Josef Stübben

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Josef Stübben

Josef Stübben (* 10. Februar 1845 in Hülchrath, Kreis Grevenbroich; † 8. Dezember 1936 in Frankfurt am Main; vollständiger Name: Hermann Josef Stübben) war ein deutscher Baumeister und Stadtplaner. Er war seit 1871 verheiratet mit Ottilie Wortmann (1845–1916); sie hatten fünf Kinder.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Josef Stübben begann im Oktober 1864 sein Studium an der Berliner Bauakademie. Nach bestandener Prüfung wurde ihm am 24. Juni 1871 der Titel des Baumeisters verliehen. Mit dem Baumeister-Examen beendete er seine akademische Ausbildung und arbeitete anschließend beim Eisenbahnbau in Elberfeld und Holzminden, ging dann 1876 bis 1881 als Stadtbaumeister nach Aachen und trat die Nachfolge von Friedrich Joseph Ark an. Am längsten, nämlich 17 Jahre, war er danach als Stadtbaumeister bzw. Stadtbaurat und Beigeordneter in Köln zwischen 1881 und 1898 tätig. Von 1892 bis 1898 war er Vorsitzender der Kommission der Stadterweiterung Posen. 1898 bis 1902 war er im Vorstand der Elektrizitätsgesellschaft „Helios“, 1904 bis 1920 Geheimer Oberbaurat in Berlin, ab 1920 verbrachte er seinen Ruhestand in Münster.

Stübben nahm wesentlichen Einfluss auf die Stadtentwicklung Kölns im ausgehenden 19. Jahrhundert. Nach seinen Plänen wurden nach dem Abriss der acht Kilometer langen mittelalterlichen Stadtmauer in Köln die Neustadt aufgebaut und Bauwerke wie die Hahnentorburg, Eigelsteintorburg und der Bayenturm restauriert. Er konzipierte den prachtvollen Kölner Ringboulevard und schlug vor, diesen nach deutschen Herrscherfamilien zu benennen. Sein Haus auf dem Hohenzollernring 56 war eins der ersten aber auch eins der schmalsten, die hier errichtet wurden. 1880 erarbeiteten Stübben und Karl Henrici einen Vorschlag für den Bau des Rheinauhafens. Die 1884 gegründete „Hafenreform-Commission“ wurde von Stübben geleitet und unterstützte die Pläne für den Hafenbau, der 1898 abgeschlossen werden konnte. Am 14. Mai 1891 wurde Stübben von der Kölner Stadtverordnetenversammlung für 6 Jahre zum unbesoldeten Beigeordneten „in Anerkennung seiner Verdienste in bezug auf die Stadterweiterung“ gewählt. Der vorgesehenen Gratifikation von 50.000 Mark versagte der Bezirksausschuss die Genehmigung[1].

Ende 1890 erschien Stübbens grundlegende Publikation Der Städtebau als neunter Band des Handbuchs der Architektur. Zu dieser Zeit gab es außer Reinhard Baumeisters Stadterweiterungen (erschienen 1876) keine entsprechende Veröffentlichung zu den Problemen des Städtebaues. Stübbens Publikation erschien in drei Auflagen (1890, 1907, 1924).

Josef Stübben wurde in vielen Städten in Deutschland und im Ausland zu Rate gezogen. Nach seinen städtebaulichen Entwürfen wurden Bauwerke und Stadtteile erbaut, restauriert und verändert. Er gewann viele Wettbewerbe und erhielt für seine Arbeit zahlreiche Auszeichnungen.

Ehrungen[Bearbeiten]

Im März 1904 wurde Stübben von der Technischen Hochschule Karlsruhe die Ehrendoktorwürde (Dr.-Ing. E.h.) verliehen; dort lehrte Reinhard Baumeister als der Begründer des deutschen Städtebaues. Stübben erhielt am 10. Februar 1925 auf Antrag von Josef Brix und Felix Genzmer auch die Ehrendoktorwürde der Philosophischen und naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster. Zudem war er unter anderem Ehrenmitglied in den Architektenvereinen in Köln, Aachen und Paris. Eine von dem österreichischen Bildhauer Wolfgang Wallner geschaffene Gedenkplakette an der Hahnentorburg in Köln erinnert an Stübben. In Dortmund ist eine Straße nach ihm benannt. In Berlin erinnern eine Straße und eine Gedenktafel an ihn.

Werk[Bearbeiten]

städtebauliche Planungen (in Auswahl)[Bearbeiten]

Bauwerke in Köln[Bearbeiten]

Gedenktafel an der Hahnentorburg, Köln

Schriften[Bearbeiten]

  • 1890: Der Städtebau im Handbuch der Architektur
  • 1895: Der Bau der Städte in Geschichte und Gegenwart
  • 1896: Hygiene des Städtebaues
  • 1902: Die Bedeutung der Bauordnungen und Stadtbauplänen für das Wohnungswesen
  • 1912: Vom englischen Städtebau
  • 1915: Vom französischen Städtebau

Literatur[Bearbeiten]

  • Oliver Karnau: Hermann Josef Stübben. Städtebau 1876–1930. Vieweg, Braunschweig / Wiesbaden 1996, ISBN 3-528-08110-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Josef Stübben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Fuchs: Chronik zur Geschichte der Stadt Köln. Band 2, Köln 1991, ISBN 3-7743-0261-8, S. 160.
  2. Max Bär: Aus der Geschichte der Stadt Koblenz. 1814/1914, Krabbensche Buchdruckerei, Koblenz, 1922. S. 169.