Goldene Straße

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Als Goldene Straße wird eine Landverbindung zwischen Nürnberg und Prag bezeichnet. Die Bezeichnung „gulden straß“ lässt sich seit 1513 ist für verschiedene spätmittelalterliche Handelswege nachweisen. Der Ursprung des Namens wird auf Karl IV. zurückgeführt, dem an einer territorialen Verbindung zwischen seinen böhmischen Stammlanden und den Reichstädten Nürnberg und Frankfurt gelegen war. [1] Heutzutage folgen sowohl die B 14 zwischen Nürnberg und Waidhaus als auch die Dálnice 5 von Prag nach Rozvadov in etwa dem Verlauf der alten Wege. Die BAB 6 als Teil der Europastraße 50 wird als Via Carolina bezeichnet.

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Goldene Straße war seit dem 13. Jahrhundert der wichtigste Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag. Die Route liegt auf einer schon in vorgeschichtlicher Zeit benutzten Verbindung. Ihre große Zeit begann jedoch unter Kaiser Karl IV. als Verbindung zwischen Böhmen und dem Westen des Reichs.

Durch Kauf, Heirat, Verpfändung, Erbschaft und Diplomatie hatte Karl IV. die Obere Pfalz in den fünfziger und sechziger Jahren des 14. Jahrhunderts erworben. Vor der Zeit Karls IV. handelte es sich hierbei um zerrissenes Territorium mit vielen Besitzern. Durch die Landerweiterung konnte der Kaiser sicher und ohne Zoll zu bezahlen auf eigenem Grund von Prag nach Nürnberg gelangen. Dies bot ihm auch Gelegenheit zu repräsentieren und eine gute Möglichkeit, Volksnähe zu zeigen. Zudem gewährleistete die Verbindung dem Kaiser eine bequeme und kostengünstige Reise zu seinen luxemburgischen Hausmachtgütern, weshalb die Route eigentlich von Prag bis Luxemburg konzipiert war.

Die Bedeutung der Straße wird auch an dem militärischen Schutz der Straße deutlich: Zahlreiche Pflegamtssitze und Burgen säumten ihren Weg. Dennoch gab es ab und an auch Berichte über Überfälle, so wurde 1395 eine Straßburger Gesandtschaft bei Tachau gefangen und eine andere bei Bärnau beraubt. Dennoch bestanden spätmittelalterliche Handelswege hauptsächlich aus den Spuren, welche die Wagen mit der Zeit geschaffen hatten.

Karl IV. erklärte diese Straße zur Reichsstraße und verfügte, dass nur auf ihr die böhmischen Könige ihren Weg zu den Reichstagen und Kaiserwahlen nehmen sollten. Er selbst reiste 52 mal auf der Goldenen Straße, was ihm und seiner Familie auch die Gelegenheit bot, in der Öffentlichkeit aufzutreten und sich zu präsentieren.

Neben der politischen war die Goldene Straße auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Aus Böhmen kamen auf ihr Häute, Wachs, Gewürze, Kupfer, Zinn, Eisen, Heringe, Talg, Schinken, Salz, Loden und Ochsen. Nach Böhmen wurden geliefert flandrische Tuche, Sämereien, Getreide, Wein, Wolle und Eisenwaren. Auch die Deutsche Hanse, der bedeutendste Wirtschaftsbund des Mittelalters und der frühen Neuzeit, benutzte die Goldene Straße als Handelsweg.

Aber nicht nur Zeugin von Politik und Wirtschaft war die Goldene Straße, auch ein Reformator der Religion zog einst auf ihr dahin: 1414 begab sich Jan Hus von seinem heimatlichen Böhmen zum Konzil nach Konstanz, wo er auf dem Scheiterhaufen endete. Seine Anhänger, die sich als seine Rächer verstanden, wiederum benutzten sie für kriegerische Zwecke. Auf ihren Feldzügen, die sie ironisch „liebliche Reisen“ nannten, fielen sie mehrmals in der Oberpfalz ein und verbreiteten Angst und Schrecken. Die deutschen Heere, die sich ihnen entgegenstellten, marschierten zwischen 1422 und 1430 dreimal auf der Goldenen Straße zu ihrem Sammelpunkt Weiden, von wo aus sie jedes Mal in eine vernichtende Niederlage zogen.

Die Bedeutung als Handelsstraße hat die Goldene Straße mit dem Fall des Eisernen Vorhangs zumindest teilweise wieder zurückgewinnen können. Die historisch gewachsene Handelsstraße lädt heute zum Radfahren und Wandern ein, etwa auf dem vom Oberpfälzer Waldverein ausgeschilderten Wanderweg zwischen Sulzbach-Rosenberg und der Landesgrenze (93 km) oder dem vom Fränkischen Albverein gepflegten Teilstück von Nürnberg nach Sulzbach-Rosenberg (58 km).

[Bearbeiten] Herkunft des Namens

Die Bezeichnung Goldene Straße ist seit 1513 die nachgewiesene Bezeichnung für den nördlichen Weg von Prag über Pilsen und Tachov durch „neuböhmisches“ Gebiet (Bärnau, Weiden, Sulzbach, Lauf) nach Nürnberg.[2] Die südliche und kürzere Wegvariante von Pilsen über Pfraumberg und Waidhaus über das Gebiet der Landgrafen von Leuchtenberg wird im späten Mittelalter auch als Verbotene Straße erwähnt. Für diese Route ist aber kein Nutzungverbot nachzuweisen, sie war allerdings nicht mit den Privilegien der nördlichen Variante ausgestattet.[2]

[Bearbeiten] Verlauf

Nach dem Willen Karls IV. sollte die Verbindung zwischen Nürnberg und Prag durch eine Straße geschehen, die nur böhmisches Gebiet berührte. Deshalb wurde die Streckenführung genau festgelegt:[2]

Um 1490 gab es Klagen vor allem aus den Städten Tachau, Bärnau und Weiden, weil immer häufiger die südliche und Alternativstrecke zwischen Hirschau und Stříbro (Mies) über

benutzt wurde.

Der weitere Verlauf:

In der ersten deutschen Straßenkarte des Nürnberger Kartographen Erhard Etzlaub aus dem Jahr 1501 hingegen ist der Weg über Weiden und Bärnau immer noch als einzige Verbindung zwischen Nürnberg und Prag eingezeichnet. Etzlaub stützte sich dabei sicherlich auf die Angaben Nürnberger Handelsleute.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  • Fritz Schnelbögl: Das „Böhmische Salbüchlein“ Kaiser Karl IV. über die nördliche Oberpfalz 1366/68. München/Wien 1973, ISBN 3-486-47621-1

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Ulrich List: Goldene Straße. Historisches Lexikon Bayerns, 18. März 2011, abgerufen am 4. Juni 2011.
  2. a b c Ulrich List: Goldene Straße. Historisches Lexikon Bayerns, 18. März 2011, abgerufen am 4. Juni 2011.
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