Fähnrich zur See

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Naval Ensign of Germany.svg
Deutsche Marine

— Fähnrich zur See —

Schulterklappe eines Maat der deutschen Marine Ärmelabzeichen an der Jacke des Dienstanzugs eines Maat der deutschen Marine

Rangabzeichen
links Schulterklappe, rechts Ärmelabzeichen

Dienstgradgruppe der Bootsleute mit Portepee
NATO-Rangcode OR-6
Dienstgrad Heer/Luftwaffe Fähnrich
Dienstgrad Marine Fähnrich zur See
Abkürzung (in Listen) Fähnr zS (FRZS)
Besoldungsgruppe A7 nach BBesO

Der Fähnrich zur See (Fähnr zS/FRZS; englisch Midshipman) bezeichnet in der Deutschen Marine der Bundeswehr einen Soldaten im vorletzten Offizieranwärterdienstgrad. Dieser steht auf derselben Besoldungsstufe wie ein Bootsmann. In den anderen Teilstreitkräften heißt dieser Dienstgrad Fähnrich und wird nach der Bundesbesoldungsordnung A mit der Besoldungsstufe A7 besoldet.

Der Fähnrich zur See trägt die Uniform der Bootsleute. In Teilen der Truppe wird er gesellschaftlich bereits den Offizieren zugeordnet, weshalb ihm sodann Zutritt zur Offiziermesse gewährt wird, gehört aber formell noch den Bootsleuten an. Zwar bekleidet er mit dem Bootsmann eine gemeinsame Dienstgradhöhe, wird ihm jedoch in der Regel vorgesetzt.

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften und Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen.

Die mündliche Anrede lautet Herr Fähnrich, in der weiblichen Form Frau Fähnrich. In der Deutschen Marine, wie auch in den Marinen der angelsächsischen Länder, ist es zudem jedoch traditionell gebräuchlich, dass Soldaten in diesem Dienstgrad von dienstgradhöheren Soldaten ohne die Dienstgradbezeichnung angesprochen werden, also z. B Herr Müller anstelle von Herr (Dienstgrad).

Andere Staaten[Bearbeiten]

In den Seestreitkräften der meisten Staaten werden in Anlehnung an die Rangbezeichnung Midshipman in anglophonen Streitkräften eigenstätige Rangbezeichnungen für Marinesoldaten während ihrer Ausbildung zum Offizier verwendet. Einige Beispiele sind nachfolgend aufgeführt:

Deutsche Streitkräfte vor 1918[Bearbeiten]

Zwischen 1855 und 1864 war Fähnrich zur See (vorher See-Kadett erster Klasse) der unterste Seeoffiziersdienstgrad der Preußischen Marine. Nach der Umbenennung in Unterleutnant zur See (seit 1899 Leutnant zur See) entfiel die Bezeichnung, bis sie 1899 in der Kaiserlichen Marine wiedereingeführt wurde.

Fähnrich zur See war nun ein Seeoffizier-Anwärterdienstgrad, ähnlich dem Portepee-Fähnrich des Landheeres. Letzterem entsprachen in der Kaiserlichen Marine die beiden Seeoffizier-Anwärterdienstgrade Seekadett (bis 1899 Kadett) und Fähnrich zur See (bis 1899 Seekadett). Nach bestandener Offiziershauptprüfung war der „Säbel-Fähnrich“ (bis 1899 „Säbel-Kadett“) ranggleich mit dem „Degen-Fähnrich“ des Landheeres. Die Bezeichnungen „Degen“- bzw. „Säbel-Kadett/Fähnrich“ waren keine dienstlichen, sondern umgs. Bezeichnungen.

Die Ausbildungsbestimmungen (insbesondere zu den Bord- und Landzeiten) variierten im Lauf der Jahre. Der folgende kurze Überblick gibt den Stand um das Jahr 1900 wieder: Nach der vierwöchigen militärischen Grundausbildung (Infanterieausbildung) fuhr der Seekadett ein Jahr lang zur See. An Bord übernahm er bereits bestimmte Leitungsaufgaben, wie etwa als Toppsältester das Kommando über die bei Seemanövern im Topp arbeitenden Matrosen.[1] Nach dem ersten Seejahr legte der Seekadett die Fähnrichsprüfung ab. Es folgte die Abkommandierung zur Marineschule und anschließend die Ablegung der Offiziershauptprüfung; der Fähnrich zur See rückte nun als sog. „Säbel-Fähnrich“ zu den Unteroffizieren mit Portepee auf. Nach 18 weiteren Monaten auf verschiedenen See- und Landkommandierungen stand nach der Offizierswahl durch das Seeoffizierskorps (Kooptation) die Beförderung zum Leutnant zur See an.

Nach etwa zwei Jahren als Leutnant (bis 1899 Unterleutnant) erfolgte die Beförderung zum Oberleutnant zur See (bis 1899 Leutnant).

Erst ab diesem Zeitpunkt reichte der Sold zur Lebensführung. Die Seeoffiziersanwärter und Leutnants waren hingegen auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen. De facto stand die Laufbahn der Seeoffiziere darum nur Söhnen der wirtschaftlich besseren Schichten offen; nur besonders talentierte Anwärter (oder solche mit guten Beziehungen) erhielten als „Königskadetten“ eine staatliche Unterstützung.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brockhaus 14. A., Bd. 15, Stichwort Toppsältester