Incesticide

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Incesticide
Kompilationsalbum von Nirvana
Veröffentlichung 14. Dezember 1992
Label Geffen Records / Sub Pop
Format CD
Genre Grunge
Anzahl der Titel 15
Laufzeit 44 min 44 s

Besetzung

Produktion

Studio Reciprocal Studios, BBC Studios, Music Source Studio, Smart Studio, Maide Vaile Studios
Chronologie
Nevermind
(1991)
Incesticide In Utero
(1993)

Incesticide ist eine Sammlung von B-Seiten, Studio-Outtakes und raren Songs der US-amerikanischen Grunge-Band Nirvana. Es wurde Mitte Dezember 1992 über Geffen veröffentlicht.

Bedeutung[Bearbeiten]

Die Band öffnete mit dem Album Nevermind und ihren Hitsingles (u. a. Smells Like Teen Spirit) zahlreichen Bands die Tür und läutete damit die als 90er Jahre Grunge-Rock-Welle bezeichnete Musikära ein. Ein neues Lebenskonzept und darin sich verwirklichende neue Sounds wurden somit einer großen Menge Menschen zugänglich und somit massenkompatibel. Nirvana als Wegbereiter dieser neuen kulturpolitischen Ausdrucksform konnten jedoch mit Bleach nur ein zusätzliches Album vorweisen. Es musste also ein dringliches Anliegen der Plattenfirma Geffen sein, möglichst viele Kunden an das eigene Kulturprodukt „Nirvana“ zu binden. An ein Nachfolgealbum konnte aufgrund der weltumspannenden Tournee und Promotionterminen jedoch noch nicht gedacht werden. Incesticide erschien aus wirtschaftlichen Gründen. Das zwischen Nevermind und In Utero geschobene Album verfolgte also das Ziel des Labels, Marktanteile zu sichern und die Fans sprichwörtlich „bei der Stange zu halten“. Schließlich war die Zeit geprägt von wöchentlich neu angekündigten neuen hoffnungsvollen „Newcomern“. Als jene galten Nirvana seinerzeit ebenso wie auch die neu unter Vertrag genommenen Bands von Sony Music (Pearl JamAlive, MudhoneyLet It Slide), EMI (RadioheadCreep, Smashing PumpkinsDisarm), Atlantic Records (MelvinsHag Me) oder Universal Music (SoundgardenSpoonman), welche einen nicht minder relevanten Erfolg feierten.

Erfolg[Bearbeiten]

Das Album hatte keine nennenswerten Chartplatzierungen. Das sich nach und nach verkaufende Album erhielt 1995 in den USA Platin für eine Million verkaufte Alben. Das Ziel, den zuvor gewonnenen Fans die Auswahlmöglichkeiten beim Kauf eines zweiten Albums zu vergrößern, wurde erreicht. So stand zwischen Bleach und Nevermind nun diese Soundzusammenstellung.

Von dem Song Sliver wurde ein Videoclip produziert, der auf den Musikkanälen in großer Rotation lief. Das Video wurde im ehemaligen Elternhaus Cobains innerhalb eines Tages gedreht und in zwei Takes fertiggestellt. Es zeigt die Band in einer verwüsteten Wohnung mit fettigen Haaren und angeschwollenen Tränensäcken. Die gleichnamige Single wurde hingegen nicht von dem Album ausgekoppelt, sondern schon 1990 bei Sub Pop veröffentlicht und war längst ausverkauft. Auf der B-Seite dieser Single befindet sich der Song Spank Thru.

Das Album[Bearbeiten]

Die Compilation entstand in Zusammenarbeit von Geffen mit Sub Pop, die über einen Großteil der unveröffentlichten Songs lizenzrechtlich verfügten, da die meisten Songs in deren Vertragslaufzeit bis 1991 entstanden.

Produktion[Bearbeiten]

So vielseitig die an den einzelnen Songs beteiligten Produzenten dieser Raritäten-Compilation waren, so vielseitig waren auch die auf Incesticide vertretenen Stücke, die in einer Spanne von 4 Jahren entstanden. Darunter findet sich ein Großteil des mit Jack Endino produzierten Materials im Rahmen der Aufnahmen für die ersten Singles und das erste Album (Sliver, Mexican Seafood, Hairspray Queen u.a.), ein Überbleibsel der "Nevermind"-Aufnahmen (Dive) und weitere sich in der Zwischenzeit angesammelten Songs von BBC- und anderen Sessions (Turnaround, Been A Son, Stain u.a.). Soundtechnisch masterte Howie Weinberg diese Collage zu einem einheitlichen hochqualitativen Album auf radiotauglichem Nevermind-Niveau zusammen.

Stil[Bearbeiten]

Incesticide bildet einen Querschnitt der beiden zuvor veröffentlichten Alben. Stilistisch vereinen sich auf dem Album sperrige Songs wie "Aero Zeppelin", "Mexican Seafood" oder "Hairspray Queen", die in einem Atemzug mit den schwermütig mahlenden Bleach-Tracks genannt werden können. Die aufgedrehte Polly (1991, Nevermind) als New Wave-Version und die flotten und fröhlich-stimmenden Molly's Lips, Son Of A Gun oder Turnaround, eine textliche erweiterte Coverversion von Devo.

Artwork[Bearbeiten]

Das Cover zeigt ein Ölgemälde von Kurt Cobain. Eine weiß-grau gefärbte Büste, deren Körper nur noch aus Knochen besteht, sitzt neben einer Mohnblume. Am rechten Arm klammert sich eine Porzellanpuppe, deren Stirn bereits entzwei ist.

Trackliste[Bearbeiten]

  1. Dive 1990 Smart Studio, Madison - 3:55
  2. Sliver 1990 Reciprocal Studios, Seattle - 2:16
  3. Stain 1989 Music Source Studio, Seattle - 2:40
  4. Been a Son 1989 Music Source Studio, Seattle - 1:55
  5. Turnaround 1990 Maide Vaile Studios, London ("John Peel Session") - 2:19
  6. Molly’s Lips 1990 Maide Vaile Studios, London ("John Peel Session") - 1:54
  7. Son of a Gun 1990 Maide Vaile Studios, London ("John Peel Session") - 2:48
  8. (New Wave) Polly 1991 BBC Studios, London ("Mark Goodier Session") - 1:47
  9. Beeswax 1988 Reciprocal Studios, Seattle - 2:50
  10. Downer 1988 Reciprocal Studios, Seattle - 1:43
  11. Mexican Seafood 1988 Reciprocal Studios, Seattle - 1:55
  12. Hairspray Queen 1988 Reciprocal Studios, Seattle - 4:13
  13. Aero Zeppelin 1988 Reciprocal Studios, Seattle - 4:41
  14. Big Long Now 1989 Reciprocal Studios, Seattle - 5:03
  15. Aneurysm BBC Studios, London ("Mark Goodier Session") - 4:36

Verkäufe[Bearbeiten]

USA: 1 Million (Platin) GB: 100,000 (Gold) Kanada: 200,000 (2x Platinum) Japan: 17,430 (bis 16. Dezember 1992)

Weblinks[Bearbeiten]