Kalbsrieth

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Kalbsrieth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kalbsrieth hervorgehoben
51.34277777777811.336944444444121Koordinaten: 51° 21′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kyffhäuserkreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mittelzentrum Artern
Höhe: 121 m ü. NHN
Fläche: 11,94 km²
Einwohner: 681 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06556
Vorwahl: 03466
Kfz-Kennzeichen: KYF, ART, SDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 65 042
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Westbahnhof
06556 Artern
Bürgermeister: Uwe Ludwig
Lage der Gemeinde Kalbsrieth im Kyffhäuserkreis
Thüringen Abtsbessingen Artern/Unstrut Bad Frankenhausen/Kyffhäuser Kyffhäuserland Bellstedt Kyffhäuserland Clingen Borxleben Bretleben Donndorf Ebeleben Etzleben Freienbessingen Gehofen Kyffhäuserland Gorsleben Greußen Großenehrich Kyffhäuserland Kyffhäuserland Hauteroda Helbedündorf Heldrungen Hemleben Heygendorf Holzsußra Ichstedt Kalbsrieth Mönchpfiffel-Nikolausrieth Nausitz Niederbösa Oberbösa Oberheldrungen Oldisleben Reinsdorf Ringleben Rockstedt Roßleben Kyffhäuserland Kyffhäuserland Sondershausen Kyffhäuserland Thüringenhausen Topfstedt Trebra Voigtstedt Wasserthaleben Westgreußen Wiehe WolferschwendaKarte
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Kalbsrieth ist eine Gemeinde im thüringischen Kyffhäuserkreis. Sie liegt an der Mündung der Helme in die Unstrut.

Zu Kalbsrieth gehört der Ortsteil Ritteburg. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mittelzentrum Artern.

Geschichte[Bearbeiten]

Ritteburg wird als mutmaßlicher Schauplatz der Schlacht bei Riade im Jahre 933 angesehen. Die einstige Wasserburg „Ritteburg“ soll schon im 8. Jahrhundert zur Kontrolle und Sicherung des Unstrutübergangs gebaut worden sein. Im Hersfelder Zehntverzeichnis wurde diese Burg bereits mit erwähnt. 932 und 972 waren die deutschen Könige vor Ort. Man nimmt an, dass dieser Ort Riade hieß, wo 933 König Heinrich I. mit seinen Panzerreitern die Ungarn vernichtend geschlagen hat. Im Jahre 1000 wurde die Anlage dem Erzbischof von Magdeburg geschenkt. Sonst ist über die Burg und den Standort weiter nichts bekannt.[2]

Der Ortsname Kalbsrieth leitet sich von der seit dem 15. Jahrhundert ansässigen Ritter von Kalb ab. Die Herren von Kalb sind ein seit dem 15. Jahrhundert im Ort nachweisbares Adelsgeschlecht, ihre einst im nordöstlichen Bereich der Ortslage befindliche Wasserburg wurde im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden zerstört und um 1690 durch einen repräsentativen Schlossbau ersetzt auf dem Goethe mehrmals bei Charlotte von Kalb zu Gast war. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1945 wurde das bis dahin in Thüringen liegende Kalbsrieth dem Kreis Sangerhausen der Provinz Sachsen zugeordnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 – 908
  • 1995 – 908
  • 1996 – 901
  • 1997 – 888
  • 1998 – 844
  • 1999 – 847
  • 2000 – 839
  • 2001 – 839
  • 2002 – 826
  • 2003 – 813
  • 2004 – 797
  • 2005 – 796
  • 2006 – 789
  • 2007 – 785
  • 2008 – 789
  • 2009 – 758
  • 2010 – 749
  • 2011 – 705
  • 2012 – 690
  • 2013 – 681
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Dorfkirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Schloss Kalbsrieth mit seinem bemerkenswerten Landschaftspark wurde 1821 von der Familie Wolzogen übernommen, nachdem die Vorbesitzer durch drohenden finanziellen Ruin diesen Besitz veräußern mussten. Das Schloss wurde danach im klassizistischen Stil der Goethezeit umgestaltet und mit einer Sammlung von Kunstwerken ausgestattet. Nach Kriegsende wurde das Schloss als Wohnung für Übersiedler bereitgestellt, die wertvolle Ausstattung, Türen, Fenster, Öfen und Stuckaturen als Merkmale der wertvollen klassizistischen Innenarchitektur gingen dabei verloren. Ein Förderverein bemüht sich seit der Wende um die Erhaltung der Park- und Gebäudeteile.[5]
  • St. Johannis-Kirche

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. Wartberg Verlag 2000, ISBN 3-86134-631-1, S. 155.
  3. Franz BrümmerTiersch, Otto. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 288 f.
  4. Wilhelm Stricker: Mühlig, Johann Gottfried Gottlob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 22, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 481.
  5.  Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen (Hrsg.): «Kalbsrieth». In: Kulturelle Entdeckungen. Landkreis Eichsfeld, Kyffhäuserkreis, Landkreis Nordhausen, Unstrut-Hainich-Kreis. Band 1 (Thüringen), Schnell & Steiner, Regensburg 2009, ISBN 978-3-7954-2249-3, S. 119.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kalbsrieth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien