OKB-1 EF 131

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OKB-1 EF 131
Typ: Experimentelles Bombenflugzeug
Entwurfsland: Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich /
Sowjetunion 1923Sowjetunion Sowjetunion
Hersteller: Junkers / OKB-1
Erstflug: 23. Mai 1947
Indienststellung:
Produktionszeit: Januar – August 1946
Stückzahl: 1

Die EF 131 war ein aus der Junkers Ju 287 entwickeltes Strahlbombenflugzeug. Sie entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Dessau (Deutschland) durch die Arbeit einer unter sowjetischer Kontrolle stehenden deutschen Entwicklungsmannschaft, in der unter anderem auch Brunolf Baade mitarbeitete.

Entwicklung[Bearbeiten]

Grundlage für die Konstruktion der EF 131 war die Ju 287 V2, die bis zum Kriegsende nicht mehr fertiggestellt werden konnte. Der Zusammenbau der EF 131 begann im Januar 1946, wobei viele Teile der Ju 287 V2 verwendet werden konnten. Im Gegensatz zur vierstrahligen Ju 287 V1 erhielt die EF 131  sechs Jumo 004-Triebwerke, die in je zwei Dreierpaketen unter jedem Flügel befestigt waren. Neu waren ebenfalls der modifizierte Rumpf, das Leitwerk und das Fahrgestell. Die Rollerprobung fand ab dem 12. August 1946 statt. Nach deren Beendigung wurde die Maschine auseinander gebaut und samt Entwicklungmannschaft ab dem 16. September 1946 ins 100 Kilometer nördlich von Moskau liegende Podberesje transportiert, wo die Versuche unter dem Namen OKB-1 EF 131 fortgeführt wurden.

Die Flugerprobung der Maschine, bei der sie lediglich insgesamt 4,5 Flugstunden absolvierte, begann am 23. Mai 1947 auf dem Flugplatz Stachanowo mit dem deutschen Piloten Paul Jülge und dauerte bis zum Oktober, dann wurde sie des nahenden Winters wegen ausgesetzt. Da die EF 131 während der kalten Jahreszeit ungeschützt im Freien abgestellt wurde, dauerte es bis zum Juni nächsten Jahres, bis sie nach einigen Reparaturen wieder bereit für weitere Tests war. Dazu kam es jedoch nicht mehr, denn am 21. Juni 1948 wurde die Einstellung des Programms angeordnet.

Die Versuche erbrachten einige aerodynamische Erkenntnisse über das Flugverhalten von negativ (vorwärts) gepfeilten Flugzeugen. Nach deren Abbruch im Juni 1948 wurde unter Verwendung von Teilen der zweiten geplanten EF 131 die EF 140 mit zwei Mikulin AM-TKRD-01-Turbinen entwickelt und ab 1948 erprobt.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Besatzung: drei
  • Spannweite: 17,88 m
  • Länge: 17,80 m
  • Höhe: 4,84 m
  • Startmasse: rund 23000 kg
  • Antrieb: sechs Jumo 004B-2 mit je 8,9 kN in zwei Dreierpaketen unter jedem Tragflügel
  • Vorwärtspfeilung: 19°50'
  • Höchstgeschwindigkeit:
    • 860 km/h in 5000 m Höhe
    • 970 km/h in 9000 m Höhe
  • Gipfelhöhe: 11.100 m
  • Bewaffnung: vier paarig angeordnete 13-mm-Maschinengewehre MG 131 in zwei ferngesteuerten Waffenständen

Literatur[Bearbeiten]

  •  Horst Lommel: Junkers Ju 287. Der erste Jet-Bomber der Welt und weitere Pfeilflügelprojekte. Aviatic, Oberhaching 2003, ISBN 3-925505-74-1.
  •  Dimitri Alexejewitsch Sobolew: Deutsche Spuren in der sowjetischen Luftfahrtgeschichte. Die Teilnahme deutscher Firmen und Fachleute an der Luftfahrtentwicklung in der UdSSR. Mittler, Hamburg 2000, ISBN 3-8132-0675-0.
  •   In: World Air Power Jornal. Nr. 34, 1998, S. 18–23.

Siehe auch[Bearbeiten]