Eva Braun

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen serbischen Popband siehe Eva Braun (Band).
Eva Braun und Adolf Hitler auf dem Berghof in Obersalzberg, 14. Juni 1942

Eva Anna Paula Braun (* 6. Februar 1912 in München; † 30. April 1945 in Berlin als am 29. April 1945 verheiratete Eva Hitler) war, wahrscheinlich seit 1932, die der Öffentlichkeit verheimlichte Geliebte Adolf Hitlers. Beide heirateten einen Tag vor dem gemeinsamen Suizid im umkämpften Berlin, kurz vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Der Weg zu Hitler[Bearbeiten]

Eva Braun wurde an der Kloster-Handelsschule in Simbach am Inn ausgebildet und nach dem Schulabschluss in München als Fotolaborantin bei Heinrich Hoffmann, dem späteren Fotografen Hitlers, angestellt. Dort lernte sie 1929 mit 17 Jahren Adolf Hitler kennen und wurde von ihm in den folgenden Jahren immer wieder zum Essen oder zu einem Getränk eingeladen sowie ins Kino ausgeführt.

Nach dem Suizid von Hitlers Nichte Geli Raubal intensivierte sich ab 1932 der Kontakt zwischen Braun und Hitler, der 23 Jahre älter als sie war.

Hitlers Geliebte[Bearbeiten]

In den folgenden Jahren bestand zwischen Eva Braun und Hitler ein intensives Verhältnis, welches vor der Öffentlichkeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs geheim gehalten wurde. Hitler zeigte sich fast nie öffentlich mit ihr und gab sie selbst im engsten Kreis des Obersalzbergs, wo Braun und Hitler ab 1936 gemeinsam lebten, als Wirtschafterin des Berghofs aus, obgleich die Beziehung einem engeren Kreis von Vertrauten bekannt war. Hitler behauptete immer wieder, keine Zeit für eine Ehe zu haben, er sei mit Deutschland verheiratet, daher würde eine Heirat niemals in Frage kommen. Tatsächlich hatte er in der Zeit vor dem 30. Januar 1933 gelernt, dass er einen Teil der Zustimmung der weiblichen Wähler der Tatsache verdanke, dass er als lediger Mann für Projektionen geeignet sei. Hinzu kommt, dass Hitler aufgrund seiner pathologischen Struktur in seinem Leben keine einzige als normal zu bezeichnende Beziehung zu einer Frau hatte (siehe auch Sexualität Adolf Hitlers).

Am 10. oder 11. August 1932 unternahm Eva Braun einen ersten Selbstmordversuch, indem sie sich mit der Pistole ihres Vaters in die Brust schoss. Historiker werten dies als einen Versuch, Hitler näher zu kommen ohne dabei tatsächlich suizidale Absichten zu verfolgen.[1] Schon während der Genesung zeigte sich, dass der Versuch die beiden stärker zusammenschweißte als je zuvor. Es ist davon auszugehen, dass dieser erste, vermeintliche Selbstmordversuch Hitler als Beweis absoluter Treue diente. Ende 1932 begannen sie schließlich, wenn auch größtenteils geheim, eine Liebesbeziehung. Oft soll Eva die Nacht in Hitlers Münchner Wohnung verbracht haben, wenn er in der Stadt war.[2]

Da Hitler offiziell keine Liebschaft unterhielt, durfte Eva Braun sich aufgrund seines Verbots in der Öffentlichkeit nicht als Frau an seiner Seite zeigen. Im Berghof lagen beider Zimmer nebeneinander und waren miteinander verbunden. Braun unternahm 1935 mit Tabletten einen weiteren Suizidversuch, wahrscheinlich um sich erneut Hitlers Zuneigung zu vergewissern; auch dieser Selbsttötungsversuch wird überwiegend als Appellationssuizid angesehen, der also nicht zum Tode, sondern zu mehr Beachtung führen sollte. Hitler ließ sich vom behandelnden Arzt versichern, dass es sich nicht um eine Vortäuschung gehandelt habe. Nach dem Selbstmordversuch schenkte Hitler ihr eine Villa in der Wasserburgerstraße 12 (heute Delpstraße) in Münchens vornehmem Stadtteil Bogenhausen im Wert von 30.000 Reichsmark. Sie ging auch nicht mehr bei Hitlers Leibfotografen Heinrich Hoffmann zur Arbeit, wurde aber auf dessen Lohnliste bis zum Kriegsende mit monatlich 450 Reichsmark geführt.

Häufig lud Eva Braun Freunde und Verwandte auf den Obersalzberg ein, um dort im Kreise des Diktators, seiner Vertrauten und Adjutanten Zeit zu verbringen. Bei offiziellen Anlässen auf dem Obersalzberg, wie Besuchen von ausländischen Politikern, NSDAP-Mitgliedern oder hohen Militärs, mussten sich Braun und ihre Begleitung meist zurückziehen. Dies änderte sich in gewissem Umfang erst mit der Heirat ihrer Schwester mit Hermann Fegelein, Verbindungsoffizier der Waffen-SS beim Führer; dadurch war Braun als Schwägerin des Fegelein mit einer Legende versehen, die ihren Aufenthalt auch vor jenen plausibel machte, die nach Hitlers Willen nichts von der Beziehung Hitler-Braun wissen sollten bzw. durften.

Zu ihrer Vorstellungswelt gehörte, offiziell zur ersten Frau im Staat aufzusteigen. Sie äußerte sich mehrfach dahingehend, dass sie sich Hitlers Willen unterordne. Die Beziehung zwischen Eva Braun und Hitler wurde von Zeitzeugen nicht als harmonisch bezeichnet; es sind zahlreiche Streitigkeiten und Demütigungen Brauns durch Hitler innerhalb der eng begrenzten Öffentlichkeit belegt, in der sie zugelassen war. Die Tiefe der gefühlsmäßigen Bindung Hitlers an Braun ist ebenso strittig wie der Umfang der sexuellen Komponente ihrer Beziehung.

Filmaufnahmen[Bearbeiten]

Von einer gewissen historischen Bedeutung sind die von Eva Braun angefertigten Foto- und Filmaufnahmen, darunter insbesondere auch in großem Umfang 16-mm-Farbfilmaufnahmen, die unter anderem viele nationalsozialistische Würdenträger im privaten Umfeld von Hitlers Berghof zeigen. Den Aufnahmen gab sie den Namen Die bunte Filmschau.[3]

Heirat und Tod[Bearbeiten]

Gegen den Willen Hitlers kam Eva Braun im März 1945 vom Obersalzberg nach Berlin, wo bereits der Kampf um die Reichshauptstadt im Gange war, und zog Mitte April in ein Zimmer des Führerbunkers. Trotz Aufforderungen aus ihrer Familie, Berlin wieder zu verlassen, blieb sie bis zum Ende dort. In der Nacht vom 29. April 1945 heirateten Eva Braun und Adolf Hitler. Die Eheschließung vollzog der Stadtrat und Gauamtsleiter Walter Wagner,[4] Trauzeugen waren Joseph Goebbels und Martin Bormann.

Einen Tag später, am 30. April 1945, beging die nunmehrige Eva Hitler gemeinsam mit Adolf Hitler Suizid im Führerbunker. Sie starb durch die Einnahme von Gift. Die Leichen wurden von Martin Bormann, Hitlers Kammerdiener Heinz Linge, seinem SS-Adjutanten Otto Günsche und einigen Leibwächtern aus dem Führerbegleitkommando im Garten der Reichskanzlei gemäß Hitlers letzten Verfügungen verbrannt. Die verkohlten Überreste wurden in einem Granattrichter beerdigt. Der Todeszeitpunkt ist durch Beschluss des Amtsgerichts Berchtesgaden vom 17. Januar 1957 (Az.: II 2/57) auf den 30. April 1945, 15:28 Uhr, festgestellt worden. Damit liegt ihr amtlicher Todeszeitpunkt zwei Minuten vor dem Hitlers.

Beurteilung nach dem Krieg[Bearbeiten]

Nach ihrem Tod und dem Ende des Nationalsozialismus wurde Eva Hitler von der Berufungskammer München als in der NS-Zeit belastet eingestuft (siehe Entnazifizierung). Ihr Nachlass wurde beschlagnahmt, da festgestellt wurde, dass dieser ausschließlich aus Zuwendungen Hitlers stammte. Ein postum veröffentlichtes Tagebuch erwies sich als Fälschung, von ihrem Tagebuch sind nur wenige Seiten aus dem Jahr 1935 erhalten, die erstmals 1968 von dem Autor und Journalisten Nerin E. Gun herausgegeben wurden.[5]

In der historischen Bewertung wird sie vor allem deshalb kritisiert, weil sie eine Scheinwelt aufbaute und in ihr lebte, in der sie alle negativen Seiten des Diktators und seiner Herrschaft ausblendete. In einer Zeit der Not der Bevölkerung und des von Hitler maßgeblich verursachten Weltkrieges genoss sie in der Abgeschiedenheit und der Sicherheit des Obersalzbergs einen Dauerurlaub unter luxuriösen Verhältnissen. Daran ließ sie auch ihre Eltern teilhaben, wenn sie zum Beispiel gemeinsam mit ihnen und ihrer Schwester Gretl (s. u.) mit dem Flugzeug Hitlers zum Badeurlaub nach Italien flog.[6] Historische Ereignisse, von denen sie zwangsläufig erfuhr, bewertete sie in ihren Aufzeichnungen ausschließlich danach, ob sie Hitler wohl von einer baldigen Rückkehr nach Hause abhalten könnten.

Familie[Bearbeiten]

Franziska Braun, Mutter von Eva Braun

Die Eltern von Eva Braun, Friedrich (genannt „Fritz“, * 1879) und Franziska Katharina Braun (geb. Kronberger, * 1885) überlebten ihre Tochter. Sie starben am 22. Januar 1964 bzw. 13. Januar 1976 in Ruhpolding (Oberbayern) und sind dort auf dem neuen Bergfriedhof begraben. Der Vater war von Beruf Gewerbestudienrat und Kunstschreiner.

Eva Braun hatte zwei Schwestern, Ilse (1908–1979) und Margarete (1915–1987; genannt „Gretl“). Ilse war dem Nationalsozialismus gegenüber sehr skeptisch eingestellt. Sie hielt sich weitestgehend von Hitlers Umgebung fern und besuchte ihre Schwester nur selten auf dem Obersalzberg. Im Lauf der Jahre hielt sie Eva oft vor, immer arroganter und oberflächlicher zu werden. Gretl gehörte zum ständigen Kreis um Eva auf dem Berghof; sie heiratete am 3. Juni 1944 den aufstrebenden SS-Offizier Hermann Fegelein (1906–1945), einen Verbindungsoffizier Himmlers. Fegelein versuchte im April 1945 zu fliehen, wurde jedoch gefangengenommen. Da Hitler ihn verdächtigte, mit dem vorangegangenen Kapitulationsangebot Himmlers an die Alliierten in Verbindung zu stehen, ließ er ihn am 29. April 1945 im Hof der Neuen Reichskanzlei erschießen. Selbst Eva konnte den Diktator nicht davon abhalten. Sie setzte sich zunächst für ihren Schwager ein, beendete aber ihre Bemühungen, als sie feststellte, dass Fegelein ihre Juwelen gestohlen und seine schwangere Frau betrogen hatte. Gretl Fegelein war zu diesem Zeitpunkt hochschwanger und brachte am 5. Mai 1945 eine Tochter zur Welt, die sie in Erinnerung an ihre Schwester „Eva“ nannte.

Ab dem Jahr 2000 berichtete Eva Brauns Cousine Gertraud Weisker in mehreren Fernsehdokumentationen, Interviews und dem autobiographischen Roman Evas Cousine über ihre gemeinsame Zeit.

Filmaufnahmen von Eva Braun[Bearbeiten]

  • Das geheime Filmarchiv der Eva Braun, POLAR Film + Medien GmbH
  • Nordlandreise 1939: Filmaufnahmen einer Reise Eva Brauns mit der MS Milwaukee, Zeitreisen-Verlag

Eva Braun in der Kunst[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Eva Braun wurde in Filmen über Hitler von Schauspielerinnen dargestellt, unter anderem in:

Theater[Bearbeiten]

Belletristik[Bearbeiten]

Musik[Bearbeiten]

  • Die Band Eva Braun nannte sich aus Provokation nach Hitlers Geliebter.
  • Die Ärzte spielten das Lied Eva Braun anfangs der 1980er auf ihren Live-Touren, veröffentlichten es aber nicht.
  • Die NewWave-Formation Boomtown Rats veröffentlichten den Song (I Never Loved) Eva Braun auf ihrem Album A Tonic for the Troops (gesungen von Bob Geldof)
  • Die Berliner Rockbank Skew Siskin veröffentlichten auf dem Album Peace Breaker den Song Eva Braun Is Back In Town

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eva Braun – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Görtemaker 2011, S. 48–51.
  2. Görtemaker 2011, S. 81.
  3. Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 42 (1994), Heft 2, S. 157 (PDF S. 5; 7,2 MB)
  4.  Manfred Görtemaker: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland: Von der Gründung bis zur Gegenwart. C.H.Beck, 1999, ISBN 3406445543.
  5. Nerin E. Gun: Eva Braun-Hitler. Leben und Schicksal. Blick + Bild, Velbert/Kettwig 1968.
  6. TV-Dokumentation von Michael Kloft: Hitler privat – Das Leben des Diktators. Spiegel TV, Hamburg 2009 (Erstausstrahlung auf VOX, 27. März 2010; Skizze auf Spiegel Online).