Rhein-Kreis Neuss

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RKN ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter RKN (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Rhein-Kreises Neuss Deutschlandkarte, Position des Rhein-Kreises Neuss hervorgehoben51.19666.6953Koordinaten: 51° 12′ N, 6° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Neuss
Fläche: 576,52 km²
Einwohner: 439.225 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 762 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NE
Kreisschlüssel: 05 1 62
Kreisgliederung: 8 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Oberstraße 91
41460 Neuss
Webpräsenz: www.rhein-kreis-neuss.de
Landrat: Hans-Jürgen Petrauschke (CDU)
Lage des Rhein-Kreises Neuss in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Rhein-Kreis Neuss ist ein Kreis in Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sitz des Kreises ist die Stadt Neuss.

Nachbarkreise bzw. -städte[Bearbeiten]

Der Rhein-Kreis Neuss grenzt im Norden an den Kreis Viersen und an die kreisfreien Städte Krefeld und Duisburg, im Osten an die kreisfreie Stadt Düsseldorf und den Kreis Mettmann, im Süden an die kreisfreie Stadt Köln und den Rhein-Erft-Kreis, im Westen an die Kreise Düren und Heinsberg sowie die kreisfreie Stadt Mönchengladbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Schon zu römischen Zeit war das Gebiet des heutigen Rhein-Kreises Neuss besiedelt, was u. a. historische Namen wie Novaesium (Neuss) und Durnomagus (Dormagen) beweisen. Andere Ortsnamen stammen aus der fränkischen Besiedlung wie beispielsweise Kaarst, Grevenbroich und Rommerskirchen.

1816 entstanden in der preußischen Provinz Jülich-Kleve-Berg (ab 1822 Rheinprovinz) der Landkreis Neuß und der Kreis Grevenbroich. 1913 wurde die Stadt Neuss kreisfrei. 1929 wurde eine tiefgreifende Gebietsreform durchgeführt. Die Kreise Grevenbroich und der Restkreis Neuss wurden zusammengefasst und der neue Kreis in Landkreis Grevenbroich-Neuß umbenannt. Außerdem kamen die Gemeinden Kleinenbroich, Korschenbroich, Liedberg und Pesch aus dem ehemaligen Landkreis Gladbach hinzu. 1946 wurde er in Kreis Grevenbroich rückbenannt. (siehe hierzu im Einzelnen: Kreis Grevenbroich)

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen die kreisfreie Stadt Neuss als neuer Kreissitz in den Kreis Grevenbroich eingegliedert und dieser in Kreis Neuss umbenannt. Seit diesem Zeitpunkt ist Neuss gemessen an der Einwohnerzahl die größte kreisangehörige (d. h. nicht kreisfreie) Stadt in der Bundesrepublik Deutschland, von den Sonderfällen der Verbandsangehörigen Städte Saarbrücken, Hannover und Aachen abgesehen. Nachdem der Kreistag des Kreises Neuss dessen Umbenennung beschlossen hatte, genehmigte der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen am 26. Mai 2003 mit Wirkung vom 1. Juli 2003 den neuen Namen Rhein-Kreis Neuss. Der Kreissitz befindet sich in Neuss, jedoch sind bedeutende Teile der Kreisverwaltung nicht in Neuss, sondern in Grevenbroich angesiedelt.

Der Kreis ist Mitglied des Netzwerkes teXellence.[2]

Seit 2010 ist der Rhein-Kreis Neuss erster Fairtrade-Kreis Deutschlands.[3]

Wappen[Bearbeiten]

Hissflagge mit dem Wappen
Das aktuelle Logo des Kreises

Das kurkölnische Kreuz und der Löwe deuten die Tradition des Kreises an, der mit großen Teilen früher unter kurkölnischer und Jülicher Herrschaft gestanden hat. Durch die kommunale Neugliederung am 1. Januar 1975 trat für den früheren Kreis Grevenbroich insofern eine Änderung ein, als die bis dahin kreisfreie Stadt Neuss in den Kreisverband eingegliedert, die Stadt Neuss Kreisstadt wurde und der Kreis Grevenbroich seitdem Kreis Neuss hieß. Das Wappen des früheren Kreises Grevenbroich gilt unverändert auch für den Rhein-Kreis Neuss.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Städte
  1. Dormagen, Große kreisangehörige Stadt (62.379)
  2. Grevenbroich, Große kreisangehörige Stadt (61.530)
  3. Kaarst, Mittlere kreisangehörige Stadt (42.156)
  4. Korschenbroich, Mittlere kreisangehörige Stadt (32.193)
  5. Meerbusch, Mittlere kreisangehörige Stadt (54.592)
  6. Neuss, Große kreisangehörige Stadt (151.486)
Gemeinden
  1. Jüchen (22.379)
  2. Rommerskirchen (12.510)
Düsseldorf Duisburg Köln Krefeld Kreis Düren Kreis Heinsberg Kreis Mettmann Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Dormagen Grevenbroich Jüchen Kaarst Korschenbroich Meerbusch Neuss RommerskirchenMunicipalities in NE.svg
Über dieses Bild

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2012[4])

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Kreistags des Rhein-Kreises Neuss 2014
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
42,2 %
25,7 %
10,3 %
7,2 %
3,8 %
3,2 %
2,4 %
2,1 %
3,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,6 %p
+3,1 %p
-0,2 %p
-4,4 %p
+3,8 %p
+0,4 %p
-1,0 %p
+2,1 %p
-2,2 %p
Sitzverteilung im
Kreistag des Rhein-Kreises Neuss 2014
          
Von 74 Sitzen entfallen auf:

Kreistag[Bearbeiten]

Die letzte Kommunalwahl fand im Rhein-Kreis Neuss am 25. Mai 2014 statt. Die CDU erreichte 42,2 % der Stimmen (31 Sitze), die SPD 25,7 % (19 Sitze), die GRÜNEN 10,3 % (8 Sitze), die FDP 7,2 % (5 Sitze), Die AfD 3,8 % (3 Sitze), DIE LINKE 3,2 % (2 Sitze), die Unabhängige Wählergemeinschaft Rhein-Kreis Neuss (UWG) 2,4 % (2 Sitze), die PIRATEN 2,1 % (2 Sitze), das ZENTRUM 1,9 % (1 Sitz) und die Aktive Bürgergemeinschaft (Die Aktive) 0,9 % (1 Sitz). Nicht im Kreistag vertreten sind die Freien Bürger Grevenbroich (FBG) mit 0,2 % und die aus der rechtsgerichteten Bürgerbewegung Pro NRW hervorgegangene Ein Herz für Dormagen (EHfD) mit 0,2 %.

Die Kreistagsmitglieder von DIE LINKE und PIRATEN haben sich zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammengeschlossen.[5] Auch die Kreistagsmitglieder von UWG und Die Aktive haben sich zu einer Fraktionsgemeinschaft zusammengeschlossen. Ein Kreistagsmitglied der AfD wurde wenige Tage nach der Wahl aus Partei und Fraktion ausgeschlossen. Es hat sich als Parteiloser der FDP-Fraktion angeschlossen.

Nach Fraktionen ergibt sich folgende aktuelle Sitzverteilung (Stand Mai 2014):[6]

CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE./PIRATEN UWG/Aktive Fraktionslos Gesamt
31 19 8 6 4 3 3 74
FDP 5
Parteilos 1
DIE LINKE. 2
PIRATEN 2
UWG 2
Die Aktive 1
AfD 2
ZENTRUM 1

CDU und FDP, sowie das ehemalige Mitglied der AfD, bilden eine Koalition, die gemeinsam mit dem ebenfalls stimmberechtigten Landrat über 38 von 75 Stimmen verfügen.[7]

Landräte[Bearbeiten]

Oberkreisdirektoren 1975–1996[Bearbeiten]

  • 1975–1983: Dr. Paul Edelmann (CDU)
  • 1984–1996: Klaus-Dieter Salomon (CDU)

Kultur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Seit 1996 bietet die medicoreha Welsink Akademie mit ihren staatlich anerkannten Fachschulen für Physiotherapie und Ergotherapie über 300 Ausbildungsplätze und das duale Bachelor-Studium „Angewandte Therapiewissenschaften“ in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein in der Akademie in Neuss an. Die Prüfungen im Staatsexamen werden durch das Gesundheitsamt des Rhein-Kreis-Neuss abgenommen. [8]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Für den Rhein-Kreis Neuss sind 30 Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Dormagen (2), in Grevenbroich (11), in Jüchen (5), in Korschenbroich (3), in Neuss (4), in Rommerskirchen (3) und in Meerbusch (2).[9] Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Emsbach, Max Tauch: Kirchen, Klöster und Kapellen im Kreis Neuss, Köln 1986.
  • Walter und Brigitte Janssen: Burgen, Schlösser und Hofesfesten im Kreis Neuss, 1985.
  • Michael Moll: Rhein-Kreis Neuss – Erlebniswanderungen zwischen Rhein und Niers. Droste Verlag, Düsseldorf 2013, ISBN 978-3-7700-1447-7.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Rhein-Kreis Neuss – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rhein-Kreis Neuss

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rhein-Kreis Neuss – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. teXellence – Kompetenznetz Textiler Niederrhein: „Wir haben unsere Themen gefunden!“ (PDF; 302 kB)
  3. Kampagne Fairtrade Towns. Erster Fairtrade-Kreis Deutschlands. TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der „Dritten Welt“ e.V., abgerufen am 21. August 2012.
  4. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013.
  5. http://www.heide-bote.de/index.php?name=News&file=article&sid=29911
  6. rhein-kreis-neuss.de
  7. http://www.heide-bote.de/index.php?name=News&file=article&sid=29907
  8. medicoreha Welsink Akademie
  9. KREIS NEUSS. In: Claudia Pohl (Bearb.): Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Fassung: Dezember 2002; hier: Nordrhein - Liste nach der heutigen Verwaltungsgliederung - Regierungsbezirk Düsseldorf