Express (Zeitung)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Express
Schriftzug der Zeitung
Beschreibung Tageszeitung
Verlag M. DuMont Schauberg
Erstausgabe 1964
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
157.934 Exemplare
Chefredakteur Carsten Fiedler
Herausgeber Alfred Neven DuMont
Weblink express.de
Typischer Verkauf per Automat

Der Express (Verlagsschreibweise: EXPRESS) ist eine regionale Boulevardzeitung mit Sitz in Köln, die täglich im Verlag M. DuMont Schauberg erscheint. In den Regionen Köln, Düsseldorf und Bonn erscheint sie mit jeweils eigenem Lokalteil; sie ist aber auch im weiteren Umland (Aachen, Mönchengladbach, Duisburg) ohne eigenen Lokalteil erhältlich. Die Gesamtausgabe des Express hat eine verkaufte Auflage von 157.934 Exemplaren.[1]

Häufig haben die Titelseiten der verschiedenen Ausgaben unterschiedliche Schlagzeilen, die sich auf den jeweiligen Lokalteil beziehen. In den Schlagzeilen und Bildunterschriften der Lokalteile wird häufig auf den lokalen Dialekt (Kölsch) zurückgegriffen. Der regionale Charakter der Zeitung zeigt sich auch in der Veröffentlichung von (bisweilen ebenfalls "op kölsch" formulierten) Todesanzeigen.

Vertrieb[Bearbeiten]

Der Vertrieb des Express und seiner Sonntagsausgabe erfolgt zum großen Teil über den Einzelverkauf im Zeitungshandel und durch Automaten. Im Unterschied zur Bild am Sonntag wird die Sonntagsausgabe auch über Zeitungsautomaten vertrieben. Anders als viele andere Boulevardzeitungen kann der Express auch abonniert werden, wobei die Zustellung nur innerhalb des Verbreitungsgebietes der Zeitungsgruppe Köln durch Austräger geschieht.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde der Express 1964 von Alfred Neven DuMont, dem aktuellen Herausgeber. Seit 1999 ist sein Neffe dritten Grades, Christian DuMont Schütte, Mitherausgeber. Diese Funktion hatte auch Alfred Neven DuMonts Sohn Konstantin Neven DuMont inne, der allerdings im November 2010 nach familiären Streitigkeiten abberufen wurde.

Auflage[Bearbeiten]

Der Express gehört zu den deutschen Tageszeitungen mit den größten Auflagenverlusten der vergangenen Jahre. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 50,8 Prozent gesunken.[2] Sie beträgt gegenwärtig 157.934 Exemplare.[3] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 12,9 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[4]

Neben der Gesamtausgabe werden noch die Auflagen der Ausgaben Köln/Bonn (125.311 Exemplare[5]), Düsseldorf (30.182 Exemplare[6]) und Bonn (12.406 Exemplare[7]) gesondert ausgewiesen.

Unternehmensgruppe[Bearbeiten]

Die Unternehmensgruppe gibt ebenfalls den Sonntag Express und die Tageszeitungen Kölnische Rundschau, Kölner Stadt-Anzeiger und Mitteldeutsche Zeitung heraus (bis 2013 auch die Frankfurter Rundschau). Der Versuch des DuMont-Verlages, in Sachsen-Anhalt und Sachsen mit Hauptsitz in Halle (Saale) und Lokalteilen in Leipzig, Magdeburg, Erfurt und Gera ebenfalls eine Boulevardzeitung zu etablieren, wurde 1995 bei steigender Auflage beendet. Nur wenige Wochen nach Einstellung des Mitteldeutschen Express stellte der Axel-Springer-Verlag die ebenfalls in Halle (Saale) verlegte Abonnement-Zeitung Hallesches Tageblatt ein. Das südliche Sachsen-Anhalt hat heute nur noch die Boulevard-Zeitung Bild und die Abonnement-Zeitung Mitteldeutsche Zeitung.

Der Express erschien 1990 nach dem Mauerfall zunächst mit der Kölner Ausgabe in Halle (Saale); dies war auch der Zeitpunkt des Auflagehöhepunktes mit über 450.000 verkauften Exemplaren. Später erschien er unter dem Titel Neue Presse – Express (1990 bis 1992) gemeinsam verlegt mit der Verlagsgesellschaft Madsack und mit Lokalausgaben in Leipzig, Magdeburg, Erfurt und Gera. Nach einer Entscheidung des Kartellamtes erschien er zwangsgetrennt von der Verlagsgesellschaft Madsack in alleiniger Verantwortung der DuMont-Gruppe als Mitteldeutscher Express (1992 bis 1995) mit den Lokalteilen Halle (Saale), Leipzig und Magdeburg. Als Herausgeber fungierte Alfred Neven DuMont.

Journalistenpreise[Bearbeiten]

Den Sonderpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung beim Deutschen Lokaljournalistenpreis erhielten im Jahr 2000 die Express-Reporter Robert Baumanns und Jens Hartmann für die Rubrik SoKo EXPRESS. Hierbei wird zwischen Bürgern und Behörden bzw. Firmen vermittelt.[8] Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) zeichnete 2009 den mobilen Auftritt von express.de gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau, der Kölnischen Rundschau, der Mitteldeutschen Zeitung und dem Kölner Stadt-Anzeiger aus.[9] Der Kausa Medienpreis zeichnete im Jahr 2011 den Express-Volontär Mehmet Ata mit dem Sonderpreis aus. Ata zeigte sich verantwortlich für die Serie Wenn die Fremde zur Heimat wird, anlässlich des vor 50 Jahren abgeschlossenen Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei.[10] Beim Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wurde der Express 2013 für die Serie Sarah und Sarah – die Schülerpraktikanten ausgezeichnet, die sich dem Thema Inklusion widmete.[11]

Presseratsrüge[Bearbeiten]

2007 rügte der Deutsche Presserat die Zeitung wegen Verstoßes gegen den Pressekodex. Sie hatte über den Unfall eines Mädchens berichtet und dabei Mutmaßungen über den Unfallhergang als Tatsachen dargestellt. Dieses wertete der Presserat als Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Express (Zeitung) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  5. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa/So (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  8. M. DuMont Schauberg – Medien und Services – Journalistenpreise: Express
  9. eco Award 2009: EXPRESS Mobil-Portal ausgezeichnet. In: Express.de. 18. Juni 2009, abgerufen am 5. September 2013.
  10. KAUSA Medienpreis: Gewinner 2011. Abgerufen am 5. September 2013.
  11. MHMK-Studentinnen gewinnen Journalisten-Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung. 29. Mai 2013, abgerufen am 5. September 2013.
  12. Mitteilung des Deutschen Presserats vom 29. November 2007