Flughafen Madeira

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Aeroporto da Madeira
Flughafen Madeira 1.jpg
Kenndaten
ICAO-Code LPMA
IATA-Code FNC
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km nordöstlich von Santa Cruz,
16 km nordöstlich von Funchal
Straße Schnellstraße
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 8. Juli 1964
Betreiber ANAM - Aeroportos e Navegação Aérea da Madeira, S.A.
Terminals 1
Passagiere 2.446.924 [1] (2008)
Luftfracht 6.637 to.[1] (2008)
Flug-
bewegungen
22.799 [1] (2008)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
3,5 Mio.
Start- und Landebahn
05/23 2777 m × 45 m Asphalt

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Der Flughafen Madeira (port.: Aeroporto da Madeira), auch Funchal Airport oder Airport Santa Catarina genannt, ist der internationale Verkehrsflughafen der zu Portugal gehörenden Atlantikinsel Madeira. Er liegt im Osten der Insel direkt an der Stadt Santa Cruz.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen wurde 1964 eröffnet und besaß anfänglich eine nur 1600 Meter (5,249 Fuß) lange Start- und Landebahn. Die Ausrichtung der Bahn betrug 60 bzw. 240 Grad. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten wies die Piste ein leichtes Gefälle auf. Die nordöstliche Landebahnschwelle (24) befand sich 58 Meter über dem Meeresspiegel, das südwestliche Bahnende (06) dagegen nur 42 Meter. Seit den frühen 1970er Jahren war ein Ausbau des Flughafens geplant, mit dem aber erst im Jahr 1982 begonnen wurde. Die um 200 Meter (656 Fuß) verlängerte Start- und Landebahn wurde 1985, ein Jahr vor dem Abschluss der übrigen Baumaßnahmen, in Betrieb genommen.[2]

Früher war der Anflug auf den Flughafen schwierig und gefürchtet, da er sich direkt am Hang der Steilküste befindet, wo Scherwinde auftreten können und die Bahn mit 1800 Metern weiterhin relativ kurz war.

Die neue Landebahn von unten
Betonkonstruktion der östlichen Landebahnhälfte. Rechts ist die östliche Einflugschneise mit dem Ponta de São Lourenço zu sehen

Am 15. September 2000 wurde die auf 2777 Meter verlängerte neue Start- und Landebahn eröffnet, auf der nun alle Flugzeugtypen landen können. Sie erhielt eine geänderte Ausrichtung von 50 bzw. 230 Grad. Die Bahnverlängerung wurde über eine Bucht mit einem aufwändigen Stützenbauwerk von 1020 Metern Länge und 180 Metern Breite für 520 Mio. Euro realisiert. Die dabei verbauten 3 Meter dicken Betonpfeiler sind bis zu 120 Meter lang, davon bis zu 59 Meter oberirdisch, der Rest ist unterirdisch oder im Meeresgrund verankert. Das Bauwerk und die verantwortlichen Ingenieure erhielten 2004 den „Outstanding Structure Award“ der IABSE.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Aufgrund der unmittelbaren Lage an einem Steilküstenhang und dadurch auftretender möglicher Windscherung durch Fallwinde zählt der Airport „Santa Catarina" nach wie vor zu den schwierig anzufliegenden Flughäfen, zumal ein Instrumentenlandesystem fehlt und beim Anflug in der Endphase eine enge Rechtskurve geflogen werden muss. Deshalb dürfen Landungen nur von Flugkapitänen nach Spezialeinweisung durchgeführt werden.

Unfälle[Bearbeiten]

Hauptartikel: TAP-Air-Portugal-Flug 425

Am Abend des 19. November 1977 verunglückte eine Boeing 727-200 der TAP Portugal auf dem Flug 425 bei der Landung auf der damals noch kurzen Landebahn. Bei starkem Regen und schlechter Sicht hatte die Maschine bereits zwei Landeversuche abbrechen müssen. Beim dritten Anflug aus Nordost setzte sie zu schnell und etwa 600 Meter (2000 Fuß) hinter der Landebahnschwelle auf. Wegen Aquaplanings auf der stark überschwemmten Piste konnte die Maschine auf den verbliebenen knapp 900 Metern dann nicht mehr zum Stehen gebracht werden und stürzte über das Ende der Landebahn 40 Meter tief auf die Klippen. Nur 33 der 164 Personen an Bord überlebten das Unglück.[3] Der Unfall ereignete sich nicht beim schwierigeren Anflug aus Südwest, sondern auf dem vermeintlich einfacheren Gegenkurs mit Anflug aus Nordost über die Insel Porto Santo.

Nur einen Monat später, am 18. Dezember 1977, stürzte eine Caravelle der SATA während des Landeanflugs ins Meer. Von den 57 Personen an Bord kamen 36 ums Leben.[4] Als Ursache für den Absturz wurde menschliches Versagen festgestellt. Dieses Unglück trieb die Fluggesellschaft SATA in den Konkurs. Im Oktober 2011 wurde das Wrack der Maschine gefunden, unerwarteterweise weniger tief als bis dahin vermutet worden war.[5]

Anfahrt[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt direkt an einer der neuen Schnellstraßen, die auf der Insel Madeira in den letzten Jahren gebaut wurden. Die Fahrtzeit zur Hauptstadt Funchal beträgt etwa 15 Minuten.

Bus[Bearbeiten]

Es gibt eine regelmäßige Busverbindung nach Funchal, Machico und Caniço.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Jahresstatistik der ANA - Aeroportos de Portugal, SA (Muttergesellschaft der Flughafen-Betreibergesellschaft Madeiras, ANAM)
  2. Aero, Ausgabe 105, Jahrgang 1985
  3. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom 19. November 1977 im Aviation Safety Network
  4. Flugunfalldaten und -bericht des Unglückes vom 18. Dezember 1977 im Aviation Safety Network
  5. Schweizer Flugzeug nach 34 Jahren vor Madeira gefunden. In: Neue Zürcher Zeitung. 25. Oktober 2011, abgerufen am 21. Dezember 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Madeira Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien