Freyung

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Freyung (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freyung
Freyung
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freyung hervorgehoben
48.807513.5475655Koordinaten: 48° 48′ N, 13° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 655 m ü. NHN
Fläche: 48,64 km²
Einwohner: 6955 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94078
Vorwahlen: 08551, 08558
Kfz-Kennzeichen: FRG, GRA, WOS
Gemeindeschlüssel: 09 2 72 118
Stadtgliederung: 27 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
94078 Freyung
Webpräsenz: www.freyung.de
Bürgermeister: Olaf Heinrich (CSU)
Lage der Stadt Freyung im Landkreis Freyung-Grafenau
Landkreis Regen Landkreis Deggendorf Landkreis Passau Schöfweg Waldhäuserwald Schönbrunner Wald Schlichtenberger Wald Sankt Oswald Pleckensteiner Wald Philippsreuter Wald Mauther Forst Spiegelau Graineter Wald Annathaler Wald Zenting Waldkirchen Thurmansbang Spiegelau Schönberg (Niederbayern) Neuschönau Sankt Oswald-Riedlhütte Saldenburg Röhrnbach Ringelai Philippsreut Perlesreut Neureichenau Mauth Jandelsbrunn Innernzell Hohenau (Niederbayern) Hinterschmiding Grainet Grafenau (Niederbayern) Fürsteneck Freyung Eppenschlag Schöfweg Leopoldsreuter Wald Frauenberger u. Duschlberger Wald Haidmühle Österreich TschechienKarte
Über dieses Bild

Freyung ist die Kreisstadt des Landkreises Freyung-Grafenau im Regierungsbezirk Niederbayern. Die Stadt liegt im Bayerischen Wald, nahe der deutsch-tschechischen Grenze.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Kreisstadt Freyung liegt im Südosten des Bayerischen Waldes am Ufer des Saußbaches, der später die Wolfsteiner Ohe bildet. Nördlich von Freyung befindet sich der Nationalpark Bayerischer Wald. Freyung liegt 33 km nördlich von Passau, 17 km von der Grenze zu Tschechien, 18 km von Grafenau und 27 km von der Grenze zu Österreich entfernt.

Blick vom Steinberg auf die Kreisstadt Freyung
Freyung vom Geyersberg aus gesehen

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Freyung hat 27 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Siedlungen aus dem 13. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Stadt Freyung sind bekannt; die Einwohner ließen sich in der Nähe der alten Burg Wolfstein, die der Bischof Wolfger von Erla um 1200 errichtet hatte, in einem Rodungsdorf nieder. Zuvor hatte Kaiser Heinrich VI. das Land 1193 an einige Passauer Bischöfe abgetreten. Die Freyung war damals noch kein Ortsname, sondern bezeichnete ein Gebiet, in dem den Siedlern eine Freiung, das heißt eine Befreiung von den Steuern, gewährt wurde. 1301 wurde dieser Ort als Purchstol zu Wolferstein und ein Wald dazu erstmals urkundlich erwähnt.

Bereits 1354 erhielt der Nachbarort Kreuzberg, der Anfang des 14. Jahrhunderts gegründet worden war, das Marktrecht, das 1523 auf Freyung übertragen wurde. Als im Jahre 1380 in Freyung eine Pfarrkirche errichtet wurde, war Kreuzberg schon länger ein bekannter Wallfahrtsort. Die heutige Kreuzberger Pfarrkirche und die erste Schule des Ortes wurden um 1500 erstmals erwähnt. Im Mittelalter wurden die beiden Ortschaften zweimal von der Pest heimgesucht, was jedoch der Popularität des Wallfahrtsortes nicht schadete.

Als 1803 das Fürstbistum Passau mit dem Reichsdeputationshauptschluss aufgelöst wurde, fiel Freyung zunächst dem österreichischen Herzogtum Salzburg zu und kam zwei Jahre später mit dem Frieden von Pressburg an das Königreich Bayern. 1811 wurden 535 Einwohner gezählt. Bei einem verheerenden Stadtbrand 1872 wurden 39 der etwa 70 Häuser zerstört.

Am 3. Dezember 1953 wurde Freyung zur Stadt erhoben. Nach der Eingemeindung von Ort war Freyung vom 1. April 1954 bis zum 30. Juni 1972 Kreisstadt des Landkreises Wolfstein. Nach der Vereinigung des Landkreises mit dem Landkreis Grafenau, wurde sie Kreisstadt des Landkreises Freyung-Grafenau.

Religionen[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung am 25. Mai 1987 hatte Freyung 7124 Einwohner, von denen 6582 (92,4 %) römisch-katholisch, 393 (5,5 %) evangelisch und 149 Einwohner (2,1 %) andersgläubig waren.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. April 1954 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ahornöd und Ort eingegliedert. Da sich in Ort der Sitz des Landratsamtes des Landkreises Wolfstein befand, wurde Freyung zur neuen Kreisstadt dieses Landkreises. Kreuzberg kam am 1. April 1971 hinzu.[3] Am 1. Mai 1978 wurden Teile der Gemeinde Kumreut nach Freyung umgegliedert.[4]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1979 wurde ein Gebiet mit etwa 500 Einwohnern an den Markt Röhrnbach abgetreten.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Wahlergebnis 2008:

Sitzverteilung:

CSU SPD BGStuL ödp ÜWFK FDP JWU Gesamt
2008 10 1 4 2 1 1 1 20

Bürgermeister[Bearbeiten]

Derzeit besteht die Stadtspitze aus

  • erstem Bürgermeister Olaf Heinrich, CSU (2008: 62,74 % der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang)
  • zweitem Bürgermeister Sebastian Gruber, CSU
  • drittem Bürgermeister Herbert Schiller, CSU [5]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Eingangsbereich des Schramlhauses
  • Schloss Wolfstein (mit Jagd- und Fischereimuseum sowie Landkreisgalerie)
  • Katholische Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt
  • Pfarrhof
  • Katholische Wallfahrtskirche St. Anna in Kreuzberg
  • Wiesbauerhaus
  • Schramlhaus, Heimatmuseum in einem Vierseithof des 17. Jahrhunderts, mit Sammlung von Glas- und Hinterglasmalerei
  • Heimatmuseum Winterberg im Böhmerwald
  • Buchberger Leite (Wildbachklamm)
  • Goldener Steig, Säumerpfad aus dem 14. Jahrhundert, von dem noch Reste am Geyersberg erhalten sind

Liste der Baudenkmäler in Freyung

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Industrie[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Einmündung der B 533 in die B 12. Diese stellen den Anschluss an die Bundesautobahn 3 her; die B 12 führt bis zum Grenzübergang bei Philippsreut, wo sie in die tschechische Straße I/4 mündet, die über Strakonitz bis ins 180 km entfernte Prag führt.

Der öffentliche Nahverkehr konzentriert sich auf Busse der RBO. Im Ortsverkehr wird ein Stadtbus, der von einem lokalen Busunternehmer betrieben wird, angeboten.

Nach Freyung führt die von Passau kommende Ilztalbahn. Diese wird seit 1982 nicht mehr im regulären Personenbetrieb bedient. Nach Flutschäden lag sie von August 2002 bis August 2009 brach. Anschließend wurde sie durch die Ilztalbahn GmbH und den Förderverein Ilztalbahn e.V. reaktiviert und wird seit 12. September 2010 zwischen Freyung und Waldkirchen und seit dem 15. Juli 2011 auf ganzer Länge wieder befahren. Im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Ilz-Moldau wird nun an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig Zugverkehr durchgeführt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

  • Cineplex Freyung
  • Freibad
  • Hallenbad
  • Skizentrum Freyung-Geiersberg

Bildung[Bearbeiten]

  • 4 Kindergärten mit 190 Plätzen
  • 2 Volksschulen (Grund- und Hauptschulen) mit 579 Schülern
  • Realschule mit 838 Schülern
  • Gymnasium mit 724 (Stand: 2013) Schülern
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (vormals zur individuellen Lebensbewältigung) mit 53 Schülern
  • Katholisches Bildungswerk
  • Musikschule Freyung-Grafenau
  • Technologietransferzentrum, Außenstelle der Hochschule Deggendorf mit drei Lehrstühlen für Geoinformatik, Embedded Systems und Bionik. Aufnahme des Lehrbetriebs zum Wintersemester 2009/10.

Bundeswehr[Bearbeiten]

Freyung wirbt mit der Bezeichnung Garnisonsstadt und ist mit der Kaserne am Goldenen Steig Standort des Aufklärungsbataillons 8.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111212/004253&attr=OBJ&val=648
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 595.
  4. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 628.
  5. Passauer Neue Presse – Freyung – 13. Dezember 2011: „3. Bürgermeister wird Mitglied der CSU“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freyung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Freyung – Reiseführer