Benito Mussolini

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Benito Mussolini (um 1940)
Mussolinis Unterschrift
Mussolinis Standarte (1927-43), ein Fascis zeigend

Benito Amilcare Andrea Mussolini anhören?/i (* 29. Juli 1883 in Dovia di Predappio, Provinz Forlì; † 28. April 1945 in San Giulino di Mezzegra, Provinz Como) war ein italienischer Politiker. Von 1922 bis 1943 war Mussolini Ministerpräsident des Königreiches Italien. Als Duce del Fascismo und Capo del Governo stand er seit 1925 als Diktator an der Spitze des faschistischen Regimes in Italien.

Nach journalistischen Anfängen in der sozialistischen Presse Italiens stieg Mussolini 1912 zum Chefredakteur des PSI-Zentralorgans Avanti! auf. Als er dort offen nationalistische Positionen vertrat, wurde er im Herbst 1914 entlassen und aus der sozialistischen Partei ausgeschlossen. Mit finanzieller Unterstützung der italienischen Regierung, einiger Industrieller und ausländischer Diplomaten gründete Mussolini bald darauf die Zeitung Il Popolo d’Italia. 1919 gehörte Mussolini zu den Gründern der radikal nationalistischen und antisozialistischen faschistischen Bewegung, als deren „Führer“ (Duce) er sich bis 1921 etablierte.

Im Oktober 1922 berief König Viktor Emanuel III. Mussolini an die Spitze eines Koalitionskabinetts, dem Faschisten, Konservative, Katholiken und Liberale angehörten. Mit einer Wahlrechtsreform sicherte Mussolini der durch die Fusion mit der nationalkonservativen Associazione Nazionalista Italiana zur rechten Sammlungsbewegung gewordenen faschistischen Partei 1923/24 die Mehrheit der Parlamentssitze und legte nach der sogenannten Matteotti-Krise, in der er 1924 nur knapp dem Sturz entging, mit einer Reihe von Maßnahmen das Fundament der faschistischen Diktatur (politische Ausschaltung des Parlaments, Verbot der antifaschistischen Presse, Verbot oder Auflösung aller Parteien mit Ausnahme des PNF, Ersetzung der Gewerkschaften durch Korporationen, Aufbau einer politischen Polizei, Ernennung statt Wahl der Bürgermeister). In den von ihm geführten Regierungen war Mussolini zugleich auch Außenminister (1922-1929, 1932-1936, 1943), Innenminister (1922-1924, 1926-1943), Kriegsminister (1933-1943), Marineminister (1933-1943) und Luftfahrtminister (1925-1929). Als Capo („Chef“) der Regierung erließ Mussolini Dekrete mit Gesetzeskraft und war formal nur gegenüber dem Monarchen verantwortlich.

Mussolinis Außenpolitik zielte von Anfang an auf die Schaffung einer italienischen Vormachtstellung im Mittelmeerraum und auf dem Balkan, wodurch früh ein Gegensatz zu Frankreich entstand. In der europäischen Politik suchte er bis in die erste Hälfte der 30er Jahre vor allem die Verständigung mit Großbritannien. 1929 beendete Mussolini mit den Lateranverträgen die Auseinandersetzungen zwischen dem italienischen Nationalstaat und dem Papsttum. Dem deutschen Einflussgewinn in Mittel- und Südosteuropa trat er zunächst entgegen (Römische Protokolle im März 1934, militärischer Aufmarsch am Brenner im Juli 1934, Stresa-Deklaration im April 1935). Nach der von den Westmächten nicht gebilligten und mit Wirtschaftssanktionen beantworteten italienischen Eroberung Äthiopiens näherte sich Mussolini bis 1937 Deutschland an (gemeinsame Intervention in den Spanischen Bürgerkrieg, Freundschafts- und Kooperationsvertrag im Oktober 1936, Beitritt zum Antikominternpakt im November 1937) und schloss im Mai 1939 ein Militärbündnis mit dem Reich. Am 10. Juni 1940 trat er – in der Annahme, der Krieg werde nur noch wenige Monate dauern – auf deutscher Seite in den Zweiten Weltkrieg ein. Die italienischen Angriffe auf die britischen Positionen im östlichen Mittelmeer scheiterten jedoch ebenso wie der von Mussolini befohlene Angriff auf Griechenland noch im gleichen Jahr, wodurch Italien die Fähigkeit zu selbständiger Kriegführung („Parallelkrieg“) weitgehend verlor.

Die sich seit dem Herbst 1942 rasch zuspitzende politische, soziale und militärische Krise des Regimes untergrub auch Mussolinis persönliche Diktatur. Im Juli 1943 wurde er von oppositionellen Faschisten und monarchistischen Kräften gestürzt, die das Bündnis mit Deutschland lösen und einer antifaschistischen Massenbewegung zuvorkommen wollten. Aus der Haft befreit, stand er bis 1945 an der Spitze der Repubblica Sociale Italiana, eines deutschen Marionettenstaates in Nord- und Mittelitalien. In den letzten Kriegstagen wurde Mussolini von kommunistischen Partisanen festgenommen und hingerichtet.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

Kindheit, Jugend und politische Anfänge[Bearbeiten]

Benito Mussolini war das erstgeborene Kind der Eheleute Alessandro (1854-1910) und Rosa Mussolini (geb. Maltoni, 1858-1905). Die Familie lebte im Schulhaus von Dovia, einem dörflichen Vorort von Predappio. Mussolinis Mutter, die Tochter eines kleinen Grundbesitzers, war hier seit 1877 als Lehrerin tätig. Sie hatte Alessandro Mussolini, dessen sozialer Status unter dem ihren lag, im Januar 1882 gegen den Widerstand ihrer Eltern geheiratet. Alessandro Mussolini verdiente seinen Lebensunterhalt für einige Jahre als Schmied und besaß nur geringe formale Schulbildung. Im Gegensatz zu seiner streng katholischen, auch politisch konservativen Frau war Alessandro Mussolini aktiver Sozialist und hatte es als solcher in Predappio und dessen Umland zu einer gewissen Prominenz – und zuletzt zum Mitglied des Stadtrates und stellvertretenden Bürgermeister – gebracht. In Dovia besaßen die Mussolinis als einzige „Intellektuelle“ des Ortes einen beachtlichen Einfluss, auch wenn sich ihre materiellen Lebensumstände kaum von denen der Bauern und Landarbeiter in ihrer unmittelbaren Umgebung unterschieden. Im politischen Denken Alessandro Mussolinis mischten sich Elemente des damals in Italien noch kaum rezipierten Marxismus mit sozialreformistischen und bakunistischen Positionen. Die Vornamen seines ältesten Sohnes wählte er mit Blick auf Benito Juárez, Amilcare Cipriani und Andrea Costa. Alessandro Mussolini zog sich bereits vor dem Tod seiner Frau aus der Politik zurück, pachtete etwas Land und betrieb in den letzten Jahren seines Lebens eine Gastwirtschaft in Forlì.

Benito Mussolini verließ im Alter von neun Jahren Dovia und wechselte, wohl arrangiert von seiner Mutter, auf eine Internatsschule der Salesianer in Faenza, die vor allem von Jungen aus Familien des städtischen Bürgertums der Romagna besucht wurde. Hier war Mussolini, der in dieser Umgebung nicht als gleichwertig akzeptiert wurde, immer wieder in handgreifliche Auseinandersetzungen mit Mitschülern verwickelt. Nachdem er bei einem Streit ein Messer gezogen hatte, wurde er nach zwei Jahren der Schule verwiesen. Auf der staatlichen Schule in Forlimpopoli, die er fortan besuchte, entwickelte er sich allerdings zum „Musterschüler“. Er beendete sie 1901 mit einem Diplom, das ihn zur Erteilung von Unterricht an Elementarschulen berechtigte.

Nachdem der Versuch, mit Hilfe seines Vaters die Stelle des Gemeindesekretärs von Predappio zu erhalten, gescheitert war, trat Mussolini im Februar 1902 eine Lehrerstelle in Gualtieri an. Sein Vertrag wurde jedoch bereits im Juni gekündigt. Es ist unklar, ob dafür Auseinandersetzungen mit dem örtlichen Klerus, eine laxe Dienstauffassung Mussolinis oder die (verbürgte) Affäre mit einer verheirateten Frau verantwortlich waren.[1]

Benito Mussolini auf einer Aufnahme der Schweizer Polizei, 1903

Einige Wochen später emigrierte Mussolini in die Schweiz. Erst hier begann er, sich aktiv politisch zu betätigen. Er trat der Auslandsorganisation des Partito Socialista Italiano bei und schrieb schon nach kurzer Zeit regelmäßig für das dortige Parteiblatt L’Avvenire del Lavoratore. Mussolini fand bald Zugang zu dem Kreis um Giacinto Menotti Serrati und Angelica Balabanoff, die ihn beide förderten. Von Balabanoff übernahm Mussolini wesentliche Elemente seines frühen politischen Weltbildes. Wie sie verstand er unter Marxismus vor allem „revolutionären“ Aktivismus.[2] Seine fortan häufige Berufung auf Marx diente in erster Linie der innerparteilichen Abgrenzung vom Reformsozialismus der Richtung Filippo Turatis.[3] Mussolinis tatsächliche Beschäftigung mit dem marxistischen Denken blieb hier und später oberflächlich und eklektisch.[4]

In der Schweiz las Mussolini auch syndikalistische Schriften, insbesondere die Georges Sorels. Dazu kam die Lektüre Henri Bergsons und Friedrich Nietzsches. 1904 soll er in Lausanne auch Vorlesungen Vilfredo Paretos besucht haben.[5] Argumentationen und Begriffe dieser Autoren platzierte Mussolini in seinen journalistischen Beiträgen unvermittelt neben marxistischen Kategorien, ohne deren theoretische Unvereinbarkeit zu erkennen.[6] Politisch vertrat Mussolini zwischen 1904 und 1914 im Kern den Standpunkt des revolutionären Syndikalismus, ohne allerdings persönlich syndikalistischen Organisationen anzugehören.[7] Früh schon zeigte sich in seinen Schriften die „Tendenz, gesellschaftliche Prozesse durch biologische Konzeptionen zu interpretieren (Art, Beseitigung der Schwachen, Auslese, Pflanze Mensch), was die allmähliche Aufgabe des marxistisch eindeutig definierten Begriffs der Klasse zugunsten der ‚Masse‘ vorbereitet.“[8] Dazu kam ein für einen sozialistischen Autor zumindest ungewöhnlicher, an Sorel geschulter Kult des Irrationalen:

„Die sogenannten ‚seriösen‘ Menschen bilden den sozialen Ballast. Die Kultur ist das Werk der sogenannten ‚Wahnsinnigen‘.“[9]

Gegen Ende des Jahres 1904 kehrte Mussolini nach Italien zurück. Seine Mutter starb kurz darauf. Zuvor schon war er der Einberufung zum Wehrdienst gefolgt, den er bis zum September 1906 in einem Bersaglieri-Regiment ableistete. Anschließend war er erneut als Lehrer tätig, zunächst in Tolmezzo und danach an einer katholischen Schule in Oneglia. Im November 1907 bestand er ein Examen an der Universität Bologna und qualifizierte sich damit als Französischlehrer. In Oneglia begann Mussolini, wieder für die sozialistische Presse zu schreiben. Seine Entlassung im Juli 1908 markierte das endgültige Scheitern als Lehrer; er zog daraufhin wieder zu seinem Vater nach Forlì.

Nach Fürsprache von Serrati und Balabanoff übertrug man Mussolini im Januar 1909 die Stelle des Sekretärs der sozialistischen Partei im österreichischen Trient. Zudem übernahm er die Redaktion des lokalen Parteiblatts. In Trient lernte er den Irredentisten Cesare Battisti kennen und schrieb bald regelmäßig für dessen Zeitung Il Popolo.[10] Außerdem korrespondierte er mit Giuseppe Prezzolini, dem Herausgeber der Zeitschrift La Voce, von dem er sich offenbar Protektion erhoffte.[11] Mussolini begann in Trient, einen positiven Begriff der „Nation“ zu entwickeln, was in der italienischen sozialistischen Bewegung zu dieser Zeit ausgesprochen unüblich war und ebenso wie seine Verbindung zu Prezzolini darauf hindeutet, dass seine persönlichen Ambitionen schon zu diesem Zeitpunkt über den Rahmen der sozialistischen Partei hinausgingen.[12]

Das Motiv des persönlichen Ehrgeizes gerade des jungen Mussolini wird in der Literatur immer wieder hervorgehoben. Inzwischen gilt es als unstrittig, dass Mussolini mindestens so sehr von dem Bedürfnis, „irgendwie und irgendwo“[13] aufzusteigen, wie von politischer Überzeugung angetrieben wurde. Angelo Tasca, der ihn persönlich kannte, hat sogar die Auffassung vertreten, dass „das letzte Ziel“ für Mussolini „stets nur Mussolini selbst [war]; ein anderes hat er nie gekannt.“[14] Bevor 1910 sein eigentlicher Aufstieg in der sozialistischen Partei begann, gab sich Mussolini der Hoffnung hin, eines Tages als „Intellektueller“ in Paris anerkannt zu werden.[15]

Ende August 1909 wurde Mussolini im Vorfeld eines Besuches von Kaiser Franz Joseph I. von der österreichischen Polizei unter einem Vorwand verhaftet und vier Wochen später nach Italien abgeschoben.[16]

Chefredakteur des Avanti![Bearbeiten]

Die Ausweisung aus Österreich machte Mussolinis Namen erstmals zum Thema politischer Debatten in Rom, da die sozialistischen Mitglieder der Abgeordnetenkammer die Angelegenheit bis zum Frühjahr 1910 mehrfach aufgriffen. Zurück in Forlì, dachte Mussolini kurzzeitig über eine Auswanderung in die Vereinigten Staaten nach, verwarf diese Pläne aber. Eine Bewerbung bei der liberalkonservativen Bologneser Zeitung Il Resto del Carlino, dem einflussreichsten Blatt seiner Heimatregion, blieb erfolglos.[17]

In Forlì begann Mussolini eine Beziehung mit der 19-jährigen Rachele Guidi, Tochter der Lebensgefährtin seines Vaters. Im Januar 1910 übernahm er die Führung der örtlichen Sektion des PSI und die Redaktion der lokalen Parteizeitung La lotta di classe. Als Redakteur und Redner machte sich Mussolini binnen weniger Monate einen Namen in der Romagna. In den Flügelkämpfen innerhalb der sozialistischen Partei „konstruierte“[18] sich Mussolini mit radikaler Polemik als revolutionärer „Extremist“. Zu diesem Zeitpunkt sah sich die reformistische Führungsgruppe des PSI, die die Partei seit 1900 weitgehend kontrolliert und die führenden Syndikalisten 1908 ausgeschlossen hatte, zunehmend angegriffen. Der von Costantino Lazzari und Seratti geführte linke Flügel, dem sich auch Mussolini anschloss, gewann an Einfluss. Die in Trient angeknüpften Beziehungen zu Prezzolini ließ Mussolini allerdings auch in dieser Phase nicht abreißen.[19]

Als die Regierung Giolitti im September 1911 der Türkei den Krieg erklärte, rief Mussolini in Forlì zum Generalstreik auf. Wie in anderen Städten Italiens kam es zu Unruhen und Versuchen, Truppentransporte zu blockieren; Mussolini wurde am 14. Oktober 1911 zusammen mit einigen anderen Sozialisten aus der Region (darunter Pietro Nenni) verhaftet und im November von einem Gericht in Forlì zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Als er im März 1912 vorzeitig entlassen wurde, war sein Name weit über die Romagna hinaus bekannt. Auf dem 13. Parteitag des PSI, der am 7. Juli 1912 in Reggio Emilia begann, sprach sich Mussolini zusammen mit den Wortführern des linken Flügels für den Ausschluss der „rechten“ Reformisten um Leonida Bissolati und Ivanoe Bonomi aus, die 1911 den Krieg gegen die Türkei unterstützt und sich im März 1912 durch den „Hofgang“ zum König diskreditiert hatten. Er schonte jedoch die „linken“ Reformisten Turatis, die in der Partei verblieben. In Reggio Emilia übernahm Costantino Lazzari den Parteivorsitz; Mussolini wurde ebenso wie Angelica Balabanoff in das Parteidirektorium gewählt.

Am 1. Dezember 1912 löste Mussolini Claudio Treves als Chefredakteur des Avanti! ab. Die Redaktion des Zentralorgans der sozialistischen Partei hatte 1911 ihren Sitz von Rom nach Mailand verlegt, wohin nun auch Mussolini übersiedelte. Unter Mussolinis Führung übernahmen Syndikalisten einen großen Teil der Redakteursstellen des Avanti!.[20] Mussolini erwies sich als ausgesprochen fähiger Journalist, dem es gelang, die Auflage des Blattes binnen weniger Monate zu vervielfachen und bis 1914 auf über 100.000 Exemplare zu steigern.[21] Seine „wachsende Irrationalität“[22], sein undifferenzierter Gebrauch von Begriffen nicht- bzw. offen antisozialistischer Autoren („Ich habe noch keine direkte Unvereinbarkeit zwischen Bergson und dem Sozialismus festgestellt.“[23]) sorgte ebenso wie seine Verteidigung Nietzsches[24] gleichwohl bald für Kritik. In einem Brief an Prezzolini hatte Mussolini schon unmittelbar nach dem Parteitag von Reggio Emilia betont, dass er sich unter den Revolutionären „ein bisschen fremd“[25] fühle.

1913 begann Mussolini mit der Publikation einer von ihm persönlich herausgegebenen Zeitschrift (Utopia), die auf ein intellektuelles Publikum zielte und sich dezidiert überparteilich gab. Im gleichen Jahr kandidierte er erstmals bei einer Parlamentswahl, unterlag in Forlì aber deutlich dem republikanischen Kandidaten.[26]

Der Parteitag von Ancona bestätigte im April 1914 die Vorherrschaft des linken Flügels in der Partei. Von der sogenannten „roten Woche“ (Settimana rossa), einer Welle von Streiks und Barrikadenkämpfen im Juni 1914, wurde Mussolini ebenso wie der Rest der Parteiführung überrascht, stellte sich im Avanti! aber mit den gewohnt radikalen Leitartikeln hinter die Arbeiter.[27]

Als im August 1914 der Erste Weltkrieg begann, sprach sich Mussolini im Einklang mit der Parteilinie für die bedingungslose Neutralität Italiens aus. Seine Artikel schlugen gleichwohl von Anfang an einen entschieden „antideutschen“ Ton an; Deutschland, so schrieb Mussolini, sei seit 1870 der „Bandit, der an der Straße der europäischen Zivilisation herumschleicht.“[28] Diese Parteinahme unterschied sich nicht wesentlich von der spontanen Sympathie vieler linker italienischer Intellektueller für die französische Republik, die noch durch das im Risorgimento tradierte Misstrauen gegenüber „den Deutschen“ (den Österreichern) akzentuiert wurde. Dennoch lehnte Mussolini in den ersten Kriegswochen eine italienische Intervention zugunsten Frankreichs ausdrücklich ab.[29] Die Wende kündigte sich an, als er am 13. September 1914 einen interventionistischen Artikel Sergio Panunzios im Avanti! drucken ließ. Gegenüber Amadeo Bordiga erklärte Mussolini, dass er die Option für die Neutralität als „reformistisch“ ansehe.[30] Damit formulierte er erstmals den in den folgenden Monaten wiederholt bekräftigten Standpunkt, dass „Revolution“ und Intervention unauflösbar miteinander verbunden seien. Inwieweit Mussolini tatsächlich an diese Argumentation glaubte, ist umstritten. Während etwa Renzo De Felice die These vertritt, dass Mussolini seinem Selbstverständnis nach bis 1920 ein genuiner „Revolutionär“ geblieben sei[31], betont Richard Bosworth das politische „Doppelspiel“, das Mussolini spätestens im Oktober 1914 begonnen habe.[32]

Am 18. Oktober 1914 veröffentlichte Mussolini den Artikel „Von der absoluten zur aktiven und tätigen Neutralität“, in dem er die sozialistische Partei aufforderte, die „negative“ Haltung zum Krieg zu revidieren:

„Wollen wir, als Menschen und als Sozialisten, die untertänigen Zuschauer dieses großartigen Dramas sein? Oder wollen wir nicht auf irgendeine Art und in gewissem Sinne seine Protagonisten sein? Sozialisten, Italiener, merkt auf: Manchmal ist es vorgekommen, dass der Buchstabe den Geist getötet hat. Retten wir nicht den Buchstaben der Partei, wenn das bedeutet, den Geist des Sozialismus zu töten!“[33]

Bereits am 19. Oktober trat der Vorstand des PSI in Mailand wegen dieses Artikels zusammen. Er schloss Mussolini, der sich in einer mehrstündigen Diskussion zu rechtfertigen versuchte, aus dem Parteidirektorium aus und setzte ihn als Chefredakteur des Avanti! ab. Große Mailänder Zeitungen wie der Corriere della Sera und Il Secolo boten Mussolini allerdings sofort eine Plattform.[34] Die rasche und harte, von ihm nicht zuletzt als persönliche Kränkung empfundene Reaktion der Parteiführung hatte Mussolini offenbar nicht erwartet. In den internen Diskussionen, die seinem Parteiausschluss vorausgingen, soll er aschfahl und zitternd aufgetreten sein[35] und angekündigt haben, es „euch heimzuzahlen“.[36]

Wende nach rechts[Bearbeiten]

Am 15. November 1914 meldete sich Mussolini mit einer neuen, zunächst noch als sozialistisch deklarierten Tageszeitung – Il Popolo d’Italia – wieder zurück. Das Blatt griff auf der Seite der Entente-freundlichen „Interventionisten“ in die Debatte um die Haltung Italiens zum Krieg ein. Die bellizistischen Interventionisten sprachen für eine Minderheit der italienischen Gesellschaft; Unterstützung und Publikum fanden sie vor allem im liberalen Bürgertum und bei radikalen Nationalisten, während die Masse der Industrie- und Landarbeiter einer Beteiligung Italiens am Krieg von Anfang an offen ablehnend gegenüberstand. Auch der einflussreiche katholische Klerus wandte sich gegen den Krieg, da er an einer Schwächung der „katholischen Großmacht“ Österreich-Ungarn nicht interessiert war. Der fundamentale, im Frühjahr 1915 bis an die Schwelle des Bürgerkrieges ausgetragene Konflikt zwischen „Interventionisten“ und „Neutralisten“ leitete die Krise des liberalen Staates ein, dessen Regierung den Kriegseintritt gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung und des Parlaments durchsetzte, wobei sie sich geschickt der kleinen, aber lautstarken interventionistischen Minderheit bediente, unter deren „Druck“ zu handeln sie vorgab. Innenpolitisch trug der Eintritt Italiens in den Krieg Züge eines Staatsstreichs – „die 'strahlenden Tage' vom Mai 1915 erscheinen in mehr als einer Hinsicht als Generalprobe für den Marsch auf Rom.“[37]

In diesen Monaten traten erstmals sogenannte fasci auf, deren Angehörige Straßendemonstrationen organisierten und mitunter gewaltsam gegen Kriegsgegner – vor allem gegen Einrichtungen und Organisationen der Arbeiterbewegung[38] – vorgingen. Bereits während der „roten Woche“ im Juni 1914 waren rechte Bürgerwehren mit Waffengewalt gegen Arbeiter vorgegangen. Die Mitglieder dieser Gruppen waren im Durchschnitt „jung, aus dem Norden, gebildet, aktivistisch und antisozialistisch“[39] und kamen aus bürgerlichen bzw. kleinbürgerlichen Milieus. Mussolini, der am 24. November 1914 aus dem PSI ausgeschlossen worden war, beteiligte sich im Dezember 1914 am Zusammenschluss mehrerer zuvor unabhängiger fasci zu den Fasci d'azione rivoluzionaria; er bezeichnete die Anhänger dieser Gruppen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt als fascisti. Er war jedoch noch ohne eigene politische Hausmacht – nach wie vor stand er, verglichen mit aristokratischen Wortführern des Interventionismus wie Gabriele D’Annunzio, Filippo Tommaso Marinetti, Enrico Corradini und Luigi Federzoni, am unteren Ende einer „komplexen Leiter der Patronage“.[40] Diese Patronagebeziehungen bewährten sich erstmals bei der Etablierung des Popolo d’Italia, dessen Auflage im Mai 1915 bei etwa 80.000 Exemplaren lag. In diesem Zusammenhang spielte Filippo Naldi, ein Journalist aus Bologna, der über enge Beziehungen zu Großgrundbesitzern und zur Regierung in Rom verfügte, eine wichtige Rolle.[41] Der in dieser Phase bedeutendste finanzielle Förderer Mussolinis war Ferdinando Martini, der Minister für die Kolonien.[42] Hohe Beträge kamen von Industriellen, so von Giovanni Agnelli (Fiat) und den Gebrüdern Perrone (Ansaldo).[43] Subsidien flossen Mussolini außerdem vom französischen Geheimdienst und von der französischen Botschaft in Rom zu. Als im Herbst 1917 der Zusammenbruch des italienischen Heeres bevorzustehen schien, unterstützte die römische Repräsentanz des britischen Geheimdienstes MI5 Mussolinis Blatt für mindestens ein Jahr mit einer wöchentlichen Zahlung von £ 100 (etwa 6.400 Euro nach heutigem Wert).[44] Der Zufluss dieser Gelder ermöglichte Mussolini auch einen Lebensstil, durch den er habituell zu den ihn unterstützenden Kreisen aufschließen konnte. Er speiste fortan in teuren Restaurants, erwarb ein Pferd für Ausritte und ein Auto.[45]

Die Gründer der frühen fasci waren häufig ehemalige Syndikalisten, die sich von der Unione Sindacale Italiana gelöst hatten und ihre Befürwortung einer Beteiligung Italiens am Krieg gegen die Mittelmächte mit „linken“ Argumenten begründeten. Diese „Linksinterventionisten“, darunter Mussolini, standen dabei nicht in einer genuin sozialistischen oder syndikalistischen Theorietradition, sondern griffen zunächst vorrangig auf modifizierte Ideologiefragmente des Risorgimento – vor allem des Mazzinianismus – zurück.[46] Schon die frühen einschlägigen Beiträge Mussolinis im Popolo d’Italia waren, „trotz aller sozialrevolutionären Überbleibsel, so weit entfernt vom sozialistischen Internationalismus und Materialismus wie überhaupt möglich.“[47] Ostentativ sagte er sich von Marx, „dem Deutschen“, und dem „stock-preußischen“ marxistischen Sozialismus los und propagierte einen „antideutschen Krieg“.[48] Am Sozialismus-Begriff hielt Mussolini zunächst noch fest, gab ihm aber einen völlig anderen Inhalt. Der Sozialismus der Zukunft werde ein „antimarxistischer“ und „nationaler“ sein.[49] Im August 1918 wurde das Wort „sozialistisch“ aus dem Untertitel des Popolo d’Italia entfernt.[50] Zu diesem Zeitpunkt war bei Mussolini endgültig ein mit sozialdarwinistischen Elementen aufgeladener[51] autoritärer Nationalismus in den Vordergrund getreten:

„Wer Vaterland sagt, sagt Disziplin; wer Disziplin sagt, gibt zu, dass es eine Hierarchie der Autoritäten, der Funktionen, der Intelligenzen gibt. Dort, wo diese Disziplin nicht frei und bewusst angenommen wird, muss sie aufgezwungen werden, auch mit Gewalt, auch – die Zensur möge mir gestatten, es zu sagen – mit jener Diktatur, zu der die Römer der ersten Republik griffen, in den kritischen Stunden ihrer Geschichte.“[52]

Von diesem Standpunkt aus kritisierte Mussolini auch den in Politikern wie Antonio Salandra und Giovanni Giolitti verkörperten konservativen Liberalismus der alten Eliten, da dieser an der „Integration der Massen in die Nation“ gescheitert sei. So hielt er etwa an der Forderung nach einer Landreform fest, da allein auf diese Weise „die Landbevölkerung für die Nation gesichert“[53] werden könne. Allein von einer „Schützengrabenaristokratie“ (trincerocrazia), einer „Aristokratie der Funktion“, sei die Bereitschaft zu solchen Maßnahmen zu erwarten.[54]

Mussolinis Gedankengänge reflektierten auf ihre Weise die tiefe Krise der traditionellen Ordnung, die spätestens 1917 von vielen Beobachtern konstatiert wurde. Von 1915 bis 1917 hatten die italienischen Regierungen – „ganz zu schweigen von den reaktionären und brutalen monarchistischen Generälen“[55] – versucht, einen „traditionellen“ Krieg zu führen. Sie hatten keinerlei Versuch unternommen, den Krieg vor den Arbeitern und Bauern, die die Masse der Soldaten stellten, zu rechtfertigen oder zu begründen.[56] Erst nach der katastrophalen Niederlage in der 12. Isonzoschlacht leitete der neue Ministerpräsident Vittorio Orlando eine propagandistische Kampagne ein, die den Krieg für diejenigen, die ihn in den Schützengräben auszutragen hatten, plausibel machen sollte. Ende 1917 stießen die Legitimationen und Mechanismen der alten Herrschaftsordnung jedoch unübersehbar an ihre Grenzen, wodurch perspektivisch eine Nachfrage für die politische Ideologie geschaffen wurde, deren Grundlagen im Umfeld des Popolo d’Italia entstanden waren.[57] Der Frühfaschismus war gleichwohl nicht die einzige politische Kraft, die in diesem Zusammenhang auftrat. Der italienische Radikalnationalismus (vgl. Associazione Nazionalista Italiana) etwa, der „Rechtsinterventionismus“ der Jahre 1914/15, durchlief bis 1919 eine relativ eigenständige Entwicklung.

Mussolini als Soldat im Ersten Weltkrieg, 1917

Zwischen August 1915 und August 1917 leistete Mussolini selbst Militärdienst. Während dieser Zeit publizierte er weiterhin im Popolo d’Italia. Diese Artikel wurden 1923 als „Kriegstagebuch“ neu herausgegeben und im faschistischen Italien in zahlreichen Auflagen verbreitet. Während eines Lazarettaufenthaltes im Dezember 1915 heiratete er Rachele Guidi, die Mutter seiner 1910 geborenen Tochter Edda. 1916 bzw. 1918 kamen die Söhne Vittorio und Bruno zur Welt. Am 23. Februar 1917 wurde Mussolini bei einer Übung hinter der Front durch eine zu früh explodierte Mörsergranate verwundet und hielt sich bis zu seiner Entlassung aus dem Militär im August in einem Mailänder Lazarett auf.

Mussolini und die italienische Rechte 1919-1922[Bearbeiten]

Mussolini und der Frühfaschismus[Bearbeiten]

Der Weltkrieg erschütterte das politische System Italiens. Das Kalkül der Regierung Salandra, die sich vom Eintritt in den Krieg vor allem eine Marginalisierung der Sozialisten und eine dauerhafte Verschiebung des politischen Kräftefeldes nach rechts – in Summe eine „hierarchische Reorganisation der Klassenbeziehungen“[58] – versprochen hatte, war nicht aufgegangen. Stattdessen hatten die lokal und regional begrenzten Konflikte der Vorkriegszeit „nationale Dimensionen angenommen und waren zu Protesten gegen den Krieg, gegen den Staat, gegen die herrschende Klasse geworden.“[59] Der italienischen Oberschicht gelang es nicht, die Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit wie in Frankreich und Deutschland zu kanalisieren und durch taktische Zugeständnisse abzufedern; der Kampf um die gesellschaftliche Hegemonie wurde direkt und unvermittelt ausgetragen und überforderte schließlich die liberalen Institutionen.[60]

Das prägende, auch für Mussolini zentrale Thema der Nachkriegszeit war der Aufstieg einer radikalen Linken und der damit verbundene Eintritt der „Massen“ in das politische Leben.[61] Anders als etwa in Deutschland war in Italien die reformistische, zur Zusammenarbeit mit den Parteien des Bürgertums bereite Strömung der Arbeiterbewegung, die innerhalb des PSI vor allem der Kreis um Filippo Turati repräsentierte, strukturell schwach. Im September 1918 hatten sich in der sozialistischen Partei die sogenannten „Maximalisten“ (massimalisti) um Serrati durchgesetzt, deren politische Ausrichtung in Grundzügen den Positionen der deutschen USPD entsprach. 1919 erlebten die Partei und die Gewerkschaften einen beispiellosen Zustrom neuer Mitglieder, bei der Parlamentswahl im November 1919 erhielt der PSI 32,5 % der Stimmen (156 Mandate) und wurde zur stärksten Partei. Im März 1919 erzwangen Massenstreiks die Anerkennung des Achtstundentages. In Latium und in Teilen Süditaliens begannen Landarbeiter und Kleinbauern im Sommer mit spektakulären Landbesetzungen, während es der sozialistischen Gewerkschaft Federterra zumindest in der Po-Ebene gelang, die Landarbeiter fast restlos zu organisieren und den Großgrundbesitzern Löhne und Arbeitsbedingungen zu diktieren. Dennoch war der Aufschwung des italienischen Sozialismus instabil. Die Mehrheit seiner Anhänger war bitter arm, ohne materielle und kulturelle Ressourcen und in der Regel lediglich lokal vernetzt; viele Mitglieder stießen nach dem Ende des Krieges erstmals zur Partei und zu den Gewerkschaften, ihre Bindung an das sozialistische Programm blieb lose und ungefestigt. Der lange Zeit auch in der historischen Literatur reproduzierte zeitgenössische liberale, konservative und faschistische Diskurs über die „rote Gefahr“ (vgl. biennio rosso) verschleiert, dass es der sozialistischen Partei selbst in ihrer Hochphase zu keinem Zeitpunkt gelang, im gesellschaftlichen Maßstab zur Mehrheitspartei zu werden.[62] 43 der 69 Provinzen wiesen auch im November 1919 „weiße“ Mehrheiten auf; der erst am 18. Januar 1919 gegründete katholische PPI gewann bei dieser Wahl aus dem Stand 100 Mandate, die verschiedenen liberalen Gruppen zusammen 252.[63]

Parallel zum Aufschwung der politischen Linken etablierte sich eine – anfänglich noch stark fragmentierte – „neue Rechte“[64], die nicht einfach konservativ war, sondern die Institutionen der traditionellen Ordnung mehr oder weniger offen verwarf. Ihr gemeinsamer Nenner war ein ideologisches Amalgam aus nationalistischer Enttäuschung über den „verstümmelten Sieg“ (vittoria mutilata) im Weltkrieg und aggressiver Auseinandersetzung mit der „roten Gefahr“. Der weithin akklamierte Kopf dieser Rechten war zunächst Gabriele D’Annunzio. Mussolini war zur Jahreswende 1918/19 zwar als Chefredakteur des Popolo d’Italia in ganz Italien bekannt, verfügte aber lediglich im lokalen Rahmen Mailands über politisches Gewicht. Er griff in den ersten Nachkriegsmonaten die verbreitete Forderung nach einer konstituierenden Nationalversammlung auf, die vor allem unter den zurückkehrenden Frontsoldaten populär war und durchaus in das ideologische Profil des Popolo d’Italia passte.

Zum 23. März 1919 rief Mussolini die Vertreter von etwa zwanzig fasci, die sich nach Kriegsende neu gebildet hatten oder von überlebenden Aktivisten der Jahre 1914/15 wiederbelebt worden waren, in Mailand zusammen. An dem Treffen (das in einem von der Industriellenvereinigung Alleanza industriale e commerciale zur Verfügung gestellten Saal an der Piazza San Sepolcro stattfand) nahmen etwa 300 Personen teil, darunter Roberto Farinacci, Cesare Maria De Vecchi, Giovanni Marinelli, Piero Bolzon und Filippo Tommaso Marinetti. Die Zusammensetzung der Teilnehmer verhalf der bei dieser Gelegenheit gegründeten Dachorganisation (den Fasci italiani di combattimento) zu einem schillernden, „bivalenten“[65] Erscheinungsbild. Ehemalige „Linksinterventionisten“ stellten (noch) die Mehrheit, „neben ihnen aber sitzen die Nationalisten, die Reaktionäre und schlichte Streikbrecher.“[66] Die in Mailand ins Leben gerufene Organisation blieb – trotz einiger spektakulärer Aktionen, darunter eine von Marinetti dirigierte Brandstiftung im Redaktionsgebäude des Avanti! am 15. April 1919 – zunächst ohne jeden Einfluss. Noch Ende 1919 existierten lediglich 31 fasci mit zusammen 870 Mitgliedern.[67] Erst nach und nach gelang es den Fasci di combattimento, sich gegen rivalisierende liberale, anarchistische und syndikalistische Gruppen, die den Begriff fascio (mit jeweils abweichenden Inhalten) ebenfalls für sich reklamierten, durchzusetzen. Im August 1919 lancierte Mussolini eine neue Zeitschrift (Il Fascio), die vor allem die Aufgabe hatte, den fascismo im Sinne seiner Organisation auszudeuten.

Die programmatischen Leitsätze der Fasci di combattimento waren diffus und für die Praxis der Organisation schon zu diesem Zeitpunkt völlig bedeutungslos.[68] Im März 1919 war überhaupt kein formales Programm beschlossen worden. Mussolini hatte in Mailand lediglich drei Erklärungen verlesen und sich darin mit den Frontkämpfern solidarisiert, die Annexion Fiumes und Dalmatiens verlangt sowie die Bekämpfung der sozialistischen und katholischen „Neutralisten“ angekündigt. Am 6. Juni 1919 veröffentlichte der Popolo d’Italia schließlich ein Programm, bei dem „unschwer hinter der ‚linken‘ Fassade, die vor allem durch die politische Forderung nach der Republik entsteht, in den Fragen der sozialen Ordnung ein reaktionärer Kern zu erkennen“[69] ist. Das Programm war auch in seinen bald vergessenen „radikalen“ Passagen – entgegen einer weitverbreiteten Legende – keineswegs „sozialrevolutionär“, sondern von den Verfassern weitgehend an die reformistische Linie der nationalistischen Gewerkschaft Unione Italiana del Lavoro angelehnt worden. Gefordert wurden die Senkung des Wahlalters auf 18 Jahre und das Wahlrecht für Frauen, die Abschaffung des Senats und dessen Ersetzung durch einen „technischen Nationalrat“, Mindestlohn und Achtstundentag, Besteuerung der Kriegsgewinne, eine staatliche Sozialversicherung, die Verteilung unbebauten Bodens an Kriegsveteranen, Beteiligung von Vertretern der Arbeiterorganisationen an der „Verwaltung“ privater und öffentlicher Betriebe („soweit sie dessen moralisch und technisch würdig sind“), die Schließung der katholischen Schulen und die Einziehung des kirchlichen Grundbesitzes. Mussolini vermied es insbesondere in dieser frühen Phase, die Fasci di combattimento einem der existierenden politischen Lager zuzuordnen. Auf dem ersten Kongress der fasci, der im Oktober 1919 in Florenz stattfand, erklärte er, dass diese „nicht republikanisch, nicht sozialistisch, nicht demokratisch, nicht konservativ, nicht nationalistisch“[70] seien. Er polemisierte gegen den linksliberalen Ministerpräsidenten Nitti und solidarisierte sich mit dem Fiume-Unternehmen D’Annunzios, ohne sich oder seine Organisation zu eng an dieses Projekt zu binden.

Bei der Parlamentswahl am 16. November 1919 erhielt die von Mussolini und Marinetti angeführte faschistische Liste in der gesamten Provinz Mailand nur 4.675 Stimmen und gewann kein Mandat. Nach dieser Schlappe warfen Mailänder Faschisten am 17. November einen Sprengsatz in eine sozialistische Demonstration. Mussolini wurde als Anstifter verdächtigt und – nachdem bei einer Durchsuchung ein Waffenlager gefunden worden war – verhaftet, aber nach nur einem Tag aufgrund einer Intervention aus Rom wieder entlassen.[71]

Am 24./25. Mai 1920 fand in Mailand der zweite Kongress der Fasci di combattimento statt. Die meisten ehemaligen „Linksinterventionisten“ schieden bei dieser Gelegenheit aus dem Nationalrat der Organisation, die nach dem sozialistischen Wahlsieg zahlreiche neue Anhänger in den zerfallenden liberalen Milieus gefunden hatte, aus. Auch Marinetti verließ den Kongress, nachdem Mussolini sich gegen eine Fortsetzung der antikatholischen Polemik ausgesprochen hatte. Die Forderung nach der Republik relativierte Mussolini in Mailand ebenfalls. Die Stoßrichtung gegen den „antiitalienischen“ Sozialismus wurde dagegen noch stärker herausgestellt.[72] Während der Auseinandersetzungen zwischen der Metallarbeitergewerkschaft FIOM und dem Unternehmerverband Confindustria, die im September 1920 in die zeitweilige Besetzung vieler Fabriken durch die Belegschaften mündeten, rief Mussolini im Popolo d’Italia immer wieder zur Klassenzusammenarbeit auf. Den anderen antisozialistischen Parteien warf er vor, den Sozialisten nicht mit der nötigen Entschiedenheit entgegenzutreten – die Faschisten aber würden dies nun tun. Die seien zwar eine Minderheit, aber „eine Million Schafe werden immer vom Brüllen eines einzigen Löwen zerstreut werden.“[73] Diese Worte kündigten die eigentliche „Geburt“ des Faschismus an, dessen Vorstöße bald „keineswegs nur mehr sporadische Episoden zu Demonstrationszwecken“ waren, sondern „Ausdruck einer bewusst geplanten, systematischen Gewalt“[74], die auf die vollständige Zerstörung der sozialistischen Organisationen zielte.

Vom blocco nazionale zum Partito Nazionale Fascista[Bearbeiten]

Die „Explosion der antisozialistischen Gewalt“[75] erfolgte im Herbst 1920, als große Teile der bürgerlichen Eliten ihr Vertrauen in die Fähigkeit des Staates, die Arbeiterbewegung unter Kontrolle zu bringen und zurückzudrängen, verloren hatten. Liberale Zeitungen plädierten nun offen für die autoritäre Herrschaft eines „starken Mannes“ oder eine Militärdiktatur.[76] Gerade zu diesem Zeitpunkt trat die sozialistische Bewegung in eine Phase der Orientierungslosigkeit und inneren Auseinandersetzungen ein, da der Verlauf der Fabrikbesetzungen im September 1920 deutlich gemacht hatte, dass die zentristischen „Maximalisten“ an der Spitze des PSI trotz ihrer radikalen Rhetorik nicht gewillt waren, ernsthaft auf eine sozialistische Revolution hinzuarbeiten (diese Fraktionskämpfe führten im Januar 1921 zur Abspaltung des linken Parteiflügels, der sich als Partito Comunista d’Italia konstituierte). So ging im Oktober 1920 fast unvermittelt „die Initiative in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auf die besitzenden Klassen und die neue Rechte über.“[77]

Die fasci, bis dahin „so gut wie bedeutungslos, teils anämische Gebilde, teils überhaupt nicht existent“[78], erlebten nun einen stetigen Zustrom neuer Mitglieder und einen enormen politischen Bedeutungsgewinn. Die Zahl der lokalen fasci vervielfachte sich binnen weniger Monate von 190 (Oktober 1920) auf 800 (Ende 1920), 1.000 (Februar 1921) und 2.200 (November 1921).[79] Ihre Reputation im antisozialistischen Lager war schlagartig gestiegen, als am 21. November 1920 mehrere hundert bewaffnete Faschisten die konstituierende Sitzung des neugewählten sozialistischen Gemeinderates von Bologna überfielen, wobei neun Menschen ums Leben kamen. Die „Schlacht von Bologna“ leitete die Periode des faschistischen squadrismo ein, der bewaffneten „Strafexpeditionen“ gegen „rote“ Partei- und Gewerkschaftshäuser, Zeitungsredaktionen, Arbeiterheime, Kulturhäuser, Gemeindeverwaltungen, Genossenschaften und Einzelpersonen. Die einzelnen squadre wurden häufig von Industriellen und Großgrundbesitzern ausgerüstet (mitunter auch direkt geführt), profitierten aber vor allem von der direkten und indirekten Unterstützung durch staatliche Stellen aller Ebenen.[80] Der Kriegsminister im Kabinett Giolitti, der 1912 aus dem PSI ausgeschlossene rechte Sozialdemokrat Ivanoe Bonomi, regte im Oktober 1920 den Eintritt von entlassenen Reserveoffizieren in die fasci an, wobei ihnen ein großer Teil des bisherigen Soldes weitergezahlt werden sollte.[81] Justizminister Luigi Fera wies die Gerichte in einem Rundschreiben an, Verfahren gegen Faschisten nach Möglichkeit einschlafen zu lassen.[82] Hunderte sozialistische Gemeindeverwaltungen, die zum Ziel von faschistischen „Strafexpeditionen“ geworden waren, ließ die Regierung im Frühjahr 1921 „aus Gründen der öffentlichen Ordnung“[83] auch offiziell auflösen, darunter die von Bologna, Modena, Ferrara und Perugia. Die Dominanz der Sozialisten in vielen Gemeindeparlamenten hatte die liberalen Eliten seit 1919 besonders beunruhigt, da das gesellschaftliche Kräfteverhältnis hier tatsächlich zugunsten der Linken zu kippen drohte.[84]

Die Ausbreitung der fasci erfolgte regional sehr ungleichmäßig und in der Regel ohne direkten politischen, ideologischen oder persönlichen Bezug zu Mussolini. Auch der Großteil der politischen Symbolik des italienischen Faschismus entstand in dieser Phase unabhängig vom Mailänder Zentrum spontan und wurde durch Imitation schrittweise von der gesamten Bewegung übernommen.[85] Triest, wo sowohl die nationalistische als auch die antisozialistische Agitation besonders intensiv war und in den Auseinandersetzungen mit der slowenischen Minderheit fließend ineinander überging, entwickelte sich zur ersten echten Hochburg des Faschismus. Hier hatte der örtliche fascio im März 1921 14.756 Mitglieder (18 % der Gesamtmitgliedschaft). Demgegenüber wiesen die Organisationen in Turin, Rom und Ravenna zu diesem Zeitpunkt erst 581, 1.480 und 70 Mitglieder aus.[86]

Mussolini gelang es, die Fasci di combattimento im Vorfeld der Parlamentswahl vom 15. Mai 1921 in einen von Giolitti geführten bürgerlichen Wahlblock zu integrieren. Mit dem einflussreichen Politiker, der seit Juni 1920 wieder Ministerpräsident war, stand Mussolini seit Oktober 1920 über einen Mittelsmann in Verbindung.[87] Der blocco nazionale umfasste alle Parteien mit Ausnahme der Sozialisten, der Kommunisten und der katholischen popolari. Für Mussolini persönlich bedeutete dieser Erfolg den Eintritt in die von den alten Eliten definierte Zone der „politischen Respektabilität“.[88] Zusammen mit Mussolini, der an der Spitze der Listen des blocco in Mailand und Bologna platziert worden war, zogen 34 weitere Faschisten in die Abgeordnetenkammer ein (bei 275 Mandaten für den gesamten Block).

Giolitti, der sein wichtigstes Wahlziel – die nachhaltige Schwächung der Sozialisten und der popolari – nicht erreicht hatte, trat am 27. Juni 1921 zurück. Giolittis Nachfolger Bonomi, der in Mantua zusammen mit faschistischen Kandidaten auf der Liste des blocco nazionale angetreten war, unternahm im Juli den Versuch, den rechten Flügel des PSI von der Partei zu lösen und an das Regierungslager zu binden. Er gewann einige führende Faschisten (darunter Mussolini, Cesare Rossi und Giovanni Giuriati), vier sozialistische Abgeordnete und drei Funktionäre des Gewerkschaftsdachverbandes CGdL für die Unterzeichnung eines „Befriedungspaktes“ (2. August 1921). Mussolini rechtfertigte diesen überraschenden Schritt mit dem Argument, dass es unmöglich sei, die zwei Millionen Sozialisten Italiens zu „liquidieren“; die Option für den „permanenten Bürgerkrieg“ sei naiv.[89] Er stand zu diesem Zeitpunkt unter dem Eindruck der in ganz Italien beachteten Ereignisse von Sarzana, wo am 21. Juli eine „Strafexpedition“ von 500 ligurischen und toskanischen squadristi unter Verlust von 18 Toten in die Flucht geschlagen worden war, nachdem sich – für die Faschisten völlig unerwartet – eine Handvoll Carabinieri auf die Seite der Einwohner gestellt hatte. Für Mussolini, der offen von einer „Krise des Faschismus“[90] sprach, warf dies die Frage auf, was die fasci „wirklich wert sind, wenn ihnen die Polizeimacht des Staates entgegentritt.“[91] Hinter diesem Schachzug stand jedoch auch die nicht zuletzt in persönlichen Ambitionen wurzelnde Absicht Mussolinis, die fluktuierenden und lose vernetzten fasci zu „parlamentarisieren“ und zu einer Partei zusammenzufassen, um so mittel- und langfristig an der politischen Macht in Rom zu partizipieren.

Faschistische Extremisten, vor allem die Exponenten des militanten „Agrarfaschismus“ der Po-Ebene, der Emilia, der Toskana und der Romagna wie Italo Balbo und Dino Grandi, die eine völlige Zerschlagung der Arbeiterbewegung und die Errichtung eines autoritären Regimes ohne Rücksichtnahme auf liberale Interessengruppen für möglich hielten, griffen Mussolini daraufhin offen an. Dieser zog sich am 18. August 1921 aus dem Exekutivkomitee der Fasci di combattimento zurück, gefolgt von Rossi, der beklagte, dass der Faschismus zu einer „reinen, authentischen und exklusiven Bewegung des Konservatismus und der Reaktion“[92] geworden sei. Die „konservativen“ Faschisten waren jedoch nicht in der Lage, sich auf eine Führungspersönlichkeit zu verständigen, die Mussolini hätte ersetzen können, nachdem Gabriele D’Annunzio das Angebot abgelehnt hatte.[93] Im Vorfeld des dritten Kongresses der fasci, der im November 1921 in Rom stattfand, gingen die beiden Fraktionen aufeinander zu: Mussolini erklärte den – ohnehin nie realisierten – Befriedungspakt am 22. Oktober zu einer „lächerlich bedeutungslosen Episode unserer Geschichte“[94] (und kündigte ihn im November ganz auf), während die „Reaktionäre“ um Grandi sich mit der Gründung des Partito Nazionale Fascista (PNF) abfanden. In Rom bemühte sich der nunmehr als Duce etablierte Mussolini, die aufgekommenen Zweifel an der Entschiedenheit seines Antisozialismus zu beseitigen:

„Ich bedauere nicht, dass ich Sozialist gewesen bin. Aber ich habe die Brücken zu dieser Vergangenheit abgebrochen. Ich bin nicht nostalgisch. Ich denke nicht darüber nach, zum Sozialismus zu gelangen, sondern darüber, von ihm loszukommen. In wirtschaftlichen Angelegenheiten sind wir Liberale, weil wir glauben, dass die nationale Wirtschaft nicht kollektiven Körperschaften oder der Bürokratie überlassen werden kann.“[95]

Mussolini sorgte für weitere Klarstellungen am Rande. Aus dem Parteiprogramm wurden die noch vorhandenen Reste republikanischen und antiklerikalen Gedankenguts aus der Frühzeit der fasci entfernt.[96] Von außenpolitischen Abenteuern im Stile D’Annunzios hatte sich Mussolini schon 1920 distanziert; nur „Verrückte und Kriminelle“[97] würden nicht begreifen, dass Italien Frieden brauche.

Der „Marsch auf Rom“[Bearbeiten]

Nach dem Kongress von Rom festigte Mussolini zielstrebig seine Position innerhalb der faschistischen Bewegung. Sekretär des PNF wurde Michele Bianchi, ein enger Vertrauter des Duce. Die squadre wurden formal den lokalen Parteigruppen zugeordnet und einer Generalinspektion unterstellt. Die Führer des Provinzfaschismus (für die sich bald das äthiopische Lehnwort ras einbürgerte) wahrten gleichwohl eine erhebliche Autonomie, die sie auch in den Jahren der Diktatur sichern und zum Teil noch ausbauen konnten.

Seit Januar 1922 erschien auf Anregung Mussolinis die Zeitschrift Gerarchia (bis 1933 redigiert von Margherita Sarfatti), die dem Faschismus einen verbindlichen intellektuellen Überbau verschaffen sollte. Persönlich war Mussolini kein „Fundamentalist“ der nach und nach konturierten faschistischen Ideologie, sondern achtete vor allem auf deren praktischen politischen Nutzen.[98]

Nach dem Rücktritt Bonomis bildete der Liberale Luigi Facta im Februar 1922 eine Regierung, die allgemein als Platzhalter für ein neues Kabinett Giolitti angesehen wurde. In der Regierungszeit Factas begann eine „zweite Welle“ des squadrismo; die sozialistischen Hochburgen in Norditalien wurden Ziel regelrechter Feldzüge der Faschisten, die etwa in der Romagna „wie eine Besatzungsarmee“[99] auftraten. Anfang März besetzten einige tausend squadristi den Freistaat Fiume. Bei den erneuten Zügen gegen Bologna und Ferrara im Mai/Juni wurden jeweils mehrere zehntausend Faschisten zusammengezogen. Die sozialistischen und syndikalistischen Gewerkschaften, die im Februar 1922 die Alleanza del lavoro gebildet hatten, riefen für den 1. August 1922 zu einem politischen Generalstreik gegen den faschistischen Terror auf. Er wurde nach einem faschistischen Ultimatum bereits am 3. August abgebrochen. Im Gegenstoß drangen die Faschisten nun auch in linke Hochburgen wie Parma und Genua ein, wo es zu mehrtägigen Straßenkämpfen kam. Bis zum Oktober 1922 kamen nach neueren Berechnungen mindestens 3.000 Menschen bei diesen Auseinandersetzungen ums Leben.[100] Im September erreichten die Faschisten mit Vorstößen nach Terni und Civitavecchia das Umland Roms.

Im Juli 1922 wurde Facta nach faschistischen Ausschreitungen in Cremona, gegen die die Behörden erneut nichts unternommen hatten, mit den Stimmen der popolari, der Sozialisten und liberaler Demokraten gestürzt (aber sofort wieder mit der Regierungsbildung beauftragt). Mussolini begann nun, mit Giolitti, Orlando und Salandra – den „starken Männern“ der italienischen Politik – über seine Rolle in einem künftigen Kabinett zu verhandeln. Noch war nicht abzusehen, ob er „ein kommender Mann oder der kommende Mann“[101] war. Seine Beiträge im Popolo d’Italia und seine Reden in der Abgeordnetenkammer waren nicht erst seit dieser Zeit vor allem darauf abgestellt, ein Höchstmaß an „staatsmännischer“ Glaubwürdigkeit und Urteilsfähigkeit zu demonstrieren, während er die radikalen Wortmeldungen Bianchi, Balbo, Farinacci und anderen überließ.[102] Der Demonstration außenpolitischer Kompetenz hatte Mussolinis erste breit beachtete Auslandsreise gedient, die ihn im März 1922 nach Deutschland führte. In Berlin traf er mit „bemerkenswert hochrangigen“[103] Gesprächspartnern zusammen, darunter Reichskanzler Joseph Wirth, Außenminister Walther Rathenau, Gustav Stresemann und der einflussreiche liberale Journalist Theodor Wolff, der Mussolini auch später freundschaftlich verbunden blieb.[104]

Mussolini mit den Führern des Marcia su Roma Emilio De Bono, Italo Balbo und Cesare Maria De Vecchi, 31. Oktober 1922

Im Oktober 1922 erreichte die politische Krise den Höhepunkt. Die sozialistische und kommunistische Linke war als politischer Faktor bereits weitgehend ausgeschaltet. Die Gewerkschaften verloren nach dem Fehlschlag des Generalstreiks im August noch einmal massiv Mitglieder und Einfluss, während sich die sozialistische Partei Anfang Oktober erneut spaltete. Vermutlich hat Mussolini erst im Oktober begriffen, wie nahe er der Macht tatsächlich gekommen war.[105] In den über Mittelsmänner geführten Verhandlungen mit Giolitti gab er nun zu verstehen, dass er zur Führung einer Koalitionsregierung bereit sei. Da der PNF nur über 35 Mandate in der Abgeordnetenkammer verfügte, war ein von Mussolini geführtes Kabinett – wenn es nicht sofort als Staatsstreichregierung auftrat – auf die Unterstützung der liberalen und konservativen Blöcke des Parlaments angewiesen. In öffentlichen Stellungnahmen würdigte Mussolini nun einmal mehr die Monarchie und die katholische Kirche und stellte in einem Gespräch mit General Pietro Badoglio die Passivität der Armee bei einer eventuellen, mit einer demonstrativen Aktion der fasci gegen Rom verbundenen faschistischen Machtübernahme sicher. Bereits am 20. September 1922 hatte er sich in einer Rede in Udine erneut zu einer liberalen Wirtschaftspolitik bekannt und sich für einen Bruch mit der seit 1919 in Ansätzen ausgebildeten staatlichen Sozialpolitik ausgesprochen.[106]

Am 25. Oktober verließ Mussolini den Parteitag des PNF, der am Vortag in Neapel begonnen hatte, und zog sich nach Mailand zurück. Obwohl er einen gewaltsamen Putsch, mit dem führende Squadristen immer wieder gedroht hatten, nicht ernstlich vorbereitete,[107] hatte er sich vorab mit einem „inszenierten Marsch“[108] auf die Hauptstadt einverstanden erklärt. Dieser später zum Eckstein der „faschistischen Revolution“ verklärte „Marsch auf Rom“, an dem in strömendem Regen wohl lediglich 5.000[109] squadristi teilnahmen, begann am Morgen des 28. Oktober. Mit dem Unternehmen wollte Mussolini den König zu einer Entscheidung zwingen, von der er annehmen konnte, dass sie zu seinen Gunsten ausfallen würde. Giolitti, Salandra und Orlando waren zu diesem Zeitpunkt ebenso wie der König, der Papst, die Armeeführung und die Wirtschaftsverbände mit einem faschistischen Ministerpräsidenten, den Mussolini am 24. Oktober in Neapel erstmals öffentlich gefordert hatte, einverstanden.[110] Am 29. Oktober ließ Viktor Emanuel III. Mussolini telefonisch nach Rom bestellen, wo er am Morgen des nächsten Tages eintraf und am 31. Oktober als Ministerpräsident vereidigt wurde. Der Simulation eines politischen Umsturzes diente die faschistische „Siegesparade“ am 31. Oktober, an der Mussolini persönlich teilnahm. Erst dadurch entstand der „politische Mythos vom gewaltsam erzwungenen Umsturz durch den Faschismus.“[111] Der Einzug der Squadristen in Rom endete mit einem Überfall auf das Arbeiterviertel San Lorenzo, wo mehrere Menschen getötet wurden.

Regierungschef[Bearbeiten]

Mussolini (1923)

Regierungsbildung[Bearbeiten]

Als Mussolini am 30. Oktober 1922 in Rom eintraf, legte er dem König unverzüglich eine Liste der von ihm für seine Regierung vorgesehenen Minister vor.

Auf der Liste standen: Die Faschisten Aldo Oviglio (Justiz) und Alberto De Stefani (Finanzen); die Nationalisten Luigi Federzoni (Kolonien) und Giovanni Giuriati (terre liberate); die Popolari Vincenzo Tangorra (Schatz) und Stefano Cavazzoni (Arbeit und soziale Vorsorge); die Sozialdemokraten (democraticosociali) Gabriello Carnazza (lavori pubblici) und Giovanni Antonio Colonna Di Cesarò (Post); die Liberalen Giuseppe De Capitani (Landwirtschaft; Anhänger von Salandra) und Teofilo Rossi (Industrie und Handel; Anhänger von Giolitti); der Philosoph Giovanni Gentile (Unterricht) und die hohen Offiziere Armando Diaz (Krieg) und Paolo Thaon Di Revel (Marine). Mussolini beansprucht für sich das Außen- und das Innenministerium. Infolge des Todes von Tangorra fusionieren Schatz- und Finanzministerium unter der Führung von De Stefani.

Mussolini versuchte zunächst, die anderen Parteien zur Mitarbeit zu gewinnen, was teilweise gelang, aber gerade bei den umworbenen gemäßigten Sozialisten unter Matteotti keinen Erfolg zeigte. Am 24. November 1922 erhielt er von der Abgeordnetenkammer die vollen Machtbefugnisse auf dem Gebiet der Wirtschaft und der Verwaltung bis zum 31. Dezember 1923 mit dem Ziel, „die Ordnung wiederherzustellen“. Im Juli 1923 brachte er im Konsens mit Giolitti, Orlando und Salandra mit dem Acerbo-Gesetz eine neue Wahlordnung durchs Parlament. Sie sicherte der stimmenstärksten Fraktion (mindestens 25 %) automatisch zwei Drittel der Parlamentssitze. Nachdem Don Sturzo, der für Mussolini unangenehme charismatische Führer des mächtigen Partito Popolare Italiano, aufgrund von Differenzen in der eigenen Partei zurückgetreten war und man dem Königreich Jugoslawien im Vertrag von Rom den Freistaat Fiume abhandeln konnte, wagte sich Mussolini am 25. Januar 1924 an die ersten Neuwahlen unter den geänderten Vorzeichen. Die Faschisten erhielten 4,5 Millionen Stimmen, die Opposition musste sich die restlichen drei Millionen Stimmen teilen. Dies wird heute nicht als Vertrauensbeweis für den Regierungschef, sondern als Ausdruck des Wunsches der Italiener nach Ruhe und Ordnung interpretiert.

Mussolinis Freude über den guten Start währte nur kurz. Am 10. Juni 1924 wurde Giacomo Matteotti, Parteisekretär des Partito Socialista Unitario und scharfer Kritiker der Faschisten, ermordet. Die Täter, faschistische Milizionäre, wurden bald ermittelt. Im Zuge der von der Regierung zunächst noch unbeeinflussten Untersuchungen wurde die Liste der Mitwisser und möglichen Drahtzieher immer größer. Mussolini sah sich gezwungen, zahlreiche und bald auch enge Mitarbeiter wie De Bono zu entlassen, und geriet schließlich selbst unter Verdacht.[112] Als sich auch im Volk und im Ausland die Stimmung gegen Mussolini kehrte, fasste die Masse der oppositionellen Abgeordneten den umstrittenen Entschluss, am 27. Juli 1924 das Parlament zu verlassen (Secessione aventiniana). Man wollte mit diesem Schritt Druck auf den König ausüben, das Parlament aufzulösen, Mussolini zu verhaften und Neuwahlen auszuschreiben. Als jedoch der König nicht reagierte, war es der Ministerpräsident Mussolini, der vom Auszug seiner scharfen Gegner profitierte. Im Parlament weitgehend ohne Gegner, setzte er am 3. Januar 1925 zum Befreiungsschlag an. Er nahm die politische Verantwortung für alle Untaten seiner Milizen auf sich und versprach den Italienern „innerhalb 48 Stunden“[113] für Ordnung zu sorgen. Da er dieses Versprechen u. a. in Form einer Verhaftungswelle politischer Gegner einlöste, ist diese Rede als Auftakt zur faschistischen Diktatur zu bewerten.

Diktator[Bearbeiten]

Typische Rednergeste Mussolinis (Mailand, 1930)

Am 31. Oktober 1926 versuchte Anteo Zamboni (1911-1926) ein Attentat auf Mussolini. Mussolini nahm dies zum Anlass, politische Freiheiten einzuschränken und die verbliebenen politischen Parteien aufzulösen. Zu den Wahlen 1928 traten nur noch vom PNF (Partito Nazionale Fascista, deutsch: Nationale Faschistische Partei) zugelassene Kandidaten an. Spezielle Gesetze schufen den institutionellen Rahmen, unter anderem den Gran Consiglio del Fascismo (den Großen Faschistischen Rat), der als gemischtes Partei- und Staatsorgan fungierte. Damit war die Umstrukturierung des italienischen Staates zu einem Einparteienstaat und somit zu einer Diktatur abgeschlossen. 1932 veröffentlichte Mussolini seine Grundsatzschrift: Der Geist des Faschismus.

Ein wesentliches Instrument zur Sicherung von Mussolinis Machterhalt war die Geheimpolizei OVRA, die ab 1927 aufgebaut wurde. Zudem gewann er die Mehrzahl der katholischen Italiener für sich und seine politische Linie, als er 1929 die Lateranverträge mit dem Heiligen Stuhl abschloss und somit den Vatikan als eigenständigen und souveränen Staat bestätigte.[114]

1937 verlieh die Universität Lausanne Mussolini die Ehrendoktorwürde. Bestrebungen, diesen Titel zu annullieren, sind bisher von der Universität Lausanne und der Waadtländer Regierung abgelehnt worden.[115]

Benito Mussolini und Adolf Hitler[Bearbeiten]

Mussolini und Hitler am Vortag des Münchener Abkommens (1938)

Bereits weit im Vorfeld des Hitlerputsches Ende 1923 gab es wohl Kontaktversuche von Seiten der NSDAP bzw. Hitlers zu Mussolini durch den Hitler-Sympathisanten Kurt Lüdecke. Die Hoffnung, Unterstützung von Mussolini bzw. seinem Umfeld zu erhalten, ging nicht auf. Die Deutsche Botschaft in Rom schrieb am 29.3.1923 nach Berlin, "Die diesbezügliche Bitte Hitlers ist [...] Herrn Mussolini vorgelegt worden, der [...] sie rundweg abgeschlagen hat."[116] Mussolini hatte zwar schon 1922 Deutschland besucht und mit verschiedenen, auch hohen Politikern in Berlin gesprochen, doch für einen Kontakt mit Nationalsozialisten gibt es keine Beweise.[117] Eine offizielle Begegnung von Mussolini und Hitler fand während der Weimarer Republik nicht mehr statt, wenngleich nach den grossen Reichtags-Wahlerfolgen der NSDAP ab den frühen 1930er Jahren vielfältige Kontakte zwischen der NSDAP und Mussolinis Partito Nazionale Fascista entstanden.[118]

Anfänglich stand Mussolini Adolf Hitler teilweise kritisch gegenüber. So soll er Hitler z.B. nach dem gescheiterten Hitlerputsch im November 1923 als "Buffoni", als "Hanswurst", bezeichnet haben.[119] Insbesondere für Hitlers Rassentheorien hatte er nur Spott übrig: „Wenn diese Theorien richtig wären, müssten die Lappen die höchsten Kulturträger sein!“ Außerdem fühlte er sich als Wächter der Unabhängigkeit Österreichs und ließ nach dem Juliputsch 1934, als Bundeskanzler Dollfuß ermordet wurde, sechs Divisionen an den Brennerpass verlegen.[120] Im selben Jahr kam es zu einem ersten Treffen mit Hitler in Venedig, bei dem der deutsche Diktator jedoch keine gute Figur machte – so schien Hitler von dem militärisch geprägten Empfang am Flughafen völlig überrascht gewesen zu sein und gab in seinem zerknitterten Trenchcoat ein skurriles Bild ab. Es gelang ihm während des Besuchs auch nicht, Mussolini zu verbindlichen Zusagen zu bewegen. Erst die italienische Besetzung Abessiniens und die deutsch-italienische Unterstützung des späteren spanischen Diktators General Francisco Franco im Spanischen Bürgerkrieg führten Mussolini ab 1936 zur Annäherung an das nationalsozialistische Deutschland. Die Zeitschrift Die Woche berichtete im Mai 1936 respektvoll über „Mussolinis historische Sitzung“: „In einer zehnminütigen Sitzung des faschistischen Großen Rates wurde die Besitzergreifung Abessiniens als erbliches Kaiserreich des Königs von Italien beschlossen.“[121]

Im selben Jahr verkündete Mussolini die „Achse Berlin-Rom“ und gab damit einen Bündnisvertrag mit Hitler bekannt. 1937 trat Italien aus dem Völkerbund aus und dem Antikomintern-Pakt zwischen dem Deutschen Reich und dem Kaiserreich Japan bei.

Als 1938 Italien ohne Druck von Berlin antisemitische Rassengesetze beschloss, war das NS-Regime einigermaßen überrascht.[122] Später übertrafen diese gar die deutschen kurzzeitig, indem sie neben den Juden aus dem Lehrkörper, auch gleich jüdische Schüler von den Schulen verwies. Goebbels schrieb dazu in seinem Tagebuch am 4. September 1938: „Mussolini schmeißt jetzt Juden aus den Schulen und Universitäten heraus“. Das erste rassistische Gesetz Italiens unter Mussolini wurde bereits am 19. April 1937 beschlossen. Grund war die Befürchtung einer Rassenvermischung italienischer Soldaten in den Kolonien. Auf sexuellen Verkehr mit afrikanischen Frauen oder Frauen aus anderen „primitiven“ Völkern stand bis zu fünf Jahre Gefängnis.[123] Wie die kürzlich veröffentlichten Tagebücher seiner Geliebten Clara Petacci zeigen, äußerte sich Mussolini privat sehr antisemitisch.[124]

Während der Sudetenkrise im Jahre 1938 bemühte er sich um Vermittlung, da er Italien für einen Krieg nicht gerüstet sah.

Im Übrigen sprach und verstand Mussolini (nach Aussage von Protokollführer Henry Picker) recht gut Deutsch, sodass er sich mit Hitler auch ohne Dolmetscher unterhalten konnte.[125]

Kolonialbestrebungen[Bearbeiten]

Italienisches Kolonialreich am Horn von Afrika 1936-40

Mussolini propagierte ein „Neues Römisches Imperium“ und strebte dazu eine Mittelmeerherrschaft Italiens an („Mare Nostro“). Für diese Imperialismus-Ansprüche ließ er bereits in den 1920ern eine Marinebasis auf der türkischen (seit 1947 griechischen) Insel Leros errichten und verschärfte die italienische Kontrolle über Albanien und Libyen. 1935 griff Italien Äthiopien an, das allerdings niemals zum Römischen Imperium gehört hatte. Italiens Kriegsführung war vom Einsatz von Giftgas, der Massenliquidierung der Einheimischen und der Verseuchung oder Verbrennung von Dörfern, Vieh und Feldern geprägt. Der Krieg endete 1936 mit der Annexion des Kaiserreichs Äthiopien durch Italien. Britisch-Somaliland wurde von Italien 1940 besetzt und Italienisch-Ostafrika angegliedert. Geplant war von Mussolini noch die Ausdehnung des Reiches unter anderem auf Tunesien, Dschibuti, Sudan, Malta, Nordostkenia und Jemen. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges (siehe nächster Abschnitt) verlor Italien die Kolonien und 1941 wurde Italienisch-Ostafrika (Africa Orientale Italiana) aufgelöst.

Diktator im Krieg 1939-1943[Bearbeiten]

Von der non belligeranza bis zum Kriegseintritt[Bearbeiten]

Propagandadarstellung Mussolinis, etwa 1939

Beim Abschluss des Bündnisses mit Deutschland im Mai 1939 war Mussolini davon ausgegangen, dass ein großer europäischer Krieg nicht vor 1942 beginnen würde; bis dahin, so die Annahme, könne Italien seine Stellung im Mittelmeer mit deutscher Rückendeckung ausbauen und auch in Südosteuropa vom Zerfall der durch die Pariser Vorortverträge geschaffenen Nachkriegsordnung profitieren. Dieser Konzeption lag die Überzeugung zugrunde, dass kurzfristig weder Großbritannien und Frankreich noch Deutschland einen Krieg zwischen den Großmächten riskieren würden. Noch Anfang August 1939 war er davon überzeugt, dass die deutsch-polnischen Spannungen durch ein „neues München“ beigelegt werden würden. Erst am 13. August, als Ciano ihn über seine Gespräche mit Hitler und Ribbentrop am 11. und 12. August informierte, begriff Mussolini, dass Hitler nicht nur Danzig besetzen wollte, sondern zum militärischen Vorgehen gegen ganz Polen entschlossen war und damit die Gefahr eines europäischen Krieges heraufbeschwor. Im Gegensatz zu Hitler und Ribbentrop hielt es Mussolini für nahezu sicher, dass Großbritannien und Frankreich in den deutsch-polnischen Krieg eingreifen würden.[126] Trat aber dieser Fall ein, so entfielen die Voraussetzungen der außenpolitischen Strategie Cianos und Mussolinis.[127]

Beide suchten nun fieberhaft nach einer Formel, die Italien eine Nichteinhaltung seiner weitreichenden Verpflichtungen aus dem „Stahlpakt“ ermöglichte, ohne das Bündnis offen aufzukündigen. Am 21. August schrieb Mussolini an Hitler, dass Italien für einen großen Krieg nicht gerüstet sei, aber, sollten Verhandlungen wegen der „Unnachgiebigkeit anderer“ scheitern, auf deutscher Seite eingreifen werde.[128] Vier Tage später machte er dieses Eingreifen in einem weiteren Schreiben, das Botschafter Bernardo Attolico Hitler in der Reichskanzlei überreichte, von der Lieferung von Rüstungsgütern und Rohstoffen durch Deutschland abhängig. Die am 26. August übermittelte Liste mit dem italienischen Bedarf war aber absichtlich so überzogen (Mussolini verlangte u.a. die Überlassung von 150 Batterien schwerer Flak noch vor Kriegsbeginn), dass sie abgelehnt werden musste.[129] Um den deutsch-italienischen Bündnisvertrag nicht offen zu entwerten, bat Mussolini Hitler um eine offizielle Erklärung, dass Deutschland einer italienischen Unterstützung vorerst nicht bedürfe.[130] Diese erfolgte am 1. September per Telegramm und wurde von Hitler sinngemäß auch in seiner Reichstagsrede vom gleichen Tag wiederholt.

Am 1. September 1939 definierte Mussolini – um jegliche Reminiszenz an die italienische „Neutralität“ von 1914-15 zu vermeiden – die italienische Position gegenüber seinem Kabinett als die einer deutschfreundlichen „Nichtkriegführung“ (non belligeranza). Obwohl die faktische Neutralitätserklärung von der überwältigenden Mehrheit der Italiener begrüßt wurde, führte das unausgesprochene Eingeständnis des Regimes, nicht für einen Krieg gerüstet zu sein, vor dem Hintergrund seiner seit Jahren hochgradig militarisierten Propaganda zu einem schlagartigen Reputationsverlust, der einige Beobachter an die Matteotti-Krise erinnerte.[131] In den nächsten Monaten verhielt sich Mussolini abwartend.[132] Im September hatte sich im Zuge einer Teilmobilmachung der Streitkräfte herausgestellt, dass deren strukturelle Defizite noch ausgeprägter waren als befürchtet. Für weniger als 1 Million Mann waren Uniformen und Waffen vorhanden. Statt der „150 Divisionen“, mit denen Mussolini wiederholt geprahlt hatte, waren lediglich 10 als kampffähig anzusehen; auch deren Bewaffnung war jedoch, gemessen an den Standards des Jahres 1939, völlig veraltet.[133] Auch deshalb gewann der Kreis um Ciano, der von einem britisch-französischen Sieg überzeugt war und einen Kriegseintritt an der Seite Deutschlands rundheraus ablehnte, vorübergehend die Oberhand. Selbst ein radikaler Faschist wie Roberto Farinacci hielt es für zu riskant, mit einer „Spielzeugarmee“ in den Krieg zwischen Großmächten einzugreifen.[134] Ende Oktober 1939 löste Mussolini Achille Starace, den entschiedensten Befürworter des deutsch-italienischen Bündnisses unter den führenden Faschisten, als Sekretär des PNF ab. Sein Nachfolger Ettore Muti galt als Unterstützer Cianos.[135] Intern rückte Mussolini wiederholt verbal von Deutschland ab. Er bezeichnete den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag als „Verrat“[136] und zeigte sich entsetzt über die gezielte physische Vernichtung der polnischen Oberschicht durch deutsche Einsatzgruppen.[137] Gesichert ist, dass er belgische Diplomaten auf die Wahrscheinlichkeit eines deutschen Angriffs hinwies und italienischen Waffenexporten nach Frankreich zustimmte.[138] Demonstrativ ließ er die kostspieligen Befestigungsarbeiten an der deutsch-italienischen Grenze (vgl. Vallo Alpino) fortsetzen.[139]

Als im November 1939 der sowjetisch-finnische Krieg begann, unternahm Mussolini einen neuen Versuch, eine Verständigung zwischen Deutschland, Großbritannien und Frankreich herbeizuführen. Auf Betreiben Mussolinis und Cianos gestattete Deutschland den Transit italienischer Waffenlieferungen für Finnland. Mussolini sah die Chance, auf dem Wege der „Hilfe für Finnland“ die Westmächte und die Signatare des Antikominternpaktes in einem Konflikt gegen die Sowjetunion zusammenzuführen. Höhepunkt dieser Bemühungen war ein Brief, den Mussolini am 5. Januar 1940 an Hitler richtete.[140] Er könne verstehen, schrieb Mussolini darin mit Blick auf den deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag, „dass Sie, nachdem sich die Voraussichten von Ribbentrops über das Nichteingreifen Englands und Frankreichs nicht erfüllt haben, die zweite Front vermieden haben“. Er müsse aber davor warnen, „ständig die Grundsätze Ihrer Revolution zugunsten der taktischen Erfordernisse eines bestimmten politischen Augenblicks [zu] opfern“. Offen drohte Mussolini Hitler damit, dass „ein weiterer Schritt vorwärts in Ihren Beziehungen mit Moskau katastrophische Rückwirkungen in Italien auslösen würde, wo die allgemeine antibolschewistische Gesinnung, besonders unter den faschistischen Massen, absolut, ehern und unerschütterlich ist. (…) Noch vor vier Monaten war Russland der Weltfeind Nummer Eins, es kann nicht der Freund Nummer Eins geworden sein und ist es auch nicht. Dies hat die Faschisten in Italien und vielleicht auch viele Nationalsozialisten in Deutschland tief erregt.“ Er riet Hitler ausdrücklich von einer Offensive im Westen ab, da es „nicht sicher [sei], ob es gelingen wird, die Franzosen und Engländer auf die Knie zu zwingen oder zu trennen.“[141] Mit einem solchen Schritt setze Hitler sein ganzes Regime aufs Spiel und erhöhe die Wahrscheinlichkeit eines Kriegseintritts der Vereinigten Staaten. Die Lösung der deutschen „Lebensraumfrage“ liege in Russland. Um den Westmächten gesichtswahrende Verhandlungen zu ermöglichen, empfahl Mussolini die Einstellung der Terrormaßnahmen in Polen und die Wiederrichtung eines verkleinerten polnischen Staates.[142] Hitler soll mit Göring und Ribbentrop ausführlich über den Brief diskutiert haben, ließ Mussolini anschließend aber über zwei Monate auf eine Antwort warten. In der Zwischenzeit unterbreitete Mussolini dem US-Unterhändler Sumner Welles am 25. Februar 1940 ein detailliertes Programm für Verhandlungen, das unter anderem eine erneute Volksabstimmung über die Zukunft Österreichs und die Wiederrichtung eines formell unabhängigen Polen vorsah. Die Welles-Mission verlief im Sande, da Hitler es bei seiner Unterredung mit dem Amerikaner, die am 2. März in Berlin stattfand, von vornherein ablehnte, über das „Thema Österreich“ und die „Frage eines zukünftigen polnischen Staates“ zu sprechen.[143]

Als Ribbentrop Hitlers in freundlichem Ton gehaltene Erwiderung auf das Schreiben vom Januar am 10. März 1940 in Rom übergab, wies er zugleich darauf hin, dass ein deutscher Angriff im Westen bevorstehe. Mussolini versicherte dem deutschen Außenminister am 11. März, dass Italien „im richtigen Moment“ in den Krieg eingreifen werde und ging auch bei seinem Treffen mit Hitler am Brenner (18. März) nicht über diese vage Festlegung hinaus.[144]

Seine abwartende Haltung gab Mussolini erst im Gefolge der deutschen Siege im Norden und Westen Europas auf. Schreiben Roosevelts und Churchills vom 14. und 16. Mai 1940, die ihn von einem Eingreifen auf deutscher Seite abzuhalten versuchten, beantwortete er ausweichend.[145] Am 26. Mai soll er gegenüber Generalstabschef Badoglio geäußert haben, dass er „ein paar tausend Tote“ brauche, um als Kriegführender an einer Friedenskonferenz teilnehmen zu können. Der Krieg werde so oder so im September zu Ende sein. Die endgültige Entscheidung fiel vermutlich am 28. oder 29. Mai, nachdem Mussolini erfahren hatte, dass sich der britische Außenminister Halifax mit seinem Vorschlag, über Mussolini mit einem Friedensangebot an Hitler heranzutreten, im Kabinett nicht gegen Churchill hatte durchsetzen können.[146] Am 29. Mai legte er in einem Treffen mit den Befehlshabern der Teilstreitkräfte den Beginn der Kriegshandlungen gegen Großbritannien und Frankreich auf den 5. Juni 1940 fest, verschob den Termin aber um fünf Tage, nachdem einige Militärs ernste Bedenken geäußert hatten.[147] Am 10. Juni verkündete Mussolini die Kriegserklärung in einer Rede vom Balkon des Palazzo Venezia. Die deutsche Seite beobachtete den im Vorjahr noch erwünschten italienischen Kriegseintritt nun mit Misstrauen. Ende Mai hatte Hitler bei Mussolini ausdrücklich gegen Angriffe auf Jugoslawien und Griechenland interveniert. Mussolini akzeptierte die deutschen Einwände und ordnete die Versammlung einer Armee an der libysch-ägyptischen Grenze an.[148]

Die Geschichtsschreibung zum italienischen Kriegseintritt folgte lange Zeit weitgehend der in den Tagebüchern Galeazzo Cianos gegebenen Darstellung, die die Sichtweise stützt, nach der „ein Mann allein“ (Winston Churchill) das Land in den Krieg verwickelt habe. Auch der Mussolini-Biograph Renzo De Felice vertritt diesen Standpunkt.[149] Ein Teil der neueren Forschung wendet sich jedoch gegen diese Interpretation und stellt heraus, dass in der spezifischen Situation des Juni 1940 alle nennenswerten gesellschaftlichen Einflussgruppen – einschließlich der katholischen Kirche – die Option eines „kurzen Krieges“ unterstützten:

„Da sich der italienische Kriegseintritt schon bald als Desaster erwies und in dem peinlichen und zynischen sauve qui peut der alten herrschenden Eliten am 8. September 1943 kulminierte, als Badoglio und der König den Seitenwechsel vermasselten, hatten viele Italiener jeden Grund, Mussolini als den allein Schuldigen herauszuheben. Es ist in der Tat schwer, einen einzigen italienischen Historiker zu finden, der nicht die intentionalistische These akzeptiert, dass der ‚große Mann‘ hier ausschlaggebend war. (…) Aber es gibt Gründe, die Vollständigkeit und Einzigartigkeit von Mussolinis Macht zu bezweifeln (…). Trotz des Unbehagens, das Mussolini angesichts des andauernden Friedens zum Ausdruck brachte, trat er nicht in den Krieg ein, bis dieser tatsächlich von seinem furchteinflößenden deutschen Verbündeten gewonnen zu sein schien. Rechnerisch ausgedrückt, beobachtete das faschistische Italien die Front weitaus sorgfältiger, als es das liberale Italien 1914/15 getan hatte. Es kann gefragt werden, ob irgendein italienischer Politiker, der an den Mythos glaubte, dass Italien eine Großmacht sei oder sein müsse, länger als Mussolini gewartet hätte?“[150]

Fehlschlag des guerra parallela[Bearbeiten]

Sein Einmarsch in Griechenland ab dem 28. Oktober 1940 scheiterte kläglich an dilettantischer Planung, maßloser Selbstüberschätzung und dem entschlossenen Widerstand der Griechen. Die Briten intervenierten und leisteten Luftunterstützung, mit deren Hilfe der griechische General Alexandros Papagos die Invasoren zurückschlug. Tausende italienische Soldaten gerieten in Gefangenschaft. Die Italiener wurden immer weiter nach Albanien (fast bis nach Tirana) zurückgedrängt. Erst mit der deutschen Militärinvasion in Griechenland ab dem 6. April 1941 konnte Mussolini einen erfolgreichen Gegenangriff starten.

Im April 1941 nahm die italienische Armee am deutschen Angriff gegen Jugoslawien teil. Ziel war die Annexion großer Teile der kroatischen Küste. Ante Pavelić wurde als gefügiger Diktator des Vasallenstaates Unabhängiger Staat Kroatien installiert.

Da gleichzeitig die Luftschlacht um England stattfand, glaubte Mussolini, dass die schwachen Kolonialgarnisonen in Afrika keine britische Unterstützung erhalten würden und schnell überrannt werden könnten. Doch auch hier gelang es nach italienischen Anfangserfolgen (Besetzung von Britisch-Somaliland 1940) den zahlenmäßig weit schwächeren Streitkräften des Empire, nicht nur die Invasion abzuwehren, sondern auch alle italienischen Kolonien in Ostafrika zu okkupieren. In Nordafrika begannen die Italiener von Libyen aus einen Angriff auf Ägypten. Nachdem sie nach dem Einmarsch in Ägypten ihre vorgeschobene Stellung zu befestigen und auszubauen versuchten, wurden sie in der Operation Compass von den Briten zum Rückzug gezwungen und in Libyen vernichtend geschlagen. 30.000 Briten machten innerhalb von 6 Wochen 130.000 Gefangene, etwa die Hälfte der italienischen Streitkräfte in Nordafrika.

Schon Ende 1940 versenkten britische Flugzeuge einen großen Teil der italienischen Mittelmeerflotte und brachen so die italienische Seeherrschaft. Im Laufe des Jahres 1941 verlor Italien den Großteil seiner Kolonialgebiete. Mussolinis Konzept eines „Parallelkriegs“ war damit schnell gescheitert. Die deshalb zwangsläufig immer enger werdende Bindung an Hitler und das Deutsche Reich, die Teilnahme am Krieg gegen die Sowjetunion im Juni 1941 und die Kriegserklärung an die USA im Dezember besiegelten die militärische Niederlage Italiens und damit auch das politische Schicksal des „Duce“.

Krise des Regimes und Sturz[Bearbeiten]

Unter dem Eindruck der militärischen Katastrophen in Nordafrika und am Don, wo die gegen Sowjetunion eingesetzte italienische Armee (vgl. ARMIR) im Winter 1942/43 fast vollständig vernichtet wurde, kam die schwelende Krise des faschistischen Regimes im Frühjahr 1943 offen zum Ausbruch. Innerhalb der politischen, militärischen und wirtschaftlichen Führungsschicht Italiens formierte sich eine schnell an Einfluss gewinnende Gruppe, die die Fortsetzung des Krieges an der Seite Deutschlands ablehnte und eine Verständigung mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten herbeiführen wollte, bevor der Krieg auf italienisches Territorium übergriff.[151] Mussolini kam diesen Bestrebungen zunächst entgegen und machte ihnen am 31. Januar 1943 mit der Entlassung des Generalstabschefs Ugo Cavallero, der als „Mann der Deutschen“ galt, ein wichtiges Zugeständnis. Cavalleros Nachfolger Vittorio Ambrosio war ein Vertrauter des Königs, in dessen Umfeld sich konservative Kräfte sammelten, die befürchteten, dass die Monarchie in den Sturz des Faschismus verwickelt werden könnte. Am 5. Februar übernahm Mussolini im Zuge einer Kabinettsumbildung selbst das Außenministerium, beließ Ciano – der schon im Herbst 1942 versucht hatte, über den italienischen Botschafter in Lissabon mit Briten und Amerikanern ins Gespräch zu kommen – aber im faschistischen Großrat und machte ihn zum Botschafter beim Vatikan, über den zahlreiche Verbindungen in die alliierten Hauptstädte liefen. Zum Staatssekretär im Außenministerium ernannte er Giuseppe Bastianini, der 1939/40 Botschafter in London gewesen war.

Die von Ciano, Dino Grandi und anderen angestrebte Aufkündigung der Achse Berlin-Rom lehnte Mussolini allerdings ab. Er gab sich der Hoffnung hin, bei Hitler eine entschiedene materielle und personelle Unterstützung der italienischen Kriegführung, ja sogar die Verlagerung des Schwerpunkts der deutschen Kriegsanstrengungen von der Ostfront in den Mittelmeerraum durchsetzen zu können. Gehe man im Osten zur strategischen Defensive über und setze die freiwerdenden Kräfte gegen die Westmächte ein, dann sei der Sieg, so Mussolini am 1. April 1943 im Gespräch mit dem deutschen Botschafter Hans Georg von Mackensen, „mit mathematischer Sicherheit unser“.[152] Diesen Standpunkt vertrat Mussolini im Februar und März 1943 bei Treffen mit Joachim von Ribbentrop und Hermann Göring sowie in zwei persönlichen Schreiben an Hitler. Dieser aber war ebenso wie das OKW nicht einmal zu einer Ausweitung der materiellen Unterstützung Italiens bereit, da er die innere Stabilität des Mussolini-Regimes überschätzte und – wie schon im Frühjahr 1942, als Mussolini vergeblich deutsche Unterstützung für die beabsichtigte Eroberung des britischen „Flugzeugträgers“ Malta gefordert hatte – alle Ressourcen für die geplante Sommeroffensive an der deutsch-sowjetischen Front reklamierte (vgl. Unternehmen Zitadelle). Bei den Beratungen auf Schloss Kleßheim am 8./9. April 1943 lehnte Hitler Mussolinis Vorschläge ab. Die von Mussolini danach noch mehrfach erbetene Lieferung von Panzern und Flugzeugen wurde ebenfalls verweigert, obwohl eine OKH-Studie im Juni einräumte, dass das italienische Militär über keine einzige Panzerdivision, kaum Panzerabwehrwaffen und eine nur noch „bedingt einsatzfähige“[153] Luftwaffe verfüge. Auch diese Analyse sah jedoch „keinen Anlass, mit einer unmittelbar bevorstehenden politischen Krise zu rechnen.“[154]

Im Frühjahr 1943 befand sich Mussolini am Tiefpunkt eines körperlichen Verfalls, der 1940/41 eingesetzt und sich im Herbst 1942 beschleunigt hatte, als er in drei Monaten etwa 20 Kilogramm Körpergewicht verlor. Den Januar 1943 verbrachte er zum größten Teil im Bett und bewegte sich noch im April bei seinem Treffen mit Hitler ständig am Rande des physischen Zusammenbruchs.[155] Vermutlich litt er an einem Magengeschwür, einer leichten Form von Hepatitis B und einer schweren Depression.[156]

Die politische und militärische Agonie des Regimes wurde durch die ökonomische und soziale Krise des Landes verschärft. 1943 lag die italienische Industrieproduktion um 31 % unter der des Jahres 1938. Wichtige Grundnahrungsmittel waren nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich, ihre Preise waren seit Kriegsbeginn um das fünf- bis zehnfache gestiegen und wegen des 1940 verfügten Lohnstopps für Arbeiter kaum noch zu bezahlen; in vielen Städten hungerte die Bevölkerung.[157] Für zusätzliche Erbitterung sorgte, dass die staatlichen Stellen sich als unfähig erwiesen, die Menschen zu versorgen, die infolge der alliierten Luftangriffe obdachlos geworden waren.[158] Im März 1943 wurde das Regime von einer Streikwelle erschüttert, die von den Turiner Fiat-Werken aus auf andere norditalienische Städte übergriff und erst Anfang April unter Kontrolle gebracht werden konnte.[159]

Am 9./10. Juli 1943 begann die erwartete Landung britischer und amerikanischer Truppen auf Sizilien. Einige italienische Verbände ergaben sich kampflos, andere leisteten zusammen mit den beiden auf der Insel stationierten deutschen Divisionen Widerstand. Die Gegenangriffe auf die Landungszonen brachen am 11. und 12. Juli im Feuerhagel der alliierten Schiffsartillerie zusammen. Sowohl der deutschen als auch der italienischen Militärführung war danach klar, dass die Insel nicht zu halten sein würde. Am 14. Juli wies Vittorio Ambrosio Mussolini in einer Denkschrift auf den Ernst der Lage hin und verlangte, bei Hitler erneut eine Schwerpunktverlagerung der deutschen Kriegführung in den Mittelmeerraum zu fordern. Andernfalls könne Italien den Krieg nicht mehr fortsetzen. Mussolini stimmte dieser Einschätzung zu, trug sie aber bei dem Treffen mit Hitler, das am 19. Juli in Feltre stattfand, trotz wiederholten Drängens seiner Begleiter nicht vor. Stattdessen akzeptierte er am 20. Juli im Grundsatz Hitlers Forderung, die italienischen Truppen in Süditalien deutschen Stäben zu unterstellen.[160] Die Gegner Mussolinis in der Führung der Partei, im Generalstab, im Großbürgertum und am königlichen Hof – durchweg „einstige Steigbügelhalter, Profiteure und Aktivisten des Faschismus“[161], denen nichts ferner lag als „der Gedanke, die Regierungsgeschäfte den sich langsam reorganisierenden antifaschistischen Parteien zu übertragen“[162] – sahen sich nun zum Handeln gezwungen.

Nach der alliierten Landung auf Sizilien hatten führende Faschisten aus völlig entgegengesetzten Gründen für das Zusammentreten des faschistischen Großrats plädiert. Der Großrat war das höchste beratende Gremium der Partei und (seit 1932) des italienischen Staates. Er war seit 1939 nicht mehr zusammengetreten. Während die Gruppe um Ciano, Grandi und Giuseppe Bottai die Machtfülle Mussolinis einschränken lassen wollte, hatte der mit der deutschen Botschaft in Verbindung stehende Kreis um Roberto Farinacci und Parteisekretär Carlo Scorza die Absicht, einen Beschluss herbeizuführen, der zu einer „Revitalisierung“ des Regimes und einer Stärkung des deutsch-italienischen Bündnisses führen sollte. Der Rat trat am 24. Juli 1943 im Palazzo Venezia zusammen und verabschiedete nach zehnstündiger Debatte am frühen Morgen des 25. Juli mit 19 gegen 7 Stimmen eine von Grandi eingebrachte Resolution, die dem König empfahl, den Oberbefehl über die Streitkräfte, den Mussolini seit 1940 innehatte, wieder selbst zu übernehmen. Eine „Absetzung“ Mussolinis – wie häufig fälschlich angenommen – hat der Rat dagegen nicht beschlossen, und es ist zweifelhaft, ob seine Mitglieder überhaupt damit rechneten, dass die konservativen Kräfte im Umfeld des Königs diese Gelegenheit nutzen würden, um sich völlig von Mussolini und der faschistischen Partei zu trennen.[163] Für den Ausgang der Abstimmung war entscheidend, dass „loyale“ Anhänger Mussolinis wie Farinacci die Situation falsch einschätzten und noch entschiedener als Grandi den persönlichen Führungsstil und die Fehlentscheidungen der letzten Jahre angriffen.[164] Mussolini fiel auch bei dieser Beratung durch völlige Apathie auf; er ließ zur Verblüffung Scorzas den Entwurf Grandis zur Abstimmung zu, wodurch bei einigen Mitgliedern des Rates der Eindruck entstand, er wünsche dessen Annahme. Möglicherweise war dies – als Auftakt zu einer „ehrenhaften“ Aufkündigung der Bindung an Deutschland – tatsächlich der Fall.[165] Mussolini sah seine Position nach dem Votum nicht als unmittelbar gefährdet an. Er begab sich am Nachmittag des 25. Juli zum König, um diesen offiziell über den Beschluss zu informieren. Überraschend akzeptierte Viktor Emanuel III. den „Vorschlag“ des Großrats und gab Mussolini zu verstehen, dass er ihn auch als Ministerpräsidenten entlassen und Marschall Pietro Badoglio das Amt übertragen werde. Anschließend wurde Mussolini in einem bereitstehenden Krankenwagen abtransportiert und in einer Carabinieri-Kaserne festgesetzt.[166] Die Absetzung Mussolinis wurde am späten Abend im Radio bekanntgegeben. Noch in der Nacht versammelten sich tausende Menschen auf Straßen und Plätzen und feierten den Sturz des Diktators. In Rom, wo sich zusätzlich das Gerücht verbreitete, Hitler habe sich das Leben genommen, sollen sich auch deutsche Soldaten an den Kundgebungen beteiligt haben.[167] In den „45 Tagen“ (quarantacinque giorni), dem Zeitraum zwischen Mussolinis Sturz und der Besetzung des Landes durch deutsche Truppen, verschwanden die (von der Badoglio-Regierung mit Wirkung zum 6. August 1943 auch formal aufgelöste) faschistische Partei und die in zwei Jahrzehnten geschaffenen Institutionen des Regimes nahezu geräuschlos.

Mussolini mit deutschen Fallschirmjägern nach der Befreiung, 12. September 1943

Nach der Festnahme wurde Mussolini am 28. Juli auf der Insel Ponza und am 7. August auf dem Marinestützpunkt La Maddalena vor Sardinien interniert. Da hier ein deutscher Zugriff drohte, ordnete die Badoglio-Regierung am 28. August seine Verlegung in das Hotel Campo Imperatore im Gran Sasso-Massiv an, wo ihn am 12. September ein Kommandounternehmen deutscher Fallschirmjäger befreite (vgl. Unternehmen Eiche). Vier Tage zuvor war der am 3. September unterzeichnete Waffenstillstand zwischen Italien und den Westalliierten bekanntgeworden. Während der König und Badoglio am 9. September Hals über Kopf Rom verließen und nach Brindisi flohen, leitete das OKW die unter dem Stichwort „Achse“ vorbereitete Besetzung Italiens ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten deutsche Stellen bereits die Einsetzung einer neuen faschistischen Regierung ins Auge gefasst, der Farinacci, Alessandro Pavolini und Mussolinis Sohn Vittorio angehören sollten, die Ende Juli bzw. Anfang August nach Deutschland ausgeflogen worden waren. Bei einem Treffen mit Hitler, das am 14. September in Rastenburg stattfand, erklärte sich Mussolini bereit, selbst an die Spitze dieser Regierung zu treten. Am 18. September kündigte er über den Sender München seine Rückkehr nach Italien an.

Republik von Salò[Bearbeiten]

Auf Forderung der deutschen Regierung wurde unter Mussolinis Führung in Norditalien die Marionettenregierung der faschistischen Italienischen Sozialrepublik (Repubblica Sociale Italiana, auch: Republik von Salò) als Gegenregierung installiert. Das letzte Mal traf er Hitler am 20. Juli 1944 kurz nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Gefangen genommene Mitglieder des Faschistischen Rates, die Mussolini abgesetzt hatten, waren bereits am 11. Januar 1944 auf Anordnung Mussolinis nach dem Schauprozess von Verona erschossen worden, darunter auch sein Schwiegersohn Galeazzo Ciano.

Tod[Bearbeiten]

Mussolini im Gespräch mit einem Angehörigen der Guardia Nazionale Repubblicana, 1944
Zurschaustellung der Leichname von Nicola Bombacci, Benito Mussolini, Clara Petacci, Alessandro Pavolini und Achille Starace in Mailand, 29. April 1945

Mussolini trat am 16. Dezember 1944 im Mailänder Teatro Lirico zum letzten Mal öffentlich auf. Anfang April 1945 nahmen die britischen und amerikanischen Truppen in Norditalien ihren Vormarsch wieder auf, nachdem mehrere Monate eine faktische Kampfruhe geherrscht hatte. Am 24. April überschritten sie den Po, am nächsten Tag brach in Mailand ein Aufstand kommunistischer und sozialistischer Partisanen aus, dem der in voller Auflösung befindliche faschistische Staatsapparat nicht mehr gewachsen war. Mussolini hatte in den Wochen zuvor – unter anderem durch Vermittlung des Mailänder Kardinals Schuster – versucht, mit dem Comitato di Liberazione Nazionale (CLN) in Verbindung zu treten.[168] Über Carlo Silvestri bot er an, die Macht an die Aktionspartei und die Sozialisten zu übergeben, falls ihm eine geordnete Kapitulation gegenüber den alliierten Streitkräften gestattet werde. Die versuchte „Verständigung“ mit dem nichtkommunistischen Flügel der Resistenza scheiterte endgültig am 25. April. An diesem Tag erfuhr Mussolini durch Mitarbeiter Schusters, dass der SS-General Karl Wolff seit Wochen mit Vertretern der Westmächte über eine Teilkapitulation der deutschen Truppen in Italien verhandelte.[169] Nach wütenden Verratsvorwürfen an seine deutschen Begleiter floh Mussolini noch am Abend zusammen mit seiner Geliebten Clara Petacci und einigen faschistischen Funktionären unter Mitnahme zahlreicher – bis heute verschollener – Geheimdokumente nach Norden. Ungeklärt ist, ob er die Absicht hatte, in die Schweiz zu entkommen oder, wie in verschiedenen Gesprächen angedeutet, mit den im Veltlin versammelten Brigate Nere ein „letztes Gefecht“ liefern wollte. In Menaggio schloss sich Mussolini mit seiner zusammengeschmolzenen Entourage einer motorisierten deutschen Flak-Einheit an. An einer Straßensperre zwischen Musso und Dongo am Comer See wurde die Fahrzeugkolonne am 27. April 1945 von kommunistischen Partisanen angehalten. Bei der Durchsuchung wurde der als Flakkanonier verkleidete Mussolini erkannt und gefangengenommen. Noch am 27. April verbreitete der Mailänder Radiosender diese Nachricht. Am Folgetag traf eine Partisanengruppe aus Mailand in Dongo ein. Sie hatte den Befehl erhalten, das vom CLNAI am 25. April gegen Mussolini und andere führende Faschisten verhängte Todesurteil zu vollstrecken. Am Rande des Dorfes San Giulino di Mezzegra wurde Mussolini am Nachmittag des 28. April 1945 erschossen.[170] Die Leichen Mussolinis, Petaccis, Nicola Bombaccis, Alessandro Pavolinis und einiger anderer wurden anschließend nach Mailand transportiert und am 29. April auf der Piazzale Loreto, wo am 10. August 1944 15 hingerichtete Partisanen zur Schau gestellt worden waren, kopfüber am Dach einer Tankstelle aufgehängt. Dabei kam es zu Übergriffen auf die Leichen.

Mussolinis Gruft in Predappio (2009)

Der Leichnam Mussolinis wurde durch amerikanische Ärzte einer Autopsie unterzogen und anschließend auf einem anonymen Gräberfeld des Mailänder Friedhofs Cimitero del Musocco beerdigt.[171] In der Nacht zum 23. April 1946 wurde er von faschistischen Aktivisten um Domenico Leccisi ausgegraben und mit Unterstützung profaschistischer Priester zunächst im Veltlin, in einer Mailänder Kirche und zuletzt in einer Mönchszelle der Certosa di Pavia versteckt.[172] Nach dreieinhalb Monaten entdeckt, veranlasste die italienische Regierung eine anonyme Beerdigung im Kapuzinerkloster Cerro Maggiore. Am 1. September 1957 wurde Mussolini im Beisein seiner Witwe Rachele Mussolini in der Familiengruft in Predappio unter dem Liktorenbündel, dem Symbol seiner Macht und des Faschismus, beigesetzt. Den Weg dafür hatte der christdemokratische Ministerpräsident Adone Zoli geebnet, der sich von dieser Geste gegenüber der radikalen Rechten die parlamentarische Unterstützung des neofaschistischen MSI erhoffte (und diese auch erhielt).

Nachleben[Bearbeiten]

Durch die Beisetzung im Jahr 1957 wurde aus der Kleinstadt Predappio, die ironischerweise seit 1945 ununterbrochen von kommunistischen bzw. linken Bürgermeistern regiert wird, eine „Pilgerstätte“ für Mussolinis Anhänger. Devotionalien, die an die „glorreiche Zeit“ erinnern, waren bis in die jüngste Zeit an jeder Straßenecke in Predappio erhältlich. Der Ladenverkauf wurde im April 2009 von der Gemeindeverwaltung verboten.[173] In jedem Jahr versammeln sich anlässlich der „hohen“ faschistischen Feiertage (Geburts- und Todestag Mussolinis im Juli bzw. April sowie im Oktober am Jahrestag des Marcia su Roma) jeweils mehrere tausend Faschisten in Predappio; ihre Prozession zum Friedhof San Cassiano wurde lange Zeit von einem Priester der Piusbruderschaft angeführt.

Das öffentliche Bild Mussolinis in Italien hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Bis in die 80er Jahre hinein bekannten sich die drei großen Parteien – PCI, PSI und mit Einschränkungen auch die DC – gleichermaßen zum Erbe der Resistenza. Die offene Verehrung für den Duce blieb dem neofaschistischen MSI vorbehalten, der seine Hochburgen in Mittel- und Süditalien hatte, wo er bei Wahlen zum Teil über 20 % der Stimmen erhielt. Weniger sichtbar, aber politisch gewichtiger waren die in den Netzwerken des italienischen Bürgertums sowie im Militär-, Polizei- und Geheimdienstapparat konservierten faschistischen Orientierungen.[174] Bereits in den Nachkriegsjahrzehnten pflegte ein einflussreicher Teil der italienischen Publizistik – prominent etwa der konservative Journalist und vielgelesene Sachbuchautor Indro Montanelli – das Bild vom „guten Onkel Mussolini“, der als paternalistischer Diktator nichts Schlimmeres getan habe als „Grimassen zu schneiden“.[175] Nach 1980 traten im öffentlichen Diskurs über Mussolini und das faschistische Regime immer deutlicher relativierende Züge hervor, die sich von der zunächst vorsichtigen Infragestellung tatsächlicher oder vermeintlicher „Legenden“ der antifaschistischen Erinnerungskultur zur offenen Rechtfertigung des Duce auswuchsen. Ein vorläufiger Höhepunkt war 1995 erreicht, als der Historiker Renzo De Felice in einem in Buchform veröffentlichten und mehrfach neu aufgelegten umfangreichen Interview (Rosso e Nero) den Mussolini der Jahre 1943-45 als „tragischen Helden“ darstellte, der sich für das „Vaterland“ geopfert habe.[176] Mit dem Zusammenbruch des italienischen Parteiensystems zu Beginn der 90er Jahre und der Neugruppierung des konservativen Lagers um Silvio Berlusconi in den Jahren danach setzte sich auch im Mainstream der italienischen Politik eine zum Teil offene Apologie Mussolinis durch. Grundsätzlich kritisiert werden seither häufig nur noch die Rassengesetze des Jahres 1938 und das „verhängnisvolle“ Bündnis mit Deutschland. 2003 erregte Berlusconi mit der Äußerung Aufsehen, Mussolini sei für keinen einzigen Toten verantwortlich, zudem seien die Straflager und Gefängnisse des Regimes „Ferienlager“ gewesen.[177] Als Ministerpräsident ließ Berlusconi es zu, dass Anhänger ihn bei öffentlichen Auftritten mit dem saluto romano grüßten und mit „Duce, Duce“-Rufen feierten.[178] Der Schweizer Historiker Aram Mattioli konstatierte 2010 eine inzwischen durchgesetzte „revisionistische ‚Normalität‘“[179], die bis hinein in die „Mitte der Gesellschaft“ nicht mehr als problematisch empfunden werde:

„Spitzenpolitiker, die der Mussolini-Diktatur positive Seiten abgewinnen; Straßen, die nach ‚Helden‘ des Regimes benannt werden oder ‚gute Faschisten‘, die als Filmhelden in die Wohnstuben der Fernsehnation flimmern, gehören seit 1994 ebenso zum Alltag der Zweiten Republik wie Gesetzesinitiativen, die Mussolinis letztes Aufgebot und die Kollaborateure von Salò den Kämpfern der Resistenza gleichstellen wollen.“[180]

Nach Ansicht des australischen Historikers Richard Bosworth hat diese Neubewertung drei unterscheidbare Wurzeln:

  1. die durch Renzo De Felices monumentale Mussolini-Biographie angestoßene konservative Trendwende in der italienischen Faschismus-Historiographie, die in den 90er Jahren durch eine Welle autobiographischer Veröffentlichungen von Altfaschisten flankiert und international durch die „kulturalistische“ Strömung der Geschichtswissenschaft begünstigt wurde, die sich nicht mehr für politische Herrschaft und deren Inhalte interessiert[181],
  2. die durch das völlige Verschwinden des Nachkriegsparteiensystems besonders weit fortgeschrittene „Entideologisierung“ der italienischen Alltagskultur, in deren Sog auch die jüngere Geschichte des Landes in den „Schmelztiegel des Infotainment[182] geraten ist,
  3. der in den großen Medien omnipräsente Gestus des „Anti-Antifaschismus“ und die prominent im Umfeld von Berlusconi vertretene These, der „Kommunismus“ sei letztlich für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts und die Probleme der italienischen Nachkriegsgeschichte verantwortlich[183]:
„In diesen Kreisen, in denen das Schwarzbuch des Kommunismus uneingeschränkt den Ton angibt und die kommunistischen, sozialistischen und liberaldemokratischen Richtungen des Antifaschismus als unheilvoll in ihrer Nachkriegswirkung und falsch in ihrer Abrechnung mit der Geschichte gesehen werden, kann die faschistische Diktatur leicht zu einem weiteren Feld des Infotainment werden, eine ulkige Zeit, lebendig durch die Bewegung und die Farbigkeit ihrer Geschichte.“[184]

Nachkommen[Bearbeiten]

Mussolini hatte zusammen mit Rachele fünf Kinder. Die Tochter Edda wurde nicht ehelich geboren, ihre Mutter war noch minderjährig, so dass nach damaligem Recht im Personenstandsregister nur der Vater namentlich eingetragen wurde, die Mutter galt als unbekannt. Das Paar ließ sich am 17. Dezember 1915 standesamtlich trauen, am 28. Dezember 1925 erfolgte die kirchliche Eheschließung nach katholischem Ritus.

  • Edda Mussolini (1. September 1910 – 8. April 1995), Ehefrau des ehemaligen italienischen Außenministers Galeazzo Ciano
  • Vittorio Mussolini (21. September 1916 – 12. Juni 1997), Filmproduzent
  • Bruno Mussolini (22. April 1918 – 7. August 1941), Pilot
  • Romano Mussolini (26. September 1927 – 3. Februar 2006), Jazzmusiker
  • Anna Maria Mussolini (1929–1968)[185]

Filmografie[Bearbeiten]

  • Der große Diktator (Originaltitel: The Great Dictator), US-amerikanischer Spielfilm von Charles Chaplin, eine Satire auf Adolf Hitler, den deutschen Nationalsozialismus, aber auch auf seine „Freundschaft“ mit Italiens Benito Mussolini. Die Uraufführung fand am 15. Oktober 1940 statt, Spieldauer: 125 Minuten.
  • Il Duce und seine Faschisten, in Farbe. Teil 1: Die Machtergreifung, 50 Min., Teil 2: An der Macht, 52 Min., Dokumentation, Großbritannien, Regie: Chris Oxley, Produktion: arte, Erstausstrahlung: 14. und 21. Februar 2007, Inhaltsangabe, Teil 1 und Teil 2 von arte, Besprechung im Tagesspiegel
  • Hitler & Mussolini – Eine brutale Freundschaft, Dokumentarfilm, Regie: Ullrich H. Kasten, Erscheinungstermin: 23. November 2007, Spieldauer: 90 Minuten

Literatur[Bearbeiten]

Deutsch[Bearbeiten]

  • Giovanni DeLuna: Benito Mussolini. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek 1978, ISBN 3-499-50270-4.
  • Denis Mack Smith: Mussolini. eine Biographie, Hanser, München/Wien 1983, ISBN 3-446-13507-3.
  • Brunello Mantelli: Kurze Geschichte des italienischen Faschismus. Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-2300-3.
  • Ernst Nolte: Der Faschismus in seiner Epoche. Die action française, der italienische Faschismus, der Nationalsozialismus. Piper, München 2000, ISBN 3-492-20365-5.
  • Hans Woller: Ante Portas. Mussolini in Trient 1909. In: Hannes Obermair u. a. (Hrsg.): Regionale Zivilgesellschaft in Bewegung/Cittadini innanzi tutto, Folio-Verlag, Wien/Bozen 2012, S. 486-500. ISBN 978-3-85256-618-4.

Andere Sprachen[Bearbeiten]

  • Richard J. B. Bosworth:[186]
    • The Italian dictatorship. Problems and perspectives in the interpretation of Mussolini and fascism. Arnold, London 1998, ISBN 0-340-67728-7.
    • Mussolini. Arnold, London 2002, ISBN 0-340-73144-3.
    • Mussolini's Italy: Life Under the Fascist Dictatorship, 1915-1945. Penguin Books 2007, ISBN 978-0-14-303856-6.

(siehe auch das – weit umfangreichere – Literaturverzeichnis in der englischen und der italienischen Wikipedia: englisch, italienisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benito Mussolini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Siehe Bosworth, Richard J. B., Mussolini, London 2010, S. 49.
  2. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 62.
  3. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 54, 59.
  4. Siehe Schieder, Wolfgang, Benito Mussolini, München 2014, S. 27.
  5. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 53.
  6. Siehe Priester, Karin, Der italienische Faschismus. Ökonomische und ideologische Grundlagen, Köln 1972, S. 88 f.
  7. Siehe Priester, Faschismus, S. 84-86. Siehe auch Bosworth, Mussolini, S. 61.
  8. Priester, Faschismus, S. 89.
  9. Zitiert nach Priester, Faschismus, S. 90.
  10. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 60.
  11. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 62 f.
  12. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 63.
  13. Bosworth, Mussolini, S. 57.
  14. Tasca, Angelo, Glauben, gehorchen, kämpfen. Aufstieg des Faschismus, Wien-Frankfurt-Zürich 1969, S. 51.
  15. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 63.
  16. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 63.
  17. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 66.
  18. Bosworth, Mussolini, S. 69.
  19. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 70.
  20. Siehe Priester, Faschismus, S. 94.
  21. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 81.
  22. Priester, Faschismus, S. 95.
  23. Zitiert nach Priester, Faschismus, S. 95.
  24. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 76.
  25. Zitiert nach Bosworth, Mussolini, S. 77.
  26. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 82.
  27. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 84.
  28. Zitiert nach Bosworth, Mussolini, S. 84.
  29. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 87.
  30. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 88.
  31. Breit ausgeführt in De Felice, Renzo, Mussolini il rivoluzionario 1883-1920, Turin 1965. Eine klassische Kritik in Catalano, Franco, Mussolini „rivoluzionario“, in: Il movimento di liberazione in Italia, (Nr. 80/Juli-September 1965), S. 101-110.
  32. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 89.
  33. Zitiert nach Priester, Faschismus, S. 100.
  34. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 89.
  35. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 91.
  36. Siehe Tasca, Aufstieg, S. 31 f.
  37. Tasca, Angelo, Glauben, gehorchen, kämpfen. Aufstieg des Faschismus, Wien-Frankfurt-Zürich 1969, S. 35.
  38. Siehe Tasca, Aufstieg, S. 34.
  39. Bosworth, Richard J. B., Mussolini's Italy. Life under the Dictatorship 1915-1945, London 2006, S. 56.
  40. Bosworth, Richard J. B., Mussolini, London 2010, S. 91.
  41. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 89.
  42. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 56.
  43. Siehe Widrich, Thomas, „soviel Druckerschwärze wie Menschenblut“ – Propaganda- und Kriegsliteratur im neutralen Italien (August 1914-Mai 1915), Frankfurt am Main 1998, S. 48.
  44. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 90. Siehe auch Andrew, Christopher, MI5. Die wahre Geschichte des britischen Geheimdienstes, Berlin 2010, S. 153 und Recruited by MI5: the name's Mussolini. Benito Mussolini, The Guardian, 13. Oktober 2009, abgerufen am 15. Juni 2014.
  45. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 92.
  46. Siehe Priester, Karin, Der italienische Faschismus. Ökonomische und ideologische Grundlagen, Köln 1972, S. 103.
  47. Bosworth, Mussolini, S. 94.
  48. Zitiert nach Priester, Faschismus, S. 107.
  49. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 101 und Priester, Faschismus, S. 111.
  50. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 101.
  51. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 102.
  52. Zitiert nach Priester, Faschismus, S. 110.
  53. Zitiert nach Bosworth, Mussolini, S. 100.
  54. Siehe Priester, Faschismus, S. 111.
  55. Bosworth, Mussolini, S. 95.
  56. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 95 und derselbe, Mussolini's Italy, S. 60-63.
  57. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 65.
  58. Giovanna Procacci, zitiert nach Thompson, Mark, The White War. Life and Death on the Italian Front 1915-1919, London 2009, S. 36.
  59. Procacci, Giovanna, Die politischen und sozialen Folgen des Ersten Weltkrieges in Italien und die Krise des liberalen Staates, in: Mommsen, Hans (Hrsg.), Der Erste Weltkrieg und die europäische Nachkriegsordnung. Sozialer Wandel und Formveränderung der Politik, Köln-Weimar-Wien 2000, S. 165-183, S. 171.
  60. Siehe Maier, Charles S., Recasting bourgeois Europe. Stabilization in France, Germany, and Italy in the decade after World War I, Princeton 1975, S. 305.
  61. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 106 f.
  62. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 105.
  63. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 101, 106, 108.
  64. Bosworth, Mussolini's Italy, S. 109.
  65. Tasca, Aufstieg, S. 60.
  66. Tasca, Aufstieg, S. 65.
  67. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 117.
  68. „The programme was drafted, publicized, and then left to gather dust.“ Bosworth, Mussolini's Italy, S. 118.
  69. Priester, Faschismus, S. 188.
  70. Zitiert nach Bosworth, Mussolini's Italy, S. 120.
  71. Siehe Tasca, Aufstieg, S. 66f. und Bosworth, Mussolini, S. 114 f.
  72. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 117.
  73. Zitiert nach Bosworth, Mussolini, S. 118.
  74. Procacci, Krise des liberalen Staates, S. 180.
  75. Maier, Recasting bourgeois Europe, S. 306.
  76. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 130f. und Maier, Recasting bourgeois Europe, S. 307.
  77. Bosworth, Mussolini's Italy, S. 126.
  78. Tasca, Aufstieg, S. 106.
  79. Siehe Tasca, Aufstieg, S. 157.
  80. Siehe Procacci, Krise des liberalen Staates, S. 180 f.
  81. Siehe Tasca, Aufstieg, S. 127.
  82. Siehe Tasca, Aufstieg, S. 157.
  83. Zitiert nach Tasca, Aufstieg, S. 157.
  84. Siehe Procacci, Krise des liberalen Staates, S. 180.
  85. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 121.
  86. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 153.
  87. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 123.
  88. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 148.
  89. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 173 f.
  90. Zitiert nach Tasca, Aufstieg, S. 180.
  91. Tasca, Aufstieg, S. 175. Siehe auch Bosworth, Mussolini's Italy, S. 173.
  92. Zitiert nach Bosworth, Mussolini's Italy, S. 175.
  93. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 122.
  94. Zitiert nach Bosworth, Mussolini's Italy, S. 175.
  95. Zitiert nach Bosworth, Mussolini's Italy, S. 175 f.
  96. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 176.
  97. Zitiert nach Bosworth, Mussolini, S. 123.
  98. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 135.
  99. Bosworth, Mussolini's Italy, S. 177.
  100. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 141.
  101. Bosworth, Mussolini, S. 138.
  102. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 137. Siehe auch Bosworth, Mussolini's Italy, S. 179.
  103. Schieder, Wolfgang, Mythos Mussolini. Deutsche in Audienz beim Duce, München 2013, S. 220.
  104. Siehe Hoepke, Klaus-Peter, Die deutsche Rechte und der italienische Faschismus. Ein Beitrag zum Selbstverständnis und zur Politik von Gruppen und Verbänden der deutschen Rechten, Düsseldorf 1968, S. 14. Ein Bericht Wolffs über eine „Audienz“ bei Mussolini ist abgedruckt bei Schieder, Mythos Mussolini, S. 221-230.
  105. Siehe Finaldi, Giuseppe, Mussolini and Italian Fascism, Harlow 2008, S. 45.
  106. Siehe Finaldi, Mussolini, S. 46. Siehe auch Schieder, Wolfgang, Der italienische Faschismus, München 2010, S. 29.
  107. Siehe Schieder, Faschismus, S. 30.
  108. Reichardt, Sven, Der Zusammenbruch des Parlamentarismus in Italien nach dem Ersten Weltkrieg 1919 bis 1929, in: Wirsching, Andreas (Hrsg.), Herausforderungen der parlamentarischen Demokratie. Die Weimarer Republik im europäischen Vergleich, München 2007, S. 61-86, S. 80.
  109. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 181. Schieder, Faschismus, S. 31 spricht von 14.000 Teilnehmern.
  110. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 180 und Bosworth, Mussolini, S. 139.
  111. Schieder, Faschismus, S. 33.
  112. Roy MacGregor-Hastie: The Day of the Lion. The life and Death of Fascist Italy 1922–1945, New York 1964, S. 159. Die Frage, ob Mussolini den Mordbefehl gab, konnten auch mehrere Prozesse nicht beantworten.
  113. MacGregor, S. 168.
  114. Lateranverträge, Website v. Radio Vatikan.
  115. Dr. Mussolini. In: Der Spiegel 29/2012. 16. Juli 2012, abgerufen am 12. September 2013.
  116. Nachricht des deutschen Botschafters in Rom, Konstantin von Neurath, an das Auswärtige Amt in Berlin. Zitiert nach: Matthias Damm: Die Rezeption des italienischen Faschismus in der Weimarer Republik. Baden-Baden 2013, S. 331, Anm. 1854.
  117. Matthias Damm: Die Rezeption des italienischen Faschismus in der Weimarer Republik. Baden-Baden 2013, S. 359.
  118. Matthias Damm, Die Rezeption des italienischen Faschismus in der Weimarer Republik, S. 362.
  119. Matthias Damm: Die Rezeption des italienischen Faschismus in der Weimarer Republik. Baden-Baden 2013, S. 81.
  120. Stanley Payne: Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung, München, Berlin 2001, S. 309; vgl. auch: Alfred Kube: Pour le mérite und Hakenkreuz: Hermann Göring im Dritten Reich, München 1987, S. 91.
  121. Die Woche, Heft 21 vom 20. Mai 1936, S. 7.
  122. Pommerin, Rassenpolitische Differenzen, S.647; Collotti, Die Historiker, S. 59-77.
  123. Regio Decrete Legge, Nr. 880, 19. April 1937.
  124. Tagebücher der Geliebten, Die WELT, 19. November 2009, abgerufen am 27. November 2009.
  125. Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier, Ullstein Verlag, Frankfurt a. M. und Berlin 1989, S. 58.
  126. Siehe Clark, Martin, Mussolini, Harlow 2005, S. 248.
  127. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 287.
  128. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 288.
  129. Siehe Mack Smith, Denis, Mussolini, London 1981, S. 236.
  130. Siehe Schumann, Wolfgang (u.a.), Deutschland im zweiten Weltkrieg. Band 1. Vorbereitung, Entfesselung und Verlauf des Krieges bis zum 22. Juni 1941, 2., durchgesehene Auflage Berlin 1975, S. 173.
  131. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 239.
  132. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 290.
  133. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 237, 239, 247. Siehe auch Clark, Mussolini, S. 253.
  134. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 291.
  135. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 293.
  136. Zitiert nach Mack Smith, Mussolini, S. 237.
  137. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 240. Siehe auch Bosworth, Mussolini, S. 292.
  138. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 241, 243.
  139. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 241.
  140. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 242 und Bosworth, Mussolini, S. 294 f.
  141. Alle Zitate nach Brief Mussolinis an Hitler, in: Förster, Gerhard, Groehler, Olaf (Hrsg.), Der zweite Weltkrieg. Dokumente, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin 1989, S. 59-61.
  142. Siehe Clark, Mussolini, S. 251.
  143. Siehe Schumann, Deutschland, S. 261f.
  144. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 296f.
  145. Siehe Clark, Mussolini, S. 254.
  146. Siehe Clark, Mussolini, S. 255.
  147. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 299.
  148. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 250.
  149. De Felice, Renzo, Mussolini il duce (Band 2: Lo Stato totalitario 1936-1940), Turin 1996, S. 844 zitiert zustimmend Churchills „one man alone“-Rede über Radio London vom 23. Dezember 1940.
  150. Bosworth, Mussolini, S. 300. Ähnlich Clark, Mussolini, S. 255.
  151. Siehe Bosworth, Richard J. B., Mussolini's Italy. Life under the Dictatorship 1915-1945, London 2006, S. 491 f.
  152. Zitiert nach Schumann, Wolfgang (u.a.), Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Band 3. Der grundlegende Umschwung im Kriegsverlauf (November 1942 bis September 1943), Berlin 1979, S. 423.
  153. Zitiert nach Schumann, Deutschland, S. 610.
  154. Zitiert nach Schumann, Deutschland, S. 614.
  155. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 289.
  156. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 426.
  157. Siehe Bosworth, Mussolini's Italy, S. 483.
  158. Siehe Overy, Richard, The Bombing War. Europe 1939-1945, London 2013, S. 525 f.
  159. Siehe De Felice, Renzo, Mussolini. L'alleato (Band 1: L'Italia in guerra 1940-1943, Teil 2: Crisi e agonia del regime), Turin 1996, S. 926-958. Siehe auch Mason, Tim, The Turin strikes of March 1943, in: Caplan, Jane (Hrsg.), Nazism, Fascism and the working class, Cambridge 1995, S. 274-294.
  160. Siehe Schumann, Deutschland, S. 615 und Kirkpatrick, Ivone, Mussolini, Berlin 1997, S. 480, 485.
  161. Woller, Hans, Die Abrechnung mit dem Faschismus in Italien 1943 bis 1948, München 1996, S. 13.
  162. Woller, Abrechnung, S. 14.
  163. Siehe Bosworth, Richard J. B., Mussolini, London 2010, S. 324.
  164. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 295.
  165. Siehe Mack Smith, Mussolini, S. 294, 296.
  166. Siehe De Felice, Crisi e agonia, S. 1395-1401.
  167. Siehe Woller, Abrechnung, S. 11.
  168. Siehe Bosworth, Richard J. B., Mussolini, London 2010, S. 27 f.
  169. Siehe Kirkpatrick, Ivone, Mussolini, Berlin 1997, S. 568f. und Bosworth, Mussolini, S. 29.
  170. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 32.
  171. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 334.
  172. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 341.
  173. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 341.
  174. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 343.
  175. Siehe Mattioli, Aram, „Viva Mussolini!“ Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis, Paderborn 2010, S. 73.
  176. Siehe Mattioli, Aufwertung, S. 74.
  177. Siehe Bosworth, Richard J. B., Mussolini's Italy. Life under the Dictatorship 1915-1945, London 2006, S. 531.
  178. Siehe Mattioli, Aufwertung, S. 51.
  179. Mattioli, Aufwertung, S. 9.
  180. Mattioli, Aufwertung, S. 11.
  181. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 344 f.
  182. „In any case, history and heritage were slipping into the same melting pot of infotainment.“ Bosworth, Mussolini, S. 345.
  183. Siehe Bosworth, Mussolini, S. 345.
  184. Bosworth, Mussolini's Italy, S. 532 f.
  185. Familienfoto auf dem Cover der Biographie von Romano Mussolini.
  186. Biografie (University of Western Australia).
Vorgänger Amt Nachfolger
Luigi Facta Ministerpräsident von Italien
19221943
Pietro Badoglio