Gossau ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Gossauf zu vermeiden.
Gossau
Wappen von Gossau
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Hinwilw
BFS-Nr.: 0115i1f3f4
Postleitzahl: 8625
UN/LOCODE: CH GOS
Koordinaten: 699665 / 24055447.3083318.756669455Koordinaten: 47° 18′ 30″ N, 8° 45′ 24″ O; CH1903: 699665 / 240554
Höhe: 455 m ü. M.
Fläche: 18.28 km²
Einwohner: 9714 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 531 Einw. pro km²
Website: www.gossau-zh.ch
Ansicht vom Pfannenstiel, Wetzikon im Bildhintergrund links

Ansicht vom Pfannenstiel, Wetzikon im Bildhintergrund links

Karte
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Gossau [ˈɡoːsau̯] ist eine Politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Sie liegt im Zürcher Oberland und im oberen Glatttal zwischen Wetzikon und Forch.

Geographie[Bearbeiten]

Gossau ZH grenzt im Westen an den Bezirk Uster, im Norden an Wetzikon, im Osten an Bubikon und im Süden an Grüningen. Zur Gemeinde Gossau gehören die Ortschaften resp. Aussenwachten Bertschikon, Grüt, Ottikon und Herschmettlen sowie weitere Weiler wie der Hellberg oder die Brüschweid.

Gossau und seine Wachten liegen eingebettet in eine von über 150 Drumlins geprägten Landschaft, ein Überbleibsel aus der Eiszeit. Auf den bewaldeten Hügeln und in den moordurchzogenen Senken entwickelten sich nach und nach die Siedlungen.

Die Luftdistanz zur Stadt Zürich beträgt 18 Kilometer, die Gemeindegrenze ist 27.2 Kilometer lang, Staats- und Gemeindestrassen umfassen 98 Kilometer und Flurstrassen 120 Kilometer. Von der Gemeindefläche dienen 66,4 % der Landwirtschaft, 14,1 % sind mit Wald bedeckt, 5,3 % sind Strassen und 13.7 % Siedlungsgebiete, Gewässer nehmen 0,1 % der Fläche in Anspruch (2010).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Gold ein steigender roter Fischotter und ein schwarzes, mit einem silbernen Ball belegtes Schildhaupt

Dieser silberne Ball ist auf eine wohlhabende Familie zurückzuführen, die früher in Gossau wohnte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1634 1730 1870 1910 1941 1960 1970 1980 1990 2000 2003 2006 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Einwohner 875 1'649 3'089 2'339 2'387 3'276 4'789 4'892 7'157 8'796 8'994 9'353 9'389 9513 9599 9681 9754 9811

In Gossau gibt es 4671 Haushalte (2012). Der Ausländeranteil beträgt 13,41 % (2012). Steuerfuss (ohne Kirchen): 119 %. (2014)

Religion[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2013 gehörten 44,59 % der Bevölkerung der evangelisch-reformierten Kirche und 25,18 % der römisch-katholischen Kirche an.[2]

In Gossau gibt es auch die Freikirche Chrischona[3] sowie die Neuapostolische Kirche.[4]

Politik[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sind das oberste Organ der Politischen Gemeinde. Sie wählen den Gemeinderat, die Rechnungsprüfungskommission, die Sozialbehörde und entscheiden an der Urne oder in der Gemeindeversammlung über die wichtigsten Geschäfte der Gemeinde. Bei den Nationalratswahlen 2007 wählten die Gossauer Stimmberechtigten mit folgenden Parteistärken: SVP 40,3 %, SP 14,4 %, FDP 10,3 %, EVP 8,3 %, CVP 7,5 %, GP 6,7 %, GLP 6,5 %, EDU 5,1 %, SD 0,4 % und AL 0,3 %.

Exekutive[Bearbeiten]

Alle vier Jahre wählen die Stimmberechtigten an der Urne einen derzeit neunköpfigen Gemeinderat (inkl. Präsident). Gemeindepräsident ist Jörg Kündig (FDP Stand 2014). [5]

Kantonsrat[Bearbeiten]

Im Zürcher Kantonsrat ist Gossau vertreten durch: Patrick Hächler (CVP), Cornelia Keller (BDP), Jörg Kündig (FDP) und Marcel Lenggenhager (BDP).[6]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Jörg Kündig (FDP, Stand 2014).

Mitglieder des Gossauer Gemeinderats (2014–2018)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Jörg Kündig 1994 Gemeindepräsident FDP
Daniel Baldenweg 1998 Hochbau und Planung EVP
Salvatore Giorgiano 2014 Sicherheit parteilos
Marc Huber 2002 Tiefbau parteilos
Elisabeth Pflugshaupt 2014 Liegenschaften, Betriebe, Kultur und Sport SVP
Sylvia Veraguth Bamert 2010 Gesellschaft PFP (Politisches Frauenpodium Gossau)
Heinrich Wintsch 1990 Umwelt SVP

Geschichte[Bearbeiten]

Bauernhof in Gossau im Jahre 1809

Im Jahr 824 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als Cozesouva (die Aue des Coz des Goten). Wie in der damaligen Zeit üblich, gehörte das heutige Gossauer Gemeindegebiet immer wieder anderen Herren: Bereits um 777 baute das Kloster St. Gallen die erste Kirche, und zwar dort, wo heute noch die Kirche steht, und richtete die grösste Kirchgemeinde im Zürcher Oberland ein. Dieses Machtzentrum stand indes stets in Abhängigkeit von einem Grundherrn. Die Gossauer Rechte wechselten nach der Kirchengründung recht oft die Hand und kamen abwechslungsweise in weltlichen und dann wieder in kirchlichen Besitz. 1416 landeten sie beim Kloster Rüti, doch bereits 1442 übernahm der Stadtstaat Zürich das politische Zepter in Gossau und hielt die Macht bis 1798. Danach wurde das Ancien Régime durch Napoleons Truppen gestürzt.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die Verkehrserschliessung, der Bevölkerungszuwachs und die Wohnqualität machen die Gemeinde Gossau für Industrie, Gewerbe und Dienstleister/innen zu einem interessanten Standort. Trotz der ländlichen Umgebung sind die Städte Zürich, Winterthur, Rapperswil und der internationale Flughafen Kloten in 20 bis 30 Fahrminuten erreichbar. 2005 existierten in Gossau 342 Betriebe, die insgesamt 1967 Personen beschäftigten, hauptsächlich im Industrie-, Handels- und Dienstleistungssektor.

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Gossau besitzt keinen eigenen Bahnhof, ist aber über Buslinien an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

Individualverkehr[Bearbeiten]

Im Bereich Schnellstrassen ist Gossau durch die kantonale Autostrassen A52 (Forchautostrasse) respektive A53 (Oberlandautobahn bis Uster) erschlossen. Ein feinverzweigtes kantonales und kommunales Strassennetz führt in jeden Winkel der grossflächigen Gemeinde.

Schule[Bearbeiten]

Gossau verfügt über geleitete Schulen. Auf dem Gemeindegebiet verteilt befinden sich neun Kindergärten, sechs Primarschulhäuser und ein Oberstufenschulhaus. Das Lang- oder Kurzzeitgymnasium kann an der Kantonsschule Zürcher Oberland(KZO) in Wetzikon besucht werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche Gossau

Reformierte Kirche Das Wahrzeichen von Gossau ist die hoch über der Gemeinde thronende reformierte Kirche. Sie hat einen zentral stehenden Taufstein aus tiefschwarzem Marmor. Schon im 8. Jahrhundert wurde an diesem Platz die erste Kirche erbaut.

Aussichtspunkt Gerbel Ein Aussichtspunkt ist der Gerbel bei Herschmettlen: Von diesem höchsten Punkt des Glatttals soll man (angeblich) 24 Kirchtürme zählen können.

Drumlinlandschaft Von den über 150 Drumlins (Grundmoränenhügel aus der Eiszeit) im oberen Glatttal befinden sich 50 auf Gossauer Gemeindegebiet. Besonders typisch ist der Drumlin Ottiker Büel in der Wacht Unterottikon.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Jakob Falk (* 15. oder 16. Jahrhundert; † 5. September 1528 in Zürich), Märtyrer der Täuferbewegung
  • Ernst Brugger (* 10. März 1914; † 20. Juni 1998), Bundesrat
  • Jakob Zollinger (* 26. Juni 1931; † 2010) Dr. h.c., Dorfhistoriker und Chronist[7][8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gossau – Deine Heimat, Band 1 bis 12: Gossauer Geschichte vom Beginn bis heute - Historische Spaziergänge: Sechs Streifzüge durch die Geschichte Gossaus.
  • Gossau – Von bitterer Armut zum beliebten Wohnort: Ortsgeschichte der Gemeinde Gossau ZH

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gossau ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  3. http://chrischona-gossau.ch/ (abgerufen am 27. Februar 2012).
  4. http://www.gossau-zh.ch/gossau/kirchen.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  5. Gemeindepräsident Gossau In: Zürcher Oberländer. 30. März 2014. Abgerufen am 30. März 2014.
  6. Polit-Hochburg in alter Stärke. In: Zürcher Oberländer. 5. April 2011. Abgerufen am 12. April 2011.
  7. zo-online.ch: Verlust für Heimatkunde (Hinwil Gossau , ZO-Online), Zugriff am 16. April 2010
  8. tagesanzeiger.ch: Jakob Zollinger - ein Oberländer Flarzbueb mit grossem Herzen - Zürich - tagesanzeiger.ch, Zugriff am 16. April 2010