Hendrik Born

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Hendrik Born (* 5. Juli 1944 in Loitz) ist ein ehemaliger Offizier der Nationalen Volksarmee der DDR. Er war der letzte Chef der Volksmarine.

[Bearbeiten] Leben

Borns Eltern hatten acht Kinder, sein Vater war nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1950 Betriebs- und Verkehrseisenbahner geworden.

Die Familie zog nach Stralsund, wo Hendrik Born am Hansa-Gymnasium sein Abitur ablegte. Sein Berufsziel war Lehrer. Bei der Gesellschaft für Sport und Technik segelte er auf Kuttern des Typs K-10 und organisierte Lehrgänge an der Offiziershochschule der Volksmarine „Karl Liebknecht“.

Nach gezielter Werbung beschloss er, den Beruf eines Soldaten zu lernen und Offizier zu werden. Mit seinem Eintritt in die Offiziersschule am 29. August 1963 begann die Ausbildung, die er am 1. Oktober 1967 mit der Ernennung zum Leutnant zur See abschloss. Während dieser Zeit trat Born der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bei. Er diente von 1967 bis 1970 als Feuerleitoffizier auf den Küstenschutzschiffen 124 und 122 (Typ „Riga“) in der 4. Flottille in Warnemünde. Dieser Tätigkeit schloss sich der Dienst als Kommandant des Hochsee-, Minensuch-, und Räumschiff 345 (Typ “Kondor II“) von 1970 bis 1972 an. Am 7. Oktober 1972, dem Nationalfeiertag der DDR, wurde Born zum Kapitänleutnant befördert. Im gleichen Jahr wurde Born zum Studium an die Seekriegsakademie der Sowjetunion in Leningrad kommandiert.

In Leningrad lernte Born Enessa Andreewna Komkina kennen, die er später heiratete. Er schloss das Studium 1976 als Diplom-Militärwissenschaftler mit dem Prädikat „mit Auszeichnung“ ab und wurde am 1. Oktober 1976 zum Korvettenkapitän ernannt. Born war anschließend Kommandant des Küstenschutzschiffes 142 (Typ “Koni”) in der 4. Flottille; dieses Schiff allerdings wurde nach Lieferschwierigkeiten erst im Jahr 1979 unter dem Namen „Berlin“ in den Dienst gestellt und bekam einen anderen Kommandanten. Born und seine Mannschaft waren an Bord des Schwesterschoiffes “„ostock“ für den Einsatz vorbereitet worden, lebte aber bis 1978 nur auf einem Wohnschiff im Hafen der 4. Flotille.

Born ging 1978 als Leiter der Arbeitsgruppe operative Arbeit in den Stabsdienst der 4. Flottille. In Vorbereitung des Großmanövers „Waffenbrüderschaft 80“ arbeitete er im Rostocker Ständehaus in einem der Täuschung dienenden „Scheinstab“, der einen anderen Plan durchexerziert. Am 7. Oktober 1980 wurde Born Fregattenkapitän. Er wurde 1981 Unterabteilungsleiter für operative Arbeit und später Stabschef.

1981 wechselte er zur 1. Flotille, die in Peenemünde stationiert war. Dort übte er die Funktionen des Stellvertretenden Flotilenchefs und Stabschefs aus. Von 1984 bis 1989 leitete er diese Flottille. Am 1. März 1985 wurde er zum Kapitän zur See befördert und am 7. Oktober 1988 zum Konteradmiral ernannt. Er war damit der jüngste Admiral der Volksmarine. Im August 1988 führte er einen Flottenbesuch der Volksmarine in Göteborg an.

Nachdem Theodor Hoffmann Minister für Nationale Verteidigung wurde, folgte ihm Hendrik Born als Chef der Volksmarine unter gleichzeitiger Beförderung am 11. Dezember 1989 zum Vizeadmiral. Diese Dienststellung hatte er bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand am 2. Oktober 1990 inne. Born war der erste Chef der Volksmarine, der nicht mehr Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung war. Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland war Born noch einige Wochen als ziviler Berater des Flotillenadmirals Dirk Horten tätig.

Nach der Tätigkeit für die Armee war Born beim Bremer Vulkan tätig sowie nach anschließender Arbeitslosigkeit als Verkaufsleiter der MAN Turbo AG im Gebiet Kaspisches Meer und Türkei.

[Bearbeiten] Literatur

  • Klaus Froh, Rüdiger Wenzke: Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch. 4. Auflage. Ch. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3
  • Gerhard Beckmann, Klaus-Ulrich Keubke, Ralf Mumm: Marineoffiziere aus Mecklenburg-Vorpommern 1849–1990, Schriften zur Geschichte Mecklenburgs, Schwerin 2006, ISBN-13: 978-3-00-019944-8
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