Jumpin’ Jack Flash

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Dieser Artikel behandelt die Single der Rolling Stones. Für den gleichnamigen Film mit Whoopi Goldberg und James Belushi, siehe Jumpin’ Jack Flash (Film).

Jumpin’ Jack Flash ist die erstmals 1968 veröffentlichte, vierzehnte in Großbritannien erschienene Single der Rolling Stones. Die Aufnahme war auch der Einstand für Jimmy Miller als Produzent der Band. Die Veröffentlichung gilt als Wiedergeburt der Rolling Stones: Nach den psychedelischen Abenteuern von 1967, nach Gefängnisaufenthalt und Schwanengesängen in der englischen Musikpresse gelangten die Stones wieder zu einem Sound voller Rock und Blues, mit einem Gitarren-Riff, der davon kündete, dass ihre beste Zeit noch bevorstand.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Diesen Gitarren-Riff, der auf eine von Bill Wyman am Keyboard entwickelte Grundidee zurückgeht, verwandelte Keith Richards während der Aufnahmen zum Album Beggars Banquet in den Olympic Studios in London in einen gut dreieinhalb Minuten langen, „Funken sprühenden, perfekten teuflischen Ausbruch voller roher, treibender Kraft und ursprünglicher Energie, perfektioniert durch Mick Jaggers hitzigen, schamlosen und kraftvollen Gesang“ (Steve Appleford).

Auf eine Nennung als Mitautor musste Bill Wyman allerdings verzichten. Wie fast immer bei den Rolling Stones wurden nur Mick Jagger und Keith Richards als Urheber des Liedes genannt. In seiner Autobiographie Stone Alone nennt Bill Wyman die Hintergründe: „Es passierte oft, daß Grundideen und andere Einfälle von Brian, Charlie oder mir während langer Studiosessions im Schmelztiegel landeten, aber nach ein paar Stunden oder Tagen waren die Ursprünge unserer Vorschläge verschwunden...“. In der endgültigen Fassung spielte Richards E-Bass und nicht – wie sonst üblich – Bassist Wyman, der stattdessen elektronische Orgel spielte.

Rezeption und Bedeutung[Bearbeiten]

Den BBC-Zusehern präsentierten die Stones in Kriegsbemalung in einem Promotionband das in kryptischen Zeilen wohl von einer düsteren und brutalen Kindheit voller Armut und Missbrauch erzählende Lied und sahen sich alsbald wieder mit Vorwürfen konfrontiert, ihre Musik stünde unter satanischem Einfluss. Keith Richards dementiert in seiner Autobiographie „Life“ ausdrücklich, dass der Songtitel „Heroinrausch“ bedeuten würde; „Jack“ ist im Englischen ein Slangausdruck für Heroin.[1] 1995 erläuterte Mick Jagger dem Magazin Rolling Stone, der Text sei für ihn damals „nur eine Metapher gewesen, aus all dem Drogenzeugs rauszukommen“.

Das Lied wurde im März und April 1968 aufgenommen und zunächst nur als Single mit der B-Seite Child of the Moon veröffentlicht. In Großbritannien erschien die Single am Freitag, dem 24. Mai 1968 und kam dort auf Platz 1 der Charts. Auch in Deutschland rangierte das Lied auf Platz 1 der Single-Charts. In den USA erschien die Single am Samstag, dem 1. Juni 1968 und erreichte Platz 3. Das erste Album, auf dem das Lied veröffentlicht wurde, war Through the Past, Darkly (Big Hits Vol. 2) im Jahr 1969.

Jumpin’ Jack Flash gilt als eine der wichtigsten Aufnahmen der Rolling Stones. Ohne diesen Hit wäre ihre zu diesem Zeitpunkt absteigende Karriere – der letzte größere Hit (Let’s Spend the Night Together) lag bereits über ein Jahr zurück, der letzte Nummer-eins-Hit in England (Paint It, Black) sogar schon über zwei Jahre – vermutlich weit weniger spektakulär verlaufen. Eine Live-Version des Liedes befindet sich auf dem 1970er-Livealbum Get Yer Ya-Ya’s Out!.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Buch Angst und Schrecken in Las Vegas von Hunter S. Thompson zitiert der Autor Mick Jagger mit der Zeile „I think I busted a button on my trousers“, was Mick Jagger in der Live-Version auf Get Yer Ya-Ya’s Out! sagte. In dem Film Fear and Loathing in Las Vegas (1998, mit Johnny Depp) taucht das Lied während der Schlussszene und in den Abspann hinein auf. Die Hauptfigur Raoul Duke fährt in den Sonnenuntergang und hält dabei einen Monolog. Das Lied taucht nicht auf dem offiziellen Soundtrack des Films auf, da die Stones zwar die Verwendung ihrer Musik in den Medien erlauben, aber nicht die Veröffentlichung auf Soundtracks oder Compilations.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bill Wyman, Ray Coleman: Stone Alone. Die Insidergeschichte der Rolling Stones („Stone alone“). Goldmann, München 1992, ISBN 3-442-41390-7.
  • Steve Appleford: The Rolling Stones, Rip This Joint. Die Story zu jedem Song („The Rolling Stones – it’s only rock ‘n’ roll“). Rockbuch-Verlag, Schlüchtern 2002, ISBN 3-927638-11-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Keith Richards, „Life“, deutsche Ausgabe, Seite 403