Neuapostolische Kirche

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Neuapostolische Kirche
Logo der NAK: weißes Kirchenemblem auf hellblauem Hintergrund
Kirchenemblem
Basisidaten
Gründung 27. Januar 1863 in Hamburg
Ursprung Katholisch-apostolische Gemeinden
↳ Allgemeine christliche apostolische Mission
↳ Neuapostolische Kirche
Mitglieder 10,0 Millionen (Stand: 2013)[1]
Deutschland: 350.000 (0,43 %)[2]
Österreich: 5.000, Schweiz: 34.000 (Stand: 2012)[3]
Gemeinden weltweit: 61.389[1]
Deutschland: 2.200[2]
Oberhaupt Stammapostel Jean-Luc Schneider (seit 2013)
Anschrift Neuapostolische Kirche International (NAKI)
Überlandstrasse 243
8051 Zürich (Schweiz)
Website www.nak.org

Die Neuapostolische Kirche (abgekürzt NAK, im Englischen New Apostolic Church (NAC) und im Französischen Église néo-apostolique (ENA)) ist eine christliche Religionsgemeinschaft, die sich Ende des 19. Jahrhunderts von Hamburg aus entwickelt hat und in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts (K.d.ö.R.) anerkannt ist.

Keimzelle war die Allgemeine christliche apostolische Mission in Hamburg, eine 1863 von den katholisch-apostolischen Gemeinden abgespaltene Gemeinschaft, aus der weitere Apostolische Gemeinden entstanden, welche sich später größtenteils zur Neuapostolischen Kirche formierten. Die NAK sieht das in der urchristlichen Kirche noch vorhandene Apostelamt in ihrer Kirche wieder aufgerichtet. Zu ihren wichtigen Glaubensanschauungen gehört die Erwartung der Wiederkunft Christi in naher Zukunft.

Kirchengebäude mit Emblem in Karlsruhe
Neuapostolische Kirche in Gröbenzell 48.19785111.371686
Neuapostolisches Gotteshaus in Otterndorf
Neuapostolische Kirche im Township Hornlee in Knysna, Südafrika

Das Emblem der Neuapostolischen Kirche stellt ein über stilisierten Wellen schwebendes Kreuz dar, am Horizont geht die Sonne auf. Den einzelnen Elementen dieser Symbolik sind keine weitergehenden Bedeutungen zugedacht, sie sollen allgemein als Verweis auf die christliche Kirche stehen. [4]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die neuapostolische Kirche hatte 1995 weltweit 8,29 Mio. Mitglieder, 1970 waren es erst 1,71 Mio.[5] Die Kirche selbst gibt ihre aktuelle Mitgliederzahl mit 10 Millionen an und ist in Deutschland mit rund 350.000 Mitgliedern (oder 0,43 % der Gesamtbevölkerung) nach den Orthodoxen Kirchen die viertstärkste christliche Konfession.[1][2]

Neben dem deutschsprachigen Raum (Schweiz: 36.000; Österreich: 5.000) ist sie in Zentralafrika, dort speziell in Angola, der Demokratischen Republik Kongo und Sambia, in Südafrika, in Nordamerika, in Australien sowie in einigen asiatischen Ländern, hauptsächlich in Indien, verbreitet. Die Zahl der Gemeinden wächst aufgrund der Missionstätigkeit vor allem in Afrika, wo die NAK heute einen Großteil ihrer Mitglieder hat, stetig an, während sie in Mitteleuropa, Amerika und Asien rückläufig ist. Im Jahr 2014 gibt es weltweit 354 aktive Apostel. [6]

Lehre[Bearbeiten]

Als apostolische Gemeinschaft wird die Neuapostolische Kirche geistlich und organisatorisch durch Apostel geleitet, die den biblischen Aposteln gleichgesetzt werden. Das Ziel der neuapostolischen Christen ist es, bei der Wiederkunft Jesu Christi, die im Mittelpunkt des neuapostolischen Glaubens steht, in die ewige Gemeinschaft mit Gott geführt zu werden.

Die Lehre basiert auf der Bibel, wobei das Gesamtverständnis des Evangeliums durch die Apostel interpretiert wird. Dies entspricht in etlichen Ansichten den Auslegungen anderer Kirchen, jedoch beispielsweise nicht in der Lehre von der Versiegelung und den Vorstellungen über das Entschlafenenwesen.

Die Apostel der Neuapostolischen Kirche sind für die gesamte Kirche Jesu Christi gesetzt und verstehen sich somit als Nachfolger der ersten Apostel Jesu von Nazaret. Ihre Aufgabe ist es, die Kirche Christi aufzubauen und als Missionare den Menschen das Evangelium zu verkünden. Sie sollen heilsverlangenden Menschen die Erlösung zugänglich machen und sind unerlässlich, um die Gläubigen auf das Wiederkommen Jesu und das ewige Leben vorzubereiten.[7]

Nach dem Verständnis der Neuapostolischen Kirche ist das Apostelamt notwendig, um die Wiederkunft Jesu Christi mit anschließender „Hochzeit im Himmel“ mitzuerleben. Dies ist den in der Bibel genannten 144.000 Auserwählten (Offb 14,1 LUT) möglich, wobei diese Zahl symbolisch zu sehen sei.[8] Auch andere Gläubige können vor Gott Gnade finden. Es wird betont, dass das Apostelamt nur bis zur Wiederkehr Christi wirken soll. Für die Frage, wer im Endgericht Heil erlangen wird, spielt das Apostelamt keine Rolle. Diese Feststellung ist wichtig, weil große Teile der Christenheit auf dieses Endgericht warten. Zu deren Glaubenshaltung steht die NAK laut eigener Einschätzung nicht im Widerspruch.[9]

Sakramente[Bearbeiten]

Hostie, wie sie zum Heiligen Abendmahl verwendet wird. Sie steht als Verbindung von Brot und Wein für den Leib und das Blut Christi, aufgeprägt sind Alpha und Omega.

Die Neuapostolische Kirche kennt drei Sakramente: Heilige Wassertaufe, Heiliges Abendmahl und Heilige Versiegelung.

Taufe und Versiegelung werden an jedem Mitglied einmal vollzogen und gelten als heilsnotwendig, vorbehaltlich der souveränen Entscheidung Gottes. Beide Sakramente zusammen bewirken die sogenannte „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“. Durch die Wassertaufe wird nach neuapostolischem Verständnis „die erste und grundlegende Gnadenmitteilung an dem Menschen, der an Christus glaubt“ vollzogen.[10] Sie bewirkt außerdem die Abwaschung der Erbsünde.

Die Versiegelung, die Taufe mit Heiligem Geist, wird als Übermittlung der Gaben des Heiligen Geistes verstanden und bewirkt erst die „Gotteskindschaft“.

Das Heilige Abendmahl wird in jedem Gottesdienst gefeiert, dazu werden Hostien mit drei getrockneten Weintropfen verwendet. Berechtigt zur Teilnahme am Heiligen Abendmahl sind grundsätzlich alle getauften neuapostolischen Christen, also auch Kinder. Formgerecht Getaufte anderer Konfessionen dürfen gastweise an den Abendmahlsfeiern teilnehmen.[11]

Entschlafenenwesen[Bearbeiten]

Eine konfessionelle Besonderheit stellt die Lehre über Verstorbene dar. Dreimal jährlich findet ein „Gottesdienst zum Gedenken an die Entschlafenen“ statt, in welchem die Sakramente den Seelen verstorbener Menschen, vertreten durch zwei Amtsträger, durch einen Apostel gespendet werden.

Das Abendmahl wird in gleicher Weise jeden Sonntag in Gottesdiensten, die von Bezirksaposteln oder vom Stammapostel geleitet werden, verstorbenen „Berechtigten“ (die vor Gott Gnade gefunden haben) gespendet.

Die Bibel[Bearbeiten]

Neuapostolische Kirche in Bad Oeynhausen (Nachtaufnahme, 2012)
Neuapostolisches Gotteshaus in Dortmund-Lanstrop

Der Bibel (einschließlich der Apokryphen) wird eine besondere Autorität zugeschrieben, da sie durch vom Heiligen Geist inspirierte Menschen geschrieben und zusammengetragen wurde. Die Apostel haben die Aufgabe über die richtige Auslegung zu wachen, wozu sie der Heilige Geist befähigt.[12]

Norm setzend sind vor allem die Aussagen des Neuen Testaments, besonders die Worte Jesu und die Apostelbriefe. Aussagen über einzelne Bibelbücher oder Bibelstellen, aber auch die Aussagen der heute lehrenden Apostel und Amtsträger der Kirche müssen in der Heiligen Schrift verankert sein. Die Lehre und ihre Verkündigung dürfen nicht im Widerspruch zu den Aussagen in der Heiligen Schrift stehen.[13]

In deutschsprachigen Ländern wird die Lutherbibel verwendet, seit 1998 die 1984er Revision, wie sie auch in der Evangelischen Kirche Verwendung findet.

Das neuapostolische Glaubensbekenntnis[Bearbeiten]

Das neuapostolische Glaubensbekenntnis fasst die für die neuapostolische Kirche verbindlichen Grundlagen der Lehre in den folgenden zehn Glaubensartikeln zusammen:[14]

  1. Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
  2. Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben, begraben, eingegangen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er wiederkommen.
  3. Ich glaube an den Heiligen Geist, die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
  4. Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat und noch sendet bis zu seinem Wiederkommen mit dem Auftrag zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.
  5. Ich glaube, dass die von Gott für ein Amt Ausersehenen nur von Aposteln eingesetzt werden, und dass aus dem Apostelamt Vollmacht, Segnung und Heiligung zu ihrem Dienst hervorgehen.
  6. Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist ist und dass dadurch der Täufling aufgenommen wird in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen.
  7. Ich glaube, dass das Heilige Abendmahl zum Gedächtnis an das einmal gebrachte, vollgültige Opfer, an das bittere Leiden und Sterben Christi, vom Herrn selbst eingesetzt ist. Der würdige Genuss des Heiligen Abendmahls verbürgt uns die Lebensgemeinschaft mit Christus Jesus, unserm Herrn. Es wird mit ungesäuertem Brot und Wein gefeiert; beides muss von einem vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden.
  8. Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.[14]
  9. Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist, und die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet wurden, zu sich nimmt; dass er nach der Hochzeit im Himmel mit diesen auf die Erde zurückkommt, sein Friedensreich aufrichtet und sie mit ihm als königliche Priesterschaft regieren. Nach Abschluss des Friedensreiches wird er das Endgericht halten. Dann wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und bei seinem Volk wohnen.
  10. Ich glaube, dass ich der weltlichen Obrigkeit zum Gehorsam verpflichtet bin, soweit nicht göttliche Gesetze dem entgegenstehen.

Die ersten drei Artikel entsprechen im Wesentlichen dem apostolischen Glaubensbekenntnis (Apostolikum), die weiteren Artikel den spezifischen Lehren der neuapostolischen Kirche.

Das Glaubensbekenntnis findet keinen Gebrauch in der Liturgie.

Sünde und Sündenvergebung[Bearbeiten]

Wie in anderen christlichen Theologien, unterscheidet man auch im neuapostolischen Glaubensverständnis zwischen den Begriffen der Schuld und der Sünde. Allgemein ist alles Sünde, was dem Willen und Wesen Gottes entgegensteht. Dieser Wille Gottes wird deutlich in den Zehn Geboten und allgemein im Gebot der Nächstenliebe. Außerdem sündigt, wer nicht an Jesus Christus glaubt (Joh 16,9 LUT), und wer es wissentlich unterlässt, Gutes zu tun (Jak 4,17 LUT).[15]

Aus der Sünde resultiert wiederum eine Schuld, deren Schwere allein Gott bemisst. Ausschlaggebende Faktoren können unter anderem die allgemeine Lebenssituation, staatliche Rechtsnormen oder krankhafte Veranlagungen sein. Anders als Sünde ist Schuld demnach relativierbar, sie kann im Einzelfall gegen Null gehen oder „zum Himmel schreien“.[16]

Eine Besonderheit der apostolischen Gemeinschaften stellt die „Freisprache“ (Proklamation) dar, bei der den Gläubigen die Vergebung der Sünden (Absolution) im Gottesdienst zugesprochen wird. Ein öffentliches Sündenbekenntnis ist dafür nicht erforderlich und auch nicht Teil der Liturgie. Eine persönliche Beichte ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich und stellt daher kein eigenständiges Sakrament dar.

Entwicklung von Kirchenlehren[Bearbeiten]

Manche Lehren werden, auch zum Kirchenverständnis, von innerkirchlichen Gremien (Projektgruppen) bezüglich der Authentizität und des Hintergrund- bzw. Sprachverständnisses überarbeitet, unter anderem durch Verwendung von Quellen der großen Kirchen. Das führt zu Korrekturen bzw. deutlichen Abgrenzungen von Lehren. Stammapostel Wilhelm Leber bezeichnete diese Lehrkorrekturen als „Schärfungen“. Am 4. Dezember 2007 wurde für die Außendarstellung ein sieben Punkte umfassendes Selbstbild veröffentlicht, das Außenstehenden den neuapostolischen Glauben erläutern soll.

Im Dezember 2012 wurde mit dem neuen Katechismus eine umfassende Darstellung des neuapostolischen Glaubens veröffentlicht. Der Katechismus soll nicht nur Lehrwerk für die Gläubigen sein, sondern auch als Grundlage im Dialog mit anderen christlichen Kirchen dienen.[17]

Die Neuapostolische Kirche sieht sich selbst als unpolitisch und enthält sich daher weitestgehend parteipolitischer Stellungnahmen. Dem gesellschaftlichen Geschehen folgend, muss auch sie sich aktuellen Fragestellungen widmen. So wird der einzelne homosexuelle Mensch als Geschöpf Gottes ethisch akzeptiert, doch homosexuelle Handlungen werden aufgrund der christlichen Traditionen für nicht gut geheißen. Es wird jedoch betont, dass allein Gott ermisst, ob ein Mensch dadurch Schuld auf sich lädt. Gegen diesen Standpunkt der Kirche regt sich auch innerkirchlich Widerstand (siehe Regenbogen-NAK). In der Neuapostolischen Kirche sind seit Ende 2011 Segnungsgebete außerhalb eines Gottesdienstes für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt.[18]

Der Organ- bzw. Blutspende steht die NAK positiv gegenüber, da dadurch unter Umständen Menschenleben gerettet werden. Die Kirche schließt sich der üblichen medizinischen Auffassung an, dass der Tod des Menschen mit seinem Hirntod eintritt. Ab diesem Zeitpunkt können die Organe entnommen werden, sofern der Patient oder seine Angehörigen dazu eine Einwilligung gegeben haben.
Das Klonen menschlichen Lebens lehnt die Kirche aus ethischen Gründen ab, es kann zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden, sofern dazu keine embryonalen Stammzellen verwendet werden.

Empfängnisverhütung wird von der Kirche nicht abgelehnt, man sieht Sexualität zwischen Ehepartnern sogar als „gottgewollt“ an, auch wenn sie nicht zur Zeugung neuen Lebens dienen soll. Lediglich Mittel, die zur Abtötung von bereits befruchteten Eizellen oder zum Schwangerschaftsabbruch führen, lehnt die Kirche strikt ab.[19]

Gottesdienst und Praxis[Bearbeiten]

Liturgie[Bearbeiten]

Altaransicht in der neuapostolische Kirche Coswig (Anhalt), 2007
Altarraum48.1978411.371472

Die Liturgie der neuapostolischen Kirche entsprach anfänglich (bis etwa 1885) der der katholisch-apostolischen Gemeinden, die starke Elemente des Ritus' der katholischen und anglikanischen Kirchen enthielt.

Unter dem Einfluss des niederländischen Calvinismus verlagerte sich der gottesdienstliche Schwerpunkt um 1885 auf den Wortgottesdienst (hoher Predigtanteil). Vereinzelt finden sich noch Rudimente der katholisch-apostolischen Tradition in der neuapostolischen Liturgie. Bis 1998 wurde das Abendmahl nur am Sonntag und kirchlichen Feiertagen gefeiert, seit 1998 findet auch in den wöchentlichen Gottesdiensten eine Abendmahlsfeier statt.

Seit dem 1. Advent 2010 finden die Gottesdienste in der folgenden, zu der vorherigen leicht erweiterten Liturgie statt.[20]

Schematischer Ablauf eines Gottesdienstes[Bearbeiten]

Geöffnetes Abendmahlsgefäß (Ziborium) mit Hostien, bestehend aus einem Kelch, einem Einlegeteller (der Patene) und dem Deckel.
Der Kelch steht auf einer Koporale (einem kleinen Deckchen), deren Benutzung heute aber eher selten ist.

Vor dem Beginn des eigentlichen Gottesdienstes

  • Musikbeiträge (Orgelmusik, Chorgesang oder Instrumentalmusik)
  • evtl. Ruhephase zur persönlichen Einstimmung auf den Gottesdienst

Gottesdienstbeginn

  • die Gemeinde erhebt sich zu einem Gemeindelied, unterdessen Einzug der Amtsträger in das Kirchenschiff, der Gottesdienstleiter nimmt seinen Platz hinter dem Altar ein
  • Trinitarischer Eingang:
„In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
  • Eingangsgebet des Dienstleiters
  • Verlesen eines Bibelwortes für den Gottesdienst, die Gemeinde nimmt anschließend wieder Platz
  • Musikbeitrag (meistens Chorgesang, aber auch Gemeindelied, Solo- oder Instrumentalstück)
  • Bibellesung (an Hochfesten im christlichen Kirchenjahr, z. B. Ostern, Weihnachten etc.), anschließend eventuell ein weiterer Musikbeitrag

Predigtteil

  • Predigt des Dienstleiters
  • Musikbeitrag (meist Chorgesang oder Gemeindelied)
  • Predigtzugaben weiterer Amtsträger

Sakramentsteil

  • Absolution
    • Gemeinsames Singen eines Bußlieds
    • Die Gemeinde erhebt sich zum Gebet des Unser Vaters
    • Freisprache (Proklamation)
    „Im Auftrag meines Senders, des Apostels, verkündige ich euch die frohe Botschaft:
    In dem Namen unseres Herrn Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, sind euch die Sünden vergeben.
    Der Friede des Auferstandenen sei mit euch!“
    • Opfergebet
  • anschließend eventuell
  • Feier des Heilgen Abendmahls
    „In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, sondere ich aus Brot und Wein zum Heiligen Abendmahl und lege darauf das einmal gebrachte, ewig gültige Opfer Jesu Christi.
    Denn der Herr nahm Brot und Wein, dankte und sprach:
    Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das ist mein Blut des neuen Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Esst und trinkt! Das tut zu meinem Gedächtnis.
    Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von diesem Wein trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt.“
    (nach 1 Kor 11, 23-26 LUT)
    • Darreichung der Hostien (eher unüblich: Kommunion) zunächst an die Amtsträger, dabei werden die Hostien in die Hände der jeweiligen Empfänger gelegt („Der Leib und das Blut Jesu für dich gegeben.“)
    • nach einer Einladung der Gemeinde zum Abendmahl werden die Hostien auch dieser gespendet, währenddessen Gemeinde-/Chorgesang oder Orgelmusik
    • nur bei Gottesdiensten der Apostel: Spendung des Abendmahls für die Entschlafenen
    • Zudecken der Abendmahlskelche
  • anschließend eventuell Segenshandlungen, zum Beispiel:
    • Trauungen, Hochzeitsjubiläen
    • Ordinationen oder Ruhesetzung von Amtsträgern usw.

Gottesdienstabschluss

  • Dankgebet
  • Zusage des Segens (sog. Schlusssegen):
„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2 Kor 13,13 LUT)
  • „dreifaches Amen“ als liturgischer Gesang der Gemeinde
  • Abschluss des Gottesdienstes mit einem Musikbeitrag

Anmerkung: Die kursiv formatierten Zitate stellen jeweils den offiziellen Wortlaut der liturgischen Formeln im deutschen Sprachraum dar. Daneben existieren noch weitere solcher Formulierungen, beispielsweise für Segens- und Sakamentshandlungen.

Die Predigten nehmen im Gottesdienst gewöhnlich den zeitlich größten Teil ein. Sie werden mit einem „Amen“ abgeschlossen, welches – anders als in anderen Kirchen – von der gesamten Gemeinde erwidert wird.

Predigt[Bearbeiten]

Alle Amtsträger predigen ohne Manuskript. Zur Vorbereitung auf den Gottesdienst dient die monatlich von der Kirchenleitung herausgegebene Schrift Leitgedanken zum Gottesdienst. Dieses Informationsblatt bietet dem Dienstleiter eine strukturelle Einführung in die Thematik, darunter Hintergrundwissen zur Bibelstelle, geschichtliches Wissen sowie Quer- und Literaturverweise. Außerdem werden mehrere Gottesdienste zu einem Gesamtthema zusammengefasst. Die Predigen der einzelnen Gottesdienste behandeln jeweils einzelne Unteraspekte dieses Themas.

Die beauftragten Amtsträger predigen ohne die Anforderung einer besonderen Ausbildung oder theologische Fortbildung, es soll in direkter Weise der Heilige Geist durch sie sprechen. Kritikern zufolge führte dies in der Vergangenheit allerdings zu einer Überforderung der theologisch nicht ausgebildeten Prediger und zu einer klischeebeladenen, floskelhaften Wiederholung weniger, immer gleicher Inhalte. Um dem entgegenzuwirken, wurden vermehrt kirchliche Seminare zur Predigtvorbereitung angeboten und theologische Schulungen durchgeführt.

Die Anzugsordnung für predigende Amtsträger sieht einen schwarzen Anzug über weißem Hemd vor. Die Predigten werden ausschließlich vom Altar aus gehalten, wobei dieser auch als Lesepult für Bibellesungen dient. Der jeweils Predigende steht also hinter dem Altar.

Kirchenjahr[Bearbeiten]

Das neuapostolische Kirchenjahr beginnt, der christlichen Tradition folgend, mit den vier Sonntagen im Advent und orientiert sich in seinem Verlauf stark am evangelischen Jahreszyklus. Jedoch werden kleinere Feste und Gedenktage des Heiligenkalenders, wie beispielsweise Allerheiligen oder der Gedenktag des Apostels Andreas nicht begangen. Im Laufe der Kirchengeschichte sind auch aus organisatorischen Gründen einige Gottesdienste an Feiertagen entfallen, so zum Beispiel der zweite Weihnachtsfeiertag, die Erscheinung des Herrn (Epiphanias) und Gründonnerstag. Statt nur am Ewigkeitssonntag, gedenken neuapostolische Christen dreimal im Jahr im sogenannten Entschlafenengottesdienst besonders der Verstorbenen (siehe Entschlafenenwesen). Das Reformationsfest und der Buß- und Bettag werden nur in überwiegend protestantischen Regionen begangen, sofern sie auf einen regulären Gottesdienst fallen oder gesetzlicher Feiertag sind.

Liturgische Farben und Symbole finden in der Neuapostolischen Kirche keine besondere Verwendung.

Gemeinschaft und Gottesdienstbesuch[Bearbeiten]

Von den in den Kirchenbüchern registrierten Mitgliedern besuchen je nach Gemeinde 20 bis 100 Prozent regelmäßig die Gottesdienste, wobei der Kirchenbesuch gerade in den europäischen Ländern rückläufig ist. Gläubige, welche regelmäßig die Gottesdienste besuchen, beteiligen sich meist auch rege am Gemeindeleben und zeichnen sich durch ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl aus. Es existiert eine ausgeprägte Kinder-, Jugend- und Seniorenbetreuung. Zudem sind oft gepflegtes Auftreten und formelle Kleidung üblich.

Kirchenmusik[Bearbeiten]

Das Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche
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In den neuapostolischen Gottesdiensten findet seit 2005 das Gesangbuch der Neuapostolischen Kirche Verwendung. Es beinhaltet Werke verschiedener musikalischer Epochen. Die Lieder und Texte sind größtenteils auch im Liedgut anderer Konfessionen zu finden, daneben Existieren auch „neuapostolische“ Werke. Bedeutende neuapostolische Kirchenmusiker waren bzw. sind Hermann Ober, Friedhelm Deis, Holger Hantke und Gustav Mankel.

Organisation[Bearbeiten]

Amtshierarchie und Beauftragung[Bearbeiten]

Die Kirche unterscheidet Amt und Beauftragung. Die Ordination von Ämtern erfolgt ausschließlich durch Apostel an Männern. Beauftragungen betreffen Funktionen in der Struktur und setzen nur teilweise eine Ordination voraus. Dazu zählen die organisatorische Leitung von Gemeinden und Kirchenbezirken, Lehrtätigkeiten oder beispielsweise die fachliche Beratung im Bereich der Musik.

Die Hierarchie umfasst in absteigender Reihenfolge drei Amtsgruppen:

An der Spitze der neuapostolischen Kirche steht seit dem 19. Mai 2013 Stammapostel Jean-Luc Schneider. Der Stammapostel leitet die Kirche von ihrem Hauptsitz in Zürich aus und entscheidet über alle Angelegenheiten, die die Gesamtkirche betreffen, vornehmlich in Fragen der Lehre und Seelsorge. Zur Entscheidungsfindung bedient er sich der Bezirksapostelversammlung oder anderer von ihm eingesetzter Gremien.[22]

Stammapostel der neuapostolischen Kirche waren bzw. ist:

Dem Stammapostel unterstellt sind die Bezirksapostel, welche die jeweiligen Gebietskirchen leiten. Ihnen sind weitere Apostel zugeordnet, die in einigen Fällen als sogenannte „Bezirksapostelhelfer“ beauftragt werden. Der Stammapostel und die Bezirksapostel kommen regelmäßig zu Bezirksapostelversammlungen zusammen, um über organisatorische, theologische und seelsorgerische Fragen zu beraten. Zusätzlich findet alle drei Jahre eine internationale Vollversammlung sämtlicher Apostel statt.

Bei der Erfüllung regionaler Aufgaben helfen den Aposteln Bischöfe, Bezirksälteste und Bezirksevangelisten. Das Zentrum des kirchlichen Lebens sind die einzelnen Gemeinden. Mit ihrer Leitung beauftragen die Apostel Hirten, Evangelisten oder Priester. Diese Gemeindevorsteher werden von weiteren Priestern sowie Diakonen unterstützt.

Alle Amtsträger sind Männer und haben bis auf Einzelfälle keine theologische Ausbildung. Sie arbeiten in der Regel ehrenamtlich, nur die Apostel und Bischöfe sind Angestellte der Kirche.

Zu den Aufgaben eines jeden Amtsträgers gehören die Betreuung der ihm zur Seelsorge anvertrauten Gläubigen und die Verkündigung des Evangeliums Christi.

Amtsinhaber können sich von ihrem freiwillig übernommenen Auftrag vorübergehend beurlauben lassen oder ihn niederlegen.

Eine Frauenordination ist in der Neuapostolischen Kirche nicht bekannt. Jedoch nehmen Frauen oft Lehrtätigkeiten in den Kinder- bzw. Konfirmandenunterrichten sowie leitende Aufgaben im Musikwesen wahr. In den Anfangsjahren der Kirche (offiziell bis 1952) gab es das Amt der Diakonissin oder Diakonisse, welches in seinem Aufgabenbereich dem des Diakons entsprach.[23]
Vor allem in der westlichen Welt wird das Thema der Frauenordination des Öfteren angestoßen. Die Kirche hält aber dagegen, das Frauen in führenden geistlichen Stellungen in vielen Gegenden der Erde oft nicht die ausreichende Anerkennung finden. Um möglichst weltweit gleiche Regelungen zu haben, werden Frauen daher wohl auch in naher Zukunft keine geistlichen Aufgaben übernehmen können.[24]

Struktur[Bearbeiten]

Neuapostolische Kirche in Augsburg
Neuapostolische Kirche auf Norderney

Der Hauptsitz der Neuapostolischen Kirche International (NAKI), und damit der Sitz des Stammapostels, befindet sich in Zürich.[25]

Die Neuapostolische Kirche ist in rechtlich selbstständige Gebietskirchen aufgeteilt, die von den Bezirksaposteln geleitet werden. Bezüglich der Glaubenslehre sind die Bezirksapostel dem Stammapostel unterstellt. Es ist möglich, dass mehrere Gebietskirchen von einem Bezirksapostel geleitet werden; sie werden dann als Bezirksapostelbereich bezeichnet. In Deutschland gibt es zehn Gebietskirchen in sechs Bezirksapostelbereichen. Die Gebietskirche Österreich gehört mit der Gebietskirche Schweiz zu einem Bezirksapostelbereich. Rechtlich sind die Gebietskirchen in Deutschland Körperschaften des öffentlichen Rechts, in der Schweiz ist sie ein Verein und in Österreich eine Religionsgesellschaft.

Die Gebietskirchen sind in rechtlich unselbstständige Bezirke untergliedert, die ihrerseits in ebenfalls rechtlich unselbstständige Gemeinden aufgeteilt sind. Die Leitung eines Bezirkes bzw. einer Gemeinde obliegt einem Bezirks- bzw. Gemeindevorsteher. Etwa zehn bis dreißig Gemeinden bilden einen Bezirk. Ein Apostel und ein Bischof betreuen in der Regel drei bis sechs Bezirke.

Finanzen[Bearbeiten]

Eine Kirchensteuer wird von den neuapostolischen Gebietskirchen in Deutschland und Österreich, obwohl rechtlich durch den Körperschaftstatus möglich, nicht erhoben. Die Neuapostolische Kirche finanziert sich aus Spenden, so genannten Opfern. Das jährliche Spendenaufkommen belief sich im Jahr 2009 weltweit auf über 171 Mio. Euro.[26] Für die Spendenhöhe des einzelnen Mitglieds wird eine Orientierung am biblischen Zehnt empfohlen. Neben dem finanziellen Opfer wird auch jede Mitarbeit im Gemeindeleben oder der barmherzige Einsatz für den Nächsten als sogenanntes Zeitopfer angesehen, welches dem Geldopfer gleichgesetzt ist. Das finanzielle Opfer kann in die den Kirchen vorhandenen Opferstöcke entweder anonym oder mittels eines Kuverts mit Absenderangabe eingegeben werden. Letzteres hat den Vorteil, dass die NAK eine namentliche Spendenbescheinigung ausstellt, die steuerlich absetzbar ist. Ebenso sind bargeldlose Spenden durch Überweisung möglich.

Die internationale Kirche wird durch Umlagen der Gebietskirchen finanziert, sie organisiert auch die Unterstützung finanzschwächerer Gebietskirchen durch finanzstärkere. Der weitaus größte Teil der Einnahmen fließt in den Bau und Unterhalt der Kirchengebäude, die grundsätzlich nicht von den Einzelgemeinden, sondern von den Gebietskirchen unterhalten werden. Auch für die Missionstätigkeit wird ein beträchtlicher Teil des Kirchenbudgets aufgewandt. Die Kontrolle der kirchlichen Einnahmen und Ausgaben nehmen unabhängige Wirtschaftsprüfer vor.[27] Die Kirche veröffentlicht zusammengefasste Übersichten über den Jahresabschluss, mit den jeweiligen Einnahmen und Ausgaben des vorangegangenen Jahres.

Kirchliche Einrichtungen und Gruppen[Bearbeiten]

Verlag und Druckerei[Bearbeiten]

Der 1932 von Johann Gottfried Bischoff, dem Vater des Namensgebers, gegründete Verlag Friedrich Bischoff hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Er befindet sich seit 1987 im Besitz der Neuapostolischen Kirche und verlegt unter anderem die kircheneigene Zeitschrift „Unsere Familie“.

Als Eigentum der Kirche veröffentlichte der Bischoff Verlag früher hauptsächlich Zeitschriften und Tonträger mit direktem Bezug zur NAK. Auch aus wirtschaftlichen Gründen sollen jedoch künftig vermehrt Medien mit allgemein-christlichem Inhalt publiziert werden.[28]

Die Friedrich Bischoff Druckerei GmbH gehörte bis 2010 ebenfalls zur NAK, wurde aber wegen rückläufiger Aufträge im Februar dieses Jahres an einen privaten Investor verkauft.[29]

Unsere Familie[Bearbeiten]

Unsere Familie (UF) ist eine Zeitschrift für Mitglieder der Neuapostolischen Kirche und hat eine internationale Gesamtauflage von etwa 200.000 Exemplaren. Neben der deutschsprachigen Hauptausgabe, welche zweimal im Monat erscheint, wird Unsere Familie in etwa 20 weitere Sprachen übersetzt.[30]

Der Inhalt der Zeitschrift reicht von Gottesdienst- und Reiseberichten des Stammapostels über Stellungnahmen der Kirche zu aktuellen Themen bis hin zu Artikeln mit biblischen Geschichts- und Hintergrundwissen. Die UF beinhaltet außerdem einen Anzeigenteil für Familien- und Geschäftsannoncen und bietet ihren Lesern Raum, von eigenen Erlebnisse zu berichten.[31]

Seit 2013 liegt der Zeitschrift monatlich einmal ein achtseitiger Beileger Wir Kinder bei. Dieser Teil für Kinder im Alter von etwa sechs bis zehn Jahren erschien bis dahin als eigenständige Zeitschrift. Der Inhalt beschäftigt sich mit Themen rund um „Christen & Bibel“. Die Zeitschrift bietet mit Lesetexten, Ausmalbildern, Bastelanleitungen, Rätseln und Mitmach-Aktionen die klassischen Elemente von Kinderzeitschriften.

Spirit[Bearbeiten]

Spirit ist eine Zeitschrift speziell für junge neuapostolische Christen. Alle zwei Monate werden aktuelle Themen aufgegriffen und teilweise aus kritischer und neuapostolischer Sicht beleuchtet. Vereinzelte Berichte über kritisch behandelte Themen[32] finden auch außerhalb der Jugend Interesse und werden zum Teil in Foren diskutiert.

Jugend in der Kirche[Bearbeiten]

Logo des EJT 2009 in Düsseldorf

Innerhalb der Bezirke finden verschiedene Jugendaktivitäten statt. Dazu zählen Jugendgottesdienste, regionale und örtliche Jugendstunden, Chorstunden, Sportveranstaltungen und Jugendfreizeiten. Darüber hinaus werden von den einzelnen Gebietskirchen in Deutschland regelmäßig Jugendtage veranstaltet. Diese finden meist über Wochenenden (in kleinerer Form auch an nur einem Tag) in Messe- oder Stadthallen statt, wo die Teilnehmer gegebenenfalls auch übernachten. Zum Rahmenprogramm gehören Musikaufführungen, Workshops und Diskussionsrunden, sowie sportliche Angebote. Je nach Dauer des Jugendtags wird dieser mit einem Jugendgottesdienst entweder begonnen oder abgeschlossen.

Vom 21. bis 24. Mai 2009 fand zum ersten Mal ein Europa-Jugendtag der Neuapostolischen Kirche in der Messe Düsseldorf und in der angrenzenden Düsseldorfer LTU-Arena mit etwa 35.000 Teilnehmern aus ganz Europa statt.

Kritikern zufolge handelte es sich bei der, besonders in den 1950er bis 1990er Jahren erfolgten, „ausgeprägten“ Kinder- und Jugendbetreuung um eine „systematische Indoktrination“.

Hostienbäckerei[Bearbeiten]

Die zentrale Hostienbäckerei in Bielefeld produziert pro Tag etwa eine Million Hostien, welche auf der ganzen Welt zum Abendmahl verwendet werden. [33]

Weitere Hostienbäckereien befinden sich in Kapstadt und in Indien.

Karitative Einrichtungen[Bearbeiten]

NAK-karitativ e. V. ist das Hilfswerk der neuapostolischen Kirchen in Deutschland. Haupttätigkeitsfelder sind die Katastrophenhilfe sowie die Unterstützung von Entwicklungsprojekten und sozialen Einrichtungen. Um alle Tätigkeitsgebiete weltweit abdecken zu können, arbeitet NAK-kartitativ eng mit außerkirchlichen Partnern (wie z. B. Terre des hommes, der Deutschen Welthungerhilfe oder dem Deutschen Kinderhospizverein) zusammen. [34] Außerhalb Deutschlands (z. B. in Ländern wie Portugal, Indien und Südafrika) gibt es zahlreiche weitere kirchliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Waisenhäuser, die teilweise von NAK-karitativ betreut, teilweise auch von den örtlichen Gebietskirchen finanziert werden.

Das Hilfswerk Jugend hilft Jugend der NAK Nordrhein-Westfalen betreut Projekte für Jugendliche im Ausland, beispielsweise werden Ferienaufenthalte oder Sprachkurse für finanziell benachteiligte Jugendliche angeboten.[35] Das Neuapostolische Sozial- und Bildungswerk NRW e.V. unterstützt neuapostolische Christen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, mit Angeboten zur Erwachsenenbildung und zur Berufsqualifikation.[36] Ebenfalls von der NAK Nordrhein-Westfalen werden zwei Wohn- und Pflegezentren – in Fröndenberg und Oberhausen – betrieben.

Weitere humanitäre Hilfswerke der Neuapostolischen Kirche sind die Stiftung NAK-Humanitas (Schweiz) und das Missionswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland e.&nsbp;V..

nacworld[Bearbeiten]

nacworld ist das soziale Netzwerk der Neuapostolischen Kirche International und bietet die Möglichkeit, weltweit mit anderen Christen Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen. nacworld richtet sich an Mitglieder der neuapostolischen Kirche. Mitglieder anderer Kirchen oder Religionsgemeinschaften sind ebenso willkommen – das Portal steht allen Interessierten offen.[37] nacworld ist als multilinguales Projekt in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch und Niederländisch verfügbar. Die Nutzung von nacworld ist nicht kommerziell und für die Mitglieder komplett kostenfrei. Es gibt keine Finanzierung über Werbung oder Sponsoring, keine Premium-Mitgliedschaft oder sonstigen kostenpflichtigen Erweiterungen.[38]

Private Initiativen (Auswahl)[Bearbeiten]

Regenbogen-NAK[Bearbeiten]

1999 entstand Regenbogen-NAK, eine private Initiative von homo-, bi- und transsexuellen neuapostolischen Gläubigen. Ein Hauptanliegen dieser Vereinigung ist die Anerkennung durch die Kirche und die Gläubigen, insbesondere durch Aufklärung über die alternativen Lebensformen. Regenbogen-NAK ist in zahlreichen Ländern vertreten, unter anderem in Frankreich, den Niederlanden, Argentinien, Südafrika und den USA.[39]

NAK-Unternehmerforum[Bearbeiten]

Im Mai 2007 wurde auf Betreiben des Präsidenten der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen, Bezirksapostel Armin Brinkmann, das NAK-Unternehmerforum e. V. gegründet. Dieser Verein, dessen Vorstandsmitglieder laut Satzung Unternehmer und aktive Mitglieder der NAK Nordrhein-Westfalen sein müssen, hat es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die gegenseitige Unterstützung seiner Mitglieder, soziales und karitatives Engagement sowie Kontakte zu Unternehmern und Organisationen anderer christlicher Konfessionen zu fördern.[40]

INBEKI − Initiative Besondere Kinder[Bearbeiten]

Die Initiative Besondere Kinder wurde im Jahr 2010 von aktiven Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche gegründet. In ihr kommen Eltern von Kindern mit ADHS, Autismus, genetischen und Stoffwechselerkrankungen, Legasthenie/Dyskalkulie oder anderen Besonderheiten zusammen. Ziele sind der Austausch unter den Betroffenen, die Aufklärung über diese „Besonderheiten – insbesondere bei den Lehrkräften – und das Schaffen eines positiven Umfeldes für die Kinder innerhalb der Kirche.[41]

Geschichte[Bearbeiten]

Die neuapostolische Kirche geht auf Anfänge im 19. Jahrhundert in Großbritannien zurück. Der Schwerpunkt der Organisation verlagerte sich bald nach Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die außereuropäischen Gemeinden zunehmend wichtiger, besonders in Afrika.

Anfänge[Bearbeiten]

In den 1830er Jahren entstand in Großbritannien eine endzeitlich geprägte konfessionsübergreifende Erweckungsbewegung. In Teilen dieser Bewegung kam es zu einzelnen Gemeindegründungen. Unter dem Eindruck endzeitlicher Prophezeiungen wurden zwölf Persönlichkeiten aus Großbritannien zu „Aposteln“ berufen, deren Aufgabe es sein sollte, die Kirche auf das zweite Kommen Jesu vorzubereiten. Sie versammelten sich in Albury und verfassten das sogenannte „Testimonium“, das sie verschiedenen weltlichen und kirchlichen Häuptern der damaligen Welt überreichten. Später entstanden daraus die katholisch-apostolischen Gemeinden. Diese gerieten 1855 nach dem Tod dreier Apostel in eine Krise, da man die vakant gewordenen Plätze wegen fehlender biblischer Ermächtigung nicht wieder besetzte. Dagegen opponierte besonders eine Gruppe um den deutschen Propheten Heinrich Geyer. Der Großteil der Mitglieder der katholisch-apostolischen Gemeinde in Hamburg einschließlich des Ältesten Friedrich Wilhelm Schwarz, des Priesters Carl Wilhelm Louis Preuß und Heinrich Geyers wurden vom Apostel Francis Valentine Woodhouse 1863 aus den katholisch-apostolischen Gemeinden ausgeschlossen, nachdem Geyer Rudolf Rosochacki in Königsberg ohne Zustimmung der englischen Apostel ebenfalls zum Apostel ausgerufen hatte. Rosochacki trat kurz darauf von seinem Apostelamt zurück und kehrte zur katholisch-apostolischen Gemeinde zurück. Die getrennte Hamburger Gemeinde nannte sich jetzt Allgemeine christliche apostolische Mission und wurde vom zum Apostel dieser Gemeinschaft ordinierten Carl Wilhelm Louis Preuß geführt, während Friedrich Wilhelm Schwarz als Apostel in die Niederlande gesandt wurde, wo er der Gründer der späteren Hersteld Apostolische Zendingkerk wurde.

Durch einen Nachfolgestreit nach dem Tod des Apostels Preuß im Jahr 1878 kam es zu einer Trennung zwischen dem Großteil der Hamburger Gemeinde mit Heinrich Geyer und dem Apostel Johann Friedrich Güldner unter Beibehaltung des Namens „Allgemeine christliche apostolische Mission“ einerseits und den inzwischen ebenfalls zu Aposteln ordinierten Friedrich Wilhelm Menkhoff und Friedrich Wilhelm Schwarz sowie Eduard Wichmann und Fritz Krebs andererseits.[42]

1881 wurde Friedrich Krebs zum Apostel für Nord- und Ostdeutschland ernannt. Er entwickelte 1895 das Konzept des sogenannten Stammapostels und wurde damit zum eigentlichen Gründer der Neuapostolischen Kirche. Nach dem Tod von Schwarz 1895 stellten sich die Apostel mehr und mehr unter die Führung Friedrich Krebs’. Seit 1897 wurde dieser als Stammapostel bezeichnet. Nach Menkhoffs Tod setzte Krebs am 21. Juli 1896 Hermann Niehaus zum Apostel für den Bereich Bielefeld ein. 1898 bestimmte er ihn dann in einem Gottesdienst in Berlin als seinen Nachfolger als Stammapostel.

Bereits unter Krebs breitete sich eine Lehre, genannt das „neue Licht“ aus, nach dem Christus im Apostel anwesend sei. Eine Gruppe um Julius Fischer betonte sogar, die leibliche Wiederkunft Christi würde nun nicht mehr stattfinden, da Christus bereits im Apostel wiedergekommen sei. Dies führte zu einer ersten Spaltung und der Gründung des Apostelamtes Juda im Jahre 1902. Am 20. Januar 1905 starb Krebs, und Niehaus übernahm das Amt. Unter Niehaus entwickelte sich NAK stark im Hinblick auf innere Festigung, Ausbreitung und Profilgebung.

Im August 1906 setzte Niehaus für den verstorbenen Apostel Ruff den Apostelhelfer Johann Gottfried Bischoff zum Bezirksapostel für Mitteldeutschland und Württemberg ein. Außerdem benannte er 1907 die Gemeinschaft von „Neuapostolische Gemeinde“ in „Neuapostolische Kirche“ um und erwarb den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts in einigen Ländern des Deutschen Reiches. Er setzte zahlreiche jüngere Amtsträger ein und berief regelmäßig Apostelversammlungen ein. Er gründete 1907 die Kirchenschrift Apostolisches Sonntagsblatt (später Neuapostolische Rundschau) als neue wöchentliche Lektüre und Ersatz der Zeitschriften Der Herold und Wächterstimme aus Ephraim. 1908 gab er die Allgemeinen Hausregeln heraus und 1916 das erste Lehrbuch über den neuapostolischen Glauben Fragen & Antworten.

Am 19. August 1909 besuchte er zusammen mit Apostel Carl August Brückner als erster Stammapostel die amerikanischen Gemeinden. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 brachte große Belastungen für die Gemeinde. Für die Soldaten wurde das Abendmahl als Feldpostbrief mit einer mit drei Tropfen Wein beträufelten Hostie versandt. 1917 wurde diese – bis heute geltende – Praxis in allen Gemeinden eingeführt. War das Heilige Abendmahl bis dato unter den beiden getrennten Gestalten Brot und Wein gefeiert worden, so finden seitdem bei der Abendmahlsfeier Hostien Verwendung, auf die bereits während der Herstellung drei Tropfen Wein geträufelt wurden.

Am 10. Oktober 1920 ernannte Niehaus Bischoff zum Stammapostelhelfer und am 14. Dezember 1924 bestimmte er ihn zu seinem Nachfolger. Eigentlich war dazu Carl August Brückner vorgesehen. Dieser hatte sich jedoch seit 1917 gegen die zunehmend von Träumen und Visionen geleitete Führung und den Machtanspruch des Stammapostelamtes gewandt und ist am 17. April 1921 aus der Kirche ausgeschlossen worden. Er gründete mit Apostel Max Ecke und etwa 6.000 Anhängern den Reformiert-Apostolischen Gemeindebund.

Eine weitere Spaltung hatte es 1911 gegeben, als nach einer Apostelversammlung der australische Apostel Hermann Niemeyer während der Heimfahrt aus der Kirche ausgeschlossen wurde. Er hatte sich wie Brückner gegen den Machtanspruch des Stammapostels zu wehren versucht. Er gründete nach seiner Rückkehr die Apostolic Church of Queensland. Als Reaktion auf diese Krisen ließ Niehaus sich am 21. September 1921 in Bielefeld von allen Aposteln das Vertrauen aussprechen und schloss sie in einem eigenen Verein, dem Apostelkollegium der neuapostolischen Gemeinden Deutschlands zusammen.

Um den Stammapostel entwickelte sich ein Personenkult, der sich besonders an den Feiern zu seinem Geburtstag zeigte. Zu seinem 80. Geburtstag und 60-jährigen Amtsjubiläum wurde eine Schrift Der Größte unter ihnen vom Apostelkollegium heraus gegeben. Am 3. Oktober 1926 feierte der Stammapostel Niehaus noch seine Silberhochzeit, dann zwang ihn am 25. Januar 1930 ein Unfall am Vorabend der Feiern zu seinem 25-jährigen Stammaposteljubiläum, sich von seiner Tätigkeit zurückzuziehen. Er erholte sich nicht mehr, und am 21. September 1930 versetzte ihn das Apostelkollegium in den Ruhestand. Er verstarb am 23. August 1932 im Alter von 84 Jahren.

Im Jahre 1905 hatte Niehaus sechs Apostelbezirke mit 488 Gemeinden übernommen; am Abschluss seiner Wirksamkeit waren daraus zwölf europäische Apostelbezirke mit etwa 1.600 Gemeinden geworden, zu denen noch 200 überseeische Gemeinden, die in dieser Zeit entstanden, zu zählen sind. 1925 zählte die NAK in Deutschland 138.000 Mitglieder.

Im Verlauf der Entwicklung der NAK kam es zu weiteren zahlreichen Abspaltungen. Beispiele sind (in Deutschland) die Apostolische Gemeinschaft, die Apostolische Gemeinde Wiesbaden, die Apostolische Gemeinde des Saarlandes sowie die Vereinigung Apostolischer Christen. Einige dieser Gemeinschaften schlossen sich zur Vereinigung Apostolischer Gemeinden (VAG) zusammen.

Die anfänglich tief ökumenische Überzeugung, die in den katholisch-apostolischen Gemeinden und auch noch von Heinrich Geyer gepflegt wurde, wich mit den Jahren der starken Abgrenzung gegenüber den anderen christlichen Konfessionen. Hierfür sind sicherlich mehrere Gründe verantwortlich: Ausschlaggebend wird gewesen sein, dass die theologische Bildung der Geistlichen der Mutterkirche nicht mehr vorhanden war; nur wenige Geistliche hatten noch in den katholisch-apostolischen Gemeinden Dienst getan. Wesentlich für das Wachstum der Gemeinschaft wurden die sozial schwächeren Schichten, aus denen später wichtige Amtsträger hervorgingen. Auch nationalistische Anklänge finden sich in dieser Zeit in den Gesangbüchern und theologischen Schriften. Kennzeichnend ist in diesem Zeitraum die zunehmend hierarchische Kirchenstruktur. Das charismatische Element der katholisch-apostolischen Gemeinden, die Weissagungen, wurden seltener (die letzten mündlichen Berichte darüber fallen in die 1980er Jahre), und das Prophetenamt verschwand.

Die Neuapostolische Kirche im Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Wie viele andere Organisationen und Vereine ging auch die Neuapostolische Kirche mit dem nationalsozialistischen Regime Kompromisse ein, um nicht verboten oder verfolgt zu werden. Im Gegensatz zu anderen kleineren Gemeinschaften wuchs die Zahl der Mitglieder jedoch stetig. Wenn auch die christlichen Grundsätze der Neuapostolischen Kirche dem Weltbild des Nationalsozialismus grundlegend widersprachen, so wurde sie dennoch nicht wie viele andere Glaubensgemeinschaften dauerhaft verboten oder gar systematisch verfolgt. In welchem Umfang nationalsozialistische Ansichten verbreitet und die Einstellung angepasst wurde und ob dies aus Angst vor Repressalien oder aus eigenem Antrieb geschah, ist bis heute Streitpunkt zwischen Mitgliedern und Kritikern der Kirche.

Im Jahre 1933 wurden alle neuapostolischen Gemeinden kurzfristig verboten. Der damalige Stammapostel Johann Gottfried Bischoff versuchte, gute Beziehungen zum nationalsozialistischen Regime aufzubauen, um die Aufhebung eines Teiles der Verbote zu erwirken. So schrieb Müller-Scheld, der Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau im Reichsministerium für Propaganda und ein Mitarbeiter Joseph Goebbels', in einem Empfehlungsschreiben für Bischoff: „Friedrich Bischoff ist Parteigenosse, mir seit Jahren bekannt und politisch und menschlich absolut zuverlässig.“[43] Am Tag von Potsdam predigte J.G. Bischoff, dass jetzt „der von Gott gesandte Führer gekommen sei“. Den Text der Ansprache ließ er in die Reichskanzlei schicken. In einem Rundschreiben an die Amtsträger vom 25. April 1933 erklärte Bischoff, dass es bei Eintrittsgesuchen von Mitgliedern gut sein werde, „die Personalien solcher Personen der zuständigen Ortsgruppe der NSDAP zur Nachprüfung vorzulegen“ und ihre Aufnahme erst nach dem Vorliegen einer Unbedenklichkeitserklärung der NSDAP zu vollziehen. Im Titel der kircheneigenen Zeitschrift Wächterstimme aus Zion wurde Anfang 1934 das hebräische Wort „Zion“ gestrichen.

In der kircheneigenen Zeitschrift wurden 1940 anlässlich eines Reiseberichtes von Bischoff Sätze gedruckt wie: „Schwarze und Juden steigen auf der sozialen Leiter immer höher, sie verdrängen mit ihrer billigen Arbeitskraft den besser bezahlten Weißen auch aus Stellungen, die dem Weißen allein zustehen sollten […] Das farbige Element ist zum Angriff übergegangen […] Mit Berechtigung haben wir alles das, was dem Volke im Kino, Theater und Literatur als das Produkt einer jüdisch-marxistischen Klique geboten wurde, abgelehnt.“[44] Und später im selben Jahr hieß es: „Wohl hat sich der Weiße noch eine bestimmte Vorherrschaft erhalten können, sie ist aber stark ins Wanken geraten, und sie wird noch immer mehr ins Wanken kommen, je mehr der Jude Einfluß gewinnt, denn es ist sein Ziel, die Völker zu zersplittern, sie niederzuhalten und sie auszubeuten.“[45] 1941 verkündete Unsere Familie: „Deutschland wird kämpfen bis zum totalen Siege, das heißt, bis zur Befreiung Europas und der Welt von bolschewistischen Mördern, von der britischen Plutokratie und von Juden und Freimaurern.“[46] Im Juli 1941 hieß es in derselben Zeitschrift: „Die Tempel- und Synagogenbräuche der Juden sind […] für den, der sie – etwa in Warschau – einmal in Reinkultur gesehen hat, nur ein peinliches Schauspiel.“ Bereits im Mai 1939 schrieb Unsere Familie im Zusammenhang mit der Einweihung eines neuen Gotteshauses in Stettin von der „wirksamste[n] Zurückweisung der im Auslande verbreiteten jüdischen Hetzpropaganda, die märchenhafte Dinge von Kirchenzerstörungen und Christenverfolgungen zu berichten weiß […]“.

Jeder Gottesdienst sollte – laut Amtsauflage – in jener Zeit mit einem „Heil Hitler“ enden. Es haben sich nicht alle Gemeindevorsteher (gerade in ländlichen Gebieten) den Vorschriften gebeugt. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder einzelne Gemeinden geschlossen.

Nach Schilderung der NAK sei es unter größten Schwierigkeiten gelungen, einen Teil dieser Verbote rückgängig zu machen. Darauf würden auch die anderen gegen die NAK ergriffenen Maßnahmen hinweisen: Die Nazi-Regierung habe die NAK mit ungewöhnlich hohen Steuern belastet, die Betreuung der Jugend sei unterdrückt worden, der Kauf von Grundstücken und der Bau von Kapellen abgelehnt worden, die Opfer durften nicht mehr erhoben werden, das Erscheinen der kircheneigenen Zeitschriften sei verboten worden, Bibeln und Gesangbücher hätten nicht mehr gedruckt werden dürfen. Die zur Gemeinde gehörenden Mitglieder jüdischer Abstammung seien nicht abgestoßen, sondern in jeder nur möglichen Weise unterstützt worden.[47]

Diese Haltung wurde unter anderem 1996 vom damaligen Stammapostel Fehr erläutert und 2003 vom Sprecher der Öffentlichkeitsarbeit Peter Johanning bei einem Vortrag weiter ausgeführt. Johanning gab einen Artikel aus dem „Jugendfreund“ vom Juli 1933 wieder, worin schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers zur „Untertanentreue“ aufgerufen wurde. Durch den Verweis auf Sir 10 EU legitimiere der Text das Verhältnis zwischen Staat und Kirche. „Man mag das heute als naiv empfinden, die Zeit damals brachte andere Schlussfolgerungen zu Tage.“ In jener Zeit seien die kirchlichen Amtsträger in den Richtlinien von 1933 zur politischen Enthaltung aufgerufen worden. „Dieses Bekenntnis zur unpolitischen Arbeit der Kirche“ habe „unmissverständlich die Idealvorstellung der Kirchenleitung“ signalisiert, „sich jeglicher politischer Stellungnahme zu enthalten, auch wenn die Realität hier und da anders ausgesehen“ habe. Im Weiteren gab der Pressesprecher dann die Ausführungen Stammapostel Richard Fehrs von 1996 zu diesem Thema wieder, wonach die Anpassung der Kirchenleitung zu dem Zweck geschehen sei, um „der Verkündigung des Evangeliums weiter nachkommen zu können.“

Verhältnis zum DDR-Staat[Bearbeiten]

Die Neuapostolische Kirche bezeichnet sich als politisch neutral und blieb in der DDR unbehelligt. „Wir geben der Hoffnung Ausdruck, dass auch in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen dem Magistrat von Groß-Berlin und unserer Kirche, so wie bisher, eine für beide Teile recht segensreiche bleiben möge.“[48] Sie bewies ihre Ergebenheit gegenüber dem neuen Regime, für ihre loyale Arbeit erntete sie Lob politischer Stellen.[49] Um daraus resultierende Vorwürfe zu klären, gehörte es von Anfang an zum offiziellen Auftrag der von Stammapostel Richard Fehr installierten AG Geschichte der Neuapostolischen Kirche, die DDR-Vergangenheit vorrangig zu erforschen. Die interne Akteneinsicht in kirchliche Archive trug wenig zur Aufhellung dieser Gesamtproblematik bei. Zwar gab es offizielle Schreiben an die DDR-Regierung, doch lassen sich daraus weder ein „Anbiedern“ der damaligen Kirchenleitung im Osten noch Vergünstigungen für die Kirche durch das DDR-Regime ableiten.[50] Eine offizielle Stellungnahme der neuapostolischen Kirchenleitung zur Zusammenarbeit der NAK mit dem Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR steht bisher noch aus, jedoch gibt es Hinweise darauf, dass einige hohe Geistliche der NAK als Spitzel in den Sicherheitsapparat der DDR eingebunden waren.[51]

„Botschaftszeit“[Bearbeiten]

Zu Weihnachten 1951 verkündete Stammapostel Johann Gottfried Bischoff in einem Gottesdienst in Gießen, dass Jesus Christus zu seinen Lebzeiten wiederkommen werde. Diese Verkündigung ist innerkirchlich unter dem Begriff „Botschaft“ bekannt geworden. Der Stammapostel führte sie später auf eine unmittelbare, persönliche Offenbarung zurück. Anfangs wurde dies nicht so deutlich gesagt, sondern eher von einer Entwicklung gesprochen, aus der sich dann die Gewissheit zur Botschaft ergab. Die neuapostolische Kirche erlebte dadurch eine tiefe Krise, aus der mehrere neue Gruppierungen hervorgingen (vgl. Vereinigung der Apostolischen Gemeinschaften). Bischoffs Aussage wurde zum neuapostolischen status confessionis. Als Bischoff 1960 starb und die Wiederkunft Jesu nicht eingetreten war, wurde seitens des Apostelkollegiums geäußert, Gott habe „seinen (durch Stammapostel Bischoff geäußerten) Willen geändert“. Bis heute hat sich die Kirche nicht von dieser Auffassung distanziert, stellt es aber ihren Mitgliedern frei, sich ein eigenes Urteil zu bilden, laut Aussage des ehemaligen Stammapostel Leber ist dies „kein Dogma mehr“. Die ersten offiziellen Entschuldigungen zum damaligen Umgang mit den Botschaftsgegnern, nicht der Botschaft selbst, und Annäherungsversuche bezüglich der Botschaftszeit starteten 2005/2006 in der Schweiz und im Saarland. So besuchen aktuell Mitglieder der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes in zweiwöchentlichem Rhythmus teilweise wieder die Gottesdienste der NAK.[52] Bei einem Informationsabend am 4. Dezember 2007 wurde in einer geschichtlichen Zusammenschau der Zeit von 1938 bis 1955 durch Apostel Drave jeglicher Zusammenhang der Spaltungen im Saarland, in Südafrika, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland mit der Botschaft negiert. Es kam daraufhin zu heftigen Protesten innerhalb der NAK, und die Gespräche mit der Vereinigung der Apostolischen Gemeinschaften wurden von dieser beendet.

Spätere Entwicklungen[Bearbeiten]

Der Tod des Stammapostels Bischoff löste einen langsamen Wandel aus, der beispielsweise zur Formulierung der „Eigenverantwortung“ – jedes Mitglied ist persönlich verantwortlich für sein Seelenheil – durch Stammapostel Hans Urwyler in den achtziger Jahren führte oder zu den wenigen, aber kontinuierlichen Gesprächskontakten mit Gruppierungen, die sich aufgrund der „Botschaft“ aus der neuapostolischen Kirche gelöst haben. Insgesamt ist das Spektrum innerhalb der Kirche besonders in den letzten zehn Jahren breiter geworden, so dass man heute von einem „konservativen“ und einem „progressiven“ Flügel innerhalb der NAK sprechen kann.

Strukturell verschieben sich die Mitgliederzahlen ganz erheblich. Ist die NAK 1960 noch eine deutsch-europäische Gemeinschaft mit Dependancen in einigen außereuropäischen Ländern, so finden sich im Jahr 2005 nur noch etwa fünf Prozent der Mitglieder in Europa, der weitaus größte Teil der neuapostolischen Christen lebt in Afrika.

Ökumene[Bearbeiten]

Neuapostolische Kirchengemeinde Dormagen

Die Neuapostolische Kirche ist in Deutschland weder im Ökumenischen Rat der Kirchen noch in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) vertreten, wobei mittlerweile Annäherungen bestehen und man im offenen Dialog mit den ökumenischen Gemeinschaften und Verbänden steht.[53]

In der Schweiz ist die NAK Gastmitglied der dortigen Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). Ein wichtiges Kriterium zur Aufnahme war die Unterzeichnung der Charta Oecumenica, die die Leitlinien zur Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa festhält, wozu die Kirche ohne Einschränkungen bereit war.[54]

Die Teilnahme an der Abendmahlsfeier in den Gottesdiensten der NAK ist für Mitglieder und in die Gemeinde aufgenommene Gäste vorgesehen. Jedoch wird dies nicht kontrolliert und in der Praxis wird niemandem die Teilnahme verwehrt.

Seit Pfingsten 2008 wird auch in der Neuapostolischen Kirche das Vaterunser in der Version der Lutherbibel (Revision von 1984) gebetet. Die von den meisten anderen christlichen Kirchen benutzte ökumenische Version weicht davon nur geringfügig ab.

Andere Kirchen erkennen die neuapostolische Taufe an, die Neuapostolische Kirche erkennt ihrerseits jede in einer anderen Kirche trinitarisch vollzogene Wassertaufe als gültiges Sakrament an.[55][56]

Kontroversen[Bearbeiten]

Da sich die Neuapostolische Kirche bis in die 1990er Jahre noch sehr introvertiert zeigte und eine für viele aufgeklärte Zeitgenossen zu strenge Führungslinie vorgab, hat sie bis heute mit starker Kritik zu kämpfen. Bei der Kritikbegutachtung zeigt sich jedoch häufig, dass viele Punkte aus dieser „alten“ Zeit (also etwa von 1950 bis 1990) bemängelt werden. Mit ihrem Öffnungsprozess nach außen änderte die NAK viele Lehraussagen und Richtlinien zum Teil drastisch und steht im Vergleich zu anderen Religionsgemeinschaften teilweise heute „moderner“ da.[57]

Der ehemalige Stammapostel Fehr erklärte auf einer Pressekonferenz, dass er auf seinen Reisen immer wieder gesehen habe, dass die NAK in anderen Ländern als eine anerkannte Kirche gelte; aber in Mitteleuropa müsse man weiterhin gegen das Sekten-Image ankämpfen. Über den langen Prozess der Wandlung und Öffnung der Kirche verwies er darauf, dass die NAK in den sechziger und siebziger Jahren von den großen Kirchen und auch von den Kanzeln herab angefochten und bekämpft worden sei. Das habe dazu geführt, dass die Kirche eine „Igelposition“ eingenommen, die Stacheln nach außen gestellt und sich abgeschottet habe. Es sei ihm daher ein Anliegen gewesen, dass die Kirche vermehrt in die Öffentlichkeit geht, um Feindbilder abzubauen und aufeinander zuzugehen. Der Stammapostel Leber vertrat die Ansicht, dass eine solche starre Position – nach außen hin völlig abgeschottet zu sein – von der heutigen Generation nicht mehr akzeptiert werden würde.[58]

Kritik an Lehraussagen[Bearbeiten]

Von Seiten der evangelischen und römisch-katholischen Kirche werden insbesondere folgende Dogmen der Neuapostolische Kirche als unbiblisch angesehen:[59]

  • die Aussage, das neuapostolische Apostelamt entspreche dem urchristlichen Apostelamt
  • die Lehre, dass die sogenannte Gotteskindschaft nur durch das Apostelamt der neuapostolischen Kirche geschenkt werde
  • und, dass die Neuapostolische Kirche sakramentale Handlungen stellvertretend für Verstorbene durchführt.

Ebenfalls problematisch angesehen wird die Tatsache, dass die Amtsträger der neuapostolischen Kirche oft keine theologische Ausbildung haben.[60] Der Religionswissenschaftler Georg Schmid sieht die Predigten als monoton mit wenig Tiefgang, praktisch ohne Exegese und einer sehr schmalen theologischen Bandbreite an.[61]

Gehorsamsstruktur[Bearbeiten]

Basierend auf der Aussage Jesu, dass nur die direkte Nachfolge zum Ewigen Leben führt, entwickelte sich schon kurz nach Jesu Tod eine Gehorsamsstruktur gegenüber den von Jesu gesandten Aposteln. In dieser Tradition sieht sich das strikte Gehorsamdenken zum Apostelamt der Neuapostolischen Kirche. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war es, auch aus gesellschaftlichen Gründen, üblich, einer höher gestellten oder autoritären Person Folge zu leisten. Diese gesellschaftliche Auffassung war auch in der NAK stark ausgeprägt, so dass die Mitglieder bei entscheidenden Fragen im täglichen Leben unbedingt die Meinung der Vorangänger einholten. Diese Meinung war dann auch bindend. Man unterstellte damit, dass dies auch der Wille Jesu sei. So konnte die Kirche, wenn auch größtenteils unbewusst, das Leben der Mitglieder steuern.

Als in Deutschland zur Mitte der 1950er Jahre eine neue Generation von Selbstdenkern heranwuchs (die 68er-Generation), ging diese Entwicklung an der NAK vorbei. Dies lag unter anderem daran, dass sich die Kirche in eine „Igelposition“ aus Angst vor Angriffen der großen Kirchen zurückzog. Damit war eine gesellschaftliche Änderung innerhalb der NAK unmöglich. Es blieb also bis zu den Anfängen der 1980er Jahre bei einer diktatorischen Struktur. Dies wurde von Religionswissenschaftlern ebenso wie von ehemaligen Mitgliedern kritisiert, da die Forderung nach Gehorsam gegenüber den Weisungen von Stammapostel, Apostel und nachrangiger Ämter („Glaubensgehorsam“, „Nachfolge“) mit der heimholenden Wiederkunft Christi verknüpft wurde.

Mit Stammapostel Urwyler begann die Wende und zugleich die Öffnung der Kirche. Dieser Prozess gestaltet sich fortwährend als schwierig, da sich die NAK in dieser Zeit in eine „konservative“ und „revolutionäre“ Hälfte spaltete. Andreas Fincke (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen) spricht in diesem Zusammenhang auch von der „NAK von unten“ (in Anspielung auf die Initiative Kirche von unten in der römisch-katholischen Kirche).[62] Aus Rücksicht auf die konservative Front wurden dringende Änderungen hinausgeschoben oder nur langsam vorangetrieben. In dieser Zeit entstand eine große Gruppe von Aussteigern, die mit den Verhältnissen in der NAK nicht mehr zufrieden waren. Dieser Kritik öffnete man sich nur langsam, sodass erst unter den Stammaposteln Fehr und Leber eine wirkliche Wendung zu erkennen ist.

Dennoch hat die Kirche mit starker Kritik bezüglich der Gehorsamsstruktur zu kämpfen. Zum einen sind noch vereinzelte konservative Amtsträger mit Funktionen beauftragt und beeinflussen Änderungen negativ. Zum anderen wird von Aussteigern nach wie vor Frust abgelassen. So sagt Fincke vom EZW auch: „Die Kirche reagiert keinesfalls nur auf demographische Verwerfungen. Erstaunlich ist, dass es einigen nicht schnell genug geht, anderen geht’s wahrscheinlich zu schnell, sodass die NAK vor einer Zerreißprobe steht.“[62]

Der ehemalige Apostel und NAK-Kritiker Gerrit Sepers (2005 Amtsrückgabe des Apostelamtes) sprach in einem Interview über die vorhandene Kritik im Internet: „Was die Neuapostolische Kirche anbelangt, besuche ich unterschiedliche NAK-Webseiten und verfolge dann und wann die Diskussionen, die ich dann inhaltlich nicht immer ganz nachvollziehen kann. Ich verstehe sehr wohl, dass man auch Kritik äußern muss und die Möglichkeit braucht, Gedanken und Gefühle zu äußern, aber manches...[sic]“.[63]

Literatur[Bearbeiten]

Publikationen der Neuapostolischen Kirche[Bearbeiten]

  • Die Neuapostolische Kirche Broschüre, Zürich 2014.
  • Ein Glaube – ein Ziel. 150 Jahre Neuapostolische Kirche Hrsg.: Neuapostolische Kirche International, Zürich 2013 (online, PDF-Datei)
  • Der Jenseitsglaube der neuapostolischen Christen. Bischoff, 2005.
  • Katechismus der Neuapostolischen Kirche. Bischoff Verlag, 2012, ISBN 3-943980-00-6.

Publikationen über die Neuapostolischen Kirche[Bearbeiten]

  • Andreas Fincke, Michael Utsch: Kompaktinfos: Die Neuapostolische Kirche. Berlin 2011. (online, PDF-Datei)
  • Andreas Fincke: Die Neuapostolische Kirche im Umbruch. Zwischen Wachstum und Reformstau. Berlin 1999, ISSN 0085-0357.
  • Kai M. Funkschmidt (EZW): Kompaktinfos: Die Neuapostolische Kirche. Broschüre, Berlin 2013. (online, PDF Datei)
  • Manuela Martinek: Die Neuapostolische Kirche in Deutschland. 1998, ISBN 3-9802994-8-1.
  • Katja Rakow: Neuere Entwicklungen in der Neuapostolischen Kirche. Eine Dokumentation des Öffnungsprozesses. Berlin 2004, ISBN 3-89998-036-0.
  • Reinhard Hempelmann (Hrsg.): Die Neuapostolische Kirche und die Ökumene. Berlin 2011. (EZW-Texte 214, Schriftenreihe der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Inhaltsverzeichnis und Informationen online)
  • Olaf Wieland: Von einer 'Sekte' zur 'Freikirche'? Freikirchenforschung 16, Münster 2007, ISBN 978-3-934109-08-7.
  • Tobias Mai: Die Lehre der Neuapostolischen Kirche im Licht der Heiligen Schrift. Hünfeld 2010, ISBN 3-939833-29-0. (online, PDF-Datei)

Zur Geschichte der Kirche[Bearbeiten]

  • Helmut Obst: Apostel und Propheten der Neuzeit – Gründer christlicher Religionsgemeinschaften des 19. und 20. Jahrhunderts. Göttingen 2000, ISBN 3-525-55438-9.
  • Netzwerk Apostolische Geschichte: Die apostolischen Gemeinden im Umbruch – 1863 bis 1900. Nürtingen 2008, ISBN 978-3-939291-03-9.
  • Netzwerk Apostolische Geschichte: Aufbau, Ausbau, Trennungen. Die Entwicklung der apostolischen Gemeinschaften im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Nürtingen 2009, ISBN 978-3-939291-04-6.
  • Netzwerk Apostolische Geschichte: Kirche auf dem Weg – die apostolischen Gemeinschaften im Verlauf des 20. Jahrhunderts. Bielefeld 2010, ISBN 978-3-939291-06-0.
  • Olaf Wieland: In der Stille den Glaubensweg gehen. Die Neuapostolische Kirche in der DDR. Freikirchenforschung 18, Münster 2009, ISBN 978-3-934109-10-0.
  • Olaf Wieland: Vom Segen gemeinsamer Arbeit. Die Anpassungsstrategie der Neuapostolischen Kirche in der DDR. Freikirchenforschung 21, Münster 2012, ISBN 978-3-934109-13-1.
  • Dominik Schmolz: Kleine Geschichte der Neuapostolischen Kirche. Steinhagen 2013, ISBN 978-3-939291-08-4.

Aussteiger[Bearbeiten]

  • Winnifried Lange: Ich war ein „Gotteskind“. IKS Garamond, Jena 2004, ISBN 3-934601-85-5.
  • Olaf Stoffel: Angeklagt: die Neuapostolische Kirche. Erfahrungen eines Aussteigers. Gütersloh 1999, ISBN 3-579-01139-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuapostolische Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Neuapostolische Kirchengebäude in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Offizielle Weblinks[Bearbeiten]

Kritische Weblinks[Bearbeiten]

  • nak-info, Kritische Betrachtung der Neuapostolischen Kirche von einer privaten Initiative bibeltreuer Christen
  • NAK-Ausstiegshilfen, Ausstiegshilfen für Menschen, die Schwierigkeiten mit der NAK haben

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c NAK Weltweit. Zahlen, Daten, Fakten. In: nak.org. 1. Januar 2013, abgerufen am 15. April 2014.
  2. a b c Religionen in Deutschland: Mitgliederzahlen. In: REMID – Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e. V. Abgerufen am 15. April 2014.
  3. Jahresbericht 2012. In: nak.ch – Neuapostolische Kirche Schweiz. S. 22, abgerufen am 29. April 2014 (PDF).
  4. NAK von A bis Z. Emblem. In: nak.org. Abgerufen am 15. April 2014.
  5. Vgl.  David B. Parrett, Todd M. Johnson: Konfessionsstatistik. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 3. Auflage. Band 11, Herder, Freiburg im Breisgau 2001, Sp. 247.
  6. Apostel der Neuapostolischen Kirche. In: ApWiki auf apostolische-geschichte.de. 1. Januar 2014, abgerufen am 15. April 2014.
  7. Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Hrsg. Neuapostolische Kirche International, Friedrich Bischoff Verlag in Frankfurt am Main 2012, Absatz 7.4 – Das Apostelamt
  8. Stellungnahme: Die 144.000. Januar 2005, abgerufen am 15. April 2014 (PDF).
  9. Stellungnahme: Das Verständnis von Heil, Exklusivität, Heilsnotwendigkeit des Apostelamtes und Nachfolge in der Neuapostolischen Kirche. In: nak.org. 26. Januar 2006, abgerufen am 15. April 2014 (PDF).
  10. Stellungnahme: Das Verständnis von Taufe und Versiegelung in der Neuapostolischen Kirche. In: nak.org. 24. Januar 2006, abgerufen am 15. April 2014 (PDF).
  11. Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Hrsg. Neuapostolische Kirche International, Bischoff, Frankfurt a. M. 2012, Kapitel 8 – Die Sakramente
  12. Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Hrsg. Neuapostolische Kirche International, Bischoff, Frankfurt a. M. 2012, Absatz 1.2 – Die Heilige Schrift
  13. Offizielle Verlautbarungen. Ankündigung: Die Bibel ist Grundlage der neuapostolischen Lehre. In: nak.org. 22. Oktober 2004, abgerufen am 16. April 2014.
  14. a b Erläuterungen siehe: Erläuterungen zu den zehn Artikeln des neuapostolischen Glaubensbekenntnisses
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