Großer Feldberg

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Großer Feldberg
Großer Feldberg von Norden (Östlicher Hintertaunus) betrachtet, links im Hintergrund: der Altkönig (798 m), rechts der Kleine Feldberg (826 m), im Vordergrund Dorfweil

Großer Feldberg von Norden (Östlicher Hintertaunus) betrachtet,
links im Hintergrund: der Altkönig (798 m), rechts der Kleine Feldberg (826 m), im Vordergrund Dorfweil

Höhe 879 m ü. NHN nach Hessischem Statistischem Landesamt[1]
Lage Rhein-Main-Gebiet, Hessen, Deutschland
Gebirge Taunus

(Rheinisches Schiefergebirge)

Dominanz 101 km → Dammersfeldkuppe (Rhön)
Schartenhöhe 670 m ↓ 2 km SO Großen-Buseck[2]
Koordinaten 50° 13′ 55″ N, 8° 27′ 26″ O50.2328.4572777777778879Koordinaten: 50° 13′ 55″ N, 8° 27′ 26″ O
Großer Feldberg (Hessen)
Großer Feldberg
pd3

Der Große Feldberg (auch Feldberg/Taunus, im Volksmund zumeist nur Feldberg genannt) ist der höchste Berg des im Südwesten Hessens gelegenen Mittelgebirges Taunus und des gesamten Rheinischen Schiefergebirges. Die Angaben zu seiner genauen Höhe liegen je nach Quelle zwischen 878 m ü. NHN[3] und 881,5 m[4] Höhe (siehe Abschnitt Höhe).

Mit einer Prominenz von 670 m (über dem Sattel bei Großen-Buseck nahe Gießen) und einer Dominanz von 101 km (gegen die Dammersfeldkuppe in der Rhön) ist er einer der markantesten Mittelgebirgsgipfel in Deutschland.

Das Feldbergmassiv, bestehend aus Großem Feldberg und dem nahen Kleinen Feldberg (825,2 m), ist Bestandteil des Taunushauptkamms (Hoher Taunus oder auch Hochtaunus genannt).

Der Große Feldberg war einst ein beliebtes Wintersportgebiet; wegen des in den vergangenen Jahren häufigen Schneemangels verlor er aber unter Wintersportlern an Attraktivität. Der Berg, dessen oberster Bereich unbewaldet ist, ist gleichwohl zu allen Jahreszeiten ein beliebtes Ausflugsziel.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Große Feldberg erhebt sich im Naturpark Taunus und im Hochtaunuskreis innerhalb der Gemarkung des Ortes Niederreifenberg, der zur Gemeinde Schmitten gehört, dessen Kernort nördlich des Bergs liegt. Oberursel liegt östlich, Kronberg südöstlich, Königstein südlich und Glashütten südwestlich. Knapp 1,4 km süd-südwestlich befindet sich der Kleine Feldberg, 2,85 km südöstlich der Altkönig (798,2 m).

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten]

Der Große Feldberg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Taunus (Nr. 30) und in der Haupteinheit Hoher Taunus (301) zur Untereinheit Feldberg-Taunuskamm (301.3), wobei seine Landschaft nach Norden in die zur Haupteinheit Östlicher Hintertaunus (302) gehörende Untereinheit Pferdskopf-Taunus (302.6) und nach Süden in der Haupteinheit Vortaunus (300) und in der Untereinheit Altkönig Vorstufe (300.2) in den Naturraum Königsteiner Taunusfuß (300.20) abfällt.

Höhe[Bearbeiten]

Gipfelkreuz mit Höhenangabe
Feldberg 22 03 2012 3.jpg
Gipfelkreuz
Feldberg 22 03 2012 1.jpg
Hinweisschild vor dem Gipfelkreuz

Über die exakte Höhe des Großen Feldbergs herrscht Unklarheit, da die Höhenangaben in den unterschiedlichen Quellen teilweise um mehrere Meter variieren.

  • Auf dem Großen Feldberg selbst befindet sich in der Nähe des Gipfelkreuzes ein Schild mit der Angabe 879,5 m.
  • Das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation gibt in Onlinekarten in seinem Geoportal folgende Höhen an:[5] 878 m auf der Hessenkarte H200, 879 m auf den Kartengrafiken PG50 und PG25 und 878,5 m auf der topographischen Karte TK25.
  • Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weist in Onlinekarten in seinem Geoportal folgende Höhen aus:[6] 880 m im Kartenmaßstab 1:500.000, 879 m in den Maßstäben 1:250.000, 1:100.000, 1:50.000 und 1:25.000 sowie 878,5 m in den Maßstäben 1:10.000 und 1:5.000.
  • Auf der Basis von Laserscanning-Daten wurde für den Feldberg eine Höhe von 880,9 m ermittelt.[7]
  • In der Literatur werden noch weitere Höhenangaben genannt, wie 881,5 m[4].

Geologie[Bearbeiten]

Auf dem Plateau des Großen Feldbergs gibt es an vielen Stellen den für den Hohen Taunus typischen Quarzit, wie er zum Beispiel auch am Goldgrubenfelsen an die Oberfläche tritt.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima des Großen Feldbergs hebt sich deutlich vom Klima seiner Umgebung ab. Es ist kühler und auch feuchter als im Flachland. Temperaturunterschiede von 5 Grad und mehr sind keine Seltenheit. Aufgrund sogenannter Inversionswetterlagen ist es gelegentlich nachts milder als im Tal. Vor allem im Sommer ist es mit kaum 20 °C rund 5 °C kühler als im Flachland. Jährlich fallen etwa 1000 mm Niederschläge.

Der Große Feldberg liegt innerhalb des Heilklimaparks Hochtaunus.

Klimatabelle Großer Feldberg
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −1,2 0,3 3,8 8,5 13,1 16,8 19,0 18,7 14,6 9,4 2,9 -0,6 Ø 8,8
Min. Temperatur (°C) -4,9 -4,4 -2,7 1,1 5,2 9,0 11,5 11,2 7,8 3,3 -1,5 -3,8 Ø 2,7
Sonnenstunden (h/d) 2 3 5 6 7 8 8 7 6 5 3 2 Ø 5,2
Regentage (d) 15 13 13 11 12 13 13 11 12 13 14 16 Σ 156
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−1,2
-4,9
0,3
-4,4
3,8
-2,7
8,5
1,1
13,1
5,2
16,8
9,0
19,0
11,5
18,7
11,2
14,6
7,8
9,4
3,3
2,9
-1,5
-0,6
-3,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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g
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: fehlt

Verkehr[Bearbeiten]

Er ist von den Pässen des Roten Kreuz (688 m ü. NN) und des Sandplacken (669 m ü. NN) kommend, über die kurvenreiche Landesstraße L 3024, die am Bergplateau vorbei führt, erreichbar. Bis auf Bus-Stellplätze am Feldbergplateau sind PKW-Stellplätze auf dem Feldberg nur für die dortige Gastronomie (Feldberghof) verfügbar. Weiterhin ist das Feldbergplateau mit der Buslinie 57 (Bf. Königstein − U Oberursel-Hohemark) erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Einer der ersten, dessen „Besteigung“ des Großen Feldbergs belegt ist, war Johann Wolfgang von Goethe. In Dichtung und Wahrheit schreibt Goethe „Durch zufällige Anregung, sowie in zufälliger Gesellschaft stellte ich manche Wanderung nach dem Gebirge an, das von Kindheit an so fern und ernsthaft vor mir gestanden hatte. So besuchten wir Homburg, Kroneburg, bestiegen den Feldberg, von dem uns die weite Aussicht immer mehr in die Ferne lockte.“

Feldbergplateau (um 1868)
Feldberghaus (nach 1860)

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Große Feldberg zum beliebten Ausflugsziel, vor allem für die Frankfurter Bevölkerung. Der ,Frankfurter Turnvater’, Friedrich August Ravenstein gründete die Kommission für die Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg, um ein Jugend- und Wanderheim sowie einen Aussichtsturm für die Turnausflügler errichten zu lassen. Nach der Grundsteinlegung 1859 wurde am 12. August 1860 mit dem ,Feldberghaus’ nach einem Entwurf des Architekten Heinrich Velde das erste feste Bauwerk eingeweiht, mit zehn Betten für Wanderer. Im Jahr 1868 gründete sich im ,Feldberghaus’ unter dem Namen Bund der Feldbergläufer der erste deutsche Wanderverein, der heutige Taunusklub. Der europäische Fernwanderweg E3, im Taunus markiert mit Symbol X, führt über den Großen Feldberg. Das Gasthaus (nunmehr ,Feldberghof’) ist noch immer erhalten, in einem Raum des Restaurants befindet sich ein Standesamt.

Historische Ansichtskarte mit Feldberghaus anno 1902

Der Große Feldberg wurde inzwischen ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer, Wanderer, Fahrradfahrer und Ausflügler aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Über mehrere Jahrzehnte wurde ein Teil des Plateaus als gebührenpflichtiger Parkplatz genutzt, an dessen Stelle auf dem Plateau nur noch eine Bushaltestelle mit Wendeschleife angelegt wurde, die von Königstein und Oberursel-Hohemark aus mit der Linie 57 regelmäßig angefahren wird. Seit dem 16. September 2009 können Kinder auf dem Römer-Spielplatz direkt auf dem Plateau spielen. Der Spielplatz ist optisch an römische Limeswachtürme angelehnt und Teil des Limeserlebnispfads.

Im Winter dienen die Hänge des Feldbergs Schlittenfahrern und Skilangläufern, auch wenn durch die mittlerweile errichteten Holzzäune die Nutzung eingeschränkt wurde. Für Snowboarder und Abfahrtsläufer besteht seit 1991 keine Beförderungsmöglichkeit mehr, weil das wegen der schneearmen Winter entstandene Defizit nicht mehr aufgefangen werden konnte. Der ehemalige Skilift (ein Ankerlift), der Ende der 1960er erbaut worden war und für den zwei Schneisen in den Wald geschlagen werden mussten, befand sich auf der Nordseite des Großen Feldbergs und verlief entlang der sogenannten Nordbahn-Piste (daher auch der Name „Nordbahnlift“). Der Name „Nordbahn“ hat den Lift überlebt und ist immer noch gebräuchlich. Die zweite Piste war als ,Siegfriedsschuss’ bekannt.

Auf der Nordbahn sind im Sommer noch immer einige Spätfolgen des Skisports zu besichtigen: Um den Großen Feldberg auch im Sommer zum Skilaufen nutzen zu können, hatte die Gemeinde Kunststoffmatten verlegt. Es entstand die längste Kunststoffpiste der Welt mit über einem Kilometer Länge. Die Eröffnung fand am 11. November 1972 durch Minister Horst Schmidt statt.[8] Dieser Versuch scheiterte – übrig geblieben sind immer noch Reste der weißen Kunststoffmatten.

Im Umfeld des Großen Feldbergs existieren teilweise noch Lifte (z. B. in Schmitten-Treisberg). An einigen Stellen werden im Winter Behelfslifte aufgebaut (z. B. in Schmitten-Oberreifenberg am Pechberg).

Ausflugsziele[Bearbeiten]

Blick vom Aussichtsturm auf dem Feldbergplateau zum Hintertaunus

Aussichtsturm Großer Feldberg[Bearbeiten]

Auf dem Großen Feldberg steht der 40 Meter hohe Aussichtsturm Großer Feldberg. Er wurde 1902 errichtet und unter anderem von Kaiser Wilhelm II. besucht.

Limes[Bearbeiten]

Über das Massiv des Großen Feldbergs verlaufen Abschnitte des Obergermanisch-Raetischen Limes – insbesondere auf seiner Nordflanke. Unweit südwestlich des Bergs befinden sich entlang des Limes Reste des römischen Kastells Kleiner Feldberg (Feldbergkastell) und nordöstlich jene des Kleinkastells Altes Jagdhaus.

Brunhildisfelsen[Bearbeiten]

Der am nördlichen Rand des Plateaus liegende Quarzit-Felsen wird im Volksmund als „Brunhildisfelsen“ bezeichnet. Dies soll der Legende nach auf die Siegfried-Sage zurückgehen, da hier Brünhild einmal in Schlaf versetzt worden sein soll. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Felsen im Jahr 1043 als „lectulus Brunhildi“ (Bettlein der Brunhilde).[9] Aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind Postkarten überliefert, auf denen er Brunhildenfels genannt wird.

Freizeitangebote[Bearbeiten]

  • Auf dem Großen Feldberg befindet sich der Falkenhof mit Falknerei, die älteste Greifvogelstation in Hessen, die im Sommer durchgehend besetzt ist. Bei entsprechendem Wetter finden täglich um 14 Uhr Freiflugvorführungen mit Falken, Adlern und Geiern statt.
  • Seit 2004 findet jedes Jahr im Februar ein Internationales Schlittenhunderennen rund um den Feldberg statt, an dem bis zu 80 Teams mit insgesamt 300 Hunden aller Rassen teilnehmen.
  • Bei den Sportlern der Region ist der Große Feldberg auch als Sportstätte bekannt. Im Frühjahr findet der Feldberglauf[10] statt, er führt von Oberursel als Berglauf auf die Feldbergkuppe. Außerdem findet jeweils im August das älteste Bergturnfest im deutschsprachigen Raum statt, das Feldbergfest.

Bergwacht[Bearbeiten]

Die Rettungswache DRK Bergwacht Großer Feldberg

Die rettungsdienstliche Versorgung wird an Wochenenden und Feiertagen durch die DRK Bergwacht Hessen – Bereitschaft Großer Feldberg gewährleistet. An diesen Tagen sind ganzjährig ein geländegängiger Rettungswagen sowie in den Wintermonaten zusätzlich ein geländegängiger Krankentransportwagen stationiert. Die Dienststation steht direkt unterhalb des Feldbergplateaus am Fuchstanzweg.

Sendeanlagen[Bearbeiten]

hr-Rohrmast, Ersatzmast, Aussichtsturm Großer Feldberg mit Ersatzantennen, Fernmeldeturm (von links nach rechts)

1937 wurde auf dem Großen Feldberg ein Fernmeldeturm aus einem Stahlbetonunterbau und einem Holzaufbau errichtet, der ursprünglich als Fernsehsendeturm dienen sollte und im Zweiten Weltkrieg zunächst als Radarturm genutzt wurde. In diesem Krieg brannte der Turm nach Bombentreffern komplett aus. Seit dem Wiederaufbau steht er wegen seiner einzigartigen Konstruktion unter Denkmalschutz.

Der benachbarte, ältere Aussichtsturm (1902) des Taunusklubs brannte, nachdem er 1943 von einem deutschen Flugzeug im Nebel gerammt wurde, ebenfalls aus. 1949 baute der Hessische Rundfunk den Turm wieder auf, um auf ihm eine Sendeanlage zu errichten. Diese dient heute noch als Reserveanlage für UKW.

Daneben existiert auf dem Großen Feldberg ein 116,17 m hoher, abgespannter Sendemast des Hessischen Rundfunks für die Verbreitung von Radio- und TV-Programmen. Radio wird digital im DAB+-Standard und analog per UKW ausgestrahlt, TV im DVB-T- und Handy-TV im DVB-H-Standard.

Im Fernmeldeturm, im Aussichtsturm sowie auf dem hr-Rohrmast sind außerdem noch einige Amateurfunkrelais untergebracht.

Sonstiges[Bearbeiten]

In der Nähe der Bergstation des ehemaligen Nordbahn-Liftes (und am Rande des Austragungsortes des Feldbergfestes) befindet sich versteckt ein Grenzstein, der einst die Grenze zwischen dem Herzogtum Nassau und der Landgrafschaft Hessen-Homburg markierte.

Im Gegensatz zu den Telefonanschlüssen in Schmitten direkt haben die Gebäude auf dem Großen Feldberg die Vorwahl 06174 des Vorwahlbereiches Königstein.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Statistisches Jahrbuch 2011/12, Band 2, Seite 21; abgerufen am 5. Januar 2014
  2. Dominanzen und Prominenzen im Taunus nach Highrisepages.de, zuletzt abgerufen am 16. April 2012
  3. Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation: Hessenviewer, Hessenkarte H200
  4. a b Alexander Stahr, Birgit Bender: Der Taunus – Eine Zeitreise (2007)
  5. Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation: Hessenviewer
  6. Bundesamt für Naturschutz: Kartendienst
  7. Hessisches Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation, Auskunft am 23. April 2012
  8. Angelika Baeumerth: Chronik 1972–2000 Hochtaunuskreis, 2001, S. 10
  9. Hermin Herr: Lexikon vom Hohen Taunus. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1993
  10. Feldberglauf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Großer Feldberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien