Erzin

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Erzin
Wappen fehlt
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Erzin (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Hatay
Koordinaten: 36° 57′ N, 36° 12′ O36.95333333333336.203333333333178Koordinaten: 36° 57′ 12″ N, 36° 12′ 12″ O
Höhe: 178 m
Einwohner: 30.340[1] (2010)
Telefonvorwahl: (+90) 326
Postleitzahl: 31960
Kfz-Kennzeichen: 31
Struktur und Verwaltung (Stand: 2014)
Bürgermeister: Kasım Şimşek (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Erzin
Einwohner: 39.946[1] (2010)
Fläche: 280 km²
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Kaymakam: İskender Yönden
Webpräsenz (Kaymakam):

Erzin ist eine Kreisstadt in der türkischen Provinz Hatay. Gleichzeitig ist Erzin Hauptort des gleichnamigen Landkreises. Erzin liegt im Norden der Provinz am Golf von İskenderun am Mittelmeer. Der Landkreis grenzt an die Provinzen Adana und Osmaniye. Die Stadt hat 30.340 und der Landkreis 39.946 Einwohner (Stand 2010). Die Stadt Erzin liegt nicht an der Küste, sondern weiter im Inneren. In der Nähe befinden sich die Ruinen der Stadt Epiphaneia (Kilikien).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Erzin liegt am Westhang des Nur Dağlar-Gebirges, das früher auch Amanus-Gebirge genannt wurde. Das Klima ist warm und feucht im Winter und sehr heiß im Sommer. Die Einwohner ziehen sich dann gewöhnlich in die Pinienwälder der Berge oder an die nahen Strände des Mittelmeers zurück. Die Stadt liegt an der E 91, die Osmaniye mit Iskenderun und schließlich mit Antakya und Syrien verbindet. In der Umgebung von Erzin werden Zitrusfrüchte, insbesondere Mandarinen, Apfelsinen und Pomelos, angebaut. Seit den Bewässerungsarbeiten der sechziger Jahre wird auch Gemüse angebaut.

Zu einer weiteren Einkommensquelle hat sich der Meerbadetourismus am 22 km vom Stadtzentrum entfernten Strand entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der offizielle Internetauftritt der Stadt Erzin erklärt, dass der Name von Turkmenenstämmen stammt, die aus der Region Erzin in Russland nahe der mongolischen Grenze eingewandert seien 2.

1473 wurde Erzin nach der Schlacht von Otlukbeli, in der die Aq Qoyunlu Mehmet II. dem Eroberer unterlagen, dem Osmanischen Reich einverleibt.

1906 wurde Erzin in die Provinz Adana eingegliedert.

Im April 1909 werden in Erzin und Dörtyol auf Betreiben der örtlichen Behörden unter dem Vorwand einer armenischen Bedrohung der Einheit der Provinz Adana die Armenier von der türkischen Bevölkerung umgebracht. Am 11. Dezember 1918 besetzt ein französisches Bataillon Dörtyol. Am 19. Dezember 1918 beginnt in Antakya/Antiochia und in Dörtyol der erste Widerstand gegen die Besatzer. Am 4. Januar 1922 wird die Stadt Adana befreit, die türkische Armee marschiert am 5. Januar in der Stadt ein. Auch Mersin und Dörtyol werden befreit3.

Am 27. Januar 1937 erfolgt die Anerkennung der Unabhängigkeit Hatays auf einer Sitzung des Völkerbunds in Genf. Am 14. Juno 1937 kommt es zur Ratifikation des Unabhängigkeitsvertrags von Hatay durch die Nationalversammlung 3.

Am 3./4. Juli 1938 schließen die Türkei und Frankreich eine Vereinbarung zur Stationierung einer jeweils gleichhohen Truppenzahl in Hatay. Die Truppen marschieren am 4. Juli ein 3.

1939 wird die Republik Hatay wieder der Türkei angeschlossen. Zum gleichen Zeitpunkt werden die Regionen Dörtyol und Erzin in die Provinz Hatay eingegliedert. Der Kreis Erzin wird 1987 errichtet 2.

Antike Stätten[Bearbeiten]

Die offizielle Website der Gemeinde Erzin vertritt die Auffassung, dass die antike Stadt Issos auf dem Kreisgebiet belegen ist 4. Ein langes Aquädukt mit rund hundert erhaltenen Bogen durchquert die Ebene und endet an einem Standort 7 km westlich der Stadt. Dieser Fundort hat durch die intensive Bodenbearbeitung über Jahre hinweg schwere Beschädigungen der oberflächennahen archäologischen Zeugnisse erfahren. Es handelt sich zweifellos nicht um Issus, das sich am Meer 5 oder unter Berücksichtigung der Anschwemmungen seit der Antike in einiger Entfernung von der Küste befinden müsste, aber die hier gefundenen Zeugnisse finden sich auf mindestens 40 m Höhe.

Zur Lage von Issos vgl. die Angaben von Xenophon in der Anabasis (1, 4): [1]

Ἐντεῦϑεν ἐξελαύνει σταϑμὸν ἕνα, παρασάγγας πέντε, ἐπὶ τὸν Πύραμον ποταμόν, οὗ τὸ εὖρος στάδιον. Ἐντεῦϑεν ἐξελαύνει σταϑμοὺς δύο, παρασάγγας πεντεκαίδεκα, εἰς Ἰσσούς, τῆς Κιλικίας ἐσχάτην πόλιν, ἐπὶ τῇ ϑαλάττῃ οἰκουμένην, μεγάλην καὶ εὐδαίμονα. Dann marschierte er eine Tagesreise von fünf Parasangen (ca. 28km) bis zum Pyramus, der ein Stadium (177,6m) breit ist. Von hier legte er in zwei Märschen fünfzehn Parasangen (ca. 84km) zurück und kam nach Issos, der äußersten Stadt Ciliciens; sie liegt am Meer und ist groß und blühend.

Aktuell wird der Fundort nahe Gözeneler 6 als die Stadt Epiphania oder Epiphaneia (griechisch: Ἐπιφάνεια; lateinisch: Epiphanea oder Epiphania) identifiziert, so benannt unter der Herrschaft Antiochos IV. Epiphanes, aber bis zum zweiten Jahrhundert auch Oiniandos 7.

Nach Appian handelt es sich dabei um eine der Städte, in denen Pompeius im Jahre 67 vor Christus Piraten angesiedelt hat:

τοὺς δὲ πειρατὰς οἳ μάλιστα ἐδόκουν οὐχ ὑπὸ μοχθηρίας ἀλλ᾽ ἀπορίᾳ βίου διὰ τὸν πόλεμον ἐπὶ ταῦτα ἐλθεῖν, ἐς Μαλλὸν καὶ Ἄδανα καὶ Ἐπιφάνειαν, ἢ εἴ τι ἄλλο πόλισμα ἔρημον ἢ ὀλιγάνθρωπον ἦν τῆσδε τῆς τραχείας Κιλικίας, συνῴκιζε: ...

Diese Piraten, die zu ihrer Lebensweise zweifellos nicht aus Bosheit, sondern aufgrund des durch den Krieg verursachten Elends gekommen waren, siedelte er in Mallos, Adana, Epiphania und anderen unbewohnten oder wenig bevölkerten Städten im Gebirgsteil Kilikiens an: ...

— Appian, Mithridatika,XIV, § 96 , [2]

Das ist auch die Stadt, in der 51 vor Christus Cicero, in seiner Zeit als Prokonsul in Kilikien sein Lager einrichtet, bevor er zum Feldzug gegen die Parther ins Amanusgebirge aufbricht, wie er in einem Brief an den Senat bzw. Cato erläutert:

Interea cognovi multorum litteris atque nuntiis magnas Parthorum copias atque Arabum ad oppidum Antiocheam accessisse magnumque eorum equitatum, qui in Ciliciam transisset, ab equitum meorum turmis et a cohorte praetoria, quae erat Epiphaneae praesidii causa, occidione occisum. ... cumque eo animo venissem, ..., pacare Amanum et perpetuum hostem ex eo monte tollere, agere perrexi; cumque me discedere ab eo monte simulassem et alias partes Ciliciae petere abessemque ab Amano iter unius diei et castra apud Epiphaneam fecissem

Ich erhielt zur gleichen Zeit Briefe und mündlich überbrachte Botschaften, die mich davon unterrichteten, dass Parther und Araber sich mit einer beachtlichen Streitmacht Antiochia genähert hätten und ein großes Kavalleriekorps davon nach seinem Einfall in Kilikien von einem Großteil meiner Schwadronen im Verein mit einer die Garnison von Epiphania bildenden Prätorianerkohorte niedergemacht worden war. ... Ich war mir darüber im Klaren..., dass ich das Amanusgebirge befrieden und von einer ständig feindseligen Bevölkerung reinigen musste. Dieser Aufgabe habe ich mich gestellt. Ich täuschte eine Rückzugsbewegung aus dem Gebirge in Richtung eines anderen Teils von Kilikien vor und entfernte mich so einen Tagesmarsch weit, wo ich bei Epiphania mein Lager aufschlug.

— Cicero, Briefe an Vertraute - Buch XV, 4, [3]

In den Jahren 325 bis 692 hat Epiphania sieben Bischöfe gehabt. Deren erster, der hl. Amphion, litt unter den Christenverfolgungen unter Diokletian (303-304) und war Teilnehmer des Ersten Konzils von Nicäa (325) [2]8.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Die Stadt Hama in Syrien hieß früher auch Epiphania.
  • Epiphania ist auch der Name eines Stadtteils von Antiochia.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen am 22. Mai 2011
  2. Vorlage:Lien web
  3. http://vesti.az/news/65080 Vesti.Az vom 15. Januar 2011, eingesehen am 22. April 2014