G8-Gipfel in L’Aquila 2009

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Vom Erdbeben zerstörtes L’Aquila

Der G8-Gipfel in L’Aquila 2009 war ein Treffen der Gruppe der Acht im italienischen L’Aquila. Der insgesamt 35. G8-Gipfel fand vom 8. bis 10. Juli 2009 statt. Zum ersten Mal nahm an diesem Gipfel der neugewählte US-Präsident Barack Obama teil. Geleitet wurde das Treffen vom italienischen Premierminister Silvio Berlusconi. Am 9. Juli haben, im Rahmen des beim G8-Gipfel in Heiligendamm vereinbarten Dialogprozesses, auch die Mitglieder der sogenannten G5 (Schwellenländer) an den Beratungen teilgenommen.

Der G8-Gipfel 2009 sollte nach ursprünglicher Planung auf der Insel La Maddalena vor Sardinien stattfinden, doch am 23. April 2009 gab Silvio Berlusconi bekannt, dass das Treffen nach L’Aquila verlegt wird. Berlusconi wollte damit die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die vom Erdbeben am 6. April 2009 zerstörte Region lenken und den Bewohnern ein Zeichen der Hoffnung geben.[1]

Tagungsort war die beim Erdbeben unbeschädigt gebliebene Kaserne der Guardia di Finanza im Stadtteil Coppito.[2]

Zum Schutz des Gipfels koordinierte das italienische Verteidigungsministerium die gemeinsame Sicherheitsoperation der Streitkräfte und der Zivilverteidigung Giotto 2009.[3]

Teilnehmer[Bearbeiten]

Staats- bzw. Regierungschefs der G8
DeutschlandDeutschland Deutschland Angela Merkel
FrankreichFrankreich Frankreich Nicolas Sarkozy
ItalienItalien Italien Silvio Berlusconi
JapanJapan Japan Tarō Asō
KanadaKanada Kanada Stephen Harper
RusslandRussland Russland Dmitri Anatoljewitsch Medwedew
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich Gordon Brown
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Barack Obama
Regierungschefs der G5
BrasilienBrasilien Brasilien Luiz Inácio Lula da Silva
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China Dai Bingguo
IndienIndien Indien Manmohan Singh
MexikoMexiko Mexiko Felipe Calderón
SudafrikaSüdafrika Südafrika Jacob Zuma

Die Europäische Union wurde von dem Ratspräsidenten, dem schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt und Kommissionspräsident José Manuel Durão Barroso vertreten. Als Sondergäste wurden die Regierungschefs der Niederlande, Spaniens, der Türkei und Ägyptens sowie der libysche "Revolutionsführer" Gaddafi eingeladen.

Internationale Organisationen und Staatengemeinschaften: Vereinte Nationen, Welthandelsorganisation, Weltbank, Afrikanische Union, afrikanische Reformstaatengemeinschaft NEPAD, Europäische Kommission, Internationaler Währungsfonds, OECD, Internationale Energieagentur, Internationale Arbeitsorganisation, Welternährungsorganisation, Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen.

Themen und Ergebnisse[Bearbeiten]

Auf der Agenda der G8 standen der Klimawandel, Energie, Entwicklungszusammenarbeit, Geistiges Eigentum sowie der Heiligendamm-Prozess. Der Beschluss zur CO₂-Reduktion sieht vor, die weltweiten Emissionen bis zum Jahr 2050 gegenüber 1990 zu halbieren.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIl governo sposta il G8 all'Aquila. La Repubblica, 23. April 2009, abgerufen am 4. Juli 2009 (italienisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatL’Aquila planiert für Obama ein Basketballfeld. Tagesanzeiger, 3. Juli 2009, abgerufen am 4. Juli 2009 (deutsch).
  3. Italy, L'Aquila: the security measures for the G8. Avionews. 8. Juli 2009.
  4. Fritz Vorholz: "Die Industriestaaten haben auf dem G-8-Gipfel die Ungleichheit im CO2-Ausstoß zementiert". DIE ZEIT Nr. 30, 16. Juli 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: G8-Gipfel in L’Aquila 2009 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien