Junkers CL.I

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Junkers J10

Der Junkers CL.I (Werksbezeichnung J.10) war ein zweisitziges Schlacht- und Schutzflugzeug der deutschen Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der Konstrukteur Hugo Junkers entwickelte 1918 aus der Junkers J 8, die sich zur Produktion nicht eignete, das einsitzige Jagdflugzeug Junkers D.I und den zweisitzigen Tiefdecker in Ganzmetallbauweise aus Duraluminiumblech mit der Werksbezeichnung J.10.

Zu dieser Zeit hatte sich sein Junkers J.I als Ganzmetallflugzeug bereits bei der großen Deutsche Frühjahrsoffensive 1918 bewährt. Ihre Beschussfestigkeit und die dadurch erzielte relative Sicherheit für die Besatzung machten die Maschine besonders für Tiefflugeinsätze bei der Luftnahunterstützung für die Infanterie geeignet. Außerdem konnte sie im Gegensatz zu den übrigen leinwandbespannten oder holzverkleideten Flugzeugen ohne weiteren Schutz im Freien abgestellt werden, was Kräfte und Zeit bei Verlegungen sparte und die Wartung vereinfachte.

Der Prototyp mit 160 PS Mercedes D.III-Motor absolvierte am 4. Mai 1918 seinen Erstflug und erhielt als Schlacht- und Schutzflugzeug[1] die militärische Bezeichnung Junkers CL.I.

Die Fertigung des Flugzeugs lief Sommer 1918 an. Bei den Serienmaschinen wurde der überkomprimierte und damit stärkere Mercedes D.IIIaü verwendet und die Spannweite wurde etwas verkürzt. Als Schlachtflugzeug ausgerüstet erhielten die Flugzeuge seitlich des Beobachterstandes kleine Behälter für den Abwurf von Handgranaten oder kleine Bomben, „Fliegermäuse“ genannt. Es wurden insgesamt 43 Stück dieses Typs gebaut, davon wurden aber nur 6 bis Kriegsende fertiggestellt.

Es existierten zwei Varianten. Die erste besaß einen Mercedes D IIIaü mit 160 PS, die zweite Variante, das Wasserflugzeug Junkers CLS.I (Werksbezeichnung J.11, Marinebezeichnung C3MG) für die Kaiserliche Marine, wurde durch einen 185 PS starken BMW IIIa angetrieben, der eine bessere Höhenleistung erzielte.

Einsatz[Bearbeiten]

Vermutlich hätte sich die CL.I als das beste deutsche Schlachtflugzeug des Krieges bewährt, aber bis Kriegsende hatten zu wenige Flugzeuge die Front erreicht.

Einige Maschinen wurden 1919 von den Freikorps im Kampf gegen die Bolschewiki in Finnland und im Baltikum eingesetzt.

Nach dem Krieg wurde eine Reihe dieser Flugzeuge als Kurier- oder auch als Passagierflugzeug verwendet. Diese Maschinen wurden zum Teil bei Junkers umgebaut und mit einer geschlossenen Kabine für den Passagier ausgerüstet und beförderten unter anderem im März 1919 zwischen Weimar und Dessau Post und Passagiere.

Aufgrund der Erfahrungen mit der J 10 in der zivilen Variante erfolgten Überlegungen für die Junkers J 12, die aber schnell zur Entwicklung der Junkers F 13 führten.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße[2] CL.I CLS.I
Einsatzzweck: Schlachtflugzeug Seekampfflugzeug-
Baujahr: 1918 1918
Stückzahl: 43[3] 3[4]
Spannweite: 12,05 m[5] 12,75 m[6]
Länge 7,90 m 8,95 m[7]
Höhe: 2,65 m[8] 3,05 m
Flügelfläche: 23,4 m²[9] 26,60 m²
Leergewicht: 735 kg[10] 914 kg
Startgewicht: 1.255 kg[11] 1.420 kg
1 wassergekühlter 6 Zylinder-Reihenmotor: Mercedes D.IIIaü mit 180 PS BMW IIIa mit 185 PS[12]
Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h[13] 180 km/h[14]
Steigzeit auf 1.000m: 3 Min 54 sec
Steigzeit auf 3.000m: 14 min
Steigzeit auf 5.000m: 30 min
Dienstgipfelhöhe: 6.000 m[15] 5.200 m
Reichweite: 380 km 720 km
Flugdauer: 2 h[16]
Bewaffnung: 3 MG[17], 50 kg Bomben 3 MG[18]
Besatzung 2 2

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise/Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Schutzflugzeuge waren Begleitjäger für die schwereren C-Flugzeuge, die zur Auftragserfüllung im Aufklärungs- oder Artilleriebeobachtungseinsatz vor feindlichen Jägerangriffen gesichert werden mussten
  2. Angaben.
  3. vgl. Kroschel; lt. Kens wurden 47 Stück hergestellt
  4. lt. Kroschel und Munson.
  5. lt. Kroschel; dagegen 12,20 m lt. Nowarra, gem. Antolucci und Munson: 12,05 m; es ist davon auszugehen, dass die größere Spannweitenangabe mancher Historiker sich auf den Prototyp bezieht
  6. lt. Kroschel.
  7. mit Schwimmern
  8. vgl. Antolucci und Munson; lt. Nowarra und Kroschel dagegen 3,10 m
  9. lt. Kroschel dagegen 27,7 m²; es ist davon auszugehen, dass die größere Spannweitenangabe sich jedoch auf den Prototyp bezieht
  10. lt. Nowarra, a.a.O.
  11. Prototyp 100 kg leichter
  12. dagegen lt. Kroschel Benz Bz.. IIIb mit 195 PS
  13. vgl. Munson und Kens.
  14. lt. Antolucci 169 km/h
  15. lt. Kroschel 8.000 m
  16. lt. Munson 1 h 30 min
  17. beide Kaliber 7.92x57 mm, 2 MG LMG 08/15, 1 MG 14 Parabellum
  18. beide Kaliber 7.92x57 mm, 2 MG LMG 08/15, 1 MG 14 Parabellum

Literatur[Bearbeiten]

  • Enzo Angelucci, Paolo Matricardi: Flugzeuge. Von den Anfängen bis zum 1. Weltkrieg (= Falken-Handbuch in Farbe. Bd. 391). Falken-Verlag Sicker, Wiesbaden 1976, ISBN 3-8068-0391-9.
  • Karlheinz Kens, Hanns Müller: Die Flugzeuge des Ersten Weltkriegs, 1914–1918. Eine Flugzeugtypen-Sammlung. Mit 120 Typenbeschreibungen. 6. Auflage. Heyne, München 1980, ISBN 3-453-00404-3.
  • Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. In 127 Vierseitenrissen im Massstab 1 : 144. Lohse-Eissing, Wilhelmshaven 1977, ISBN 3-920602-18-8.
  • Kenneth Munson: Kampfflugzeuge. Jagd- und Schulflugzeuge 1914–1919. 2., neu bearbeitete Auflage. Orell Füssli, Zürich 1976, ISBN 3-280-00824-7, S. 24 und S. 121–122.
  • Heinz Nowarra: Die Entwicklung der Flugzeuge 1914–1918. Lehmanns, München 1959.
  • Karl R. Pawlas: Deutsche Flugzeuge 1914–1918. Eine Dokumentation (= Luftfahrtdokumente. Bd. 20). Publizistisches Archiv Pawlas, Nürnberg 1976, ISBN 3-88088-209-6, S. 63–65.
  •  Wolfgang Mühlbauer: Junkers J 9 und J 10 – Die Wegbereiter. In: Flugzeug Classic. Bd. 9, Nr. 5, 2008, ISSN 1617-0725, S. 28–33.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]