Jacob Meckel

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Jacob Clemens Meckel um 1890
Gedenktafel, Goerzallee 6, in Berlin-Lichterfelde

Klemens Wilhelm Jacob Meckel (* 28. März 1842 in Köln; † 5. Juli 1905 in Groß-Lichterfelde) war ein preußischer Offizier, zuletzt Generalmajor sowie Militärberater der japanischen Armee.

Leben[Bearbeiten]

Meckel absolvierte das Gymnasium in Düren und trat 1860 als Dreijährig-Freiwilliger in das Infanterie-Regiment Nr. 68 der Preußischen Armee ein. Mit diesem Regiment nahm er während des Krieges gegen Österreich 1866 an der Schlacht bei Königgrätz teil. Im Oktober des Jahres absolvierte Meckel für drei Jahre die Kriegsakademie. Den Krieg gegen Frankreich erlebte er 1870/71 als Premierleutnant im Infanterie-Regiment Nr. 82. Nach Kriegsende unterrichtete Meckel bis 1876 als Lehrer an der Kriegsschule Hannover.

1885 wurde Major Meckel von der japanischen Regierung als Militärberater ins Land gerufen. Er schloss einen Vertrag mit der japanischen Regierung und arbeitete mehrere Jahre als Lehrer an der japanischen Heereshochschule als „ausländischer Berater“ (o-yatoi gaikokujin).

Er kooperierte in dieser Zeit eng mit japanischen Politikern wie Yamagata Aritomo und Ōyama Iwao. Vor seinem Kommen nach Japan war die japanische Armee eng an französischen Vorbildern organisiert, Meckel formte das Heerwesen allerdings in preußischen Stil um. 1888 war sein Vertrag mit der japanischen Regierung zu Ende und er ging nach Deutschland zurück. In Japan blieb sein Andenken lange lebendig, seine Vorlesungen an der Heereshochschule bildeten noch für Jahrzehnte die Grundlage für die militärische Ausbildung in Japan.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland kam Meckel als Oberstleutnant in den Stab des Infanterie-Regiments „Herzog Ferdinand von Braunschweig“ (8. Westfälisches) Nr. 57 und war als Oberst vom 24. März 1890 bis 16. Mai 1892 Kommandeur des 2. Nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88. Anschließend in den Großen Generalstab versetzt, wurde Meckel zunächst Chef der Kriegsgeschichtlichen Abteilung, 1894 zum Generalmajor befördert und im Jahr darauf schließlich zum Oberquartiermeister ernannt. Vom 20. Mai bis 5. Juni 1896 war Meckel kurzzeitig Kommandeur der 8. Infanterie-Brigade und wurde dann mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt.[1][2]

Unabhängig seiner militärischen Karriere sammelte Meckel während seiner Zeit in Japan eine beachtliche Anzahl an japanischen Kunstwerken, die schließlich über die Sammlung der Kunstsammlerin Marie Meyer und des Kunstwissenschaftlers Ernst Grosse in das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kunstbesitz, gelangten.[3]

Schriften[Bearbeiten]

  • Studien über das Kriegsspiel. 1873.
  • Lehrbuch der Taktik. 1874–1876.
  • Anleitung zum Kriegsspiele. 1875, 2. Auflage 1904.
  • Der verbesserte Kriegsspiel-Apparat. um 1875, 2. Auflage 1900.
  • Die Elemente der Taktik. 1877, 2. Auflage 1883, 3. Auflage als Grundriß der Taktik 1895, 4. Auflage 1897 (Digitalisat, PDF der 3. Auflage)
  • Taktik. Allgemeine Lehre von der Truppenführung im Felde. 1881, 2. Auflage 1883, 3. Auflage 1890 als Allgemeine Lehre von der Truppenführung im Krieg
  • Vorwort zu Otto v. Gottberg: Mit den Japanern über den Jalu. 1904.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacob Meckel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Militär-Wochenblatt. Nr. 46 vom 23. Mai 1896. S. 1253.
  2. Militär-Wochenblatt. Nr. 52 vom 10. Juni 1896. S. 1394.
  3. das-japanische-gedaechtnis.de