Hartmannshof

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49.49664711.553433376Koordinaten: 49° 29′ 48″ N, 11° 33′ 12″ O

Hartmannshof
Gemeinde Pommelsbrunn
Höhe: 376 m ü. NN
Einwohner: 1022 (2009)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 91224
Vorwahl: 09154
Ortsansicht Hartmannshof

Ortsansicht Hartmannshof

Hartmannshof ist einer von 22 Ortsteilen von Pommelsbrunn im Landkreis Nürnberger Land in Mittelfranken in Bayern.

Lage[Bearbeiten]

Hartmannshof liegt etwa zwei Kilometer östlich von Pommelsbrunn und westlich von Weigendorf an der B14 in der Verlängerung des Högenbachtals. Zwischen Hartmannshof und Weigendorf verläuft die Grenze zur Oberpfalz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche, die Friedenskirche, wurde nach den Plänen des Architekten Pittroff gebaut und 1931 eingeweiht.

Am 1. Januar 1972 wurde jeweils ein Teil der Gemeinden Arzlohe und Heldmannsberg eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1977 kam der Ort zur Gemeinde Pommelsbrunn.[3]

Im Ort befindet sich auch ein Burgstall, bei dem es sich möglicherweise um den im Jahr 1325 erstmals erwähnten Turm im Weidental handelt.[4] Der Turm im Weidental war im Besitz der Schenken von Reicheneck und wurde durch die Reichsstadt Nürnberg, die sich im Krieg mit den Schenken befand, zerstört. Den Wiederaufbau der Burg verbot König Ludwig der Bayer anschließend. Der Burgstall befindet sich im Neubaugebiet Fleck im Bereich der heutigen Fleckstraße. Bei der im Jahr 1982 durchgeführten Notgrabung wurden quadratische Grundmauern mit einer Stärke von etwa zwei Metern entdeckt, die Art des Mauerwerkes mit Quadersteinen lässt auf eine Entstehung der Turmburg noch vor 1188 schließen. Außerdem wurde eine Brandschicht über einem 0,2 Meter starken Estrichboden gefunden. Die Mauerreste wurden nach der Ausgrabung aufgrund des Neubaugebietes wieder verfüllt, der Bereich ist heute überbaut und die Mauerreste nicht mehr sichtbar.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nördlich von Hartmannshof befinden sich große Steinbrüche, die zum seit 1860 gegründeten Kalk-, Stein- und Zementwerk Sebald Zement GmbH gehören. Es ist der größte Arbeitgeber im Ort. Ein Teil der Steinbrüche ist aufgelassen und vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop 574A010[6] ausgewiesen. Siehe hierzu auch die Liste der Geotope im Landkreis Nürnberger Land.

Mehrere mittelständische Handwerksbetriebe haben ihren Sitz in Hartmannshof.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Durch Hartmannshof verläuft die Bundesstraße 14.
  • Der Bahnhof Hartmannshof liegt an der Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf. Er ist zugleich östlicher Endpunkt der Linie S1 des S-Bahnnetzes Nürnberg. Im sanierten alten Bahnhofsgebäude ist seit Oktober 2011 ein Urzeitmuseum zu besichtigen, das einen Überblick über 100.000 Jahre Umwelt- und Menschheitsgeschichte bietet und entsprechende Funde, mehrheitlich aus dem östlichen Teil des Nürnberger Landes, präsentiert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Sörgel: Versunkene Kulturen: Hartmannshof - Archäologie einer Kleinregion in der Frankenalb. Verlag Dr. Faustus, Büchenbach 2006, ISBN 3-933474-42-6.
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hartmannshof (Pommelsbrunn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.pommelsbrunn.de
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 481.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.
  4. Nach anderen Quellen wie z.B. dem Nürnberger Burgenforscher Hellmut Kunstmann befand sich der Turm im Weidental aber über dem Ort Oed, etwa 50 Meter westlich der Einöde Breitenthal
  5. Der Burgstall auf der Seite Herrensitze.com
  6. Geotop: Ehemaliger Steinbruch Hartmannshof (Abgerufen am 26. September 2013; PDF; 161 kB)