Dienstgrade der Bundeswehr

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Die Bezeichnungen der Dienstgrade der Bundeswehr werden durch den Bundespräsidenten mit der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten[1] auf Grundlage des Soldatengesetzes[2] festgesetzt.

Dienstgrade ordnen die Soldaten in die Rangordnung der Bundeswehr ein.[3] Die Anordnung des Bundespräsidenten definiert für die Bundeswehr 24 Dienstgrade und 85 Dienstgradbezeichnungen.[1]

Funktion der Dienstgrade[Bearbeiten]

Die Haager Landkriegsordnung[4] und die Genfer Konventionen[5] sehen für Kombattanten Dienstgrade vor. Dienstgrade ordnen die Soldaten in die Rangordnung der Bundeswehr ein.[3]

An den Dienstgrad ist maßgeblich die Besoldung für Berufs- und Zeitsoldaten nach der Bundesbesoldungsordnung geknüpft.[6] Soldaten werden in der Regel mit ihrem Dienstgrad angeredet; Soldaten höherer Dienstgradgruppen (vgl. unten) sind zu grüßen.[7][8]

Im Gegensatz zum früheren Wehrrecht, das die Vorgesetzteneigenschaft an den Dienstrang knüpfte, beruht die Vorgesetzteneigenschaft in der Bundeswehr vor allem auf der Dienststellung des Soldaten. Ein Vorgesetztenverhältnis allein auf Grund des Dienstgrades besteht auf Grundlage des § 4 („Vorgesetztenverhältnis auf Grund des Dienstgrades“) der Vorgesetztenverordnung in der Regel während des Dienstes innerhalb der Einheit, sowie im und außer Dienst in umschlossenen militärischen Anlagen. Auf Grundlage des §4 dürfen nur Soldaten einer höheren Dienstgradgruppe den Soldaten einer niedrigeren Dienstgradgruppe Befehle erteilen. Offiziere außerhalb umschlossener militärischer Anlagen stehen untereinander auf Grundlage des §4 aber nie in einem Vorgesetztenverhältnis.[9][10] Da aber häufig bestimmte Dienststellungen an bestimmte Dienstgrade geknüpft sind, sind Vorgesetzte im Dienstalltag meist höherrangige Soldaten. Daher lässt sich aus den Dienstgraden in der Praxis bereits häufig das Vorgesetztenverhältnis und Dienststellungen einer Gruppe Soldaten ableiten.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Dienstgrade der Bundeswehr sind gemäß ZDv 14/5 Soldatengesetz[11] in sieben Dienstgradgruppen gegliedert:

Die Dienstgradgruppe der Generale wird auch als Generalität bezeichnet. Marineunifomträger dieser Gruppe werden auch als Admirale, Admiralität oder Flaggoffiziere zusammengefasst. Unteroffiziere mit Portepee werden in der Regel als Feldwebel oder Feldwebeldienstgrade bzw. Bootsleute bezeichnet.

Die Vorgesetztenverordnung nennt neben der Einteilung in sieben Dienstgradgruppen auch eine Einteilung der Dienstgrade in Offiziere, Unteroffiziere mit Portepee, Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften.[12] In der Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten werden die Dienstgrade in Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften unterteilt.[13] Die Dienstgradgruppen Generale, Stabsoffiziere, Hauptleute, Leutnante werden nach diesen beiden zuletzt dargestellten Betrachtungsweise als Offiziere zusammengefasst. Offiziere bilden das Offizierkorps; Unteroffiziere mit und ohne Portepee bilden unter ihrem Führer des Unteroffizierkorps[14] das Unteroffizierkorps.

Anmerkung: Die Zuordnung der einzelne Dienstgrade in die Dienstgradgruppen kann der Tabelle unten entnommen werden.

Laufbahnen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Soldatenlaufbahnverordnung

Die Soldatenlaufbahnverordnung[15] definiert Laufbahngruppen und zugeordnete Laufbahnen[16]. Die ZDv 20/7[17] trifft ergänzende Bestimmungen.[18] Soldaten durchlaufen in der Regel nacheinander die für ihre Laufbahn festgelegten Dienstgrade. Die Abfolge der Dienstgrade in den häufigsten Laufbahnen(1) lautet in der Regel:

(1) Dienstgradbezeichnungen für Marineuniformträger entsprechend.
(2) Die Dienstgrade Obergefreiter, Hauptgefreiter und Stabsgefreiter müssen nicht durchlaufen werden.
(3) Spitzendienstgrad, wird nicht von jedem Soldaten erreicht.
(4) gemäß ZDv 20/7

Liste der Dienstgrade und Dienstgradbezeichnungen[Bearbeiten]

Die Dienstgradbezeichnungen der Mannschaften ab dem Gefreiten sind in allen Bereichen der Bundeswehr identisch. Bei Heeres- und Luftwaffenuniformträgern[19] finden sich ansonsten die gleichen Dienstgradbezeichnungen. Marineuniformträger[19] (Offiziere und Unteroffiziere) haben davon abweichende Dienstgradbezeichnungen. Im Folgenden werden daher zunächst die Dienstgrade und Dienstgradbezeichnungen für Luftwaffen- und Heeresuniformträger gemeinsam beschrieben; danach die der Marineuniformträger.

Eine Besonderheit stellen die Dienstgradbezeichnungen der Sanitätsoffiziere dar, die sich meist sowohl zwischen einerseits Luftwaffen- und Heeresuniformträgern und anderseits Marineuniformträgern als auch zwischen den verschiedenen Approbationsrichtungen unterscheiden. Eine Darstellung dieser Dienstgradbezeichnungen erfolgt jeweils unmittelbar der Darstellung der Dienstgradbezeichnungen der sonstigen Offiziere.

Angegeben sind in den Tabellen jeweils auch der entsprechende NATO-Rangcode[20], die nach ZDv 64/10 - Abkürzungen in der Bundeswehr definierten allgemeinen Abkürzungen sowie die Abkürzungen in Listen[21] und die Besoldungsgruppe für Berufs- und Zeitsoldaten nach Bundesbesoldungsordnung[6].

Heeres- und Luftwaffenuniformträger[Bearbeiten]

Offiziere[Bearbeiten]

Offiziere (außer Sanitätsoffiziere)
Dienstgradgruppe[11] Generale Stabsoffiziere Hauptleute Leutnante
Schulterklappe
Jacke Dienstanzug[22]
HD H 64 General.svg
HD H 63 Generalleutnant.svg
LD B 62 Generalmajor.svg
HD H 61 Brigadegeneral.svg
HD H 53 Oberst i.G..svg
HD H 52 Oberstleutnant HFla.svg
HD H 51 Major Fm.svg
HD H 44 Stabshauptmann Art.svg
HD H 43 Hauptmann HAufkl.svg
LD B 42 Oberleutnant.svg
HD H 41 Leutnant FschJg.svg
Dienstgrad[1] General General­leutnant General­major Brigade­general Oberst Oberst­leutnant Major Stabs­hauptmann* Hauptmann Ober­leutnant Leutnant
Abkürzung[21] Gen GenLt/GL GenMaj/GM BrigGen/BG Oberst/O Oberstlt/OTL Maj/M StHptm/SH Hptm/H OLt/OL Lt/L
NATO-Rangcode[20] OF-9 OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1
Besoldungsgruppe[6] B10-B10Z B9 B7 B6 A16–B3 A14–15 A13 A11–12 A10 A9
* Der Dienstgrad Stabshauptmann ist den Offizieren des militärfachlichen Dienstes vorbehalten. Offiziere anderer Laufbahnen können zu diesem Dienstgrad nicht befördert werden.[15]
Sanitätsoffiziere
Dienstgradgruppe[11] Generale Stabsoffiziere Hauptleute
Schulterklappe
Jacke Dienstanzug[22]**
HD H 63b Generaloberstabsarzt HM L.svg
LD B 62b Generalstabsarzt HM L.svg
HD H 61b Generalarzt HM L.svg
LD B 53b Oberstarzt i.G. HM L.svg
HD H 52b Oberfeldarzt HFlg HM L.svg
HD H 51b Oberstabsarzt San HM L.svg
HD H 43b Stabsarzt San HM L.svg
Dienstgrad[1] General­oberstabsarztHZ General­stabsarztHZ GeneralarztHZ
GeneralapothekerP
OberstarztHZ
OberstapothekerP
OberstveterinärT
Oberfeld­arztHZ
OberfeldapothekerP
OberfeldveterinärT
Oberstabs­arztHZ
OberstabsapothekerP
OberstabsveterinärT
StabsarztHZ
StabsapothekerP
StabsveterinärT
Abkürzung[21] GenOStArzt/ GOSA GenStArzt/ GSA GenArzt/ GA
GenAp/ GAP
OberstArzt/ OTA
OberstAp/ OTAP
OberstVet/ OTV
OFArzt/ OFA
OFAp/ OFAP
OFVet/ OFV
OStArzt/ OSA
OStAp/ OSAP
OStVet/ OSV
StArzt/ SA
StAp/ SAP
StVet/ SV
NATO-Rangcode[20] OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2
Besoldungsgruppe[6] B9 B7 B6 A16–B3 A15* A14* A13*
H Bezeichnung für approbierte Humanmediziner
Z Bezeichnung für approbierte Zahnmediziner
P Bezeichnung für approbierte Pharmazeuten (i.e. Apotheker). Hinweis: Generalapotheker ist der höchste für Apotheker vorgesehene Dienstgrad
T Bezeichnung für approbierte Tiermediziner (i.e. Veterinär). Hinweis: Oberstveterinär ist der höchste für Veterinäre vorgesehene Dienstgrad. Veterinäre werden nur im Heer eingesetzt.[3]
* Im Vergleich zu anderen gleichrangigen Offizieren sind diese Sanitätsoffiziere eine Besoldungsgruppe höher eingeordnet.[6]
**Dargestellt ist stets das Dienstgradabzeichen für Humanmediziner.

Unteroffiziere[Bearbeiten]

Unteroffiziere
Dienstgradgruppe[11] Unteroffiziere mit Portepee Unteroffiziere ohne Portepee
Schulterklappe
Jacke Dienstanzug[22]
HD H 35 Oberstabsfeldwebel HAufkl.svg
HD H 34 Stabsfeldwebel Fm.svg
HD H 33a Oberfähnrich HFlg.svg
LD B 33 Hauptfeldwebel.svg
HD H 32 Oberfeldwebel HFla.svg
HD H 31a Fähnrich Pi.svg
HD H 31 Feldwebel Art.svg
HD H 22 Stabsunteroffizier Pz.svg
LD B 21a Fahnenjunker.svg
HD H 21 Unteroffizier PzGren.svg
Dienstgrad[1] Oberstabs­feldwebel Stabs­feldwebel Ober­fähnrich* Haupt­feldwebel Ober­feldwebel Fähnrich* Feldwebel Stabs­unteroffizier Fahnenjunker* Unteroffizier
Abkürzung[21] OStFw/OSF StFw/SF OFähnr/OFR HptFw/HF OFw/OF Fähnr/FR Fw/F StUffz/SU Fhj/FJ Uffz/U
NATO-Rangcode[20] OR-9 OR-8 OR-7 OR-6 OR-5
Besoldungsgruppe[6] A9Z A9 A8Z A7Z A7 A6–7 A5
* Die Dienstgrade Fahnenjunker, Fähnrich und Oberfähnrich werden nur von Offizieranwärtern durchlaufen.[15]

Mannschaften[Bearbeiten]

Dienstgradgruppe[11] Mannschaften
Schulterklappe
Jacke Dienstanzug[22]
Oberstabsgefreiter Fernmeldetruppe
Stabsgefreiter Heeresfliegertruppe
Hauptgefreiter Artillerietruppe
Obergefreiter Luftwaffe
Gefreiter Jägertruppe
Panzerschütze Panzertruppe
Dienstgrad[1] Oberstabs­gefreiter Stabs­gefreiter Haupt­gefreiter Ober­gefreiter Gefreiter Soldat*
Abkürzung[21] OStGefr/OSG StGefr/SG HptGefr/HG OGefr/OG Gefr/G div* /S
NATO-Rangcode[20] OR-4 OR-3 OR-2 OR-1
Besoldungsgruppe[6] A5Z A5 A4Z A4 A3Z A3
* Im Einzelnen richtet sich die Bezeichnung des einfachen Soldaten bei Heeresuniformträgern nach der Truppengattung. Bei Luftwaffenuniformträgern richtet sich die Bezeichnung nach dem Truppenteil. Mögliche Bezeichnungen sind: Grenadier (Gren), Jäger (Jg), Panzerschütze (PzSchtz), Panzergrenadier (PzGren), Panzerjäger (PzJg), Kanonier (Kan), Panzerkanonier (PzK), Pionier (Pi), Funker (Fu), Panzerfunker (PzFu), Schütze (Schtz), Flieger (Flg), Sanitätssoldat (SanS). Die Listenabkürzung ist immer „S“[21].[1]

Marineuniformträger[Bearbeiten]

Offiziere[Bearbeiten]

Offiziere (außer Sanitätsoffiziere)
Dienstgradgruppe[11] Generale (Admirale, Flaggoffiziere) Stabsoffiziere Hauptleute Leutnante
Ärmelabzeichen[22]
MDJA 64 Admiral Trp Lu.svg
MDJA 63 Vizeadmiral Trp Lu.svg
MDJA 62 Konteradmiral Trp Lu.svg
MDJA 61 Flottillenadmiral Trp Lu.svg
MDJA 53 Kapitän zur See Geo Lu.svg
MDJA 52 Fregattenkapitän Trp Lu.svg
MDJA 51 Korvettenkapitän Trp Lu.svg
MDJA 44 Stabskapitänleutnant Trp Lu.svg
MDJA 43 Kapitänleutnant Trp Lu.svg
MDJA 42 Oberleutnant zur See Trp Lu.svg
MDJA 41 Leutnant zur See Mus Lu.svg
Dienstgrad[1] Admiral Vizeadmiral Konter­admiral Flottillen­admiral Kapitän zur See Fregatten­kapitän Korvetten­kapitän Stabskapitän­leutnant* Kapitän­leutnant Oberleutnant zur See Leutnant zur See
Abkürzung[21] Adm VAdm/VADM KAdm/KADM FltlAdm/FADM Kpt zS/KZS FKpt/FK KKpt/KK StKptLt/SKL KptLt/KL OLt zS/OLZS Lt zS/LZS
NATO-Rangcode[20] OF-9 OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1
Besoldungsgruppe[6] B10-B10Z B9 B7 B6 A16–B3 A14–15 A13 A11–12 A10 A9
* Der Dienstgrad Stabskapitänleutnant ist den Offizieren des militärfachlichen Dienstes vorbehalten. Offiziere anderer Laufbahnen können nicht zu diesem Dienstgrad befördert werden.
Sanitätsoffiziere
Dienstgradgruppe[11] Generale (Admirale, Flaggoffiziere) Stabsoffiziere Hauptleute
Ärmelabzeichen[22]** -
MDJA 63b Admiraloberstabsarzt San HM Lu.svg
MDJA 62b Admiralstabsarzt San HM Lu.svg
MDJA 61b Admiralarzt San HM Lu.svg
MDJA 53b Flottenarzt San HM Lu.svg
MDJA 52b Flottillenarzt San HM Lu.svg
MDJA 51b Oberstabsarzt San HM Lu.svg
MDJA 43b Stabsarzt San HM Lu.svg
Dienstgrad[1] Admiral­oberstabsarztHZ Admiral­stabsarztHZ AdmiralarztHZ
AdmiralapothekerP
FlottenarztHZ
FlottenapothekerP
FlottillenarztHZ
FlottillenapothekerP
Oberstabs­arztHZ
OberstabsapothekerP
StabsarztHZ
StabsapothekerP
Abkürzung[21] AdmOStArzt/ ADMOSA AdmStArzt/ ADMSA AdmArzt/ ADMA
AdmAp/ ADMAP
FlArzt/ FLA
FlAp/ FLAP
FltlArzt/ FTLAP
FltlAp/ FTLAP
OStArzt/ OSA
OStAp/ OSAP
StArzt/ SA
StAp /SAP
NATO-Rangcode[20] - OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2
Besoldungsgruppe[6] B9 B7 B6 A16–B3 A15* A14* A13*
H Bezeichnung für approbierte Humanmediziner
Z Bezeichnung für approbierte Zahnmediziner
P Bezeichnung für approbierte Pharmazeuten (i.e. Apotheker). Hinweis: Generalapotheker ist der höchste für Apotheker vorgesehene Dienstgrad
* Im Vergleich zu anderen gleichrangigen Offizieren sind diese Sanitätsoffiziere eine Besoldungsgruppe höher eingeordnet.[6]
**Dargestellt ist stets das Dienstgradabzeichen für Humanmediziner.

Unteroffiziere[Bearbeiten]

Unteroffiziere
Dienstgradgruppe[11] Unteroffiziere mit Portepee Unteroffiziere ohne Portepee
Ärmelabzeichen[22]
MDJA 35 Oberstabsbootsmann 30 Lu.svg
MDJA 34 Stabsbootsmann 40 Lu.svg
MDJA 33a Oberfähnrich zur See Trp Lu.svg
MDJA 33 Hauptbootsmann 50 Lu.svg
MDJA 32 Oberbootsmann 70 Lu.svg
MDJA 31a Fähnrich zur See Trp Lu.svg
MDJA 31 Bootsmann 60 Lu.svg
MDJA 22 Obermaat 20 Lo.svg
MDJA 21a Seekadett Trp Lo.svg
MDJA 21 Maat 10 Lo.svg
Dienstgrad[1] Oberstabs­bootsmann Stabs­bootsmann Oberfähnrich zur See* Haupt­bootsmann Ober­bootsmann Fähnrich zur See* Bootsmann Obermaat Seekadett* Maat
Abkürzung[21] OStBtsm/OSB StBtsm/SB OFähnr zS/OFRZS HptBtsm/HB OBtsm/OB Fähnr zS/FRZS Btsm/B OMaat/OMT SKad/SK Maat/MT
NATO-Rangcode[20] OR-9 OR-8 OR-7 OR-6 OR-5
Besoldungsgruppe A9Z A9 A8Z A7Z A7 A6–7 A5
* Die Dienstgrade Seekadett, Fähnrich zur See und Oberfähnrich zur See werden nur von Offizieranwärtern durchlaufen.[15]

Mannschaften[Bearbeiten]

Dienstgradgruppe[11] Mannschaften
Ärmelabzeichen[22]
MDHWA 16 Oberstabsgefreiter 50 Lo.svg
MDHBA 15 Stabsgefreiter SanOA San ZM Lo.svg
MDHWA 14 Hauptgefreiter 30 Lo.svg
MDHBA 13 Obergefreiter 60 Lo.svg
MDHWA 12 Gefreiter 10 Lo.svg
MDHBA 11 Matrose 20 Lo.svg
Dienstgrad[1] Oberstabs­gefreiter Stabs­gefreiter Haupt­gefreiter Ober­gefreiter Gefreiter Matrose
Abkürzung[21] OStGefr/OSG StGefr/SG HptGefr/HG OGefr/OG Gefr/G Matr/S
NATO-Rangcode[20] OR-4 OR-3 OR-2 OR-1
Besoldungsgruppe[6] A5Z A5 A4Z A4 A3Z A3

Dienstgradzusätze[Bearbeiten]

Dienstgradzusätze für Anwärter[Bearbeiten]

Gemäß Soldatenlaufbahnverordnung[15] (vgl. auch ZDv 14/5[23]) und ähnlich nach ZDv 20/7[17] tragen Anwärter im Schriftverkehr hinter dem Dienstgrad folgende Klammerzusätze:

Da die Dienstgrade Fahnenjunker, Fähnrich und Fähnrich bereits eindeutig der Offizierslaufbahn zugeordnet werden können, werden die Dienstgradzusätze (OA)/(ROA) und entsprechende Langform nach der Soldatenlaufbahnverordnung nicht geführt.[15] Sanitätsoffizieranwärter aller Dienstgrade tragen den Dienstgradzusatz (SanOA) bis zur Approbation und der Beförderung zum Stabsarzt.[15] Bis zur Abschaffung des Arztes im Praktikum gab es den Zusatz AiP statt (SanOA) für die Sanitätsoffizieranwärter im letzten Jahr vor der Approbation, also „Leutnant (zur See) AiP“.

Bei Marineuniformträgern sind die in der Soldatenlaufbahnverordnung nicht erwähnten[15] Bezeichnungen Maat- und Bootsmannanwärter[3][24], häufig abgekürzt als (MA)[25] bzw. (BA)[22], für Unteroffizier- und Feldwebelanwärter gebräuchlich. Inoffiziell führen Unteroffizieranwärter mit bestandenem Unteroffizierlehrgang den Dienstgradzusatz mit bestandenem Lehrgang (mbL).

Dienstgradzusätze für Reservisten und ehemalige Soldaten[Bearbeiten]

Gemäß dem Reservistinnen- und Reservistengesetz führen Reservisten und ehemalige Soldaten nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienstverhältnis die Bezeichnung d. R. (der Reserve) hinter dem zuletzt erreichten Dienstgrad. Frühere Berufssoldaten führen ihre letzte Dienstgradbezeichnung mit dem Zusatz außer Dienst (a. D.). Wird einem Berufssoldaten nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst ein höherer Dienstgrad verliehen, so werden die Bezeichnungen kombiniert, zum Beispiel HptFw a. D. und StFw d. R. Bei Wiedereinberufung in ein Wehrdienstverhältnis (z. B. zum Reservistendienst) wird der Dienstgradzusatz für die Dauer des Wehrdienstverhältnisses nicht getragen.[26]

Dienstgradzusätze für Offiziere im Generalstabsdienst[Bearbeiten]

Offiziere im Generalstabsdienst tragen zur Kennzeichnung ihrer besonderen Dienststellung im Schriftverkehr den Dienstgradzusatz i.G.. Eine Rangerhöhung geht mit dem Zusatz aber nicht einher.

Informelle Dienstgradzusätze für weibliche Soldaten[Bearbeiten]

Die Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten sieht keine abweichende Bezeichnung für weibliche Soldaten vor.[1] Häufig wird dennoch informell im Schriftverkehr der Zusatz (w) (w wie weiblich) zur Kennzeichnung hinter dem Dienstgrad verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Generalmajor und Generalleutnant[Bearbeiten]

Dass der Generalmajor rangniedriger als der Generalleutnant ist, obwohl der Major höher als der Leutnant ist, lässt sich historisch begründen, denn im 15. Jahrhundert war die größte Organisationsform einer militärischen Truppe die Kompanie. Eine Kompanie wurde durch einen (Feld)Hauptmann oder einen Rittmeister geführt. Sein Stellvertreter war der Leutnant (französisch: lieu(-)tenant, also Platzhalter, Stellvertreter), der zweite Stellvertreter war der Fähnrich oder Kornett. Zuständig für den inneren Dienst, die Rekrutenausbildung und die Wachaufteilung waren der Feldwebel oder Wachtmeister. Diese vier Soldaten bildeten die Führung der Kompanie, die sogenannte prima plan.

Mit der Vergrößerung der Truppenstärken im Lauf der Zeit wurden mehrere Kompanien zu Regimentern zusammengefasst. Das Regiment führte ein Obrist(feldhauptmann), heute Oberst, sein Stellvertreter war der Obristleutnant, und der für Organisation und Ausbildung zuständige Offizier hieß Obristwachtmeister, der später Major genannt wurde.

Am Ende des 16. Jahrhunderts wurden mehrere Regimenter zur Organisationseinheit Armee zusammengefasst. Die Armee führte ein General(feldhauptmann), sein Stellvertreter war der Generalleutnant. Für die einzelnen Truppengattungen beziehungsweise zur Führung von Teilen der Armee wurden Generalfeldwachtmeister (heute Generalmajor) ernannt.

Beförderungszeiten bei Wehrpflichtigen[Bearbeiten]

Ein Grundwehrdienstleistender (GWDL) wurde seit Beginn der Bundeswehr in der Regel mit Abschluss der Grund- und Spezialausbildung nach sechs Monaten zum Gefreiten befördert, nach einem weiteren Jahr konnte er zum Obergefreiten befördert werden[27]; Wehrpflichtige mit einer überdurchschnittlichen Bewertung wurden als Obergefreite d.Res. entlassen. Bei Verkürzung der Wehrdienstzeit auf fünfzehn Monate wurde die Mindestzeit zum Obergefreiten entsprechend gekürzt. Ende der achtziger Jahre waren nur noch sechs Monate im Dienstgrad eines Gefreiten Voraussetzung.[28]

Zuletzt konnte der Grundwehrdienstleistende während des sechs Monate dauernden Grundwehrdienstes bei normalen Beförderungsbedingungen während seiner Dienstzeit zum Gefreiten befördert werden, in der Regel nach drei Monaten. Bei freiwillig längerdienenden Grundwehrdienstleistenden (FWDL) und Zeitsoldaten ist eine Beförderung zum Obergefreiten nach 6 Monaten und zum Hauptgefreiten erst nach 12 Monaten, die Beförderung zum Stabsgefreiten frühestens nach 36 Monaten, zum Oberstabsgefreiten frühestens nach 48 Monaten Dienstzeit möglich.[15] Die letztgenannten Dienstgrade werden deshalb weder von GWDL noch von FWDL erreicht.

Dienstgradabzeichen[Bearbeiten]

Dienstgradabzeichen dienen der Darstellung der Dienstgrade und sind Teil der Uniformen der Bundeswehr. Häufig kennzeichnen Zusatzelemente die Zugehörigkeit des Soldaten zu einer Laufbahn, Verwendungsreihe, Truppengattung oder ähnliches. Nur Soldaten im niedrigsten Dienstgrad tragen keine Dienstgradabzeichen. Maßgebliche gesetzliche Grundlage für Trageweise und Gestaltung ist die Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten[1]. Konkretere Tragebestimmungen und Ausführungsvarianten enthält die ZDv 37/10[22].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m  Der Bundespräsident (Hrsg.): Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten. BPräsUnifAnO. 14. Juli 1978 (PDF).
  2.  Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): Gesetz über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz - SG). Bonn 19. März 1956, §4 Abs. 3 (2) (Neugefasst durch Bek. v. 30.5.2005 I 1482. Zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 8.4.2013 I 730, PDF, abgerufen am 25. März 2014).
  3. a b c d Sascha Lawrenz, Stephan Nakszynski: Dienstgrade in der Bundeswehr. Bundesministerium der Verteidigung, Leiter des Presse- und Informationsstabes, 3. Dezember 2013, abgerufen am 16. März 2014.
  4. vgl. dazu:  Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Hrsg.): Abkommen betreffend die Gesetze und Gebräuche des Landkriegs. Abgeschlossen in Den Haag am 18. Oktober 1907. Von der Bundesversammlung genehmigt am 4. April 1910. Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 12. Mai 1910. In Kraft getreten für die Schweiz am 11. Juli 1910. Nr. 0.515.112, Den Haag 18. Oktober 1907 (Originaltitel: Convention concernant les lois et coutumes de la guerre sur terre) (Das Deutsche Reich war in Den Haag Signatarstaat; das Abkommen trat für das Reich am 26. Januar 1910 in Kraft, PDF, abgerufen am 26. März 2014).
  5. vgl. dazu:  Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (Hrsg.): Genfer Abkommen über die Behandlung der Kriegsgefangenen. Abgeschlossen in Genf am 12. August 1949. Von der Bundesversammlung genehmigt am 17. März 1950. Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 31. März 1950. In Kraft getreten für die Schweiz am 21. Oktober 1950. Nr. 0.518.42, Genf 12. August 1949 (Originaltitel: Convention de Genève relative au traitement des prisonniers de guerre) (Die Bundesrepublik Deutschland trat dem Abkommen am 3. September 1954 als Vertragspartei bei, PDF, abgerufen am 26. März 2014).
  6. a b c d e f g h i j k  Anlage I (zu § 20 Absatz 2 Satz 1) Bundesbesoldungsordnungen A und B. (Bundesbesoldungsordnungen (BBesO) gelten nur für Berufs- und Zeitsoldaten und sind Anlage zum Bundesbesoldungsgesetz (BBesG), HTML, abgerufen am 25. März 2014).
  7.  Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 10/8 Militärische Formen und Feiern der Bundeswehr. Kap. 6 Gruß und Anrede.
  8. vgl. auch  Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 10/4 Gruß und Anrede. (die ZDv 10/4 „Gruß und Anrede“ ist außer Kraft gesetzt).
  9.  Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. Bonn 21. August 1978, Die Vorgesetztenverordnung, S. A 12 1 (Nicht zu verwechseln mit dem Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung - VorgV)).
  10.  Bundesminister für Verteidigung (Hrsg.): Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung - VorgV). 4. Juni 1956, §4 (Zuletzt geändert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7.10.1981 I 1129, HTML, abgerufen am 25. März 2014).
  11. a b c d e f g h i  Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. Bonn 21. August 1978, Dienstgradbezeichnungen in der Bundeswehr, S. B 185 (Nicht zu verwechseln mit dem Gesetz über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz)).
  12.  Bundesminister für Verteidigung (Hrsg.): Verordnung über die Regelung des militärischen Vorgesetztenverhältnisses (Vorgesetztenverordnung - VorgV). 4. Juni 1956, §4 (1) (Zuletzt geändert durch Art. 1 Nr. 2 V v. 7.10.1981 I 1129, HTML, abgerufen am 25. März 2014).
  13. vgl. Art. 1,  Der Bundespräsident (Hrsg.): Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten. BPräsUnifAnO. 14. Juli 1978 (PDF).
  14.  Karl Helmut Schnell, Jürgen Hugo (Hrsg.): Taschenbuch für Wehrausbildung. 29. Aufl. Auflage. Bd. Luftwaffe, Walhalla u. Praetoria Verlag, Regensburg 1980, Abschn. F 3, Ziff. 303.
  15. a b c d e f g h i  Verordnung über die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung - SLV). 19. März 2002 (Neugefasst durch Bek. v. 19.8.2011 I 1813. Zuletzt geändert durch Art. 2 Abs. 5 G v. 8.4.2013 I 730, HTML, abgerufen am 25. März 2014).
  16.  Anlage (zu § 3). Zuordnung der Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten zu den Laufbahngruppen der Mannschaften, der Unteroffiziere und der Offiziere. (Anlage zu §3 Verordnung über die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung - SLV), HTML, abgerufen am 1. April 2014).
  17. a b  Der Bundesminister der Verteidigung; Abteilung Personal-, Sozial- und Zentralangelegenheiten (Hrsg.): ZDv 20/7. Bestimmungen für die Beförderung und für die Einstellung, Übernahme und Zulassung von Soldatinnen und Soldaten. Bonn 27. März 2002, Art. 635 (DSK AP210100187, Neudruck Januar 2008, PDF, abgerufen am 26. März 2014).
  18. auf Grundlage § 44 der Soldatenlaufbahnverordnung ( Verordnung über die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung - SLV). 19. März 2002 (Neugefasst durch Bek. v. 19.8.2011 I 1813. Zuletzt geändert durch Art. 2 Abs. 5 G v. 8.4.2013 I 730, HTML, abgerufen am 25. März 2014).)
  19. a b Anmerkung: Die Bundeswehr bezeichnet als Heeres- bzw. Luftwaffen- bzw. Marineuniformträger alle Soldaten, die die Uniform der jeweiligen Teilstreitkraft tragen. Der Begriff umfasst also auch Soldaten außerhalb der drei Teilstreitkräfte, also beispielsweise in der Streitkräftebasis, vgl. Ausbildung Reserveoffzieranwärterin/ -anwärter im Wehrdienst. Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) - Der Präsident., 13. März 2014, abgerufen am 26. März 2014.
  20. a b c d e f g h i  Agreed English texts. STANAG 2116. NATO standardization agreement (STANAG). NATO codes for grades of military personnel. 5 Auflage. 1992 (Englisch, NATO Rank Codes - 1992 (HTML), abgerufen am 25. März 2014).
  21. a b c d e f g h i j  Bundesminister der Verteidigung; Führungsstab der Streitkräfte IV 1 (Hrsg.): Abkürzungen für den Gebrauch in der Bundeswehr - Deutsche Abkürzungen – ZDv 64/10. Bonn 19. Januar 1979 (Stand 17. September 1999, PDF).
  22. a b c d e f g h i j  Hartmut Bagger, Führungsstab der Streitkräfte I 3 , Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 37/10. Anzugordnung für die Soldaten der Bundeswehr. Juli 1996. Neudruck von Oktober 2008. Bonn 16. Juli 2008, 4 Kennzeichnungen, S. 539 (Neudruck Oktober 2008 ersetzt Erstausgabe von Juli 1996, Digitalisat (PDF; 3,5 MB)).
  23.  Der Bundesminister der Verteidigung (Hrsg.): ZDv 14/5. Soldatengesetz. Bonn 21. August 1978, Verordnung über die Laufbahnen der Soldatinnen und Soldaten (Soldatenlaufbahnverordnung - SLV). Stand: 8. Mai 2007, S. C 201 (Nicht zu verwechseln mit dem Gesetz über die Rechtsstellung der Soldaten (Soldatengesetz)).
  24. vgl. beispielsweise Dienstgrade der Marine. Bundesministerium der Verteidigung, Presse- und Informationsstab des Bundesministeriums der Verteidigung, abgerufen am 25. März 2014 (Unterseiten beachten).
  25. Presse- und Informationszentrum Streitkräftebasis: Abkürzungen für Dienstgrade. Bundesministerium der Verteidigung, der Leiter des Presse- und Informationsstabes, 25. November 2013, abgerufen am 26. März 2014.
  26.  Gesetz über die Rechtsstellung der Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr (Reservistinnen- und Reservistengesetz - ResG). 21. Juli 2012, §2 (PDF, abgerufen am 25. März 2014).
  27.  Jürgen Brandt, Eduard Brücker (Bearbeiter): Der Reibert 1. Der Dienstunterricht im Heere. Grundausgabe Band 1, E. S. Mittler & Sohn, Frankfurt am Main 1963.
  28.  Gerhard Zänkert (Bearbeiter): Der Reibert. das Handbuch für den Soldaten. Ausgabe Heer, E.S. Mittler & Sohn, Herford 1984, ISBN 3813202038.