo er sich gegen die Mafia und die Omertà einsetzte und verschiedene soziale Projekte initiierte. Er wurde am 15. September 1993, Tag seines 56. Geburtstages, von der Mafia ermordet.
  • Roberto Saviano erhielt 2009 für sein Engagement gegen die Mafia den Geschwister-Scholl-Preis. Gerade mit seinem Tatsachenroman „Gomorrha”, für den er über einen einflussreichen Mafia-Clan verdeckt recherchierte, erlangte er Weltruhm. Dies brachte ihm aber auch zahlreiche Morddrohungen seitens der Mafia ein.
  • Cesare Terranova war u. a. leitender Staatsanwalt und wurde am 25. September 1979 von der Mafia ermordet.

Schweiz

  • Carla Del Ponte ist eine Schweizer Juristin und war ab 1981 Staatsanwältin des Kantons Tessin und zwischen 1994 bis 1999 Schweizer Bundesanwältin. In diesen beiden Funktionen war sie u. a. in Zusammenarbeit mit Giovanni Falcone im Kampf gegen die Geldwäsche und das organisierte Verbrechen tätig.

Vereinigte Staaten

  • Joseph D. Pistone war ein verdeckt arbeitender FBI-Agent, durch den eine New Yorker Mafia-Familie enttarnt werden konnte.
  • Eliot Ness war u. a. Finanzbeamter in Chicago zu Zeiten der Alkoholprohibition.
  • Rudolph Giuliani hatte großen Erfolg bei der Bekämpfung der fünf New Yorker Familien zu Beginn der 1980er Jahre. Es gelang ihm als leitenden Distriktstaatsanwalt für New York City, vier der fünf Familienoberhäupter zu teilweise lebenslangen Haftstrafen zu verurteilen. Sein Engagement im Kampf gegen die Mafia, auch später als Oberbürgermeister von New York City, soll auch darauf begründet sein, dass sein Vater, ein Einwanderer aus Norditalien, einst ein Geschäft aufgrund von Repressalien der Mafia aufgeben musste.

Filme und Filmdokumentationen

  • Albanien: das Gesetz der Mafia. Reportage, Frankreich, 2007, 22:37 Min., Buch und Regie: Frédéric Vassort und Jean Paul Llmazares, Produktion: arte, Mano a Mano, online-Video, Inhaltsangabe
  • Gemeinsam gegen die Mafia. Dokumentation, Frankreich, 58 Min., Buch: Éric Jozsef, Regie: Jorge Amat, Produktion: ARTE France, Coup d’Œil, Erstsendung: 16. Dezember 2008, Inhaltsangabe von arte
  • Die Drachentöter von Sizilien. Bürger trotzen der Mafia. Fernseh-Reportage, 2008, 30 Min., Buch und Regie: Karl Hoffmann und Werner Zeppenfeld, Produktion: WDR, Erstsendung, 27. November 2008, Inhaltsangabe (Version vom 3. Februar 2009 im Internet Archive) des WDR
    Porträt zweier Mafiagegner in der konservativen sizilianischen Kleinstadt Gela: der kommunistische Bürgermeister Rosario Crocetta und der Fernseh-Journalist Pino Maniaci, der mit dem kleinen Fernsehsender Telejato[17] und mit Hilfe seiner Familie täglich Berichte über die Mafia sendet.
  • arte-Themenabend am 17. August 2010: Das Geheimnis der Macht – die Mafia,
  • für Spielfilme siehe Liste der Mafiafilme

Literatur

  • Pino Arlacchi: Mafiose Ethik und der Geist des Kapitalismus. Die unternehmerische Mafia. Cooperative Verlag, Frankfurt a.M. 1989, ISBN 3-88442-019-4.
  • Pino Arlacchi: Mafia von innen: Das Leben des Don Antonio Calderone, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-10-033615-1.
  • Filippo Bettini (Hrsg.): Poeti contro la mafia. A cura di Filippo Bettini con un’ intervista a Paolo Volponio. La Luna, Palermo 1994, ISBN 88-7823-042-1.
  • Anton Blok: Die Mafia in einem sizilianischen Dorf 1860–1960. Eine Studie über gewalttätige bäuerliche Unternehmer. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-518-11082-9.
  • Carmen Butta: Jetzt gehörst du nicht mehr dieser Welt. Reportagen über die Mafia. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0936-6.
  • Kerstin Buttà: Cosa Nostra, Cose mie, eine sizilianische Schutzgeldaffäre. Projekte-Verlag Cornelius, Halle 2009, ISBN 978-3-86634-650-5.
  • Nando Dalla Chiesa: Der Palazzo und die Mafia. Die italienische Gesellschaft und die Ermordung des Präfekten Dalla Chiesa. Verlag Förtner & Kroemer, Köln 1985, ISBN 3-924366-01-2.
  • Teresa Cordopatri dei Capece und Angelica Rago Gallizzi: Schwarzes Schweigen. Eine Frau kämpft gegen die Mafia. Piper Verlag, München 1998, ISBN 3-492-22556-X.
  • John Dickie: Cosa Nostra. Die Geschichte der Mafia. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-013906-2.
  • John Dickie: Omertà. Die ganze Geschichte der Mafia. Camorra, Cosa Nostra, ’Ndrangheta. S. Fischer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-013910-8.
  • Giovanni Falcone, Marcelle Padovani: Inside Mafia. Herbig Actuell, München 1992, ISBN 3-7766-1765-9.
  • Diego Gambetta: Die Firma der Paten. Die sizilianische Mafia und ihre Geschäftspraktiken. dtv, München 1994, ISBN 3-423-30417-0.
  • Diego Gambetta: Codes of the Underworld. How Criminals Communicate. Princeton University Press, Princeton, New Jersey, USA, 2009, ISBN 978-0-691-15247-9.
  • Misha Glenny: McMafia. Die grenzenlose Welt des organisierten Verbrechens. (OT: McMafia. Crime without Frontiers, 2008). Deutsch von Sebastian Vogel. DVA, München 2008, ISBN 978-3-421-05863-8.
  • Henner Hess: Mafia. Ursprung, Macht und Mythos. Herder, Freiburg 1993, ISBN 3-451-04244-4.
  • Eric Hobsbawm: Sozialrebellen. Archaische Sozialbewegungen im 19. und 20. Jahrhundert. Luchterhand 1962, Neuwied; Focus-Verlag, Gießen 1979. (Originaltitel: „Primitive Rebels“)
  • Edith Kliez: Ich, die Frau des Paten. Als Deutsche in der Mafia. Ullstein Verlag, 1998, ISBN 3-548-35818-7.
  • Ciro Krauthausen: Moderne Gewalten. Organisierte Kriminalität in Kolumbien und Italien. Campus 1997, Frankfurt am Main, ISBN 3-593-35768-2.
  • Norman Lewis: Die ehrenwerte Gesellschaft. Die Geschichte der Mafia. Aus dem Englischen übertragen von H. J. Baron von Koskull. S. Fischer Verlag (Fischer Bücher des Wissens), Frankfurt am Main 1967.
  • Dagobert Lindlau: Der Mob. DTV, München 1994, ISBN 3-423-30070-1.
  • Claudio Michele Mancini: Infamità. Ullstein Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-550-08637-7,
  • Claudio Michele Mancini: Mala Vita. Droemer Knaur, München 2009, ISBN 978-3-426-19849-0,
  • Marina Pino: Im Dienst der „Familie”. Weibliche Drogenkuriere der Mafia. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-596-12697-5.
  • Werner Raith: Die ehrenwerte Firma. Wagenbach-Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-8031-2099-3.
  • Werner Raith: Das neue Mafia-Kartell. Wie die Syndikate den Osten erobern. Rowohlt TB-Verlag, Reinbek 1996, ISBN 3-499-19971-8.
  • Petra Reski: Mafia. Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern. Droemer Knaur, München 2008, ISBN 978-3-426-27466-8.
  • Petra Reski: Rita Atria – eine Frau gegen die Mafia. Heyne Verlag, München 1994, ISBN 3-453-08931-6.
  • Roberto Saviano: Gomorrha, Carl Hanser Verlag, München 2007, ISBN 978-3-446-20949-7.
  • Alexander Stille: Die Richter, die Mafia und der Tod. C. H. Beck Verlag, München 2006, ISBN 3-406-52955-0.
  • Giovanni Tizian: Mafia AG. Camorra, Cosa Nostra und ’Ndrangheta erobern Norditalien. Rotbuch Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-166-0.
  • Rolf Uesseler: Stichwort Mafia. Heyne Verlag, München 1994, ISBN 3-453-07068-2.
  • Andreas Ulrich: Das Engelsgesicht. Die Geschichte eines Mafia-Killers aus Deutschland. DVA, Stuttgart 2005, ISBN 3-421-05899-7.
  • Federico Varese: Mafias on the Move. How Organized Crime Conquers New Territorries. Princeton University Press, Princeton, New Jersey, USA 2011, ISBN 978-0-691-12855-9.

Weblinks

 Commons: Mafia – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Mafia – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikisource: Die Maffia auf Sicilien – Quellen und Volltexte

Wissenschaftliche Artikel

Journalistische Artikel

Einzelnachweise

  1. Der Duden. Bd. 5. Fremdwörterbuch. Dudenverlag, Mannheim 2001 (7. Aufl.), ISBN 3-411-04057-2.
  2. Joseph Bonanno: A Man of Honor. Buccaneer Books 1998, ISBN 1-56849-722-9.
  3. ISTAT: Delitti denunciati dalle Forze di polizia all’Autorità giudiziaria, Tavola 3 (Tabelle 3) (italienisch)
  4. tagesspiegel.de
  5. Bettini 1994, 86–88.
  6. Spiegel Online Kirche und Mafia: Kniefall vor den Verbrechern [1] vom 24. Juli 2014, abgerufen am 24. Juli 2014
  7. „Italiens größtes Unternehmen. Die Mafia GmbH" (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[2] [3] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, Tagesschau, 22. Oktober 2007.
  8. „90 Milliarden Umsatz. Die Mafia dominiert die Wirtschaft“. in: Handelsblatt, 23. Oktober 2007.
  9. Tobias Piller: Das größte Unternehmen Italiens. in: FAZ, 23. Oktober 2007.
  10. Wikileaks: ORGANIZED CRIME IN ITALY II: HOW ORGANIZED CRIME DISTORTSVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, (ID:08NAPLES37), Kabel vom 2. Dezember 2008, veröffentlicht am 7. Januar 2011, abgerufen am 14. Januar 2011. Auch nachlesbar auf der Homepage der Tageszeitung La Repubblica: (online auf: racconta.repubblica.it)
  11. Die Schätzungen über die von der Mafia tatsächlich „erwirtschafteten“ Gelder gehen - wie bei allen kriminellen Organisationen - sehr weit auseinander. Folgende Organisationen haben sich daran versucht: die Unternehmervereinigung Conferescenti (im Jahr 2007: 90 Milliarden oder 7 % des GDP), das italienische Statisitk-Institut ISTAT (im Jahr 2007: 18 % des GDP), die Rocco Chinnici Foundation, das Eurispes-Institut (Cosa Nostra: 8 Milliarden, Camorra: 12 Milliarden, Ndrangheta: 36 Milliarden), CENSIS, die italienische Finanzpolizei (2005: 500 bis 1.000 Milliarden (alle illegalen Aktivitäten, auch die außerhalb der Mafia)).
  12. InStoria, Il contributo mafioso alla vittoria Alleata in Sicilia
  13. Organisation: Mafia ist inzwischen „größte Bank Italiens“ reuters, 11. Januar 2012.
  14. Italienisches Innenministerium: Fahndungsfile von Matteo Messina Denaro
  15. Rai – Chi l'ha visto: Fahndungsaufruf bezüglich Matteo Messina Denaro
  16. Repubblica, 22 Mai 1990
  17. „Telejato: Fernsehen gegen die Mafia“, cafebabel.com, 18. November 2008.