Flughafen Oslo-Gardermoen

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Oslo lufthavn, Gardermoen
Gardermoen flystasjon
Oslo Airport, Gardermoen.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ENGM
IATA-Code OSL
Koordinaten
60° 11′ 38″ N, 11° 6′ 1″ O60.19391666666711.100361111111208Koordinaten: 60° 11′ 38″ N, 11° 6′ 1″ O
208 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 50 km nördlich von Oslo
Bahn Gardermobanen
Basisdaten
Eröffnung 1912
Betreiber Oslo Lufthavn AS
Luftforsvaret
Terminals 1
Passagiere 21.103.623 (2011)
Luftfracht 89.770 t[1](2008)
Flug-
bewegungen
216.251[2] (2007)
Beschäftigte 13.000[3]
Start- und Landebahnen
01R/19L 2950 m × 45 m Asphalt
01L/19R 3600 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Oslo (norw. Oslo lufthavn) ist ein als internationaler Verkehrsflughafen zivil mitgenutzter Militärflugplatz der Königlich-Norwegischen Luftstreitkräfte, die die Einrichtung unter der Bezeichnung Gardermoen flystasjon u. a. als Stützpunkt von Transportflugzeugen nutzt. Der Flughafen hieß bis Juni 2013 Oslo-Gardermoen, wurde dann aber offiziell in Oslo Flughafen (Oslo Lufthavn) umbenannt. Er ist mit über 21 Millionen Passagieren im Jahr 2011 der wichtigste und größte Flughafen des Landes und dient als Drehkreuz für die Fluggesellschaften SAS Scandinavian Airlines, Norwegian Air Shuttle und Widerøe.

Im Großraum Oslo gibt es außerdem die beiden kleineren Flughäfen Torp und Rygge, die hauptsächlich von Billigfluggesellschaften genutzt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet des heutigen Flughafens befand sich ursprünglich ein Exerzierplatz des Heeres. 1912 landete dort erstmals ein Flugzeug. Der Flughafen wurde während des Zweiten Weltkrieges von der deutschen Wehrmacht zum Militärflugplatz mit Hangar und zwei Startbahnen ausgebaut. So lagen hier zwischen Juli und Oktober 1944 der Stab und die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 40 (S./KG 40, II./KG 40) mit Fw 200C bzw. He 177. Anschließend war der Platz bis Januar 1945 „Heimathorst“ der mit Ju 88C und Me 410A ausgerüsteten 11. Staffel des Zerstörergeschwader 26 (11./ZG 26).

Gardermoen blieb nach Ende des Krieges ein wichtiger Militärflugplatz Norwegens. Die norwegischen Luftwaffe stationierte hier im Laufe der ersten Nachkriegsjahre und insbesondere nach dem Beginn des Kalten Krieges einer Reihe verschiedener Staffeln. Hierzu gehörten die Spitfire Mk.IXE der 331. Skvadron, die bis Ende November zunächst noch zur britischen Royal Air Force gehörte. Sie blieb hier bis 1949 stationiert. Im gleichen Zeitraum lagen hier parallel die Mosquito Mk.VI der 334. Skvadron, diese Staffel war allerdings 1947/48 vorübergehend deaktiviert.

Nach Verlegung dieser Staffeln auf andere Plätze begann die Ära als Düsenjägerbasis, die bis 1964 dauern sollte. In der ersten Zeit Jahren lagen hier bis 1953 anfangs eine und dann zwei mit Vampire FB.52 ausgerüstete Jagdbomber-Staffeln, die 336. und 337. Skvadron. Im Jahre 1953 begann dann die Ära amerikanischer Jagdflugzeuge in Gardermoen. Die F-84G flog bei bis zu drei verschiedenen Staffeln, der 332., 330. und der 336. Skvadron. In den Jahren 1955, 1956 und 1958 wurden diese jedoch bereits wieder deaktiviert. Die 337. Skvadron kehrte im September 1955 nach Gardermoen zurück und flog für acht Jahre die F-86K und mit der 339. Skvadron lag hier zwischen 1956 und 1964 eine weitere F-86-Einheit. Daneben war die Station zwischen 1949 und 1961 Heimatbasis einer Aufklärungsstaffel, der 717. Skvadron, die bis 1954 die Spitfire PR.XI und anschließend die RF-84F einsetzte.

Parallel zu den verschiedenen Kampfflugzeugstaffeln ist die „Flugstation Gardermoen“ bereits seit 1946 Stützpunkt der Transportflieger der 335. Skvadron. Diese war zunächst mit Lodestar und C-47 ausgerüstet, erstere wurden bereits 1950 außer Dienst gestellt während letztere noch bis 1974 flogen. Zwischen 1955 und 1965 flog die Einheit als zweiten Flugzeugtyp die C-119G und ab 1969 die C-130H, die bis Mai 2008 in Dienst stand. Daneben existierte zwischen 1972 ein 1995 „B“-Schwarm, der mit kleineren Verbindungsflugzeugen und VIP Fliegern ausgerüstet war, und ab 1967 lag hier als zweite Staffel die 720. Skvadron, die mit Hubschraubern und Verbindungsflugzeugen ausgerüstet war. Die Staffel wurde im Jahr 2002 außer Dienst gestellt, die Helikopter waren jedoch bereits 1976 außer Dienst gestellt worden.

Seit Anfang der 1990er Jahre der ehemalige Flughafen Oslo-Fornebu das Aufkommen an Luftverkehr nicht mehr fassen konnte, ist Gardermoen um einen zivilen Abfertigungsbereich erweitert worden. Der zivile Flughafen wurde am 8. Oktober 1998 eröffnet. Heute gehört er zu den modernsten Flughäfen Europas. Im Jahr 2007 wurde ein so genannter „Verzollungsautomat“ eingeführt, mit dem die Passagiere ihre eingeführten Güter selbst verzollen können. Diese Technik ist weltweit bislang einmalig.[4][5]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen befindet sich in Gardermoen in Akershus, 50 km nördlich der norwegischen Hauptstadt Oslo. Er ist über die Gardermobanen mit Oslo verbunden, auf der mit dem Flytoget die einzigen Hochgeschwindigkeitszüge Norwegens verkehren und den Flughafen in 19 Minuten mit der Stadt verbinden.

Zudem existiert eine Anbindung mit der Regionalbahn der Norwegischen Staatsbahn, die Oslo in 26 Minuten erreicht.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Super Hercules C-130J-30, 2010

Die Gardermoen flystasjon wird zur Zeit (2013) von einer fliegenden Staffel des 135. Geschwaders genutzt:

  • 335. Skvadron, ausgerüstet mit Lockheed C-130J-30, die Staffel betreibt die "Super Hercules" seit 2008

Die Basis beheimatet darüber hinaus nichtfliegende Verbände der Luftforsvaret, die insbesondere der Logistik dienen.

Siehe auch: Nordic Air Transport Command

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten]

Innenansicht des Terminals

Der Flughafen besitzt ein 144.000 m² großes[3] Terminal, das über 64 Check-in-Schalter und 62 Flugsteige verfügt, von denen 31 mit Fluggastbrücken ausgestattet sind. Daneben gibt es die üblichen Service- und Einzelhandelseinrichtungen sowie mehrere Flughafenlounges.

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Oslo-Gardermoen verfügt über regelmäßige Verbindungen zu zahlreichen regionalen und europäischen Zielen, darunter Helsinki, Prag, Moskau, Rom und Barcelona. Langstreckenverbindungen bestehen derzeit mit United Airlines und SAS nach Newark, Norwegian Air Shuttle nach Agadir, Antalya, Dubai und Marrakech, Pakistan International Airlines nach Islamabad, Qatar Airways nach Doha sowie Thai Airways nach Bangkok. Weitere Langstreckenflüge der SAS Scandinavian Airlines werden hauptsächlich über Kopenhagen abgewickelt.

Im deutschsprachigen Raum ist Oslo direkt durch Lufthansa mit Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg, durch Air Berlin mit Berlin-Tegel, durch Norwegian Air Shuttle mit Berlin-Schönefeld, Köln, Hamburg, München, Salzburg und Wien, durch SAS mit Frankfurt am Main, Düsseldorf, München und Zürich, durch Austrian mit Wien sowie durch Swiss ebenfalls mit Zürich verbunden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oslo-Gardermoen wurde bisher vier Mal von der Association of European Airlines als der pünktlichste Flughafen Europas ausgezeichnet.[3] Der Tower des Flughafens wurde 1997 mit dem norwegischen Architekturpreis Betongtavlen preisgekrönt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. avinor.no (xls, norwegisch/englisch; 40 kB)
  2. ACI
  3. a b c osl.no - About Us (englisch) abgerufen am 2. April 2011.
  4. Flüge nach Oslo (Norwegen). fluege.com, abgerufen am 19. Juni 2012.
  5. Flug nach Oslo. expedia.de, abgerufen am 19. Juni 2012.
  6. Norske arkitekters landsforbund: Betongtavlen, abgerufen am 22. September 2011 (norwegisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Oslo-Gardermoen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien