Feldnachrichtentruppe

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Ärmelabzeichen

Die Feldnachrichtenkräfte der Bundeswehr sind Teil der Aufklärungskräfte. Aufgabe ist die Informationsgewinnung und militärische Aufklärung durch HUMINT. Die Feldnachrichtenkräfte des Heeres sind seit 2007 Teil der neu geschaffenen Heeresaufklärungstruppe.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Feldnachrichtenkräfte entstanden aus der ehemaligen Frontnachrichtentruppe. Seit Ende des Kalten Krieges wurden die begrenzten Kräfte gebündelt, um den neuen Aufgaben gewachsen zu sein. In ihrer heutigen Form gingen sie aus der Feldnachrichtenlehrkompanie 300 (ehemals Frontnachrichtenlehrkompanie) des Heeres und dem Feldnachrichtenzentrum der Bundeswehr hervor.

Aufgrund ihrer geringen Personalstärke sind die Aufgaben der Soldaten selbst in der Bundeswehr weitgehend unbekannt, obwohl die Tätigkeit nicht verschleiert wird. Die Soldaten tragen ihr Verbandsabzeichen offen am Ärmel: eine Eule auf grünem Grund. Ihr Abzeichen steht für Wachsamkeit und Weisheit. Die goldgelbe Umrandung signalisiert die Zugehörigkeit des Verbandes zu den Aufklärern. Ansonsten trugen Soldaten der Truppe – als sie noch eine eigenständige Truppengattung bildeten – das gleiche schwarze Barett, das gleiche Abzeichen und Litze in derselben Ausführung in gold-gelber Waffenfarbe wie die Panzeraufklärer.

Auftrag[Bearbeiten]

Die Feldnachrichtenkräfte sind ein Element der Nachrichtengewinnung und Aufklärung der Bundeswehr und tragen zur Herstellung eines umfassenden Lagebildes im Einsatz bei. Dabei nutzen sie die Methoden der zielorientierten Gesprächsführung, Befragung von Personen im Gewahrsam der Streitkräfte und der Beobachtung von Objekten und Personen.[1] Obwohl es heute eine Vielzahl von elektronischen Aufklärungsmitteln gibt, wie zum Beispiel Satelliten und Aufklärungsdrohnen, ist das zwischenmenschliche Gespräch nach wie vor unverzichtbar. Viele lagerelevante Aufklärungsergebnisse in Einsatzgebieten werden durch Feldnachrichtenkräfte, mit Hilfe der zielorientierten Gesprächsführung, gewonnen. Im Gegensatz zu Nachrichtendiensten erfolgt der Einsatz der Soldaten laut Dienstvorschrift offen und grundsätzlich in Uniform.

In den Einsatzgebieten der Bundeswehr sind die Soldaten der Feldnachrichtenkräfte - neben geheimdienstlichen Methoden - das wichtigste und oft sogar das einzige Mittel, um Stimmungen und Absichten der Konfliktparteien sowie des sie umgebenden Umfeldes zu erkennen, da sich diese aus der technischen Aufklärung nur schwer ergeben können. Damit tragen sie nicht nur entscheidend zum Gelingen der Mission bei, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der eigenen Soldaten.

Organisation[Bearbeiten]

Die Feldnachrichtenkräfte sind in den teilweise neu aufgestellten Kompanien der Aufklärungsbataillone aufgegangen und sind somit integrale Bestandteile des Aufklärungsverbundes des Heeres. Dieser Aufklärungsverbund besteht aus der Aufklärung aus der Luft (KZO), Radaraufklärung und Gesprächsaufklärung -eben durch die Feldnachrichtenkräfte-, die über das ganze Bundesgebiet verteilt sind (Augustdorf, Eutin, Füssen, Freyung, Gotha, Lüneburg, Munster, Seedorf, Pfullendorf, Zweibrücken). Zentrale Ausbildungsstätte für Feldnachrichtenkräfte ist das Ausbildungszentrum Heeresaufklärungstruppe in Munster.

Die Feldnachrichtenstaffel der Luftwaffe ist in Kerpen stationiert.

Die Feldnachrichtenkräfte der Marine bestehen aus einem FN-Zug der Marineschutzkräfte in Eckernförde.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit einem Feldnachrichtenoffizier. Karriereseite der Bundeswehr. Abgerufen am 6. Dezember 2010.

Weblinks[Bearbeiten]